Aloe Vera Gele erfreuen sich großer Beliebtheit für ihre vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Bereits Kleopatra soll auf die Pflanzenkraft der Aloe Vera geschworen haben. Heute, rund 2000 Jahre später, ist der Kult um die Wüstenpflanze lebendiger denn je. Sie werden zur Linderung von Entzündungen, zur Beruhigung von Insektenstichen, zur Kühlung sonnengestresster Haut und zur Heilung von Schnittwunden eingesetzt. Kurzum: Haut ohne Stress - das versprechen hochkonzentrierte Gele aus Aloe Vera.
Symbolbild: Aloe Vera Gel
Die Aloe-Vera-Gele im Test enthalten um die 90 Prozent Aloe Vera. Doch während sie in Cremes und Lotionen häufig nur in winzigen Dosen vorkommt, werben die Aloe-Vera-Gele in unserem Test mit Konzentrationen des Blattsaftes von bis zu 100 Prozent. Aloe und sonst nichts - kann das sein? Nein. Allein schon, weil der Pflanzensaft ohne Konservierung schnell verderben würde.
Viele Menschen greifen zu Aloe Vera, um die sonnengestresste Haut zu kühlen. Sehr viel häufiger setzen die von uns getesteten Produkte Aloe Vera in Form eines Pulverkonzentrats ein. Das ist für die Hersteller leichter zu verarbeiten und birgt weniger Risiken, was die Konservierung der hochempfindlichen Aloe-Blätter angeht. Vor allem aber: Dieses Blattpulver kann später im Gel in beliebiger Form rückverdünnt oder auch überkonzentriert werden.
Das Ergebnis: Zwölf Aloe-Vera-Gele im Test haben zwar mit "sehr gut" abgeschnitten und zwei können wir immerhin mit "gut" empfehlen. Ein paar Gele kritisieren wir aufgrund problematischer Inhaltsstoffe. Weil es Formaldehyd/-abspalter enthält, fällt ein Aloe-vera-Gel durch.
Formaldehyd/-abspalter sind nicht gerade das, was sich die Kundin von einem stresslindernden Aloe-vera-Gel erwartet. Denn Formaldehyd kann bereits in geringen Mengen die Schleimhäute reizen und Allergien auslösen. Das gilt allerdings nicht für Formaldehydabspalter, die Formaldehyd in gebundener Form enthalten und allmählich freisetzen können. Sie sind nach wie vor als Konservierungsmittel zugelassen. Solche Abspalter stehen jedoch nicht auf der Liste der Inhaltsstoffe.
Doch damit nicht genug. In dem Produkt hat das von uns beauftragte Labor auch bedenkliche Duftstoffe gefunden: den synthetischen Duftstoff Lilial, der sich im Tierversuch als fortpflanzungsschädigend erwiesen hat, sowie Galaxolid, einen künstlich erzeugten Moschusduft. Weitere Kritik bezieht sich auf PEG-Verbindungen, die wir in drei Aloe-vera-Gelen im Test gefunden haben.
Anhand der Deklaration prüfen wir, ob die Gele PEG/PEG-Derivate oder umweltbelastende synthetische Polymere enthalten. Bedenkliche und umstrittene Inhaltsstoffe führen zu Abwertungen unter dem für das Gesamturteil maßgeblichen Testergebnis Inhaltsstoffe.
Die kosmetischen und medizinischen Verheißungen des Wundergewächses Aloe Vera sind zahlreich: Nicht umsonst schreiben nahezu alle Anbieter in unserem Test auch den Aloe-Gehalt - quasi als Qualitätsmerkmal - an prominenter Stelle auf die Verpackung.
Warum kostet das Gel der Marke Balea mit 90 Prozent Aloe Vera 1,95 Euro für 200 Milliliter, das der Marke Santaverde aber für die gleiche Aloe-Konzentration und Menge 37,98 Euro? Das hängt auch mit den Verarbeitungsschritten zusammen, die zwischen der Ernte der Pflanzen und dem fertigem Produkt liegen: Santaverde gehört zu jenen wenigen Herstellern in unserem Test, die das Mark aus dem Aloe-Blatt zu einem Direktsaft verarbeiten und so auch ins Gel mischen.
Übrigens: Ein sehr hoher Aloe-vera-Gehalt steht nicht automatisch für eine sehr hohe Wirkstoffdichte. Ein Zucker namens Aloverose gilt dabei als besonders aussagekräftig für die Wirkstoffdichte der jeweiligen Pflanze, weil an ihn verschiedene andere Substanzen gekoppelt sind. Der Aloverose-Gehalt von einem Aloe-Blatt zum anderen unterscheidet sich nämlich durchaus: Er ist umso höher, je weniger die Pflanze gedüngt und gewässert wurde.
Ob das Filet aus dem Blattinneren schließlich zu einem Direktsaft oder einem Pulverkonzentrat verarbeitet wird, hat keinen Einfluss auf den Aloverose-Gehalt, versichern uns Rohstofflieferanten, die diese Werte regelmäßig nachmessen. Und auf deren ganzheitliches Zusammenspiel komme es schließlich an.
Tabelle: Vergleich von Aloe Vera Gelen
| Marke | Aloe Vera Konzentration | Preis pro 200ml | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Balea | 90% | 1,95 Euro | Günstig |
| Santaverde | 90% | 37,98 Euro | Direktsaftverarbeitung |
Aloe Vera in Stücke geschnitten
Unbestritten ist, dass Aloe Vera in kosmetischen Produkten einen kühlenden Effekt auf die Haut hat, Feuchtigkeit spendet und die Regeneration unterstützt. Aloe-Vera-Gele sind gute Urlaubsbegleiter - sie kühlen leichten Sonnenbrand oder lindern Mückenstiche.
Lieber nicht die Aloe-Blätter in Eigenregie verarbeiten: Unter der Blattschale verbirgt sich krebsverdächtiges Aloin. In industriell erzeugten Kosmetikprodukten scheint Aloin nicht problematisch zu sein.
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