Glänzendes Fell und geschmeidige Haut sind Kennzeichen eines gesunden Pferdes. Kahle Stellen, Wunden und Verkrustungen können jedoch auf verschiedene Probleme hinweisen. Nicht selten sind Milben die Ursache für diese Beschwerden.
Milben sind winzige Spinnentiere, kaum größer als 2 mm, die überall auf der Welt auftreten, auch auf der menschlichen Haut. Interessanterweise zählt die deutlich größere Zecke auch zu der Ordnung der Milben. Manche davon sind parasitär und nutzen das Pferd als Wirt. Sie nisten sich in der Haut und im Fell ein und ernähren sich von Schuppen, Haaren und Blut. Im veterinären Bereich werden sie als Ektoparasiten eingeordnet.
Die bekanntesten und auch größten Milben sind die Zecken. Sie saugen Blut und beißen sich gerne an schwach behaarten und dünnhäutigen Körperstellen fest. Der Zeckenbiss selbst verheilt in der Regel folgenlos. Als Prävention gilt nur die Vermeidung von Zecken. Diese halten sich gerne an feuchten und schattigen Plätzen in Wiesen und Wäldern auf. Das frühzeitige Entfernen senkt das Risiko für die Übertragung von Erregern. Zum Entfernen eignen sich Zeckenzangen oder Pinzetten. Die Zecke wird direkt an der Hautoberfläche am Kopf gepackt und durch langsames Ziehen, Rütteln oder Drehen entfernt.
Die erwachsenen Grasmilben leben im Boden und legen ihre Eier in der feuchten Erde ab. Nach dem Schlüpfen im Sommer bis Herbst wandern die Larven an Gräsern und Sträuchern hoch und gelangen darüber auf ihren Wirt. Beim Pferd befallen Grasmilben vor allem den Kopf- und Halsbereich, aber auch andere geschützte Bereiche können betroffen sein. Der abgesonderte Speichel kann starke allergische Reaktionen auslösen wie Juckreiz, Hautrötungen, Pusteln und Haarausfall. Es entstehen kleine nässende und juckende Wunden. Anders als die Zecke sind Grasmilben nicht als Krankheitsüberträger bekannt. Als Prävention gilt auch hier die Vermeidung der Milben: Regionen, in denen ein starker Befall bekannt ist, sollten gerade zur Zeit der Milbenlarven gemieden werden.
Diese kleinen Milben leben von den Haarfolikeln ihres Wirts und sind in kleiner Zahl auf Pferden üblich. Bei starkem Befall und geschwächtem Immunsystem lösen sie die Demodikose aus, bei der sie in größerer Zahl die Haare zerstören und für kleinere haarlose Stellen sorgen.
Räude ist eine Hauterkrankung, die sich durch starken Juckreiz und entzündliche Hautveränderungen äußert. Sie tritt vermehrt im Herbst und Winter auf und wird durch verschiedene Räudemilben verursacht. Sie können von Pferd zu Pferd, in manchen Fällen aber auch über Gegenstände übertragen werden.
Die am häufigsten auftretende Räudemilbe beim Pferd ist die Nagemilbe. Sie löst die Fußräude aus, die nur auf das Pferdebein begrenzt ist. Betroffen ist meist die Fesselbeuge und in manchen Fällen auch das Röhrbein. Anfällig sind insbesondere Pferderassen mit langem Fesselbehang, vor allem im Winter, da dieser einen feuchtwarmen Lebensraum bietet.
Die Saugmilbe bevorzugt dicht behaarte Körperregionen und ist entsprechend am häufigsten am Mähnenansatz und der Schweifrübe zu finden. Von dort verbreitet sie sich langsam über den Rumpf und löst die Körperräude aus. Anzeichen sind lokaler Haarausfall, Juckreiz, Borkenbildung und Hautverdickungen. Die betroffenen Hautregionen fühlen sich trocken und spröde an.
Die durch die Grabmilbe verursachte Kopfräude birgt das größte Risiko für einen schweren Verlauf. Die Kopfräude breitet sich vom Kopf aus über den Hals bis schließlich über den gesamten Körper aus und ist durch starken großflächigen Haarausfall gekennzeichnet. Grabmilben graben Gänge in die oberen Hautschichten um ihre Eier abzulegen. Es bilden sich Knötchen, Bläschen und Krusten mit starkem Juckreiz. Die entstehenden offenen Wunden bergen ein großes Risiko für Sekundärinfektionen. Bei starkem Befall magern die Pferde oft deutlich ab.
Das erste Anzeichen für Milben ist der Juckreiz und damit einhergehen Unruhe, Scheuern und Benagen. Dazu kommen noch Hautveränderungen, Haarausfall und aufgescheuerte Wunden. In erster Linie schädigen sie die Haut sowohl direkt als auch indirekt über den Juckreiz. Die durch Scheuern und Nagen verursachten Wunden stellen eine Eintrittspforte für Bakterien und Erreger dar. Diese führen zu Sekundärinfektionen, die den gesamten Organismus des Pferdes belasten können. Besonders anfällig sind Pferde mit geschwächtem Immunsystem wie Jungpferde, ältere Pferde und Pferde, die Stresssituationen ausgesetzt sind.
Übertragen werden Milben je nach Milbenart entweder von Pferd zu Pferd, über die Stallumgebung oder direkt über Gräser und Sträucher auf Wiesen, Weiden oder am Waldrand.
Die Dauer eines Milbenbefalls hängt von der Art der Milben, dem Gesundheitszustand des Pferdes und dem Behandlungserfolg ab. Während Zecken und Grasmilben selbständig nach einigen Tagen von ihrem Wirt ablassen, dafür aber ein wiederkehrendes Problem sein können, bleiben andere Milbenarten zeitlich unbegrenzt, da der Wirt für sie den Lebensraum darstellt. Die Dauer des Befalls richtet sich in diesen Fällen nach der Behandlung und kann sich über Wochen oder auch Monate ziehen.
Die Behandlung eines Milbenbefalls richtet sich stark nach der Milbenart, einige Gemeinsamkeiten gibt es jedoch, die für alle gelten. Oft kommen zur Bekämpfung Antiparasitika wie Ivermectin, welches auch in vielen Wurmkuren enthalten ist, zum Einsatz. Um der Weiterverbreitung und dem kontinuierlichen Befall entgegenzuwirken, sollte auch die Umgebung und Ausrüstung gereinigt werden.
Bei der Symptombehandlung gilt es, den Juckreiz zu lindern, die Wundheilung zu fördern und weitere Infektionen zu vermeiden. Zur Linderung des Juckreizes können feuchte Umschläge und Waschungen mit Ringelblumen oder Käsepappeltee verwendet werden. Zusätzlich können Salben und Kräuter eingesetzt werden, die entzündungshemmende Eigenschaften haben und die Haut beruhigen können.
Ihr Pferd juckt sich und Sie finden haarlose Stellen im Fesselbereich oder am Bein? ist ganz einfach ein Oberbegriff für alle vielfältigen Hauterkrankungen im Fesselbereich. Dabei kann das ganze untere Pferdebein betroffen sein, wie der Fesselbereich oder auch das Röhrbein. Haarlose Stellen, offene Hautstellen, krustige oder schorfige Hautstellen, oft sind sie dabei wandernd. Das sind typische Maukesymptome, die sich ausbreiten und das Pferd in seinem Wohnbefinden sehr stören können.
Ein Boden mit viel Schlamm, Mist, Ammoniak, Hygienefehlern in der Einstreu, Chemikalien (Antifrost z.B.), reizenden Holzschnitzeln, Kunststofffasern, sowie weitere Faktoren wie Milben und Bakterien können Mauke entstehen lassen. Meist fängt eine Mauke in der Fesselbeuge der Pferde an. Ein Zwanghuf begünstigt die Maukebildung ebenso wie Strahlfäule.
Ebenso können ein schwaches Immunsystem, sowie ein Mineralstoff/Zinkmangel eine Mauke begünstigen. Helle, weiße Bereiche sind wesentlich empfindlicher und häufiger betroffen, da sie einfach durchlässiger sind. Auch langer Fesselbehang begünstigt die Entstehung von Mauke. Dort fühlen sich besonders Milben sehr wohl, die geschützt unter dem langen Pelz unbemerkt ihr Unwesen treiben. Diese Erkrankung kann das gesamte Unterbein des Pferdes betreffen, bis zum Vorderfußwurzelgelenk oder Sprunggelenk. Hier ist die Unterhaut meist chronisch entzündet.
Wir empfehlen hautstärkenden, natürlichen Pflegeprodukten für eine Verbesserung und Aktivierung der Hautfunktion. Gegen den Befall von Milben- und/oder Bakterien muss die Haut wieder ihre natürliche Schutzfunktion entwickeln können. Wirksame, natürliche Pflege von außen! Mit chemischen Desinfektionsmaßnahmen oder antiparasitären Waschungen werden zwar die Auslöser teilweise bekämpft, aber oft auch die Oberhaut (Epidermis) geschwächt.
In Bezug auf die Vorbeugung einer Mauke bei Pferden, ist zunächst ein Blick auf die Haltung, Hygiene sowie auf die bedarfsgerechte Fütterung eines Pferdes zu richten. Oftmals fühlt sich der Pferdebesitzer den Gegebenheiten des Hofes hilflos ausgeliefert. Aber vielleicht lassen sich Kompromisse finden, insbesondere hinsichtlich der Boxen- und Paddockpflege. Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Vorbeugung von Mauke sind nämlich gute Haltungsbedingungen.
Durch eine unreine Einstreu ist ein Pferd der Feuchtigkeit sowie dem Kontakt zu Urin, Kot und Ammoniak für viele Stunden ausgeliefert - ideale Bedingungen für das Entstehen einer Mauke. Regelmäßiges Misten, trockene Einstreu, saubere Ausläufe klingen vielleicht banal und sind doch wesentliche Punkte, die bei der Vorbeugung beachtet werden sollten. Viele Experten sind sich zudem einig, dass eine Matratzen-Einstreu nicht mehr zeitgemäß ist.
Trotz der Witterung möchte jeder Besitzer seinem Pferd genügend Auslauf ermöglichen. Besondere Anforderungen richten sich somit an die Offenstallhaltung, welche an die natürlichen Bedürfnisse der Pferde angepasst ist und viel Bewegung sowie soziale Kontakte der Tiere in einer Herde bietet. Nach Möglichkeit sollten die Außenflächen durch bestimmte Bodenbeläge oder Drainagen trocken gelegt werden. Regelmäßiges Abäppeln der Außenplätze gehört ebenso zu den vorsorgenden Maßnahmen, da schädliche Bakterien hier ideale Lebensbedingungen haben.
Regelmäßige Pflege und das Putzen des Pferdes können Schlimmeres verhindern. Jedoch reizen eine übertriebene Hygiene und ständige Waschungen die Haut ebenso sehr.
Um die Haut bei ihrer Regeneration zu unterstützen, ist die Wiederherstellung einer positiven Bakterienflora sehr wichtig. Desinfizierende Präparate unterscheiden jedoch nicht zwischen guten und schlechten Bakterien. Alle vorhandenen Bakterien werden entfernt und die frei werdende Fläche kann nach kurzer Zeit erneut durch schlechte Bakterien besiedelt werden. Zudem besteht die Gefahr, dass die pathogenen Bakterien resistent gegenüber den desinfizierenden Präparaten werden.
Durch das Aufbringen von probiotischen Bakterien wird für eine positive Mikroflora gesorgt. Auf diese Weise wird das Risiko für Mauke reduziert. Durch den hohen Feuchtigkeitsbedarf der probiotischen Bakterien werden die betroffenen Hautpartien gleichzeitig getrocknet. Die Anwendung ist sicher und schmerzfrei. Da das Prinzip der probiotischen Reinigung auf die selbstregulierende Wirkung der Natur setzt, entsteht kein Problem mit Resistenzbildung. Stattdessen entsteht durch die regelmäßige Anwendung eine stabile und gesunde Mikroflora. Dies reduziert das Risiko von Krankheitserregern und Hautinfektionen. Für die Anwendung ist das Ablösen der Hautkrusten nicht erforderlich.
Bei Pferden mit langem Fesselbehang (wie Friesen, Tinker und Kaltblüter), kann dieser für die Behandlung leicht gekürzt werden. Es ist jedoch nicht zu empfehlen, den Behang komplett abzuscheren. Die Haarwurzeln in der Haut werden dadurch gereizt und ohne den Behang kann das Wasser schlechter ablaufen und sammelt sich in der Fesselbeuge.
Oft entsteht Mauke zu Zeiten des Fellwechsels. Gerade in dieser Zeit muss der Stoffwechsel unserer Pferde besonders hohe Leistungen vollbringen und oftmals geht der Fellwechsel mit einem Zinkmangel einher, welcher ebenso ein möglicher Auslöser der Mauke ist. Das Ekzem entsteht meist in der Fesselbeuge des Pferdes und breitet es sich weiter bis zum Gelenk aus (Experten sprechen dann von Raspe). Ist ein Pferd besonders anfällig dafür, eine Mauke zu entwickeln und leidet zudem unter einem verzögertem Fellwechsel, lohnt es sich, einen möglichen Zinkmangel einmal genauer abklären zu lassen.
Zusätzlich ist eine bedarfsgerechte Fütterung von großer Bedeutung. Ein Zuviel an Eiweiß, Zucker und Stärke sind nicht nur ungesund, sondern steht auch in Verdacht Mauke auszulösen oder zumindest in der Entstehung zu fördern. Daher schwören viele Pferdebesitzer auf eine strenge Diät des Pferdes, zumindest zu den kritischen Zeitpunkten des Jahres. Neben einer zeitlich begrenzten Weidezeit wird auf Natürlichkeit gesetzt. Das Futter sollte reich an Rohfasern sein und möglichst proteinarm.
Fütterungsempfehlung:
Nur eine intakte Haut mit einer stabilen Mikroflora stellt einen guten Schutzschild gegenüber Umwelteinflüssen dar. Wenn die Haut gereizt wird und kleine Risse entstehen, können sich unerwünschte Bakterien stark vermehren und das Gleichgewicht der Mikroflora gerät aus den Fugen. Aus diesem Grund beruht die Behandlung der Mauke auf zwei wesentlichen Punkten:
Um die Ausbreitung der Mauke zu stoppen und die Regeneration der Haut zu fördern, ist es wichtig, die ursächlichen Probleme abzustellen: Zuerst muss verhindert werden, dass die Fesselbeuge weiterhin der Feuchtigkeit ausgesetzt wird. Bei der Haltung auf sehr nassen Weiden, sollte über eine Lösung zur Trockenlegung des Bodens nachgedacht werden. Steht das Pferd in der Box, muss die Einstreu sauber und trocken gehalten werden, um eine weitere Reizung der Haut durch Feuchtigkeit, Kot und Urin zu verhindern. Regelmäßiges Misten und Abäppeln von Boxen, Paddocks und Weiden ist daher meist unerlässlich.
Bei Verdacht auf eine Sekundärinfektion mit Milben oder Hautpilz nimmt der Tierarzt ein Hautgeschabsel zur Untersuchung. Da Mauke grundlegend als bakterielle Infektion zu verstehen ist, sollte bei der Behandlung der Fokus auf die Wiederherstellung einer gesunden Bakterienflora liegen.
Antibakterielle Präparate unterscheiden nicht zwischen guten und unerwünschten Bakterien. Alle vorhandenen Bakterien werden abgetötet, auch die Guten. Nach einiger Zeit wird die freie Fläche jedoch erneut mit unerwünschten Bakterien besiedelt und es entsteht wieder eine negative Mikroflora. Die Zahl der schädlichen Keime ist sogar noch größer, als vor der Desinfektion (Desinfektions-Paradoxon).
Die enthaltenen probiotischen (guten) Bakterien siedeln sich nach dem Aufsprühen auf der Haut an und sorgen effektiv und sanft dafür, wieder eine gesunde Mikroflora entstehen zu lassen. Auf diese Weise reduzieren sie das durch schädliche Bakterien verursachte Risiko für Mauke. Gleichzeitig werden die betroffenen Stellen getrocknet, da die probiotischen Bakterien einen hohen Feuchtigkeitsbedarf haben. Durch das regelmäßige Aufbringen von Probiotika bleibt die positive Mikroflora erhalten.
Die übliche Vorgehensweise bei Mauke ist oft, die Kruste mit Wasser abzulösen, um anschließend ein hautpflegendes oder antibakterielles / desinfizierendes Produkt auftragen zu können. Diese Prozedur ist meist sehr schmerzhaft für das Pferd.
Mauke ist eine Hauterkrankung, die bei Pferden auftritt, meist im Bereich der Fesselbeuge der Hinterbeine, kann aber auch an den Vorderbeinen vorkommen. Die Hauptursache für Mauke ist eine Kombination aus schwachem Immunsystem, Feuchtigkeit, Schmutz und einer gestörten Hautbarriere.
Neben Milben und Mauke gibt es noch weitere Ursachen für Haarausfall bei Pferden, die im Folgenden kurz erläutert werden:
Es ist ratsam, ein Pferd mit Haarausfall einer Tierärztin oder einem Tierarzt vorzustellen, da der Haarausfall ein Zeichen für eine ernste Erkrankung, beispielsweise eine Vergiftung oder eine Hormonstörung, sein kann.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Haarausfall an den Beinen bei Pferden vielfältige Ursachen haben kann. Eine genaue Diagnose und entsprechende Behandlung sind wichtig, um dem Pferd schnellstmöglich zu helfen.
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