Die Geschichte des Ahrntaler Platzes in Haar

Der Ahrntaler Platz in Haar ist nicht nur ein geografischer Punkt, sondern auch ein Zeugnis der lebendigen Geschichte und der tiefen Verbundenheit zwischen Haar und dem Ahrntal in Südtirol. Die Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden, die 1983 besiegelt wurde, hat zu einem regen kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Austausch geführt.

Die Geschichte des Ahrntaler Platzes ist eng mit der Städtepartnerschaft zwischen Haar und dem Ahrntal verbunden. Diese Partnerschaft begann in den 1960er Jahren mit einer Liebesgeschichte und entwickelte sich zu einer festen Freundschaft zwischen den Gemeinden.

Die Anfänge der Städtepartnerschaft

Alles begann mit einer Liebesgeschichte: Der Ahrntaler Rudi Künig kam als Waldarbeiter zum Geldverdienen in das Forsthaus der finck’schen Forstverwaltung. Dort traf er auf ein junges Haarer Mädel und ist in der Gemeinde im Osten des Landkreises geblieben. Den verwandtschaftlichen Besuchen schlossen sich über die Jahre größere Gruppen an, bald trafen sich Vereine, man besuchte sich gegenseitig zu Jubiläen und Festen. Die Freundschaft wuchs auch zwischen den politischen Gemeinden.

Zwei unterschiedliche Gemeinden haben im Oktober 1983 ihre Partnerschaft besiegelt: Die 6000-Seelen-Gemeinde Ahrntal in Südtirol, eingerahmt von den Zillertaler Alpen, lebt überwiegend vom Tourismus, von der Land- und Forstwirtschaft und Dienstleistungsberufen. Und Haa, das am Stadtrand von München liegt und mehr urban geprägt ist.

Als Johann Kirchler und Willy Treutlein die Partnerschaftsurkunde unterzeichneten, „war ich eher im Kindergarten unterwegs als in Rathäusern“, sagte Bukowski. Als heutiger Bürgermeister habe er jedoch auch die Aufgabe übernommen, die Partnerschaft als Beitrag zur Erhaltung eines dauerhaften Friedens in der Welt mit Leben zu füllen.

Einweihung des Ahrntaler Platzes

Als Zeichen dieser Verbundenheit wurde der Ahrntaler Platz im Jahr 2009 gestaltet. Der Platz wurde mit dem Blauen Baum und den Figuren Homo Solaris des Ahrntaler Künstlers Friedrich Sebastian Feichter geschmückt.

Neben dem „Ahrntaler Platz“, der 2009 mit dem Blauen Baum und den Figuren Homo Solaris vom Ahrntaler Künstler Friedrich Sebastian Feichter gestaltet wurde, gibt es das „Partnerschaftstor“ im Sportpark Eglfing. 1993 brachten es die Ahrntaler zur Feier des zehnjährigen Jubiläums der Partnerschaft mit nach Haar. Gestaltet hatte es der Leiter der Ahrntaler Schnitzschule, Jakob Oberhollenzer.

Feierlichkeiten zum 40-jährigen Jubiläum der Partnerschaft zwischen Haar und Ahrntal. Bürgermeister Helmut Klammer (Ahrntal) und Andreas Bukowski (Haar) tauschen Geschenke aus.

Kunst und Kultur am Ahrntaler Platz

Der Ahrntaler Platz ist nicht nur ein Ort der Begegnung, sondern auch ein Raum für Kunst und Kultur. Die Kunstplakate des Künstlerkreises Haar, die zeitweise in den Plakatboxen rund um den Platz ausgestellt wurden, zeugen von der lebendigen Kunstszene in der Gemeinde.

Der Künstlerkreis Haar, gegründet vor über 40 Jahren, bereichert das kulturelle Leben in Haar und pflegt die Partnerschaft mit dem Ahrntal. Die Mitglieder des Künstlerkreises vertreten ihre Gemeinde auch in der Partnerkommune Ahrntal in Südtirol. Statt mit einer Jahresausstellung im Rathaus zu feiern ist der Künstlerkreis Haar in den öffentlichen Raum gegangen.

Nun hängen noch bis zum 1. November Kunstplakate in gemeindlichen Plakatboxen aus, welche den 23 ausstellenden Mitglieder kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. An den Stromkästen haben sie nun Werbung für eine Immobilienmesse oder für ein Trachtenfestival als Nachbarn.

Die 23 Plakate sind zwischen Ahrntaler Platz im Norden und der Ferdinand-Kobelt-Straße im Süden zu entdecken. Eine Karte auf der Homepage des Kreises zeigt die Standplätze, auf diese Karte verweist ein QR-Code auf jedem Plakat.

Haar wird zur Stadt: Ein Meilenstein in der Geschichte

Am 28. Januar 2025 erlebte Haar einen bedeutenden Meilenstein: Die offizielle Erhebung zur Stadt! Zwei Jahre nach dem 950-jährigen Bestehen der Gemeinde folgte nun der nächste große Schritt: Haar wurde zur 318. Stadt Bayerns ernannt!

Die offizielle Stadterhebung fand im Rahmen des Neujahrsempfangs statt. Kein Geringerer als der Bayerische Staatsminister des Innern, Joachim Herrmann MdL, überreichte Bürgermeister Dr. Andreas Bukowski die Urkunde.

In seiner Rede würdigte Dr. Andreas Bukowski die Entwicklung Haars und erinnerte an die ersten Bestrebungen zur Stadterhebung vor 20 Jahren, initiiert von Horst Wiedemann und Hans Stießberger, den damaligen Fraktionsvorsitzenden von SPD und CSU. Haar ist mehr als ein Wohnort - es ist eine lebendige, lebenswerte Stadt mit zahlreichen sozialen und kulturellen Einrichtungen, vielfältigen Bildungsmöglichkeiten, einer aktiven Vereinslandschaft und einer starken „Blaulichtfamilie“, die im örtlichen Katastrophenschutzzentrum des Landkreises München angesiedelt ist.

Auch Joachim Herrmann blickte auf die lange Geschichte Haars zurück und erläuterte die Kriterien, die zur Stadterhebung führten. Er beglückwünschte Haar und seine Bürgerinnen und Bürger zu diesem besonderen Tag und betonte, dass Stadterhebungen in Bayern eine Seltenheit seien.

Seit der Gebietsreform von 1972 gab es nur elf Erhebungen - die letzten beiden vor fast 14 Jahren. Den feierlichen Abschluss bildete eine unterhaltsame Talkrunde, moderiert von Matthias Riedel-Rüppel, Intendant des Kleinen Theaters.

Horst Wiedemann: Ein Urgestein der Haarer Politik

Eng verbunden mit der Geschichte Haars ist auch Horst Wiedemann, der sich nach einem halben Jahrhundert vom Stadtrat verabschiedete. Er war der älteste aktive Kommunalpolitiker Bayerns - bis vor wenigen Tagen: Ende September verabschiedete sich Horst Wiedemann in Haar im Alter von sagenhaften 91 Jahren nach einem halben Jahrhundert vom Stadtrat.

Horst Wiedemann ist ein echtes Phänomen, quasi das Haar-Gedächtnis und -Wissen auf zwei Beinen. Schließlich hat er in fünf Jahrzehnten für Haar mit großem Herzblut alle möglichen Themen beackert und auch mal leidenschaftlich gekämpft. 50 aktive Jahre, das sind alleine 1.200 Ausschuss- und Ratssitzungen.

Er war 1967 einer von sieben Gründungsmitgliedern des "Vereins zur Gründung weiterführender Schulen im Osten Münchens". Für Haar war das Ziel ein Gymnasium, das schließlich als Ernst Mach Gymnasium 1972 eröffnete. Außerdem war er ab 1968 im Vorstand der Sudetendeutsche Landsmannschaft, denn wie es der Zufall wollte, traf Wiedemann seinen Kindheitsfreund aus dem Sudetenland in Haar wieder: Rainer Schmidt.

1972 zog Horst Wiedemann dann schließlich für die SPD in den Gemeinderat ein. Von da ab war er - mit insgesamt 3 Jahren Unterbrechung - ständiges Mitglied des Gremiums.

Zu dieser gelungenen Ortsmitte gehörte aber auch, dass das "Inselfilm-Gelände" zurückgekauft wurde. Darum wurde viel gerungen, sogar gestritten - mit erzürntem Verlassen des Sitzungssaals einiger Ratsmitglieder, wie sich Wiedemann erinnert. Wie wichtig dieser Schritt gewesen sei, das könne man aber heute eindrücklich sehen.

Tatsächlich gingen seine engen Bindungen über die eigene Fraktion hinaus: der Kindheitsfreund Rainer Schmidt war Fraktionsvorsitzender der CSU und auch dessen Parteikollege und Baureferent Hans Stießberger war ihm lange bekannt. Genauer gesagt, war der einmal Wiedemanns Schüler, wie er mit seinem typischen spitzbübischen Lächeln preisgibt. Der SPD-Mann selbst war in jenen Jahren Fraktionsvorsitzender und Schulreferent. Diese konstruktive und produktive Zusammenarbeit für Haar freut ihn bis heute.

Zuletzt erfüllte sich sogar noch etwas, bei dem er sich vor 25 Jahren gescheitert sah: Damals hatte Wiedemann mit Stießberger einen Antrag zur Stadterhebung Haars gestellt. Der Antrag war damals gescheitert. Doch in seinem letzten Mandatsjahr hat sich dieser Traum auch noch erfüllt: Haar ist Stadt.

Karte des Ahrntaler Platzes in Haar

Der Ahrntaler Platz heute

Heute ist der Ahrntaler Platz ein lebendiger Teil von Haar, der die Verbundenheit der Gemeinde mit dem Ahrntal widerspiegelt. Er ist ein Ort der Begegnung, der Kunst und der Kultur, der die Geschichte und die Freundschaft zwischen Haar und dem Ahrntal lebendig hält.

Die Gemeinde Haar mit dem Ahrntaler Platz bleibt ein Ort, der seine Geschichte ehrt und gleichzeitig in die Zukunft blickt. Die Stadterhebung und die fortwährende Pflege der Partnerschaft mit dem Ahrntal sind Zeichen für eine lebendige und zukunftsorientierte Gemeinde.

Der Ahrntaler Platz ist eine Wohnstraße (Anliegerstraße) in Haar. Höchstgeschwindigkeit 30 km/h. Fahrbahnbelag aus Asphalt. Straße in der Nacht (nach Zeitplan oder Helligkeit) beleuchtet.

Berggasthöfe und Buschenschänken in Südtirol | Unter unserem Himmel | BR | Doku | Berge

MerkmalBeschreibung
NameAhrntaler Platz
OrtHaar, Bayern
FunktionWohnstraße (Anliegerstraße)
Geschwindigkeit30 km/h
BelagAsphalt
BeleuchtungNachtbeleuchtung (zeitplan- oder helligkeitsabhängig)
PartnerschaftVerbunden mit dem Ahrntal in Südtirol

tags: #Ahrntaler #Platz #Haar #Geschichte

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