Im Sommer strähnig, im Winter trocken und brüchig: Unser Haar ist nicht immer gleich gesund - und braucht deshalb von Zeit zu Zeit eine Extraportion Pflege. Einen Bad Hairday hatten Sie bestimmt auch schon einmal. Doch was tun, wenn die Haare dauerhaft zu trocken oder zu fettig sind? Eine Haarkur muss her. Haarkuren sollen unsere beanspruchte Mähne intensiv pflegen und zu Glanz und Geschmeidigkeit verhelfen.
Jeder wünscht sich gepflegtes und geschmeidiges Haar, doch es ist gar nicht so einfach sich im Beauty-Dschungel, mit den vielen teuren und aufwendigen Haarkuren, zurechtzufinden. Aber warum lange vor den Regalen stehen, wenn man seine eigene individuell abgestimmte Haarkur einfach mit Mineralerde selber machen kann. Bei Mineralerde handelt es sich um ein absolut natürliches Produkt, somit ist diese auch sehr viel schonender, als herkömmliche Haarkuren mit ihren chemischen Inhaltsstoffen.
ÖKO-TEST wollte es genauer wissen und hat Haarmasken und Haarkuren ins Labor geschickt. Die gute Nachricht: Mehr als die Hälfte können wir empfehlen - bei vielen anderen Produkten im Haarkuren-Test gab es aber auch Grund zur Kritik. Um sich keine unerwünschten Problemstoffe ins Haar zu massieren, mischen Sie Ihre Haarkur einfach selber zusammen.
Alles, was Sie brauchen, um eine Haarkur selbst zu machen, finden Sie als Hausmittel in Ihrer Speisekammer! Der Vorteil ist, dass Sie genau wissen, was drinsteckt. Künstliche Konservierungsstoffe und Duftstoffe? Fehlanzeige! Mit etwas Erfahrung lernen Sie, die Haarkur auf die speziellen Bedürfnisse Ihrer Haare anzupassen. Denn manches Haar ist trocken und braucht viel Feuchtigkeit, andere Haare sind stark strapaziert, widerspenstig oder lassen sich nicht gut kämmen.
Bevor Sie eine Haarmaske selber machen, bestimmen Sie am besten Ihren Haartyp. Je nachdem, ob Ihre Haare eher trocken oder fettig sind, dick oder fein, glatt oder lockig, sollte Ihre DIY-Haarkur unterschiedliche Zutaten beinhalten.
Trockene, strapazierte und strohige Haare brauchen besondere Pflege. Haarkuren liefern dem Haar Feuchtigkeit und reparieren kleinere Schäden. Die Kuren versorgen das Haar mit wichtigen Wirkstoffen, verleihen ihm dadurch wieder ein gesundes Aussehen und frischen Glanz.
Wenn Sie für trockenes Haar eine Kur selber machen, achten Sie darauf, dass Sie ein Rezept mit ausreichend rückfettenden Stoffen verwenden. Arganöl, Olivenöl und Nachtkerzenöl eignet sich besonders gut. Auch eine Kur mit Jojoba- oder Kokosöl versorgt die Haare mit Feuchtigkeit.
Vermischen Sie einen Teelöffel Olivenöl (oder eines der anderen Öle) mit einem Teelöffel Honig. Tragen Sie die selbst gemachte Haarkur auf das gewaschene und noch feuchte Haar auf. Nach zwei Minuten Einwirkzeit waschen Sie das Gemisch mit klarem Wasser aus.
Wenn Ihre Haare extrem trocken sind, massieren Sie pures Öl vor jeder dritten Haarwäsche in Haare und Kopfhaut ein. Wickeln Sie ein Handtuch um den Kopf und lassen Sie das Öl 15 Minuten lang einwirken. Waschen Sie im Anschluss wie gewohnt die Haare und spülen Sie auch die letzten Reste des Öls gründlich aus.
Im Gegensatz zu trockenem Haar produziert die Kopfhaut bei fettigen Haaren zu viel Talg. Schnell sehen die Haarsträhnen dann fettig und strähnig aus. Zusätzlich beruhigen Haarspülungen mit Apfelessig, Kamillentee und Brennesselsud. Heilerde entzieht den Haaren überschüssiges Fett, Sie bekommen Sie zum Beispiel in der Apotheke, in der Drogerie oder online. Geben Sie die Haarkur großzügig ins gewaschene, feuchte Haar und lassen Sie die Paste bis zu 20 Minuten einwirken. Eine Spülung mit Apfelessig hilft bei fettigem Haar.
Wenn die Haare schnell fettig und strähnig werden, produzieren die Drüsen der Kopfhaut zu viel Talg. Das kann Veranlagung sein. Aber auch Stress, zu häufiges Haarewaschen oder nicht geeignete Haarpflegeprodukte können die Sekretproduktion ansteigen lassen. Eine Haarmaske für fettige Haare sollte daher entfettend wirken. Eine Möglichkeit ist eine simple Haarmaske aus Wasser und Zitronensaft. Die enthaltene Säure kann helfen, Talg und Schuppen zu entfernen, aber auch die Haut reizen. Grüner Tee reduziert die Talgproduktion ebenfalls, und zwar dank bestimmter sekundärer Pflanzenstoffe, den Polyphenolen. Für eine Haarkur geben Sie einen bis zwei Teebeutel in heißes Wasser und lassen diese fünf Minuten ziehen. Abkühlen lassen und den kalten Tee in die Kopfhaut einmassieren. Er kann dort verbleiben, Sie können ihn aber auch einige Minuten einwirken lassen und dann ausspülen.
Brüchige Haare wurden meist stark strapaziert und neigen zu Spliss. Mit einer Haarkur können Sie die Schutzschicht Ihrer Haare stärken. Tragen Sie die Haarkur auf das gewaschene, feuchte Haar auf. Wickeln Sie die Haare in ein Handtuch und lassen die Kur etwa eine halbe Stunde einwirken.
Eigelb ist ebenfalls ein gutes Hausmittel, um eine Haarkur selber zu machen, wenn Sie trockenes Haar oder sehr strapaziertes haben. Vermischen Sie dazu ein Eigelb, zwei Esslöffel Zitronensaft, einen Esslöffel Olivenöl und ein Schnapsglas Bier. Mixen Sie alle Zutaten in einer Tasse zusammen und tragen Sie den Sud gleichmäßig auf die Haare auf. Nach fünf Minuten spülen Sie die Haare mit lauwarmem Wasser und waschen sie anschließend mit Shampoo gründlich aus.
Die im Eigelb enthaltenen Wachstumsfaktoren sorgen dafür, dass sich die Haarwurzel regeneriert. Das verbessert den natürlichen Schutz des Haares. Außerdem legen sich die Proteine aus dem Eigelb und die Inhaltsstoffe des Öls um die Haare und machen sie geschmeidig.
Lockige Haare brauchen besonders viel Feuchtigkeit. Der Grund: Sie liegen nicht so nah am Kopf an wie glatte Haare - deshalb erreicht der natürliche Fettfilm meist nicht das ganze Haar und die Locken trocknen aus. Daher eignet sich eine mit Oliven- oder Kokosöl selber gemachte Haarkur nicht nur für trockene Haare und Spliss, sondern auch für Locken.
Lockiges Haar verträgt reichhaltige Pflegepackungen mit hohem Ölanteil. Ideal sind Haarmasken mit Mandel-, Kokos- oder Olivenöl im Mix mit Eigelb oder Avocado. Egal, ob natürlich oder nachgeholfen: Lockige Haare neigen zu Trockenheit und machen häufig, was sie wollen. Geschmeidig wird‘s dank natürlichem Öl, während die Avocado zahlreiche Vitamine und Nährstoffe liefert. Störrische Kringel statt Lockenpracht? Mit diesem natürlichen Mix aus Öl, Eiweiß und Nährstoffen können Sie Ihrem lockigen Haar neue Sprungkraft verleihen. Wichtig: Achten Sie auf die Wassertemperatur: Kokosöl lässt sich nur mit warmem Wasser rückstandslos entfernen. Ei hingegen kann bei zu großer Hitze stocken.
Für feines Haar ist eine Kur aus Brennnessel- oder Birkenblättern besonders gut geeignet. Die Brennnessel ist ein beliebtes Hausmittel, zum Beispiel gegen Haarausfall. Die Pflanze wird daher auch “Haarnesselkraut” genannt. Sie enthält Silikate, Proteine und Fette. Brennnesselhaarwasser wird vor allem bei Haarausfall und sehr feinem Haar angewendet. Es fördert die Durchblutung der Kopfhaut, wirkt gegen Schuppen und regt das Haarwachstum an.
Lassen Sie 200 Gramm frische Brennnessel eine halbe Stunde lang in einem Liter Wasser kochen und sieben Sie die Pflanzen anschließend ab. Den abgekühlten Sud massieren Sie nach der Haarwäsche oder abends vor dem Schlafen sanft in die Kopfhaut ein. Das Haarwasser müssen Sie nicht ausspülen. Lassen Sie es über Nacht einwirken. Einen wissenschaftlichen Beleg für die Wirksamkeit der Brennnessel-Haarkur gibt es allerdings nicht.
Statt Brennnessel können Sie die Haarkur mit Birkenblättern herstellen. Die Birke wirkt ähnlich und soll ebenfalls bei Haarausfall, dünnem Haar und Schuppen helfen.
Möchten Sie eine DIY-Haarkur für feines Haar selber machen, setzen Sie am besten auf leichte Mischungen mit Aloe vera oder Milch. Sowohl Joghurt als auch Aloe vera spenden feinem Haar Feuchtigkeit, ohne es zu beschweren - so hängt es nach der DIY-Haarkur nicht platt herunter, sondern fühlt sich gepflegt und griffig an.
Glanzloses Haar behandeln Sie ebenfalls mit Kuren, die hochwertige Öle, Proteine und Fette enthalten. Zum Beispiel lässt sich mit einer Avocado eine Haarmaske für glanzloses Haar selber machen. Ähnlich wie beim Olivenöl wirken die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren der Avocado. Die Fette legen sich schützend um trockene Haare und verleihen ihnen neuen Glanz. Außerdem enthält die Avocado natürlicherweise viel Biotin.
Biotin ist ein wasserlösliches B-Vitamin. Es ist an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt. Steht dem Körper zu wenig Biotin zur Verfügung, kommt es unter anderem zu Hautveränderungen, glanzlosen, strapazierten Haaren und sogar Haarausfall.
Halbieren Sie für eine selbst gemachte Haarkur für glanzloses Haar die Avocado und entnehmen das Fruchtfleisch mit einem Löffel. Zerdrücken Sie das Fleisch in einer Schüssel und rühren Sie einen Teelöffel Olivenöl ein. Massieren Sie die Kur in das gesamte Haar ein - auch in die Längen und Spitzen. Wickeln Sie die Haare anschließend in ein trockenes Handtuch. Spülen Sie die Avocado-Haarkur nach einer halben Stunde mit klarem Wasser und ihrem normalen Shampoo aus.
Möchten Sie diese Haarmaske zum Selbermachen für kaputtes Haar abwandeln, fügen Sie einen Esslöffel Sheabutter hinzu. Diese spendet dem geschädigten Haar Feuchtigkeit und mindert gespaltene Haarspitzen, den sogenannten Spliss.
Die Basilikum-Haarkur ist grade voll im Trend. Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass ein Extrakt aus der Wurzel des Basilikums (Ocimum basilicum) das Enzym 5α-Reduktase hemmt. Dabei handelt es sich um ein Enzym, das Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt. Die Haarwurzeln reagieren bei genetisch bedingtem Haarausfall (androgenetischer Alopezie) besonders empfindlich auf DHT. Deshalb fallen die Haare aus.
Forscher fanden heraus, dass der Wurzelextrakt die Zellen in der Haarwurzel stimuliert und somit das Haarwachstum anregt. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Basilikumwurzel das Haar verdichtet. Die Studie zeigt allerdings die Wirkung des Wurzelextrakts. Dieser wird in aufwändigen biotechnologischen Verfahren aus den Basilikumblättern gewonnen. Die Wirkung einer einfachen Haarkur ist weniger wirksam. Trotzdem können Sie eine Basilikum-Haarkur selber machen und damit vor allem dünner werdendes Haar pflegen.
Um für Ihr Haar diese Kur selber zu machen, vermischen Sie einen Teelöffel Basilikumöl mit einem Teelöffel Honig. Tragen Sie die selbst gemachte Haarkur auf das gewaschene und noch feuchte Haar auf. Nach zwei Minuten Einwirkzeit waschen Sie das Gemisch mehrfach mit klarem Wasser aus.
Sie leiden an trockener Kopfhaut, Schuppen und Juckreiz? Eine selbst gemachte Aloe-vera-Haarkur verschafft Linderung. Der Saft der Blätter ist seit mehr als 1000 Jahren für seine heilende Wirkung bekannt. Aloe-vera-Blätter enthalten Zink, Magnesium, verschiedene Vitamine und Proteine. Die Inhaltsstoffe spenden der Kopfhaut Feuchtigkeit und halten die Hautoberfläche geschmeidig. Aloe vera lindert zudem den Juckreiz auf der Kopfhaut und reduziert Hautreizungen.
Allerdings sollten Sie nicht einfach das frische Gel aus der Aloe-vera-Pflanze auf die Haut auftragen. Die Blätter enthalten den giftigen Stoff Aloin. Bei der äußerlichen Anwendung der Heilpflanze sind körperliche Reaktionen auf den Giftstoff zwar unwahrscheinlich, trotzdem sollten Sie zunächst das Aloin aus den Blättern entfernen.
Schneiden Sie dazu ein Aloe-vera-Blatt ab und stellen Sie es zunächst für mindestens 90 Minuten mit der Schnittstelle nach unten in ein Glas mit Wasser. Das Aloin läuft als gelbliche Flüssigkeit nach und nach aus dem Blatt heraus. Schneiden Sie dann die unteren Zentimeter, die im Wasser standen, großzügig ab. Das Aloe-vera-Gel könnte an dieser Stelle Aloin aufgenommen haben. Den Rest des Blattes schälen Sie mit einem scharfen Messer gründlich - übrig bleibt das reine Aloe-vera-Gel.
Alternativ filetieren Sie das Aloe-vera-Blatt mit einem scharfen Messer. Achten Sie darauf, dass Sie die Latex-Ummantelung des Gels nicht anschneiden. Wird diese Schicht perforiert, dringt Aloin in das Gel ein.
Mit diesem Gel lässt sich nun eine Aloe-vera-Haarkur selber machen, die juckende Kopfhaut lindert: Pürieren Sie das Gel eines Blattes mit einem bis zwei Esslöffeln Olivenöl in einem geeigneten Gefäß. Die Menge des Öls hängt von Ihrer Haarstruktur ab: Sehr trockene Haare profitieren von einer größeren Menge Öl in der Haarkur. Sieben Sie die Masse bei Bedarf. Tragen Sie die Haarkur dann zunächst auf die trockene und gereizte Kopfhaut auf. Streichen Sie die Masse vorsichtig Strähne für Strähne in das gesamte Haar. Wickeln Sie ein Handtuch um die Haare und lassen Sie die Kur mehrere Minuten lang einwirken. Spülen Sie die Haare im Anschluss gründlich mit Wasser aus und waschen Sie das Haar mit Shampoo wie gewohnt.
Sie können auch eine Aloe-vera- und Kokosöl-Haarkur selber machen. Das Kokosöl macht das Haar weicher, lässt es glänzen und weniger kraus erscheinen.
Eine kleine Studie aus dem Jahr 2001 mit 30 Probanden zeigte, dass Honig bei einer trockenen und gereizten Kopfhaut sowie gegen Schuppen hilft. Eine Haarkur mit Honig können Sie leicht selber machen: Vermischen Sie einen halben Liter Wasser mit fünf Esslöffeln Honig. Waschen Sie sich die Haare wie gewohnt und verteilen Sie die Mischung anschließend im feuchten Haar. Drücken Sie die Haare kräftig aus und wickeln Sie ein Handtuch herum. Alternativ eignet sich auch eine Duschhaube über den Haaren. Lassen Sie die Honigkur eine halbe Stunde lang einwirken und spülen Sie die Haare im Anschluss gründlich mit klarem Wasser aus.
Die Honig-Haarkur ist nicht nur bei trockener Kopfhaut geeignet, der Honig soll auch das Haarwachstum positiv stimulieren. Deshalb ist die Haarkur auch bei dünnem Haar empfehlenswert.
Hier sind einige Tipps, die Sie bei der Anwendung beachten sollten:
| Haartyp | Empfohlene Zutaten | Wirkung |
|---|---|---|
| Trockenes Haar | Olivenöl, Avocado, Honig | Spendet Feuchtigkeit und macht das Haar geschmeidig |
| Fettiges Haar | Zitronensaft, Grüner Tee, Apfelessig | Reduziert die Talgproduktion und reinigt die Kopfhaut |
| Strapaziertes Haar | Eigelb, Olivenöl, Bier | Stärkt die Haarstruktur und repariert Schäden |
| Lockiges Haar | Kokosöl, Mandelöl, Avocado | Spendet Feuchtigkeit und definiert die Locken |
| Feines Haar | Brennnesseltee, Joghurt, Aloe Vera | Stärkt das Haar, ohne es zu beschweren |
| Glanzloses Haar | Avocado, Olivenöl, Biotin | Verleiht dem Haar neuen Glanz |
| Juckende Kopfhaut | Aloe Vera, Olivenöl | Beruhigt die Kopfhaut und lindert Juckreiz |
| Schuppen und trockene Kopfhaut | Honig, Wasser | Spendet Feuchtigkeit und wirkt antibakteriell |
Mit diesen Rezepten und Tipps können Sie Ihre eigene, individuelle Haarmaske ganz einfach zu Hause selber machen und Ihrem Haar die Pflege geben, die es verdient.
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