Adolf Hitler in der Werbung: Kontroversen um ein Shampoo

Die Verwendung von Adolf Hitler als Werbefigur hat in der Vergangenheit immer wieder für Aufsehen und Empörung gesorgt. Ein besonders kontroverses Beispiel ist ein Werbespot für ein Haarshampoo in der Türkei, der heftige Reaktionen auslöste.

Der Hitler-Shampoo-Spot in der Türkei

In dem Werbespot, der am Bosporus für Kopfschütteln, Kritik und Debatten sorgte, wurde eine wenige Sekunden lange historische Aufnahme des Diktators mit einer heiseren türkischen Synchron-Stimme unterlegt, um ein Haarwaschmittel anzupreisen. "Für hundertprozentige Männer gibt es jetzt Biomen", schrie Hitler bei einer Rede auf Türkisch.

Der Spot löste Proteste der jüdischen Gemeinde der Türkei und heftige Kritik in den Medien aus. Die jüdische Gemeinde der Türkei erklärte, es sei nicht hinnehmbar, dass Hitler, der mit seiner faschistischen Ideologie für den Tod von Millionen Menschen verantwortlich sei, als Akteur in einem Werbespot auftrete.

türkische Adolf Hitler Shampoo Werbung für Biomen

Die zuständige Werbeagentur teilte mit, die Ausstrahlung des Spots sei gestoppt worden. Agenturchef Husuli Derici beteuerte, man habe keine Hitler-Propaganda machen wollen.

Reaktionen und Kritik

Auch die jüdische Organisation ADL in den USA verurteilte die Verwendung von Hitler in der Werbung als einen „widerlichen und bedauernswerten Marketing-Trick“ und eine Beleidigung der Holocaust-Opfer. ADL-Chef Abraham Foxman schrieb in einem Brief an den türkischen Botschafter in Washington, es sei „besonders Besorgnis erregend“, dass der Spot für ein Publikum in der Türkei produziert worden sei - wo die Türkei so stolz darauf sei, den Juden eine sichere Heimat zu bieten.

Ein Kritiker im Internet schrieb, er schütte sich lieber Säure ins Haar als Biomen. Ein anderer warf der Shampoo-Firma vor, sie sei nur deswegen auf Distanz zu dem Spot gegangen, um ihr US-Geschäft nicht zu gefährden.

Hitler als Werbefigur: Weitere Beispiele

Der Fall des Hitler-Shampoos ist nicht der einzige Vorfall, bei dem Adolf Hitler für Werbezwecke missbraucht wurde. Hier sind einige weitere Beispiele:

  • Wein mit Hitler-Etiketten in Norditalien: In den vergangenen Jahren sorgten immer wieder Weinflaschen mit Hitler-Etiketten für Aufregung.
  • Hitler-Puppe in der Ukraine: In Kiew wurde 2008 eine Hitler-Puppe angeboten, bei der sich die Kleidung wechseln ließ.
  • „Soldatenkaffee“ in Indonesien: In Bandung wurde 2013 das „Soldatenkaffee“ geschlossen, nachdem es heftige Proteste gegen Nazi-Dekor an den Wänden und Kellner in SS-Uniform gegeben hatte.

Ethische Aspekte

Die Verwendung von Adolf Hitler in der Werbung wirft eine Reihe ethischer Fragen auf:

  • Verharmlosung des Nationalsozialismus: Die Verwendung von Hitler als Werbefigur kann dazu beitragen, den Nationalsozialismus und seine Verbrechen zu verharmlosen.
  • Beleidigung der Opfer: Die Verwendung von Hitler in der Werbung ist eine Beleidigung der Opfer des Nationalsozialismus und ihrer Angehörigen.
  • Ausnutzung von Tabubrüchen: Die Verwendung von Hitler in der Werbung ist oft ein Versuch, durch Tabubrüche Aufmerksamkeit zu erregen.

Es bleibt die Frage, ob der Hitler-Spot der angepriesenen Shampoo-Marke tatsächlich zum Erfolg verhelfen wird. Agenturchef Dereci freute sich zunächst über die Aufmerksamkeit, den der Wirbel um das Werbefilmchen dem Produkt verschafft hat. Doch am Dienstag trat er angesichts der wachsenden Welle der Kritik auf die Notbremse.

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