Maria Weissmüller Perücke Kaufen: Die Geschichte hinter dem berühmten Vorfall

Die Geschichte von Maria Weissmüller und ihrer Perücke ist eng mit dem Namen Cheetah und der Sendung "Das aktuelle Sportstudio" verbunden. Doch was steckt wirklich hinter diesem kuriosen Vorfall?

Johnny Weissmüller als Tarzan

Der Vorfall im Sportstudio

Die Szene aus der ZDF-Sendung „das aktuelle Sportstudio“ von 1971, in dem Dieter Kürten Gastgeber war, ist regelmäßig in TV-Rückblicken als Kuriosum zu sehen. In einem Gespräch mit Dieter Kürten wird früher oder später ein Schimpanse ein Thema. Kürten hat schon zigfach erzählen müssen, wie das damals war, als ein Affe vor laufenden Kameras der Frau von „Tarzan“-Darsteller Johnny Weissmüller die Perücke vom Kopf mopste. „Sie saß da wie eine Prinzessin mit Pelzmantel und hochtoupiertem Haar. Ich höre mich selbst ständig sagen „Ach gnädige Frau, ach gnädige Frau, das macht doch nichts“.“ Er lacht.

Das aktuelle Sportstudio

Währenddessen hob Kürten die Haare vom Boden und gab sie der Besitzerin, die sie schnell wieder aufsetzte. Der ehemalige Schwimmer nutzte den Moment für eine kleine Showeinlage, zog sich am eigenen Haar und rief: "Mine's alright" - meine sind in Ordnung. Seine Gemahlin, mittlerweile wieder korrekt frisiert, kriegte sich derweil noch immer nicht ein. Weissmüller warf in die Runde, seine Frau werde dafür sogar einen Oscar bekommen. Diese Auszeichnung blieb dem "Tarzan"-Darsteller Zeit seines Lebens verwehrt. Und auch Maria Baumann hat sie für die Nummer mit der Perücke selbstverständlich nicht bekommen.

Cheetah: Mehr als nur ein Tarzan-Affe

Cheeta zum Beispiel. Der Affe, der in den dreißiger und vierziger Jahren in "Tarzan" mitwirkte und entgegen vieler Annahmen nicht weiblich ist, fühlt sich so munter, dass er zur Zeit sogar eine Platte aufnimmt. Im Herbst soll das Cover des Countryhits "Convoy" von C.W. McCall erhältlich sein. Ein Musikvideo gibt es auch, Cheeta trägt darin Strohhut und Sonnenbrille und schaut an einem Strand einer üppigen Bikinifrau nach.

Auch sonst pflegt Cheeta das Klischee des alternden Hollywoodstars: Er lebt im Rentnerparadies Palm Springs, dem dereinst Fred Astaire Glanz verlieh, in einem Altersheim für Primaten, die Hollywood abserviert hat. Dan Westfall, 63, früher Comedian im örtlichen Varieté, kümmert sich um Cheetas Wohlergehen und die späte musikalische Karriere.

Beschäftigung sucht Cheeta seit mehr als 40 Jahren, solange ist es her, dass der Schimpanse das letzte Mal vor der Kamera stand. 1967, an der Seite von Rex Harrison. Im Filmmusical "Doktor Doolittle" spielt er den Affen CheeChee, der neben Schwein GubGub, Ente DabDab und Eule TooToo mit dem Doc parliert, der über Kenntnisse in 498 Tiersprachen verfügt. Es war nicht seine stärkste Rolle. Die lag schon Jahre zurück. Einst kämpfte Cheeta an der Seite von Johnny Weissmüller und Lex Barker in "Tarzan" mit breitem Grinsen für die friedliche Koexistenz von Mensch und Tier. Zwölf Mal tat er das, insgesamt in 50 Filmen spielte er, seit 1967 ist er in Rente.

Das hat damit zu tun, dass Hollywood den damals 35 Jahre alten Affen aufs Altenteil schickte - mit gewisser Berechtigung. "In der Filmindustrie ist für Schimpansen in der Regel mit zehn Jahren Schluss", sagt Westfall. Danach würden sie oft bockig. Cheeta dagegen sei im Alter ein "richtig lieber Kerl". Nur sei das damals nicht absehbar gewesen. Schimpansen werden bis zu 40 Jahren alt, in Gefangenschaft bis zu 60. Das Guinness-Buch der Rekorde führt Cheeta mit 76 Jahren als weltältesten Primaten. Johnny Weissmüller starb 1984, Mauren O’Sullivan, die Darstellerin der Jane, vor zehn Jahren.

Der Schimpanse, der ursprünglich Jiggs hieß, soll als Affenbaby von einem Tiertrainer in Liberia gefangen und am 9.April 1932 in die USA gebracht worden sein. Der Tag gilt als Geburtstag Cheetas, den er für gewöhnlich mit Süßstofftorte und Cola Light feiert, seit bei ihm Altersdiabetes diagnostiziert wurde. Lange erlag er den Risiken des Ruhms, rauchte Kette, trank Bier.

Cheetah

Früher hangelte sich Cheeta an der Seite Johnny Weissmüllers von Liane zu Liane, heute lässt es der Schimpanse ruhiger angehen. In Kalifornien lebt er in einem Heim für betagte Filmaffen.

Ausreichend Obst, Gemüse, nährstoffreiches Trockenfutter und viel Zuwendung sei das Geheimnis des hohen Alters Cheetas. "Ich trinke und rauche nicht, also hat er kein Vorbild zum Imitieren mehr", sagt Westfall. Das wilde Starleben ist vorbei, auch seine Krankheit hat Cheeta akzeptiert. Wenn sein Besitzer zweimal am Tag mit Insulinspritzen anrückt, reckt Cheeta bereitwillig die Arme in die Luft.

Im Alter hat er das Malen für sich entdeckt. Seine grobpinseligen Striche gehen als apestract art gegen eine Spende von 135 Dollar in alle Welt. "Malen passt zum natürlichen Instinkt der Schimpansen, Werkzeuge zu nutzen", sagt Westfall. Man müsse sich nichts vormachen, es sei nie ideal, ein wildes Tier gefangen zu halten. Lange habe man das in Hollywood ignoriert. Viele Affen landeten nach der Filmkarriere im Labor, der Rest sei so an Menschen gewöhnt und gedrillt, ihr Verhalten zu imitieren, dass sie sich nicht einmal mehr für den Zoo eigneten. "Tiere sollte man nicht mehr für Filme dressieren", sagt Westfall. In Zeiten digitaler Technik könne man ihnen die Qual ersparen.

Die Affenforscherin Jane Goodall sieht Cheeta als "Botschafter aller Affen". Auf YouTube gibt es ein Video, in dem sie ihn auf Schimpansisch zum 74. Geburtstag grüßt. Goodall ruft: "Huo-huu-huu-huuuuu."

Ein reiches Leben in Hollywood schreit nach Memoiren und so sollen diese also im Herbst erscheinen. "Me Cheeta" heißen die fiktiven Erinnerungen, die ein britischer Ghostwriter auf 320 Seiten für Harper Collins verfasst hat. Esquire druckte Passagen vorab. Darin beschreibt Cheeta, wie er sich fit hält, wie es in Hollywood war und welch diebische Freude es ihm gemacht hat, der nackten Maureen O’Sullivan in "Tarzans Vergeltung" von 1934 in der Badeszene ihre Kleider zu stehlen.

Allererstes Personal wird aufgeboten, auch weil Cheeta zeit seines Lebens Anfeindungen ausgesetzt war. Manche behaupten, dass er gar nicht in den Tarzan-Filmen mitgespielt habe. "Unsinn!", sagt Pearson. Im Namen des Affen sei viel Schindluder getrieben worden. Unverschämt sei es beispielsweise gewesen, dass ein anderer Schimpanse auf die Beerdigung von Johnny Weissmüller spazieren durfte. Auch der Affe, der im Aktuellen Sportstudio 1971 erst Johnny Weissmüller anpinkelte und dann seiner Frau die Perücke vom Kopf riss, war nur ein Cheeta-Double.

Eine Sache aber, die der Ghostwriter herausgefunden hat, ist Dan Westfall nicht angenehm. "Cheeta ist womöglich jünger als angenommen", muss der Tierpfleger eingestehen. Es gebe berechtigte Zweifel am Geburtsjahr 1932. Es könne sein, dass er erst zwei Jahre nach "Tarzan, der Affenmensch" eingestiegen sei. Ohne Zweifel bleibe Cheeta aber mit Abstand der älteste Affe der Welt. Es fehlt noch der Stern auf dem Walk of Fame. Seit 20 Jahren kämpfen Fans dafür, sieben Mal ist ihre Petition von der zuständigen Chamber of Commerce abgelehnt worden, ohne Begründung. Matt Devlen bringt das auf die Palme. Der Schauspieler hat in diesem Jahr 11000 Unterschriften für Cheeta gesammelt, nun kam die Absage. Besonders demütigend sei, dass Lassie oder Kermit einen Stern haben, Cheeta als Großvater aller Filmtiere aber nicht. Er will eine neue Petition einreichen. In diesem Jahr ging der Stern an Tinkerbell aus Peter Pan.

Cheetahs Tod und sein Vermächtnis

Cheetah - der Schimpanse, der in den 1930er Jahren durch die Tarzan-Filme berühmt geworden war - ist tot. Der Affe sei im Alter von 80 Jahren gestorben, teilte das Tierheim Suncoast Primate Sanctuary in Palm Harbor im US-Staat Florida auf seinen Internetseiten mit.

Das Tier starb demnach am 24. Dezember an Nierenversagen. Cheetah sei offen gewesen, habe es geliebt, mit Fingerfarben zu malen und Menschen lachen zu sehen, sagte die Direktorin des Heims, Debbie Cobb, am Mittwoch der Zeitung “Tampa Tribune“.

Tatsächlich wurde Cheetah damals allerdings nicht von einem einzigen Tier gespielt: Gleich mehrere Schimpansen wurden je nach ihren Fähigkeiten bei den Dreharbeiten eingesetzt.

Später stellte sich allerdings heraus, dass es sich bei dem Affen nicht um Cheetah handelte, sondern um ein gewöhnliches Zootier.

Ob es sich bei ihm tatsächlich um den Affen aus den Filmen der 1930er Jahre handelt - wie es das Tierheim sagt - wird allerdings durchaus kritisch gesehen.

Diese Angaben passen auch zum normalen Alter von Schimpansen: Normalerweise werden die Menschenaffen nicht älter als vierzig bis fünfzig Jahre.

Über den nun gestorbenen Cheetah, ob Ex-Filmstar oder nicht, kann das Tierheim nur Gutes - oder zumindest amüsantes - berichten. Und wenn der Schimpansen-Greis jemanden nicht mochte, bewarf er ihn kurzerhand mit seiner Hinterlassenschaft.

Cheetah

Dieter Kürten: Grandseigneur des Sportfernsehens

Kürten ist für das Sportfernsehen das, wofür das Wort „Grandseigneur“ einst seinen Weg in die deutsche Sprache fand. Ein Fragensteller mit geschliffenen Umgangsformen, stets gut gekleidet, der viel aus seinen Gästen herausbekam, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Vor allem hatte er eins: Fingerspitzengefühl.

Kürten hatte einmal den deutschen Fußballer Reinhard „Stan“ Libuda (1943 - 1996) zu Gast im Sportstudio. Libuda galt zu seiner Zeit alles andere als gesprächig. Um den Gast aber nicht schlecht aussehen zu lassen, platzierte er Libuda inmitten einer Skatrunde. „Da brauchte er in der Runde nur ab und an den Kopf zu heben und Ja oder Nein zu sagen“, erinnerte sich Kürten einmal im Gespräch mit der NWZ . Da hat sich keiner blamiert.

1963 bekam der gelernte Speditionskaufmann aus Duisburg, der sich dann doch für den Journalismus und einen Job beim Düsseldorfer „Mittag“ entschieden hatte, den Tipp, zum entstehenden ZDF zu gehen. „Da war noch ein Löchlein frei zum Reinschlüpfen - im Sport.“ Im März stieß Kürten zu der jungen Truppe, am 1. April begann der Sendebetrieb, im August begann „das aktuelle Sportstudio“, heute ein Klassiker.

Zum Nordwesten Deutschlands unterhält Kürten übrigens eine ganz besondere Beziehung. So verbrachte er die letzten Kriegsmonate im Jahr 1945 in Varel. Dort lebte seine Familie für kurze Zeit nach einer kleinen Odyssee von Duisburg aus.

Fehlt also noch eine Frage außer der nach dem Schimpansen? Na klar. Würde er noch mal das Sportstudio moderieren? Er sagt nicht Nein. „Wenn mal einer ausfiele und sie würden fragen, würde ich mich vielleicht noch mal breitschlagen lassen“, sagt er.

Die Wahrheit über den Affen im Sportstudio

In Deutschland hatte Cheetah im Jahr 1971 im Aktuellen Sportstudio einen Auftritt. Johnny Weissmüller war damals zusammen mit seiner Frau Maria zu Gast bei Dieter Kürten. Plötzlich riss der Schimpanse Maria Weissmüller die Perücke vom Kopf.

Auch der Affe, der im Aktuellen Sportstudio 1971 erst Johnny Weissmüller anpinkelte und dann seiner Frau die Perücke vom Kopf riss, war nur ein Cheeta-Double.

Es ist wichtig zu beachten, dass es sich bei dem Affen, der Maria Weissmüller die Perücke vom Kopf riss, nicht um den echten Cheetah handelte. Es war ein anderes Zootier, das für diesen Auftritt eingesetzt wurde. Dennoch bleibt die Anekdote ein unvergesslicher Moment in der Geschichte des deutschen Fernsehens.

Eine haarige Angelegenheit - Ein Bericht von Dorit Muzicant

tags: #maria #weissmuller #perucke #kaufen

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