Die Haarfarbe Adolf Hitlers und die nationalsozialistische Rassenideologie

Die Frage nach der Haarfarbe Adolf Hitlers ist eng mit der nationalsozialistischen Rassenideologie verbunden, die eine zentrale Rolle im Dritten Reich spielte. Laut dieser Ideologie war die "arische Rasse" dazu bestimmt, über alle anderen Menschen zu herrschen.

Auch deshalb befahl Adolf Hitler die Ermordung aller Juden. Doch Heinrich Himmler, der Reichsführer der so genannten Schutzstaffel (SS) und Vertrauter von Hitler, brachte noch einen weiteren Gedanken ins Spiel: Die Arier müssten nicht nur vor dem schlechten Einfluss geschützt werden, den Juden, kranke und behinderte Menschen angeblich hatten.

So erfanden die Nazis einen Verein namens "Lebensborn". Mit seiner Hilfe wollte Himmler die Geburtenrate arischer Frauen erhöhen. Zwar waren die Familien von SS-Angehörigen in der Regel sowieso kinderreich, aber viele unverheiratete Frauen trieben ihre Babys ab.

"Heilig soll uns sein jede Mutter guten Blutes" - unter diesem Leitspruch gründete Heinrich Himmler am 12. Dezember 1935 den Verein Lebensborn. Zwischen 1936 und 1945 ließ er mehr als 20 Heime errichten. In diesen sollten Mütter, die ein uneheliches Kind erwarteten, während der Schwangerschaft betreut und unterstützt werden.

Aufgenommen wurden jedoch nur Frauen, die "rassisch und erbbiologisch wertvoll" waren, wie es in der Satzung des Vereins hieß. Jedes Lebensbornheim hatte ein eigenes Standesamt und eine polizeiliche Meldestelle - so war vollkommene Anonymität gewährleistet. Wer wollte, konnte das Heim nach der Geburt verlassen, ohne dass irgendjemand von der Schwangerschaft erfuhr. Die Kinder kamen dann in Obhut des Lebensborn.

Das erste Lebensbornheim wurde am 15. August 1936 in Steinhöring bei München eröffnet. Weitere Häuser folgten unter anderem in Wernigerode im Harz (1937) und Hohehorst bei Bremen (1937). Auch in den von den Nazis besetzten Gebieten gab es die Mutter-Kind-Häuser, etwa in Norwegen, Frankreich und Belgien.

Denn es kam öfter vor, dass Wehrmachtssoldaten mit den Frauen vor Ort eine Affäre begannen. Viele Menschen hielten die Lebensbornheime daher auch für Zuchthäuser. Es gab Gerüchte, Männer der SS träfen sich in den Heimen mit ausgewählten Frauen, um anonymen Geschlechtsverkehr zu haben. Von wilden Orgien war die Rede, in denen die SS-Männer möglichst viele arische Frauen schwängern sollten.

Etwa 8000 bis 9000 Kinder kamen zwischen 1936 und 1945 in deutschen Lebensbornheimen zur Welt. Einige Jahre nach Gründung des Lebensborns musste Himmler feststellen, dass sein Projekt nicht den gewünschten Erfolg brachte. In den Heimen kamen weitaus weniger Kinder zur Welt, als er sich erhofft hatte.

Eine neue Strategie musste her: Wenn die Arier in Deutschland nicht genug eigene Kinder bekamen, sollten andere die Lücke füllen. Von 1942 an setzten Himmlers Gefolgsleute seinen Plan in die Tat um. Vor allem im Osten, etwa Polen oder Tschechien, suchten sie nach Kindern, die arisch aussahen.

In den Lebensbornheimen wurden die Kinder dann "rassenhygienisch untersucht". Wen die Nazis für arisch erklärten, der musste im Heim bleiben oder kam in eine Pflegefamilie. Die Namen der Kinder wurden eingedeutscht, ihre wahre Identität verschwand hinter gefälschten Lebensläufen.

Bekannt ist vor allem das Schicksal der sogenannten Lidice-Kinder. Am 9. Juni 1942 fielen deutsche Polizeikräfte unter dem Kommando von SS-Offizieren mit Unterstützung der tschechischen Protektoratsgendarmerie in das Dorf Lidice in Tschechien ein.

Einen Tag nach ihrem Einmarsch erschossen die Nazis alle Männer von über 15 Jahren, die Frauen von Lidice wurden von ihren Kindern getrennt und in das KZ Ravensbrück deportiert. Schwangere wurden nach Prag gebracht und kamen nach der Entbindung auch nach Ravensbrück. Fast 100 Kinder entführten die Deutschen aus Lidice, um diese unter "rassenhygienischen" Gesichtspunkten auszuwählen.

Etwa ein Dutzend der Kinder wurden von deutschen Rassenhygienikern für arisch erklärt und man brachte sie in deutsche Lebensbornheime. Dort wurden sie, wie die anderen deportierten Kinder, "eingedeutscht".

Als der Krieg 1945 vorbei war, mussten sich einige Mitglieder des Lebensbornvereins für ihre Taten vor Gericht verantworten. Der Gründer Heinrich Himmler entzog sich allerdings seiner Verantwortung, indem er am 23. Max Sollmann, Geschäftsführer des Lebensborn, wurde jedoch angeklagt - ebenso wie der ärztliche Leiter der Heime, Gregor Ebner. Neben ihnen saßen zwölf weitere SS-Mitglieder mit auf der Anklagebank.

Am 1. Juli 1947 begannen die Verhandlungen gegen Himmlers Gefolgsleute. Sie fanden innerhalb des Prozesses um das Rassen- und Siedlungshauptamt der SS statt. Er war einer der zwölf Nürnberger Prozesse und wurde vor dem Militärgerichtshof I der USA in Nürnberg verhandelt.

Im Laufe der Verhandlungen versuchten die Angeklagten glaubhaft zu machen, der Lebensborn sei eine Art Wohltätigkeitsorganisation gewesen. Und sie hatten Erfolg: In ihrem Urteil vom 10. März 1948 erklärten die Richter Lebensborn zu einer karitativen Einrichtung. Die Angeklagten wurden nicht wegen ihrer Tätigkeit im Lebensborn, sondern wegen ihrer SS-Zugehörigkeit für schuldig befunden.

Im Zuge der Entnazifizierungsverfahren von 1950 an mussten sich jedoch einige Lebensbornaktivisten erneut vor Gericht verantworten, darunter Sollmann und Ebner. Die Richter der Münchener Hauptspruchkammer zweifelten an der Unschuld der Beschuldigten.

Die Beweislage war allerdings dünn, da zum Beispiel Zeugen, die in Nürnberg noch gegen Sollmann und Ebner ausgesagt hatten, nun schwiegen oder anderes behaupteten. Von den Nazis waren die Lebensborn-Kindern verehrt worden, doch nach Ende des Nationalsozialismus in Deutschland wollte zunächst niemand etwas von ihnen wissen. Viele Lebensbornkinder hatten mit Vorurteilen zu kämpfen, Mitschüler und Nachbarn beleidigten oder mieden sie.

Viele ehemalige Heimkinder litten und leiden ihr Leben lang unter den Folgen. Sie waren ohne ihre Eltern aufgewachsen, viele wurden von Menschen belogen, denen sie vertrauten. Viele konnten nie in Erfahrung bringen, wo sie geboren wurden oder wer ihre Eltern waren.

Die Idee der Rasse war älter als die NS-Ideologie - was ist die arische Rasse?Am Ende der Kette standen die Juden, die Juden als Rasse, denen man alle möglichen negativen Eigenschaften und Kennzeichnen zuschrieb. Die Idee der Rasse stammte allerdings gar nicht von den Nationalsozialisten, sondern wurde schon im 19. Jahrhundert genau ausformuliert.

Blick zurückDer Rassismus hatte sich schon Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt. Anhänger der so genannten "Rassenbiologie" behaupteten, sie könnten die Erbanlagen von Menschen und von ganzen Völkern bestimmen. Und diese Erbanlagen hätten auch eine Folge für das Handeln der Völker. Man untersuchte nicht nur rein körperliche Merkmale wie Größe, Hautfarbe, Augenfarbe, Haarfarbe, Form des Kopfes, sondern auch das Verhalten der Menschen und ihre Geschichte. Beides versuchte man dann in einen Zusammenhang zu setzen.

Was ist die nationalsozialistische Rassenlehre? Der Kern der so genannten "Rassenlehre" - die übrigens auch als eigenes Fach an Schulen unterrichtet wurde - war, dass man Menschen in verschiedene Rassen einteilte. Diese besaßen angeblich bestimmte Merkmale. Das Erbgut sollte entscheidend sein für den Wert, das heißt für die Fähigkeit eines Volkes, zu überleben und das schloss den Kampf gegen andere Völker mit ein. Im Mittelpunkt stand hier natürlich das "deutsche Volk". Es ging also nicht um Unterschiede innerhalb der Wirtschaft, der Kultur oder der Politik eines Volkes, sondern um seine "rassischen" Eigenschaften, die man auch irgendwie wissenschaftlich nachzuweisen versuchte.

Hiermit war verbunden, manche "Rassen" für wertvoller als andere zu halten. So war für die Nationalsozialisten die so genannte "Nordische Rasse", der sie sich selbst zuordneten, die wertvollste. Dazu zählte natürlich auch die "deutsche Rasse". So ein Germane war edel und schön, gut gebaut, hellhäutig und hatte helle Haare. Sie sollten als "Herrenmenschen" über alle anderen herrschen.

Schaut man sich so manchen Vertreter der Nationalsozialisten oder gar Hitler selbst an, so entsteht der Eindruck, nur wenige Nazis entsprachen diesem von ihnen selbst aufgestellten Ideal wirklich.

Adolf Hitler

Dr. Nein, das sind Klischeevorstellungen, die durch Propagandaplakate der NSDAP gefördert wurde, wo meist Blonde gezeigt wurde. Hitler wollte alle Deutschen in sein System einbauen, ohne Rücksicht auf Haarfarben. Sieh dir mal die NSDAP-Politiker an. Da waren wenig blonde bei. Es gab in der Zeit "Kinderbücher" da wurden auch Schwarzhaarige mit braunen Augen dargestellt, als normaler Teil der Volksdeutschen. Es gab das Motto "Hauptsache echt deutsch".

Gegen die Juden war Hitler ursprünglich nicht aus rassistischen Gründen, sondern weil er ihnen die Schuld am ersten Weltkrieg zuschieben wollte und die gescheiterten Friedensverhandlungen, die sich zu einer Kapitulation entwickelt hatten. Diese heute leider weit verbreitete Vorstellung bloß als Verballhornung einer Wahrheit zu bezeichnen hieße noch, zu untertreiben. Es ist schlichtweg Nonsens, der sich nur verbreiten konnte aufgrund der vollständigen Unkenntnis über die Grundlagen, Begriffe und Motivationen des sich seit dem 19. Jh. im Abendland entwickelnden rassentheoretischen Denkens.

Um das genauer auszuführen müsste ich einen sehr langen Artikel schreiben - länger als hier überhaupt möglich ist.Ich verweise daher auf folgendes Video, das darstellt, wie sehr die offizielle NS-Rassenideologie den blonden Menschen dadurch geschadet hat, dass sie die beiden zahlenmäßig bedeutendsten Blondrassen, die nordische („germanische“) und ostbaltische („slawische“) durch übertriebene Polarisierung anhand der Dichotomie wertvoll (nordisch) und minderwertig (ostbaltisch) de facto gegeneinander ausgespielt hat.

Frauen im Nationalsozialismus

Mein Vater Josef Kohler eröffnete 1929/30 seine Heilpraktiker-Praxis in der Zähringer Straße im Stadtteil Herdern in Freiburg im Breisgau. Die Straße wurde später in Adolf-Hitler-Straße umbenannt. Der erste Patient in der Praxis meines Vaters war Herr Farid Fahmy, ebenfalls aus Freiburg. Herr Fahmy war Jude, verkaufte sein Inventar und verließ Deutschland frühzeitig wegen der 1933 beginnenden Judenverfolgung.

1932 heirateten meine Eltern in Freiburg vor dem Standesamt. Staatsangehörigkeit, Reichsbürgerrecht und rassische Einordnung wurden meiner Mutter und meinem Vater in diesem Stammbuch bestätigt. Doch es sollte anders kommen. 1934 war meine Mutter hochschwanger und der Vater im Zuchthaus in Berlin. Er hatte sich in der Öffentlichkeit gegen Hitler geäußert und wurde von einem Nachbarn denunziert.

Innerhalb kürzester Zeit wurde er von der Geheimen Staatspolizei aus einem Lokal in der Innenstadt von Freiburg verhaftet und mit unbekanntem Ziel abtransportiert. Meine Mutter wusste tagelang nicht, was mit dem Vater geschehen war. Bange Wochen vergingen. In ihrer Verzweiflung wandte sie sich an unseren damaligen Rechtsanwalt in Freiburg. Er war Jude und hatte in Berlin studiert und pflegte dorthin noch Kontakt.

Meine Mutter war völlig mittellos und trotzdem fuhr der Anwalt im PKW mit ihr zusammen nach Berlin. Er konnte vor Gericht erwirken, dass mein Vater nach Freiburg in die Haftanstalt überstellt werden konnte. Ein Jahr Zuchthaus war die vom Volksgerichtshof Berlin verhängte Strafe. Unser Vater war von nun an Naziverfolgter mit Berufsverbot. Monate später wurde auch unser Anwalt, der ja Jude war, verhaftet. Sein Lebensweg war exemplarisch für das Schicksal jüdischer Bürger Freiburgs.

Am 23. November 1934 wurden wir, die zweieiigen Zwillinge, Helmut und Werner Kohler, zuhause in Freiburg in der Adolf-Hitler-Straße 99 geboren. Unser Vater litt unter dem Berufsverbot als Heilpraktiker, zudem stand er unter steter Beobachtung. Er wurde trotz im Ersten Weltkrieg erlittener Verwundung zum Militär einberufen und kam zur Ausbildung zunächst in die Kaserne nach Villingen-Schwenningen.

Nach Beendigung der Kampfhandlungen im Westen gegen Frankreich folgte die vorläufige Entlassung. Am 16. Juli 1943 begann der Leidensweg meines Zwillingsbruders und mir. Einer Aufforderung zu einer normalen medizinischen Untersuchung waren unsere Eltern aus Angst nicht nachgekommen. Ohne jede Vorankündigung erschienen dann im Juli kurz vor 8 Uhr der nazi-uniformierte Schuldirektor mit zwei Zivilpolizisten in Ledermänteln unter großem "Heil Hitler"-Gruß.

Die Mitschüler waren erstaunt über diesen Auftritt. Wir wurden aus der Klasse geführt und in einen PKW gezwängt. Mein Bruder und ich weinten, wir hatten Angst. Wir ahnten nicht, was mit uns geschehen sollte. Das Auto brachte uns ins Anatomische Institut in Freiburg in der Albertstraße. Es wurden die Einzelbrustbilder gemacht und Personaldaten festgehalten. Es folgten Fotos von allen Seiten, unbekleidet. Röntgen, Urinprobe, Bluttest, Injektionen.

Jeder Teil unseres Körpers wurde vermessen, abgetastet, mit x Tabellen-Augenfarbe-Haarfarbe-Haarwurzeln verglichen und fotografiert. Wir wurden für bestimmte Eingriffe jeder einzeln auf eine Bahre festgeschnallt. Wir weinten leise vor uns hin. Die Untersuchungen setzten sich fort. Zweimal pro Woche wurden wir in der Schule zwangsabgeholt. Einspruch der Eltern war zwecklos.

Nach Wochen stellten sich fast gleichzeitig bei meinem Bruder und mir Übelkeit, Erbrechen und hohes Fieber ein. Eine Infektion, so informierte man unsere Eltern. Wir wurden in die Kinderklinik Mathildenstraße in Freiburg eingeliefert. Zunächst zur weiteren Beobachtung, so hieß es. Auch die beiden jüngeren Brüder wurden untersucht, jedoch ohne Befund. Ich wurde nach ein paar Tagen entlassen, zwischenzeitlich war die gesamte Wohnung in der Adolf-Hitler-Straße desinfiziert worden.

Tage nach der Beerdigung meines geliebten Bruders wurde mein Vater zum Militärdienst an die Ostfront einberufen. Meine Mutter war verzweifelt. Ich trat allein die 3. Klasse der Karlschule ohne meinen Zwillingsbruder an. Ich war traurig.

Einen Monat später sollte ich den Dienst als Pimpf im Jungvolk antreten im Fähnlein 9 im Innenhof des Friedrich-Gymnasiums. Es herrschte Krieg, die Fronten rückten näher. Die Stadt Freiburg wurde zur Lazarettstadt erklärt. Auf den Dächern fast aller großen Schulen wurden riesige rote Kreuze aufgemalt. Diese Gebäude unterlagen einem bestimmten Schutz.

Schwerverwundete wurden täglich direkt von der Westfront nach Freiburg in die Notlazarette transportiert. Täglicher Fliegeralarm und Luftlagemeldungen beherrschten den Alltag. Freiburg, die Lazarettstadt, blieb nicht mehr verschont. Die Front im Westen war nahe gerückt. Sie verlief bereits auf der Höhe Mülhausen-Colmar-Straßburg.

Die Bevölkerung verbrachte viele Stunden bei Tag und Nacht in den Luftschutzkellern. Der Schulunterricht fiel aus. Es begann eine Teilevakuierung der Familien. Mein Vater bekam zusammen mit seinem Kompaniechef, der ebenfalls aus Freiburg stammte, Sonderurlaub. Große Freude bei meiner Mutter, doch der Vater kam bei uns nicht an.

Der Sonderurlaubszug war direkt in den Bombenhagel des Fliegerangriffes auf Freiburg am 27. November 1944 hineingeraten. Tage verbrachten wir in einem tiefen Gewölbekeller in der Nachbarschaft, bis uns durch eine Rotkreuzschwester die Nachricht überbracht wurde, dass unser Vater noch lebte, ihm aber im Bombenhagel das rechte Bein durch einen großen Bombensplitter abgetrennt wurde.

Es begann eine Odyssee. Die Familie ausgebombt, der Vater lebensgefährlich verletzt, flüchteten wir mit Hab und Gut, mit Mutter, Oma, Tante und den kleinen Brüdern unter enormen Anstrengungen über den Schloßberg mit Leiterwagen zu Verwandten nach Neuhäuser (Kirchzarten). 1961 verlor ich meinen Bruder Günter im Alter von 19 Jahren bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall.

Augenfarben-Tafeln, wie die aus Fischers Besitz, wurden in der NS-Zeit etwa zur Anfertigung von „Rassen-” und Abstammungsgutachten für Juden sowie Sinti und Roma genutzt. Um ihre „blutsmäßige Abstammung" zu ermitteln, wurden viele dieser Menschen durch Anthropologen und „Rassenforscher” untersucht. Die Explorationen schlossen auch eine genaue Vermessung des Schädels, der Ohren, der Nase und des übrigen Körpers sowie eine Bestimmung von Augen- und Haarfarbe ein.

Schautafel zur Rassenlehre

Wie eine Gravur auf dem Deckel ausweist, stammt das Objekt aus dem Besitz von Professor Dr. Eugen Fischer, erster Direktor des 1927 auf seine Initiative hin gegründeten Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik in Berlin-Dahlem. Der 1874 geborene Fischer war einer der bedeutendsten Anthropologen seiner Zeit und genoss aufgrund seiner Arbeiten zur Abstammung des Menschen bis zu seinem Tod im Jahr 1967 international hohes Ansehen.

Er hatte bei seinen Forschungen als erster die klassischen anthropologischen Untersuchungsverfahren der deskriptiven Körpervermessung mit den Methoden der − damals vor allem mit genealogischen Quellen arbeitenden − menschlichen Vererbungsforschung kombiniert. International bekannt geworden war er bereits 1913 durch seine Studie „Die Rehobother Bastards und das Bastardierungsproblem beim Menschen”, für die er im Rahmen mehrmonatiger Feldforschungen in der damaligen Kolonie in Deutsch-Südwest-Afrika (heute: Namibia) die Nachkommen weißer burischer Väter und schwarzer Mütter anthropologisch untersucht hatte.

Als noch folgenreicher erwies sich das Buch „Menschliche Erblehre und Rassenhygiene”, das Fischer 1921 zusammen dem Vererbungsforscher Erwin Baur und dem Eugeniker Fritz Lenz publizierte und das zum führenden deutschen Lehrbuch in diesem Bereich wurde. Darin forderten die Autoren unter anderem Eheverbote und eine Sterilisation Behinderter, um die Weitergabe „minderwertigen Erbguts” zu verhindern.

Fischer muss als unmittelbarer Wegbereiter der nationalsozialistischen „Rassenideologie” gelten.

Das schmale und mit einem Glasaugensatz bestückte Edelstahl-Kästchen aus der Sammlung des Deutschen Medizinhistorischen Museums wirkt auf den ersten Blick recht harmlos. Es handelt sich um eine sogenannte Augenfarben-Tafel in den Nuancen Hellgrau bis Dunkelbraun, wie sie der Münchner Medizinverlag J. F. Lehmanns in den 1920er bis 1940er Jahren in größerer Zahl vertrieb. Das Instrument, das eine exakte Bestimmung von Augenfarben ermöglichte, war um 1914 von dem Anthropologen Rudolf Martin erdacht und später durch dessen Fachkollegen Bruno K. Schultz weiterentwickelt worden.

Augenfarbentafeln kamen in erbbiologischen Vaterschafts-, „Rassen-” und Abstammungsgutachten zum Einsatz, bei denen die Augenfarbe etwa von Kindern mit derjenigen der Eltern verglichen werden sollte.

Augenfarbentafel

Die Wertigkeit der Haarfarbe im Nationalsozialismus: Eine Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Haarfarbe im Nationalsozialismus zwar eine Rolle bei der Definition der "arischen Rasse" spielte, aber es gab keine einheitliche Vorstellung davon, welche Haarfarbe ideal war. Hitler selbst entsprach nicht dem Ideal des blonden Ariers, und in der NS-Propaganda wurden auch Menschen mit dunkleren Haaren als Teil des deutschen Volkes dargestellt.

Merkmal Bedeutung im Nationalsozialismus
Haarfarbe Wichtiges, aber nicht ausschlaggebendes Kriterium zur Bestimmung der "arischen Rasse".
Augenfarbe Ebenfalls ein Kriterium, das in Kombination mit anderen Merkmalen betrachtet wurde.
Andere körperliche Merkmale Größe, Hautfarbe, Schädelform wurden ebenfalls untersucht.
Abstammung Entscheidend für die Zugehörigkeit zur "arischen Rasse".

tags: #adolf #hitler #haarfarbe

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