Die Achselhöhle ist ein sensibler Bereich des Körpers, in dem verschiedene Faktoren zu Beschwerden führen können. Dazu gehören Hauterkrankungen wie Akne inversa, Haarentfernungsmethoden wie Epilation und damit verbundene Lymphknotenschwellungen. Im Folgenden werden diese Aspekte detaillierter betrachtet.
Akne Inversa ist eine chronische Hautkrankheit, bei der sich Haarfollikel immer wieder entzünden und schmerzende Knoten und Abszesse bilden. Meist sind Achseln und Intimbereich betroffen. Durch die wiederkehrenden Entzündungsprozesse der Haut kommt es bei Akne inversa (von Ärztinnen und Ärzten auch Hidradenitis suppurativa genannt) ebenfalls zur Bildung von Fisteln und zu Vernarbungen.
Akne inversa an der Innenseite des Oberschenkels
Bei Akne inversa kommt es immer wieder zur Entzündung von Haarfollikeln unter der Haut, also an Strukturen von Haut und Bindegewebe um eine Haarwurzel herum. Besonders betroffen davon sind in der Regel die Hautpartien der Achseln, an den Leisten und im Genitalbereich und / oder Afterbereich.
Die genauen Ursachen für Hidradenitis suppurativa sind noch unbekannt. Allerdings gibt es einen Zusammenhang mit dem Hormonsystem und dem Immunsystem der Betroffenen (wie bei Autoimmunerkrankungen typisch, daher wird die Hautkrankheit als "systemisch" beschrieben). Fest steht allerdings: Akne inversa betrifft deutlich mehr Frauen als Männer (die Zahlen schwanken zwischen dreimal und fünfmal so häufig).
Die vielleicht wichtigste Ursache dafür, dass Hidradenitis suppurativa (Akne inversa) immer wieder aufflammt und zu Entzündungen führt, liegt im Immunsystem der Betroffenen begründet: Durch Fehlregulationen scheint es hier zu einer Überaktivierung zu kommen. Einige Experten und Expertinnen vermuten, dass das vor allem für den angeborenen Teil des Immunsystems gilt, was eine genetische Veranlagung erklären würde. Sicher ist das allerdings nicht.
Risikofaktoren für Akne inversa sind:
Die Entzündung wird durch Verstopfen des Talgdrüsenausführgangs in Bereichen des Körpers mit Schweißdrüsen verursacht. In der Folge baut sich unter der Haut eine Entzündungsreaktion auf und evtl. eine zusätzliche Infektion mit Bakterien. Im Verlauf bilden sich Abszesse, die aufplatzen können.
Die Erkrankung ruft schmerzhafte Abszesse, Knötchen und Pusteln hervor. Die betroffenen Hautbereiche sind gerötet und geschwollen. Die Knoten öffnen sich häufig von selbst und sondern Eiter ab. Im Lauf der Zeit können sich Narben oder Fistelgänge unter der Haut bilden. Am häufigsten sind die Achselhöhlen, die Leistengegend und die Innenseite der Oberschenkel betroffen.
Die Beschwerden können zu Hemmungen im sozialen Umgang führen und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Beziehungen zwischen der chronisch-entzündlichen Hautkrankheit und dem psychischen Zustand der Betroffenen sind wechselseitig: Schmerzen und nässende Knoten belasten die Lebensqualität. Riecht das austretende Sekret auch noch unangenehm, führt das bei vielen Betroffenen zu Scham, manchmal zu sozialem Rückzug.
Akne inversa wird in drei Stadien eingeteilt, die den Schweregrad der Erkrankung widerspiegeln:
Akne inversa gehört bisher zu den chronischen Hautkrankheiten, die nicht heilbar sind. Allerdings kann die Lebensqualität durch eine zielgerichtete und vor allem frühe Behandlung stark gesteigert werden. Eine effektive Behandlung der Erkrankung und ein informierter Umgang mit den Symptomen kann Betroffenen außerdem dabei helfen, eine Verschlechterung der Krankheit (häufigere Schübe und höhere Schweregrade nach Hurley Scala) zu verhindern oder hinauszuzögern.
Die passende Therapie wird je nach Schweregrad der Erkrankung und Beeinträchtigung der Patient*innen gewählt.
Wegen der Rückfallneigung wird oft ein operativer Eingriff empfohlen, wenn die betroffene Person bereits mehrere Episoden erlebt hat. Eine Operation ist die einzige Behandlungsform, die die Erkrankung dauerhaft heilen kann. Wenn die medikamentöse Behandlung nicht ausreicht, können Abszesse geöffnet und entleert werden. Zudem können einzelne Abszesse vollständig ausgeschnitten werden. Bei schweren, großflächigen Verläufen wird ein Teil der Oberhaut entfernt. Die Operation kann einen stationären Krankenhausaufenthalt erfordern und eine längere Krankschreibung nach sich ziehen.
Auch eine Lasertherapie stellt für viele Betroffene eine wirksame Behandlung dar. Eine weitere Möglichkeit ist eine Lichttherapie mit Intense Pulsed Light (intensiv gepulstes Licht) und Radiofrequenz.
Die Epilation ist eine Methode der Haarentfernung, bei der die Haare mitsamt der Wurzel entfernt werden. Dies kann mit einem Epiliergerät, Wachs oder anderen klebrigen Pasten erfolgen. Im Gegensatz zur Depilation, bei der nur der sichtbare Teil des Haares entfernt wird (z.B. durch Rasieren), hält das Ergebnis der Epilation länger an, da das Haar erst wieder neu aus der Wurzel wachsen muss.
Ein Epiliergerät
Viele Frauen, aber auch Männer, rasieren sich die Achseln, sowohl aus ästhetischen als auch aus hygienischen Gründen. Ähnlich, wie im Intimbereich, ist die Haut an den Achseln sehr empfindlich. Die Epilation wird daher von vielen Menschen zunächst gescheut. Mit einer guten Vorbereitung der Haut lassen sich die Achseln jedoch ebenfalls gut epilieren.
Vor der Epilation sollte die Achsel gereinigt und von Creme- oder Fettrückständen befreit werden. Zur Epilation hebt man den Arm über den Kopf an und knickt ihn am Ellbogen so ein, dass man mit der Hand die Haut der Achseln spannen kann.
Mit der anderen Hand führt man den Epilierer zur Achsel und epiliert vorsichtig von außen nach innen. Nach der Epilation sollten keine Deos verwendet werden, da sie zu Reizungen führen können. Auch enge Kleidung kann die empfindliche Haut dann reizen. Eine feuchtigkeitsspendende Creme zur Pflege der epilierten Achsel ist sehr empfehlenswert.
Der Schmerz, der bei Epilation entsteht, ist überwiegend mechanischer Natur. Kennzeichnend für Schmerzrezeptoren ist, dass sie einen relativ starken Reiz benötigen, um ihr Signal zu senden, und bei schnell aufeinander folgenden gleichartigen Reizungen nicht unempfindlicher werden oder abstumpfen (keine Adaption der Nozizeptoren). Dennoch wird das Epilieren nach wiederholter Anwendung oft als weniger schmerzhaft empfunden, da weniger und feinere Haare nachwachsen und sich die Haut an die Belastung gewöhnt.
Tatsächlich treten nach dem Epilieren nicht selten Hautreizungen und kleine Pickel auf. Gerade empfindliche Hautstellen, wie der Intimbereich, sind schnell von solchen Pickeln und Rötungen betroffen. Es gibt einige Dinge, die man bereits vor dem Epilieren beachten kann, um Pickel zu vermeiden. Epiliergeräte sollten stets auf sauberer, fettfreier Haut angewendet werden. Am besten eignet sich der Zeitpunkt nach der Dusche, wenn die Haut noch nicht eingecremt wurde.
Eingewachsene Haare können sowohl nach Rasuren als auch nach der Epilation entstehen. Nach einer Rasur zeigen sie sich meist schneller als nach einer Epilation. Sollten eingewachsene Haare vorhanden sein, darf die Haut an der betroffenen Stelle nicht erneut epiliert werden, bis das eingewachsene Haar verheilt ist.
Lymphknoten finden sich überall im Körper. Sie haben unter anderem die Funktion, Krankheitserreger, Krebszellen und andere schädliche Substanzen aus der Lymphflüssigkeit zu filtern, bevor die Flüssigkeit in den Blutkreislauf gelangt. Lymphknoten sind somit ein wichtiger Teil des Immunsystems.
Geschwollene Lymphknoten in der Achsel
Geschwollene Lymphknoten in der Achsel, auch axilläre Lymphknoten genannt, können unterschiedliche Ursachen haben. In den meisten Fällen stecken harmlose Auslöser hinter der Schwellung. Jedoch sind auch ernsthafte, behandlungsbedürftige Erkrankungen mögliche Ursachen. Wichtig: Nur durch eine ärztliche Untersuchung lässt sich die genaue Ursache einer Lymphknotenschwellung feststellen.
Auch das Gerücht, dass eine Epilation der Achseln zu einer Entzündung der darunter befindlichen Lymphknoten führen könnte, stimmt nicht. Die Epilation der Achsel ist nicht gefährlich und kann daher bedenkenlos durchgeführt werden.
Es ist jedoch möglich, dass es nach der Epilation zu einer leichten Reizung der Haut kommt, die wiederum zu einer vorübergehenden Schwellung der Lymphknoten führen kann. Dies ist in der Regel harmlos und klingt von selbst wieder ab.
In den meisten Fällen sind geschwollene Lymphknoten harmlos und verschwinden von selbst wieder. Es gibt jedoch einige Warnzeichen, bei denen man einen Arzt aufsuchen sollte:
Ein Arzt kann die Ursache der Lymphknotenschwellung abklären und eine entsprechende Behandlung einleiten.
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