Lothar Matthäus und das Toupet-Phänomen: Wenn Prominente nachhelfen

In der Welt der Prominenten und der Politik spielt das äußere Erscheinungsbild eine große Rolle. Nicht selten greifen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu Hilfsmitteln, um ihr Image zu optimieren. Ein besonders auffälliges Beispiel ist das Thema Haare - oder eben deren Fehlen.

Es ist ein Naturgesetz, dass Idioten einander sofort erkennen, und ein Glatzkopf erkennt sicher jeden Haarlosen, der nicht zu seinem Defekt steht, sondern ein Toupet trägt. Ein Toupetträger hat also ständig Angst davor, einem Mann mit offener Glatze zu begegnen, denn der Glatzenträger könnte den Toupetträger ja verspotten und dessen Geheimnis enthüllen.

Auch Lothar Matthäus hat das bemerkt, plötzlich sieht er dem Exilierten ähnlich. Er wünsche sich eine politische Rückkehr Guttenbergs, so Matthäus: "Nicht nur, weil er so gut aussieht wie ich." Vom Rekordnationalspieler stammt schließlich auch das haarpolitische Zitat, man solle den Sand nicht in den Kopf stecken.

So litt der Hollywoodstar Ben Affleck (37), aber zum ersten Mal verrutschte ihm jetzt das Toupet, und die Öffentlichkeit hat es mitgekriegt, eigentlich müsste er nach dieser Schande doch die Schauspielerei aufgeben - er könnte Schreiber werden, immerhin gewann er 1998 einen Oscar fürs Drehbuch zur Genie-Schnulze „Good Will Hunting“.

Joachim Löw ist nicht schwul! Und noch etwas: Er trägt auch kein Toupet! Wer diese beiden Sachen über der Trainer der Nationalelf bislang nicht wusste, der weiß sie jetzt - weil Löw höchstselbst sie verraten hat, exklusiv im wahrscheinlich besten Interview des Jahres.

Weil Löw so perfekt reagiert und das pikanteste Geheimnis in der Geschichte der deutschen Nationalelf verrät ("Das habe ich auch schon gehört. Quatsch."), ist die Gelegenheit günstig, nach ein paar Komplimenten ("Ich spreche mit einem der modernsten, offensten und tolerantesten Männer seit ganz langer Zeit" und "Sie fühlen, Sie erspüren viel, nicht wahr? Sie arbeiten mit viel Gefühl.") und Hinweisen auf den Kosmetik-Hersteller ("Sind Sie immer so cremig wie eine Creme?" und "Nach was duftet ein Sieg?") die entscheidende Frage auszupacken: "Wie auch immer, ich sag's jetzt einfach mal: Sie selbst, Herr Löw, wurden auch schon mal auf die homosexuelle Hälfte gedrängt, weil Sie sich gut anziehen."

Und wieder bekommt man eine Antwort, die die Welt erschüttert: "Ich habe das auch schon gehört. Was soll ich dazu sagen? Es ist wie mit dem Toupet. Auch das stimmt nicht. Fragen Sie gern meine Frau."

Ganz ehrlich: Wer ernst genommen werden will, kommt zu jedem Spiel mit einer neuen Frisur, und kein anspruchsvoller Star riskiert noch ein Dribbling ohne Irokesenschnitt oder einen auf dem Hinterkopf zusammengeknüpften Zopf.

Selbst einem Glatzkopf wird im modernen Fußball sofort geholfen, er muss nur zum Friseur und sagen: „Einmal Dauerwelle.“ Der Friseur schickt ihn dann direkt weiter zum Haarverpflanzer, und der Glatzkopf sieht kurz danach aus wie Wayne Rooney.

So hat auch der Schalker Benedikt Höwedes seine schütteren Stellen gestopft, und sein Stirnhaar sitzt inzwischen wie hingenagelt und könnte im Luftkampf am Samstag womöglich sogar Aubameyangs neuem Fünf-Sterne-Kopfschmuck trotzen. Auch Liverpools Trainer Jürgen Klopp hat sich aus entlegenen Körpergegenden (angeblich südlich der Gürtellinie) stabile Wurzeln entnehmen und damit seine Geheimratsecken verdichten lassen - wer in der Stadt der Beatles trainiert, muss Haare haben.

Warum das alles? Weil Fußballer inzwischen den Status von Popstars haben und wissen, was sie ihrem Ruf schuldig sind - denn kein langbeiniges Model auf hohen Absätzen gibt sich heutzutage noch dafür her, sich als Spielerfrau freiwillig neben einem Kahlkopf knipsen zu lassen.

Das Bewusstsein der Fußballer für die Frisurenmode hat letzten Endes aber ganz entscheidend David Beckham geschärft. Der hatte das Glück, als Sohn einer Friseurin schon mit dem Gel im Gen auf die Welt zu kommen, und später machte er die Promi-Friseure zu den Eckpfeilern des modernen Spiels.

Dass die Friseure der Kicker inzwischen kreuz und quer durch die Welt fliegen, ist aber vor allem Lothar Matthäus zu verdanken. Schon in dessen Zeiten als Weltfußballer war zu lesen, dass er den Star-Figaro des Salons „Intercoiffeur Pawlowsky-Schadeck“ aus Dortmund nach München einfliegen ließ - als Pionier unter den modischen Trendsettern („Der Gürtel muss zu den Schuhen passen“) ließ Matthäus einer Freundin sogar als Geburtstagsgeschenk den Busen vergrößern.

Zukunftsforscher glauben: Bald lässt sich der erste Fußballstar auch das Hirn absaugen, um mehr Platz für die Frisur zu haben.

Haartransplantationen: Ein offenes Geheimnis?

Die Liste der Prominenten, die sich einer Haartransplantation unterzogen haben, ist lang. Einige Beispiele:

  • Christoph Metzelder
  • Benedikt Höwedes
  • Robert Harting
  • Christian Lindner
  • Jürgen Klopp
  • Silvio Berlusconi
  • Wayne Rooney

Diese Beispiele zeigen, dass Haartransplantationen längst kein Tabuthema mehr sind. Viele Männer stehen offen zu dem Eingriff, um ihr Aussehen zu verbessern und sich wohler zu fühlen.

Hier ist eine Tabelle mit einigen Prominenten und Informationen zu ihren Haartransplantationen:

Name Vorher Nachher Besonderheiten
Christoph Metzelder Deutliche Geheimratsecken Volles Haar Haartransplantation
Benedikt Höwedes Geheimratsecken sichtbar Erste Erfolge erkennbar Vollständiges Ergebnis erst in einem Jahr sichtbar
Robert Harting Lichtes Haupthaar Kopf sieht komplett anders aus Operation kann sich sehen lassen
Christian Lindner Vor Haartransplantation Zufrieden mit neuer Fülle Haartransplantation
Jürgen Klopp Schütteres Haar Erfolgreicher Eingriff Zahl der Haartransplantationen verdreifacht
Silvio Berlusconi Vor Haartransplantation Ergebnis weniger natürlich Haartransplantation
Wayne Rooney Vor Haartransplantation Haartransplantation Galt lange als berühmtester Haarausfall auf zwei Beinen

Diese Tabelle zeigt, dass Haartransplantationen eine beliebte Methode sind, um Haarausfall zu bekämpfen und das Aussehen zu verbessern. Die Ergebnisse können variieren, aber viele Prominente sind mit dem Ergebnis zufrieden.

Haare und Politik: Mehr als nur eine Frisur

Auch in der Politik spielen Haare eine Rolle. Man denke nur an Karl-Theodor zu Guttenberg und sein Gel oder an Mitt Romney und seine Frisur "The Mitt".

In Deutschland ist dieser Zusammenhang einem größeren Publikum spätestens seit Erscheinen und Vorerst-Untergang von Karl-Theodor zu Guttenberg ins Bewusstsein gerückt. "Wie der Mann, so das Haar", hat Romney-Friseur Magistris gesagt. Der Guttenberg und das Gel. Der "Freitag" bemerkte kenntnisreich, Guttenberg habe sich mit dem Frisurwechsel "eine Signaltechnik" angeeignet, die bisher vorwiegend Frauen genutzt hätten, um einen Neuanfang zu markieren.

Schon im letzten Wahlkampf haben Romneys Leute eine ganze Mappe mit den Vor- und Nachteilen des Kandidaten angelegt. Als Minus notierten sie: seine Haare. Vielleicht, weil sie den roboterartig wirkenden Kandidaten nur noch steifer erscheinen lassen.

Gegen die anderen Kandidaten kann "The Mitt" nicht minder punkten. Schauen Sie sich mal Ron Paul an. Der ist zwar erst 76 Jahre alt, aber zuletzt verrutschte ihm doch tatsächlich die rechte Augenbraue. Während einer TV-Debatte. Ein Toupet?, fragte sogleich die geschockte Öffentlichkeit. Kann ein Mann mit falschen Augenbrauen die mächtigste Nation der Welt führen?

Und dann ist da noch Herman Cain, jener Republikaner, der sich gerade selbst aus dem Rennen genommen hat. Er hatte wirklich genug Probleme: Die Vorwürfe sexueller Belästigung, eine angebliche außereheliche Liebesaffäre, die peinlichen Patzer in Sachen Libyen. Aber vor allem hatte Herman Cain ein politisches Problem mit seinem Bart.

Es war sicher nicht sein geringstes. Denn das einflussreiche "Institut für den Amerikanischen Oberlippenbart" zog vor einigen Wochen die Wahlempfehlung für ihn zurück. Und warum? Danach hatte Cains Kandidatur ohnehin keinen Sinn mehr, sein Rückzieher am vorvergangenen Samstag war nur folgerichtig.

Stattdessen "The Mitt". Oder, wenn es noch mal gutgeht für Haare und Politik: Barack Obama.

Haartransplantation Vorher Nachher: Zeitraffer 5 Sekunden = 1 Monat

tags: #lothar #matthäus #toupet

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