Die Pubertät ist eine Zeit großer Veränderungen, sowohl körperlich als auch emotional. Für Jungen beginnt diese Phase typischerweise zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr. Eine der auffälligsten Veränderungen ist das Auftreten von Körperbehaarung an verschiedenen Stellen des Körpers.
Für etwa 95 Prozent aller Jungen beginnt die Pubertät zwischen dem zehnten und 14. Lebensjahr - und damit etwa ein Jahr später als Mädchen. Ab diesem Zeitpunkt fängt ihr Körper an, sich zu verändern. Hormone, die im Hoden produziert werden, sorgen für körperliche Veränderungen.
Die Körperbehaarung beginnt frühestens etwa mit 9,5 Jahren. Zu Beginn wachsen die ersten Schamhaare. Beim Jungen wachsen sie auf dem Hodensack und um die Peniswurzel herum, oft in Form eines Trapezes oder in gerader Linie bis zum Bauchnabel hinauf. Je nach Veranlagung (Vererbung) kann sich die Schambehaarung bis auf den Afterbereich ausdehnen.
Achselhaare wachsen bei Jungen etwa mit 13 Jahren. Die Veränderung deines Hormonhaushalts kann neben dem Haarwuchs auch zu einem unangenehmen Achselgeruch führen. Hier ein Tipp: Einfach öfters die Achseln waschen, dass der Schweißgeruch gar keine Chance hat. Frische Kleidung, also ein frisches T-Shirt oder Langarmshirt unterstützen dies auch. Natürlich kannst du auch ein Deo nach dem Waschen benutzen.
Der Bartwuchs beginnt zwischen 15 und 19 Jahren. Meist wächst zuerst ein zarter Flaum, erst später wird der Bart kräftiger. Natürlich kannst du auch hier die Haare rasieren, falls sie dich stören sollten.
Die Entwicklung der Brustbehaarung beginnt im Normalfall erst zum Ende der Pubertät. Ungefähr mit 16 oder 17 Jahren. Sie kann aber auch erst danach im Alter zwischen 20 und 30 Jahren einsetzen. Nicht alle Männer bekommen Brusthaare. Ausschlaggebend für die Ausprägung der Behaarung sind die Gene.
Doch nicht nur das: In einem Zeitraum von etwa zwei bis vier Jahren entwickelt sich der Körper schlagartig weiter. Die Knochen nehmen an Dichte zu. Bis zum Anfang des 20. Lebensjahres verdoppeln sich Muskel- und Knochenmasse.
Manche Jungen beobachten während der Pubertät auch ein Wachstum der Brust. Dies ist - unter dem Einfluss der Geschlechtshormone - allerdings nur vorübergehend. Die sogenannte Pubertätsgynäkomastie kann ein- oder beidseitig auftreten und ist in der Regel völlig harmlos. Sie kommt verstärkt bei übergewichtigen Jungen vor. Sollte sich die Brustdrüsenschwellung jedoch nicht zurückbilden, sollte ein Arzt weiterhelfen.
Ein weiteres Pubertätszeichen ist der erste Samenerguss. Wodurch dieser ausgelöst wird, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Sicher ist aber, dass Hormone wie Testosteron die Produktion der Samenzellen und der Geschlechtsdrüsensekrete ankurbeln müssen, damit ein Samenerguss möglich ist. Ab einem bestimmten Punkt sind die Nebenhoden und Samenleiter dann so gefüllt, dass der Körper diese Menge gewissermaßen abstoßen will.
Von verfrühter Pubertät wird gesprochen, wenn sich bei Jungen vor dem neunten Lebensjahr sekundäre Geschlechtsmerkmale wie Schamhaare und Bartwuchs, beschleunigtes Längenwachstum und Schweißgeruch bilden.
Von verzögerter Pubertät wird gesprochen, wenn sich bei Jungen nach dem Erreichen des 15. Lebensjahrs keinerlei Veränderungen feststellen lassen oder wenn eine begonnene Pubertätsentwicklung länger als 18 Monate stillsteht.
Während der Pubertät ist es wichtig, auf eine gute Körperhygiene zu achten. Hier sind einige Tipps:
In einer Studie mit 8675 Jungen und 8689 Mädchen im Alter von 8 bis 17 Jahren wurde der Zusammenhang zwischen Körperbautyp und sexueller Reifung untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass der Körperbautyp einen Einfluss auf den Zeitpunkt der sexuellen Reifung hat.
Der Körperbautyp wurde durch den Metrik-Index nach E. Strömgren (11) und K. Conrad (12) bestimmt. Dabei wurde die Einteilung nach H. Greil für die Bildung der Kategorien leptomorph, metromorph und pyknomorph verwendet (13, 14).
Der Metrik-Index ist ein gewichtetes Verhältnis der auf das Skelett bezogenen Körpermaße Brustkorbtiefe und Brustkorbbreite zur Körperhöhe. Er wird als genetisch fundiert angesehen.
Auf einer Variationsreihe zwischen einem niedrig-breitwüchsigen, pyknomorphen und einem hoch-schlankwüchsigen, leptomorphen Pol trennt der Metrik-Index (MI) die 20% der Individuen mit den niedrigsten Werten als leptomorphe Gruppe von den folgenden 60% mit den mittleren Werten als metromorphe Gruppe und den 20% mit den höchsten Werten als pyknomorphe Gruppe.
Bei Jungen betragen die körperbautypspezifischen Entwicklungsunterschiede bei der Reifung von Penis und Scrotum zu Beginn des Reifungsgeschehens weniger als ein halbes Jahr. Das adulte Stadium wird von allen Typen nahezu gleichzeitig erreicht (Abb. 3).
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über das zeitliche Erscheinen der unterschiedlichen Reifungszeichen bei Jungen. Aufgezeichnet ist das Alter, in dem die einzelnen Reifungsstadien jeweils bei 1%, 3%, 10%, 50%, 90%, 97% und 99% der Studienteilnehmer beobachtet wurden.
| Merkmal/Stadium | 1% | 3% | 10% | 50% (Medianwert) | 90% | 97% | 99% |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Penis 2 | 8,1 | 8,3 | 8,8 | 11,1 | 12,8 | 13,6 | 14,2 |
| Penis 3 | 8,4 | 8,7 | 10,2 | 12,9 | 14,7 | 15,6 | 16,1 |
| Penis 4 | 11,6 | 12,3 | 13,1 | 14,5 | 16,1 | 16,5 | 16,8 |
| Penis 5 | 13,2 | 13,7 | 14,4 | 15,7 | 16,5 | 16,8 | 16,9 |
| Scrotum 2 | 8,1 | 8,3 | 8,8 | 11,1 | 12,8 | 13,7 | 14,3 |
| Scrotum 3 | 8,4 | 9,1 | 10,6 | 13,0 | 14,8 | 15,5 | 16,1 |
| Scrotum 4 | 12,1 | 12,4 | 13,2 | 14,6 | 16,1 | 16,4 | 16,7 |
| Scrotum 5 | 13,3 | 13,7 | 14,4 | 15,7 | 16,5 | 16,8 | 16,9 |
| Pubes 2 | 8,4 | 8,6 | 9,6 | 11,8 | 13,6 | 14,4 | 15,1 |
| Pubes 3 | 10,2 | 10,8 | 11,7 | 13,3 | 14,9 | 15,6 | 16,1 |
| Pubes 4 | 11,7 | 12,3 | 13,2 | 14,5 | 16,1 | 16,4 | 16,7 |
| Pubes 5 | 13,1 | 13,4 | 14,1 | 15,5 | 16,5 | 16,8 | 16,9 |
| Spermarche | 11,8 | 11,8 | 12,5 | 13,8 | 15,1 | 15,7 | 15,7 |
Die Pubertät ist eine aufregende, aber auch herausfordernde Zeit. Es ist wichtig, sich über die körperlichen Veränderungen zu informieren und bei Bedarf einen Arzt aufzusuchen. Mit der richtigen Pflege und Unterstützung können Jungen diese Phase erfolgreich meistern.
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