Drei Engel für Charlie: Ein Rückblick auf die Kultserie und andere Krimi-Highlights der 70er

Krimis erfreuen sich seit jeher großer Beliebtheit. Gute Krimi-Serien gab es schon in den Anfängen des Fernsehens in den 50er- und 60er-Jahren. Mit der zunehmenden Liberalisierung der westlichen Gesellschaften in den späten 1960er Jahren erweiterte sich in den 70er Jahren das Spektrum deutlich.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick zurück auf einige der spannendsten und prägendsten Krimi-Serien der 70er Jahre, darunter natürlich auch die legendäre Serie "Drei Engel für Charlie".

Drei Engel für Charlie: Mehr als nur hübsche Gesichter

„Drei Engel für Charlie“ - das waren die drei Privatdetektivinnen Jill Munroe (Farah Fawcett), ihre Schwester Kris (Cheryl Ladd) sowie Kelly Garrett (Jacqueline Smith). Ihre Jobs erhielten sie immer vom selben Auftraggeber, einem gewissen Charlie. Viel mehr musste man als Zuschauer auch nicht wissen, um die Serie genießen zu können.

Die drei Engel sollen die Entführung von Eric Knox aufklären. Der Verdacht fällt sofort auf dessen Konkurrenten Roger Corwin. Dieser möchte sich das Computersystem von Knox aneignen, um jedes Telefongespräch auf der Welt zurückverfolgen zu können. Mit Hilfe von Bosley, dem Verbindungsmann zwischen Charlie und den Engeln, befreien sie Knox.

Jedoch trügt der Schein, denn Knox stellt sich als der eigentliche Übeltäter heraus, der die Engel an der Nase herumgeführt hat, um an die Ortungssysteme von Corwins Firma zu kommen. Diese will Knox in Verbindung mit seiner eigenen Stimmidentifikationssoftware nutzen, um Charlie zu orten und zu töten.

Knox geht davon aus, dass sein Vater und Charlie im Vietnamkrieg Kameraden waren, Charlie jedoch seinen Vater verriet, was zu seinem Tod führte. Die Engel sind in der Lage, sich aus den von Knox für sie gestellten Fallen zu befreien. Sie finden heraus, von wo aus Knox die Ortung von Charlie durchführen will.

Sie kommen zu spät. Sie können zwar Bosley befreien, doch Knox kennt den Standort von Charlie bereits und ist mit einem Hubschrauber, bewaffnet mit einer Rakete, auf dem Weg zu Charlies Aufenthaltsort.

Die Serie glänzte gewiss nicht mit besonders raffinierten Drehbüchern, sauber ausgearbeiteten Charakteren oder intelligenten Dialogen. Fawcett, Ladd und Smith konnten sich wahrlich sehen lassen und waren wohl das Aufregendste, was die TV-Landschaft damals zu bieten hatte. Fawcett, die damals mit dem späteren „Colt für alle Fälle“ (Lee Majors) verheiratet war, galt gar als eine der schönsten Frauen überhaupt und wurde zum Sex-Symbol der 70er-Jahre.

Eine Fotoserie, die sie in lasziv-neckischen Posen im roten Badeanzug zeigte, ging um die Welt, das zugehörige Poster verkaufte sich 20 Millionen Mal. Und der Badeanzug selbst landete 2011 schließlich im berühmten Smithsonian National Museum of American History in Washington.

Der zarte Hauch von Erotik, den etwa Fawcett verströmte, erinnerte eher an einen harmlosen Haarspray-Werbeclip als zum Beispiel an Russ Myers legendäre Schmuddel-Filmchen.

Kate Jackson feierte mit ihren Serienrollen als Sabrina Duncan in „Drei Engel für Charlie“ und Amanda King in „Agentin mit Herz“ in den 70er und 80er Jahren weltweite Erfolge. Dreimal erhielt sie zwischen 1986 und 1988 den „Goldenen Bravo Otto“ und war damit der beliebteste weibliche Fernsehstar jener Jahre in Deutschland.

Wie ihre „Drei Engel für Charlie“-Kolleginnen Farrah Fawcett, Jaclyn Smith oder Cheryl Ladd war sie eine äußerst beliebte Schauspielerin, wenn es um die Besetzung von Fernsehfilmen ging. In fast 30 spielte sie mit, zuletzt 2006. Im Jahr darauf war sie zum letzten Mal in einer Fernsehrolle zu sehen. In der Krimiserie „Criminal Minds“ hatte sie ihren bislang letzten Auftritt.

2022 war sie eine der Gäste bei der Hochzeit des Sohnes von Jacyln Smith. Videoaufnahmen auf Instagram zeigen sie attraktiv wie eh und je und gut gelaunt an der Seite ihrer Kollegin.

Die Originalbesetzung von "Drei Engel für Charlie" (1976)

Starsky & Hutch: Coolness und Action in Bay City

„Starsky & Hutch“ war die Blaupause für viele Kino-Erfolge der 80er-und 90er-Jahre. Ob „Lethal Weapon“, „Bad Boys“ oder „Nur 48 Stunden“ - all diese Buddy Movies beruhten auf der schnodderigen Coolness, mit der die beiden Undercover-Cops David Starsky (Paul Michael Glaser) und Kenneth „Hutch“ Hutchinson (David Soul) die Unterwelt der fiktiven Stadt Bay City stets kräftig aufmischten.

Während der rustikale Starsky, ein Kind der Straße, auch auf der anderen Seite der Gitterstäbe hätte landen können, war Hutch ein wahrer Feingeist. Er beschäftigte sich nicht nur mit Literatur und Musik, sondern praktizierte zudem Yoga und verachtete das von seinem Partner kiloweise verdrückte Fastfood aus tiefster Seele. Gerade aus diesen vermeintlich unvereinbaren Widersprüchen bezog die Serie einen großen Teil ihres Charmes.

Zudem stand ihnen mit dem Barbesitzer Huggy Bear (Antonio Fargas) ein Sidekick zur Seite, dessen Erscheinungsbild und Auftreten mit „schillernd“ noch unzureichend beschrieben wäre.

Pure Comedy aber war „Starsky & Hutch“ dennoch nicht. Vielmehr ging es für damalige Verhältnisse durchaus handfest zur Sache.

Die Zwei: Jetset-Leben und Kriminalfälle

„Schlock“, also „Schund“ - so charakterisierte, die lesenswerte britische TV-Serienanthologie „Cult TV - The Essential Critical Guide“ die TV-Serie „The Persuaders“. Die Serie also, die unter ihrem deutschen Titel „Die Zwei“ hierzulande hochgeschätzt wurde.

Tatsächlich hatte bereits der feine Vorspann mehr Stil als eine komplette Folge so manch anderer Krimi-Serie. So begleitete eine smarte, mit einem Hauch von Melancholie unterlegte Melodie den Bilderreigen, der im Zeitraffer die beiden so unterschiedlichen Leben und Karrieren von Lord Brett Sinclair (Roger Moore) und Danny Wilde (Tony Curtis) vor den Augen des Zuschauers aufzeigte.

Hier der englische Adelige, der Bildung in Oxford von goldenen Löffeln serviert bekommen hatte. Dort der Junge aus der Bronx, dessen harte Schule das pure Überleben selbst und das Klassenzimmer die Straße war, ehe Danny durch einen Öl-Fund zum Millionär wurde. Aus dem mal fein, dann wieder eher derb akzentuierten Kontrast zwischen diesen beiden unterschiedlichen Charakteren bezog die Serie einen Großteil ihres Charmes.

Und so diente jeder Kriminalfall, den der Lord und der Selfmademan zu lösen hatten, vor allem als Vehikel, das zeigen sollte, was der internationale Jetset Anfang der 70er Jahre zu bieten hatte.

Weitere bemerkenswerte Krimi-Serien der 70er

Neben den bereits genannten Serien gab es in den 70er Jahren noch weitere bemerkenswerte Krimi-Serien, die das Genre geprägt haben:

  • Kojak: Der New Yorker Cop mit der blank gewienerten Glatze und der Vorliebe für kunterbunte Lollis war auf den ersten Blick nicht gerade der Held, den der Autor dieser Zeilen zu Beginn der Krimi-Serie der 70er Jahre als besonders attraktiven Vertreter seiner Gattung wahrgenommen hätte. Erst später erkannte er den ungeheuren Sex-Appeal dieses (gemäß dem Zeitgeist) stets stilsicher gekleideten New Yorker Cops.
  • Detektiv Rockford: Anruf genügt: Rockford war ein echtes Cleverle, das seine Fälle mit viel Esprit und auch schon mal der Hilfe seines Vaters Rocky (Noah Berry) löste. Allzu oft aber standen ihm sein Anstand und seine Herzensgüte im Weg, wenn es ans Kassieren ging. Weil seine Klienten nicht selten selbst arme Schlucker waren, verzichtete er immer wieder mal auf sein Honorar.
  • Die Straßen von San Francisco: Dieses Duo kehrte, wenn nötig, mit dem sprichwörtlichen eisernen Besen aus. Der Charme der Serie lag nicht nur in den intelligent konstruierten Kriminalfällen, oft auch mit dem Blick auf die Motivation der Täter, sondern auch in den Schauwerten der nahezu vollständig an Originalschauplätzen gedrehten Serie.
  • Department S: Die Serie um eine Art schnelle Einsatztruppe von Interpol, die immer dann gerufen wurde, wenn alle anderen Behörden angesichts eines unerklärlichen Phänomens kapitulieren mussten.
  • Der Kommissar: Ohne Erik Ode alias Kommissar Herbert Keller und dessen Laufburschen, Robert Heines (Reinhard Glemnitz), Walter Grabert (Günther Schramm) und Harry Klein (Fritz Wepper) sowie die gute Seele des Kommissariats, Käthe Rehbein (Helma Seitz) hätte es „Derrick“ und „Der Alte“ vielleicht nie gegeben.

Fazit

Die Krimi-Serien der 70er Jahre haben Fernsehgeschichte geschrieben. Sie waren spannend, unterhaltsam und oft auch gesellschaftskritisch. Viele der hier genannten Serien haben bis heute Kultstatus und erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Hier ist eine Tabelle mit einigen der genannten Serien und ihrer Hauptdarsteller:

Serie Hauptdarsteller
Drei Engel für Charlie Farah Fawcett, Cheryl Ladd, Jacqueline Smith
Starsky & Hutch Paul Michael Glaser, David Soul
Die Zwei Roger Moore, Tony Curtis
Kojak Telly Savalas
Detektiv Rockford: Anruf genügt James Garner
Die Straßen von San Francisco Karl Malden, Michael Douglas

tags: #3 #engel #fur #charlie #haare #schnuffler

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