Die Kunst der Bartrasur im Stil der 20er Jahre

Die Bartmode erlebt ein Comeback, insbesondere der Moustache in seinen vielfältigen Varianten. Doch wie rasiert man sich einen stilvollen Oberlippenbart und welche historischen Hintergründe prägen die Bartkultur?

Ein Herrenfriseur in den 1920er Jahren.

Geduld ist der Schlüssel

Um sich einen Oberlippenbart rasieren zu können, brauchen alle, die bislang am liebsten glatt rasiert durch das Leben gingen, zunächst vor allem eines: Geduld! Vollbartträger sind klar im Vorteil, wenn es um das Rasieren eines Schnauzers geht, denn ihr Bart bringt in der Regel bereits die nötige Haarfülle und -länge mit.

Wer bislang glattrasiert war oder es maximal zum Dreitagebart gebracht hat, lässt für das „Projekt Oberlippenbart“ das gesamte Barthaar für die kommenden Wochen am besten erst einmal stehen.

Der Bereich um die Lippen herum sollte natürlich weiterhin freigehalten und der Bart insgesamt ein wenig in Form gebracht werden. Abhängig vom individuellen Bartwuchs erreicht das Barthaar bei den meisten Männern nach zwei bis vier Wochen die nötige Länge und Fülle zum Schnurrbart-Stylen.

Die Rasur: Präzision ist gefragt

Sind die Barthaare lang und füllig genug, geht es ans Rasieren des Schnauzbarts. Beim Schnurrbart rasieren kommt es daher in erster Linie auf genaues Arbeiten an. Denn kleine Fehler fallen bei einem Moustache schwerer ins Gewicht als bei anderen Bartvarianten.

Zwar sollte die Grundform eines jeden Barts für eine gepflegte Wirkung klar definiert sein, beim Schnurrbart ist ein akkurates Rasieren aber umso wichtiger.

Zum Formen des Schnurrbarts wird zunächst die Länge des Barthaars mit einem elektrischen Trimmer entsprechend der gewünschten Schnauzbartform reduziert. Die meisten Bartschneider verfügen über spezielle Trimmeraufsätze, mit der eine präzise Feinjustierung möglich ist. Anschließend lässt sich die Moustache-Form mit einer Bartschere optimieren.

Mithilfe einer Nassrasur wird das Barthaar an Wangen, Kinn und im angrenzenden Oberlippenbereich gründlich entfernt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, lässt beim Rasieren des Oberlippenbarts professionelle Hände ans Werk und vereinbart einen Termin beim Barbier. In diesen speziellen Haarstudios gehört die Bartrasur zum Programm und Sie können auf ein hohes Maß an Expertise zählen.

Werkzeuge eines Barbiers.

Die verschiedenen Schnurrbart-Varianten

Beim Schnauzbart wird in drei verschiedene Grundvarianten unterschieden.

  • Bleistiftbart: Der sogenannte Bleistiftbart ist gekennzeichnet durch seine akkurate Form, die ihn besonders gepflegt wirken lässt. Es handelt sich dabei um einen eher dünnen Oberlippenbart, der auf eine relativ kurze Länge geschnitten und fein säuberlich getrimmt wird.
  • Walrossbart: Anders verhält es sich beim sogenannten Walrossbart: Kennzeichen dieser vollen, stark ausgeprägten Schnauzbartvariante sind längere Barthaare, die teilweise sogar über die Lippen hinaus wachsen. Zu den wohl bekanntesten Trägern gehören beispielsweise der einstige Reichskanzler Otto von Bismarck oder Friedrich Nietzsche. Aber auch der ehemalige Handballnationaltrainer Heiner Brand oder Daimler-Chef Dieter Zetsche unterstreichen mit diesem Schnurrbart-Style ihre Persönlichkeit auf ausdrucksstarke Weise.
  • Zwirbelbart: Der Zwirbelbart setzt eine gewisse Grundlänge des Schnurrbarts voraus. Vor allem bei jüngeren Männern erweist sich diese wandelbare Moustache-Form als sehr beliebt. Die Enden des Schnauzbarts können nach Belieben eingedreht (gezwirbelt) und nach oben geformt werden.

Pflege des Schnurrbarts

Ein gut geschnittener Oberlippenbart benötigt im Gegensatz zum Vollbart relativ wenig Pflege. Wichtig ist, dass er regelmäßig in Form gebracht und das umliegende Barthaar möglichst gründlich rasiert wird. So kommt die jeweilige Schnauzbartform besonders gut zur Geltung.

Eine sanfte Reinigung mit einem speziellen Bart-Shampoo oder einem milden Baby-Shampoo empfiehlt sich etwa ein- bis zweimal in der Woche. Beim Schnurrbart-Styling hilft eine Vielzahl von Produkten, etwa Bartwachs oder Bartwichse.

Historische Bartmoden und ihre Bedeutung

Kulturmenschen kümmerten sich seit jeher um ihre Gesichtsbehaarung. Wild wuchernde Zottelbärte waren in Mythologie und frühen Chroniken Erkennungszeichen für Gott Pan, Faune und Satyrn, Waldwesen und Barbaren. Bart als stolze Mannestracht gerne - aber gepflegt muss er sein: Mykener trugen ihn dreigeteilt, Spartaner am Kinn, Athener als Vollbart.

Mit diesem Würdezeichen brach Alexander der Große; er läutete das Zeitalter der glatt rasierten Römer-Herrscher ein. Ob Caesar, Augustus oder Nero: kein Härchen kitzelte ihr Kinn. Erst Kaiser Hadrian eiferte Anfang des 2. Jh. den griechischen Philosophen nach; sein akkurat gestutzter Vollbart war mehr als 100 Jahre lang stilbildend.

Radikalreformer wie Zar Peter der Große oder Mustafa Kemal Atatürk ließen alte Bärte abschneiden; wer sich nicht davon trennen wollte, musste Strafe zahlen. Dagegen ließen im 19. Jh. Freidenker wie Karl Marx oder Auguste Rodin ihre Rauschebärte unbekümmert sprießen - als Ausweis ihrer Individualität.

Im Militär wurde der Bart auch sehr wichtig, also besonders in Kavallerie-Regimentern in Europa. Sie haben das richtig als Symbol, besonders dass als Offizier ein ordentlicher Schnauzer zu tragen ist.

Im 20. Jahrhundert trug der moderne Mann keinen Bart. Bis es losgeht mit den 68ern, Hippies, das Unangepasste auch wieder.

Eine Übersicht verschiedener Bartstile.

Hier ist eine Tabelle mit einigen bekannten Bartstilen und ihren Merkmalen:

Bartstil Merkmale Bekannte Träger
Bleistiftbart Dünn, akkurat getrimmt Clark Gable
Walrossbart Voll, wächst über die Lippen Otto von Bismarck, Friedrich Nietzsche
Zwirbelbart Enden eingedreht und geformt -
Henriquatre (Kinnbart) Verläuft um den Mund, Wangen glatt rasiert Will Smith, Brad Pitt, Leonardo DiCaprio
Van Dyke Gezwirbelter Oberlippenbart mit schmalem Kinnbart König Karl I. von England

Die perfekte Rasur , Rasieren aber richtig Diy

tags: #20er #jahre #bart #rasieren

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