Zucken der rechten Augenbraue: Ursachen und Behandlung

Wenn eine Augenbraue unwillkürlich zuckt, kann das unterschiedliche Gründe haben. In den meisten Fällen ist dies aber vollkommen harmlos und verschwindet von selbst wieder.

Eine zuckende Augenbraue kann verschiedene Ursachen haben, meistens sind sie harmlos.

Häufige Ursachen für das Zucken der Augenbraue

Die Zuckung entsteht durch unregelmäßige, unwillkürliche Kontraktionen der Muskelfaserbündel, sogenannte Faszikulationen. Sie können bei gesunden Menschen isoliert auftreten und besitzen meist keinen Krankheitswert.

Faszikulationen

So zum Beispiel unwillkürliche Nervenpotentialentladungen, die man auch als Faszikulationen bezeichnet. Dabei handelt es sich um sehr schnelle Kontraktionen von Muskelbündeln. Diese Faszikulationen sind meist nicht krankhaft, lassen sich aber leider nicht beeinflussen. Faszikulationen werden meist durch Stress oder Übermüdung ausgelöst.

Stress und Übermüdung

Stress kann ebenfalls Zuckungen der Augenbraue hervorrufen. Das lange Arbeiten vor Computern und Müdigkeit können diese Zuckungen verstärken. Zusätzlich kann Stress Nackenverspannungen auslösen, die zu einer Fehlhaltung führt. Die Fehlhaltung kann sich negativ auswirken und eine Belastung darstellen. Um die Zuckungen erfolgreich zu behandeln, sollte dieser Teufelskreis unterbrochen werden. Hierfür empfehlen sich verschiedene Entspannungsmethoden und körperliche Betätigung (z.B. Ausdauersport oder Yoga).

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Mineralstoffmangel

Eine weitere Ursache für das Zucken der Augenbrauen kann ein Mangel an Mineralstoffen, spezifisch ein Magnesiummangel sein. Diese nervösen Zuckungen treten auch in anderen Körperpartien auf, nur nehmen wir sie dort oft nicht so wahr. Da die Haut im Gesicht jedoch dünn ist und die Muskeln so dicht unter der Haut liegen, werden diese Muskelzuckungen dort leichter wahrgenommen.

Ein Mangel an Magnesium kann für das Zucken der Augenbraue verantwortlich sein. Mineralstoffe wie Magnesium stabilisieren die Zelle und sorgen so dafür, dass nicht jeder Impuls an die Zelle weitergegeben wird. Normalerweise reagieren wir auf diese Weise erst auf Signale ab einer gewissen Reizstärke. Liegt aber ein Magnesiummangel vor, wird die Membran durchlässiger.

Ein Mangel an Magnesium kann durch die zu geringe Aufnahme bedingt sein, beispielsweise durch einseitige Ernährung oder infolge von Durchfallerkrankungen. Andererseits kann ein Magnesiummangel auch durch erhöhte Ausscheidung verursacht werden. Das kann bei starker körperlicher Ertüchtigung, einer Schwangerschaft oder in stressigen Lebensphasen der Fall sein. Weitere Auslöser für geringe Magnesiumwerte können Erkrankungen wie Diabetes, chronische Nierenerkrankungen, Zöliakie oder hoher Alkoholkonsum sein.

Magnesiumreiche Lebensmittel können helfen, einen Mangel auszugleichen.

Tic-Störung

Beim Zucken einer Augenbraue kann es sich auch um eine sogenannte Tic-Störung handeln. Man unterscheidet zwischen motorischen und vokalen Tic-Störungen. Was die Ursachen einer Tic-Störung sind, ist leider noch relativ unbekannt.

Eine Tic Störung bezeichnet unwillkürliche, motorische Bewegungen oder vokale Ausdrücke. Sie können bis zu einem bestimmten Grad unterdrückt werden. Falls die Augenbrauen wiederholt in unregelmäßigen Abständen zucken, spricht dies für eine Tic Störung. In diesem Fall sollte man einen Arzt aufsuchen, damit die Diagnose gesichert werden kann.

Neurologische Ursachen

Als Ursache kommen auch neurologische Ursachen in Frage. So zum Beispiel eine Nervenkompression oder eine Erkrankung des Gehirns. Unsere mimische Gesichtsmuskulatur wird durch den Facialsnerven versorgt. Kommt es im Verlauf des Nerven zu einer Einengung, wodurch es zu vermehrten Entladungen des Nerven kommen kann, können sich diese Entladungen in einem Zucken der Augenbrauen manifestieren.

Tritt das Augenbrauenzucken über einen langen Zeitraum auf oder nimmt im Verlauf an Intensität zu, sollte es zur Sicherheit von einem Arzt zum Ausschluss einer Nervenkrankheit oder Ähnlichem abgeklärt werden.

Tritt das Augenbrauenzucken über einen langen Zeitraum oder immer wiederholt auf oder wird von weiteren Symptomen begleitet, sollte vom Arzt abgeklärt werden, ob es sich nicht um eine Störung des Gehirns handelt.

Multiple Sklerose (MS)

Die Multiple Sklerose stellt eine neurologische Erkrankung dar, die zu einer Zerstörung der Markscheiden von Nervenzellen führt. Verschiedene Areale des Gehirns können auf diese Weise irreversibel geschädigt werden. Je nach dem Ort der Schädigung können unterschiedliche Symptome resultieren. Ein klassisches Symptom der MS ist die Entzündung des Sehnervs (sog. Retrobulbärneuritis). Die Entzündung kann durch Zuckungen im Bereich des Auges begleitet werden. Bei einem Zucken der Augenbrauen, das sich im weiteren Verlauf verschlechtert und von Sehstörungen begleitet wird, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser sollte weiterführende Untersuchungen einleiten um eine MS auszuschließen.

Bei Verdacht auf MS sollte ein Arzt konsultiert werden.

Schwangerschaft

Zuckungen der Augenbraue bzw. Zuckungen im Allgemeinen treten in der Schwangerschaft vermehrt auf. Dies liegt an dem erhöhten Verbrauch von Mineralien und Vitaminen in der Schwangerschaft. Möglicherweise kann ein Magnesiummangel vorliegen, welche für die Kontraktion von Muskelzellen eine bedeutende Rolle spielt. Darüber hinaus stellt eine Schwangerschaft eine Belastung für den Körper dar. Sie kann sowohl Stress, als auch Müdigkeit hervorrufen. Diese Faktoren können bestehende Zuckungen verstärken. Aus diesem Grund sollte man sich in der Schwangerschaft schonen und auf eine ausgewogene Ernährung achten.

Diagnose und Behandlung

Wird aufgrund des Augenbrauenzuckens ein Arzt/Neurologe aufgesucht, erfolgt zu Beginn eine Befragung (Anamnese) des Patienten. Häufig folgt auf das Gespräch eine Blutuntersuchung, um zu überprüfen, ob möglicherweise ein Magnesiummangel vorliegt.

Gegen das Augenbrauenzucken kann man leider meist nicht viel tun, sondern muss abwarten, dass es wieder aufhört. In der Regel ist das sehr schnell der Fall.

Da ein Augenbrauenzucken häufig durch eine erhöhte psychische Belastung beziehungsweise Stress ausgelöst wird, empfiehlt es sich, wenn möglich die Belastung zu reduzieren oder Entspannungsmethoden wie autogenes Training anzuwenden. Teilweise wird dem Patienten auch empfohlen sich einer Psychotherapie zu unterziehen.

Bei einem Magnesiummangel sollte man seine Ernährung umstellen. Vor allem Kakao, Obst und Gemüse sind magnesiumhaltig und eignen sich zur Auffüllung des Magnesiumhaushalts.

Wird festgestellt, dass es sich um eine neurologische Ursache handelt, kann auch eine Injektion mit Botulinum-Toxin vorgenommen werden, wodurch der Gesichtsnerv partiell gelähmt wird und das Zucken ausbleibt.

Was Sie selbst tun können

  • Stress reduzieren: Versuchen Sie, sich einen Ausgleich zum stressigen Alltag zu schaffen. Tun Sie das, was Ihnen gut tut. Regelmäßige Entspannungsübungen helfen zusätzlich.
  • Regelmäßige Bildschirmpausen: Arbeitsmediziner empfehlen, nach einer Stunde Bildschirmarbeit eine Pause von 5 bis 10 Minuten einzulegen und sich anderen Tätigkeiten zu widmen. Außerdem helfen Übungen zur Augenentspannung.
  • Verzicht auf Alkohol und Koffein: Konsum von Alkohol, Koffein oder Nikotin können die Muskelspannung erhöhen und Lidzucken wahrscheinlicher machen.
  • Ausreichend Bewegung: Körperliche Aktivität wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislaufsystem aus und wirkt einer Unterversorgung der Muskeln - und damit auch dem Zucken - entgegen.
  • Gesunde Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen, insbesondere Magnesium und Vitamin B12.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Grundsätzlich sollte man auch ein kleines Signal des Körpers - wie ein zuckendes Augenlid - nicht ignorieren. Meist ist ein Besuch bei einer Ärztin oder einem Arzt nicht gleich geboten, doch das hängt auch von der Intensität, Häufigkeit und eventuellen Begleitsymptomen des Lidzuckens ab. In letzterem Fall kann eine akute Gefahr durch Schlaganfall oder Herzinfarkt drohen. Ansonsten ist die erste medizinische Anlaufstelle in der Regel die Hausärztin oder der Hausarzt.

Tritt das Zucken der Augen häufig auf und hört auch nach einer Woche nicht auf, sollten Betroffene einen Augenarzt konsultieren. Dabei sollte die Brillenstärke auch geprüft werden. Zeigen sich neben dem Augenzucken eine Entzündung, Rötung oder eine erhöhte Flüssigkeitsproduktion oder wenn das Auge schwer zu öffnen ist, sollten Sie einen Spezialisten aufsuchen.

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