Juckende Kopfhaut, Rote Flecken, Schuppen: Ursachen und Behandlung

Juckende Kopfhaut, begleitet von roten Flecken und Schuppen, kann sehr belastend sein. Es gibt verschiedene Ursachen für diese Symptome, von denen einige harmlos, andere aber behandlungsbedürftig sind. Dieser Artikel beleuchtet die häufigsten Ursachen wie seborrhoisches Ekzem und Psoriasis capitis (Kopfhautpsoriasis) und bietet Informationen zu Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten.

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Seborrhoisches Ekzem

Das seborrhoische Ekzem, auch seborrhoische Dermatitis oder Gneis genannt, ist eine häufig vorkommende, aber harmlose Erkrankung der Haut. Typisch sind rote Flecken mit gelblich-fettigen Schuppen, vor allem im Gesicht und der Kopfhaut, die immer wieder auftreten. Das seborrhoische Ekzem ist nicht ansteckend oder schmerzhaft; in seltenen Fällen kann es allerdings Juckreiz verursachen. Mit speziellen Shampoos und Cremes und lassen sich die Hautveränderungen lindern.

Ursachen

Was genau die Ursache für ein seborrhoisches Ekzem ist, ist bislang noch unbekannt. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die die Entstehung eines seborrhoischen Ekzems begünstigen können:

  • Hefepilzbesiedlung: Der Hefepilz Malassezia furfur (auch Pityrosporum ovale genannt) gehört zu den natürlich vorkommenden Hautkeimen. Bei manchen Menschen vermehrt sich dieser Pilz stark und bewirkt eine Entzündung der Haut mit Rötung, Schuppung und Juckreiz.
  • Vermehrte Talgproduktion: Weil das seborrhoische Ekzem vermehrt an Körperstellen auftritt, an denen es viele Talgdrüsen gibt, vermutet man einen Zusammenhang mit einer gestörten Talgdrüsenfunktion.
  • Weitere mögliche Faktoren: Auch Bakterien, eine erbliche Veranlagung, Stress, Klimaveränderungen, Hormone und ein geschwächtes Immunsystem können bei der Entstehung eines seborrhoischen Ekzems eine Rolle spielen.

Ein seborrhoisches Ekzem kommt häufiger bei Menschen mit bestimmten Erkrankungen vor, z.B. bei HIV oder Morbus Parkinson. Ein Zusammenhang zwischen der Ernährung und dem seborrhoischen Ekzem ist bislang noch nicht sicher belegt.

Symptome

Typisch für ein seborrhoisches Ekzem sind Hautflecken, die mit gelblichen, fettig glänzenden Schuppen besetzt sind. Auf heller Haut erscheinen die Flecken rot. Auf dunkler Haut sehen die schuppigen Stellen eher wie hellere Flecken aus.

Das seborrhoische Ekzem zeigt sich häufig an talgdrüsenreichen Hautregionen wie:

  • Kopfhaut und Haaransatz
  • Gesicht (Augenbrauen, Hautfalten zwischen Nase und Mund, Bart, Ohr)
  • Brust oder Rücken
  • Hautfalten in den Achseln oder der Leiste

Beim Baby tritt das seborrhoische Ekzem vor allem an der Kopfhaut auf, man bezeichnet dies auch als „Kopfgneis“. Die Schuppen können sich auf das Gesicht, den Windelbereich oder Hautfalten ausbreiten. Im Gegensatz zu Erwachsenen heilt die Hautkrankheit bei Babys nach wenigen Monaten von alleine ab.

Die Symptome beim seborrhoischen Ekzem können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Bei manchen Betroffenen kommt es neben der Schuppung zu einer starken Hautentzündung, bei anderen kann sich das Ekzem auf andere Körperteile ausbreiten, wie z.B. die Augenlider oder den Genitalbereich. Kratzen und die Infektion mit Bakterien und Pilzen können die Haut zusätzlich belasten. Auch Haarausfall kann in seltenen Fällen als Folge des seborrhoischen Ekzems auftreten.

Behandlung

Ein seborrhoisches Ekzem verläuft chronisch, das heißt, es kommt in unterschiedlicher Stärke immer wieder zum Vorschein. In den Sommermonaten zeigt sich oft eine Besserung, im Winter oder bei Stress kann es verstärkt auftreten.

Aktuell ist das seborrhoischen Ekzem noch nicht dauerhaft heilbar. Allerdings lassen sich die Beschwerden mit Shampoos und Cremes lindern. Jugendliche und Erwachsene können die entzündeten Hautstellen mit Medikamenten zum Auftragen behandeln. Die Beschwerden lassen sich zum Beispiel mit folgenden Mitteln lindern:

  • teerhaltige Shampoos
  • Cremes mit Salicylsäure
  • Cremes oder Shampoos mit Antipilzmitteln
  • entzündungshemmende Cremes oder Gele mit Kortison

In manchen Fällen ist auch eine Therapie mit UVB-Licht hilfreich. Meistens müssen die Betroffenen keine Medikamente einnehmen.

Ist das Ekzem nur leicht ausgeprägt, können verschiedene Hausmittel die Symptome lindern, z.B. Apfelessig, Aloe-Vera-Gel, Ringelblumensalbe oder Ölbäder. Manche Betroffene machen mit Tinkturen aus Honig oder Teebaumöl gute Erfahrungen.

Bei Babys lassen sich Schuppenkrusten am Kopf meist gut mit Olivenöl ablösen, das über Nacht einweicht und am nächsten Tag abgewaschen wird. In Hautfalten ist Zinkpaste hilfreich.

Schuppenflechte auf der Kopfhaut (Psoriasis Capitis)

Schuppenflechte auf der Kopfhaut (Psoriasis capitis) löst Symptome wie Juckreiz, rote Flecken, Plaques und sogar Haarausfall aus. Die Schuppen sind am Kopf besonders sichtbar, das belastet Betroffene psychisch oft schwer.

Ursachen

Als Hauptursache für Psoriasis gilt eine genetische Veranlagung. Zu Grunde liegt aber eine Autoimmunerkrankung, die zu Entzündungen der Haut führt und die Erneuerung der Hautzellen um das etwa Zehnfache beschleunigt. Der natürliche Abstoßungsprozess der toten und verhornten Zellen funktioniert dadurch nicht mehr. Die Haut verdickt und schuppt sich - typisch sind silbrige Hautschuppen. Durch Juckreiz und darauf folgendes Kratzen werden Schuppen "verteilt", außerdem können kleine Wunden entstehen. Dazu kommen Plaques (erythemato-squamösen Plaques), das sind weißliche, manchmal klebrige Beläge aus abgestorbenen Zellen, die an der Haut haften.

Als größter Risikofaktor für Schuppenflechte allgemein gilt die familiäre Belastung, also genetische Faktoren, obwohl die genauen Ursachen noch nicht geklärt sind. Auch Nikotin und übermäßiger Alkoholkonsum können einen Schub auslösen oder befördern. Außerdem kann eine Belastung der Haut, zum Beispiel durch häufiges heißes Duschen oder Sonnenbrand, einen Schub bewirken. Bei Juckreiz zu kratzen, kann die Psoriasis der Kopfhaut ebenso verschlimmern und zu kleinen Wunden führen.

Symptome

Für Betroffene ist es oft schwierig zu erkennen, ob für die Schuppen auf dem Kopf Psoriasis capitis ursächlich ist, oder es sich lediglich um eine trockene Kopfhaut handelt, die durch Flüssigkeitsmangel, übertriebene Körperpflege oder agressive Reinigungsmittel verursacht werden kann. Typisch für Schuppen durch Psoriasis sind dagegen die roten Flecken, Entzündungen auf der Kopfhaut und Juckreiz.

Behandlung

Schuppenflechte ist zwar nicht heilbar, aber generell gut behandelbar. Es gibt bei Psoriasis am Kopf allerdings ein Grundproblem: Die Haare auf der Kopfhaut erschweren den direkten Zugang zur betroffenen Haut und können beim Auftragen von Tinkturen, Schäumen oder Shampoos leiden.

Damit Wirkstoffe später optimal in die erkrankte Kopfhaut eindringen können, muss der Schuppenpanzer zunächst mit Hornhautlösern entfernt werden. Dafür werden vor allem freiverkäufliche Produkte mit Salicylsäure verwendet, die keratolytisch, schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken. Alternativ - aber nicht gleichzeitig - können Mittel mit Harnstoff (Urea) verwendet werden. Für eine schonendere chemische oder auch physikalische Abschürfung können Betroffene auch kosmetische Produkte anwenden.

Zur Weiterbehandlung der Kopfhautpsoriasis werden dann spezielle Schäume und Shampoos verwendet die ebenfalls Salicylsäure oder Harnstoff (Urea) enthalten - oft in Kombination mit Zink oder Schwefel. Sie enthalten meist zudem Bestandteile, die die Feuchtigkeit in der Haut halten.

Die UV-Strahlung aus dem Lichtkamm bremst die viel zu schnelle Zellteilung der Haut und beruhigt die roten Entzündungsherde.
UV-Licht kann aber das Risiko für Hautkrebs erhöhen, deshalb sollte die Bestrahlungszeit kontrolliert erfolgen.

Allergisches Kontaktekzem

Allergische Kontaktdermatitis ist eine entzündliche Hautreaktion, die auftritt, wenn die Haut mit einer Substanz in Berührung kommt, auf die sie allergisch reagiert. Diese allergische Reaktion wird durch das Immunsystem der Haut verursacht, das auf eine fremde Substanz reagiert. Im Falle eines allergischen Kopfhautekzems sind diese Allergene häufig in Haarfärbemitteln, Bleichmitteln, Shampoos oder anderen Produkten enthalten, die Sie zuvor verwendet haben.

Wenn Sie den Verdacht auf ein allergisches Kopfekzem haben, sollten Sie als Erstes einen Termin mit einem Arzt oder einer Ärztin (Dermatolog:in, Allergolog:in) vereinbaren. Vermeiden Sie während der Wartezeit auf den Termin den Kontakt mit dem Produkt, von dem Sie vermuten, dass es die Reaktion ausgelöst hat.

Atopisches Kopfhautekzem

Das atopische Kopfekzem ist eine chronische Entzündungskrankheit, die meist erblich bedingt ist und Kinder betrifft, aber bis ins Erwachsenenalter andauern kann. Wir raten Ihnen, für eine genaue Diagnose einen Dermatologen aufzusuchen.

Was kann man noch gegen juckende Kopfhaut tun?

Gereizte, trockene und juckende Kopfhaut braucht Schutz und die richtige Pflege. Vermeiden Sie alles, was für die Haut eine zusätzliche Belastung darstellen könnte. Bei akutem Juckreiz gilt: Nicht kratzen! Wenn Sie es nicht aushalten, klopfen Sie leicht mit den Fingern auf die Kopfhaut. Außerdem trägt Kälte dazu bei, den Juckreiz auf der Kopfhaut zu lindern. Legen Sie sich ein feuchtes Handtuch oder ein in ein Geschirrtuch gewickeltes Kühlpad auf den Kopf.

Diese Tipps tragen zu einer gesunden Kopfhaut bei und helfen langfristig gegen Juckreiz:

  • Verwenden Sie ein mildes, pH-neutrales Shampoo, möglichst ohne Duft- und Konservierungsstoffe.
  • Waschen Sie Ihr Haar nicht täglich - bei akuten Problemen idealerweise maximal zweimal pro Woche.
  • Waschen Sie Ihre Haare nicht mit heißem, sondern mit lauwarmem Wasser.
  • Lassen Sie das Haar nach Möglichkeit an der Luft trocknen oder föhnen Sie es nur kurz und nicht zu heiß.
  • Verzichten Sie weitestgehend auf Haarfärbeprodukte.
  • Vermeiden Sie sehr enge Kopfbedeckungen und tragen Sie vorzugsweise Mützen aus Baumwolle.
  • Schützen Sie Ihren Kopf gegen starke Sonneneinstrahlung, zum Beispiel durch einen locker sitzenden Sonnenhut.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Körper alle Nährstoffe erhält, die er braucht, sowie genug Feuchtigkeit.
  • Stress und Anspannung können die Kopfhaut negativ beeinflussen. Versuchen Sie, Stress abzubauen.

Wichtig: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

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