Wenn Ihr Yorkshire Terrier unter Haarausfall leidet, ist es wichtig, die Ursachen zu verstehen, um die richtige Behandlung einzuleiten. Haarausfall, auch bekannt als Alopezie, kann verschiedene Ursachen haben, von denen einige leicht zu beheben sind, während andere eine umfassendere tierärztliche Behandlung erfordern.
Alopezie kann prinzipiell nicht-entzündliche (I) oder entzündliche (II) Ursachen haben. Es gibt zwei Arten von gesundheitlichen Problemen, die zu Haarausfall führen können - Erkrankungen, die Juckreiz verursachen (Pruritus), und Erkrankungen der Haarfollikel oder andere gesundheitliche Probleme, die das Haarwachstum beeinträchtigen.
Hier sind einige der häufigsten Ursachen für Haarausfall bei Yorkshire Terriern:
Vielfach sind entzündliche Erkrankungen ursächlich für lecken, kratzen, reiben oder sich beißen. Entzündliche Ursachen sind entweder infektiös oder nicht. Allergien, eosinophile Reaktionsmuster, Parasiten, Infektionen mit Bakterien, Hefen oder Hautpilze sind die häufigsten Ursachen.
Die abnormale Vermehrung der Demodexmilben (Demodex canis (häufigster Auslöser), Demodex cornei, Demodex injai) in Haarfollikeln oder in selten Fällen in Talgdrüsen verursacht eine Demodikose beim Hund. Auf Basis der Anzahl der Läsionen werden < 4 Läsionen in lokalisierte (milde Form) und > 4 Läsionen in generalisierte (moderate bis heftige Form) Demodikose kategorisiert. Immunsupprimierte Patienten oder junge Hunde (unter einem Jahr) sind für eine Demodikose prädisponiert. Die fokale - oder multifokale bis generalisierte nicht-symmetrische entzündliche Alopezie, Komedonen, follicular cast, Hyperpigmentierung an Gesicht, Hals, Vorderpfoten, Kruppe und Rumpf sind die klassischen Erkrankungsbilder. Grundsätzlich erscheint eine Demodikose ohne Juckreiz, welcher aber oft durch die sekundären Infektionen später auftreten kann. Zur Diagnose der Demodikose sind tiefes Hautgeschabsel, Tesafilm-Abklatsch, Trichoskopie, PCR und bei Bedarf eine Biopsie erforderlich. Die lokalisierte Form ist bei den meisten Patienten selbstheilend. Diese Patienten sollen aber alle 2-3 Woche untersucht werden, ob sie eine generalisierte Demodikose entwickelt haben. Außerdem sollte eine sekundäre Infektion durch eine Zytologie ausgeschlossen werden. Die Isoxazoline (Fluralaner, Sarolaner, Lotilaner und Afoxalaner) sind gut wirksame Präparate gegen Demodikose.
Dermatophyten (Microsporum canis, Nannizzia gypsea und Trichophyton mentagrophytes (bei Hunden in ländlichen Regionen) verursachen die Dermatophytose beim Hund, die hauptsächlich bei immunsupprimierten oder jungen Tieren auftritt, insbesondere wenn Katzen (asymptomatische Träger) im selben Haushalt leben. Außerdem scheinen Yorkshire Terrier für Microsporum canis und Jack Russel Terrier für Trichophyton mentagrophytes prädisponiert zu sein. Die klassischen Krankheitsbilder beim Hund sind fokale bis generalisierte nicht-symmetrische entzündliche Alopezien, follicular cast, Schuppen, Follikulitis, Furunkulose, Onychomykose und Kerion (multiple oder solitäre noduläre Läsionen) auf Gesicht und Extremitäten, welche häufig ohne Juckreiz vorkommen. Zur Diagnose der Dermatophytose sind die Pilzkultur und Dermatophyten-PCR, Trichoskopie, Wood’sche Lampe sowie manchmal eine zytologische Untersuchung sinnvoll. Ein zoonotisches Potenzial, insbesondere für Kinder und immunsupprimierte Menschen, durch infizierte Tiere macht eine Therapie notwendig.
Die lokalen und systemischen Antimykotika aus der Gruppe der Imidiazole (Enliconazol, Itraconazol, Ketoconazol, Miconazol, Clotrimazol) sind die wirksamsten Präparate gegen Dermatophyten.
Die bakterielle Infektion der Haut tritt selten als Primärerkrankungbeim Hund auf, aber sehr häufig sekundär zu Hauterkrankungen wie Allergien, Parasiten und Keratinisierungsstörungen sowie Endokrinopathien. Die Pyodermie wird anhand der Tiefe der betroffenen Schichten in Oberflächenpyodermie (pyotraumatische Dermatitis, Intertrigo), oberflächliche Pyodermie (Impetigo, mukokutane Pyodermie,bakterielle Follikulitis) und tiefe Pyodermie (interdigitale Furunkulose, pyotraumatische Furunkulose, nasale Furunkulose) klassifiziert. Die Pyodermie zeigt klinisch entzündliche nicht-symmetrische Alopezie, epidermale Kollaretten, exfoliative Dermatitis, Papeln, Pusteln, Krusten usw. Die zur Diagnostik eingesetzten Untersuchungsmethoden sind Zytologie, bakterielle Kultur zur Keimisolierung und Antibiogramm zur Auswahl des Antibiotikums und eventuell eine Biopsie. Die lokale Behandlung sollte mit antiseptischen Präparaten wie z.B. Chlorhexidin Shampoo durchgeführt werden. Systemische Behandlung kann bei Erstinfektionen mit empirisch eingesetzten Wirkstoffen wie Cephalexin oder Amoxicillin-Clavulansäure (mindestens 3 Wochen oder eine Woche nach der Abheilung der Symptome) durchgeführt werden.
Zu den Ursachen für nicht-entzündliche Alopezien gehören hormonelle Erkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion, Nebennierenüberfunktion (Cushing-Syndrom), Hyperöstrogenismus, Sertolizelltumor oder Dysfunktionen/Dysplasien der Haarfollikel, wie z. B. Alopezie X, follikuläre Dysplasie und Farbmutantenalopezie.
Im Falle der nicht-entzündlichen Alopezie ist die darunter liegende Haut intakt und ohne jegliche Veränderung. Dieses Alopeziemuster ist grundsätzlich symmetrisch und ohne Juckreiz, obwohl Juckreiz durch Sekundärinfektionen (bakterielle Infektionen, Malassezien-Dermatitis) hinzukommen kann und dadurch ein entzündliches Muster entsteht. Daher ist es essenziell, ein initiales Bild der Hautveränderung zu eruieren. Außerdem sind die Anamnese und klinische Symptome wichtige Faktoren, um die Verdachtsdiagnosen stellen zu können.
Die Schilddrüsenunterfunktion oder Hypothyreose ist die häufigste Erkrankung mit symmetrischer nicht-entzündlicher Alopezie beim Hund. Neben den klassischen Hautveränderungen (nicht-entzündliche, symmetrische Alopezie in 60-80% der Fälle eventuell mit Sekundärinfektionen) sind Gewichtszunahme, Bradykardie, Lethargie, Apathie, Unfruchtbarkeit, Störung der Libido und Hypothermie typische klinische Anzeichen der Hypothyreose. Des Weiteren sind Blutparameter wie Cholesterol, ALP, ALT und Kreatinkinase teilweise erhöht und es kann eine milde, nicht regenerative Anämie bestehen. Erniedrigtes Total-T4 und freies T4 mit gleichzeitig erhöhtem TSH sind die klassischen Laborbefunde einer Hypothyreose. Die Therapie startet mit der Dosierung 10µg/kg Levothyroxin zweimal täglich.
Hyperadrenokortizismus (HAC) oder Cushing-Syndrom kann spontan oder iatrogen (durch Verabreichung von Glukokortikoiden) vorkommen und verursacht oft eine symmetrische nicht-entzündliche Alopezie beim Hund. Demodikose sollte bei den Patienten mit HAC insbesondere im Falle des Vorhandenseins von Komedonen ausgeschlossen werden. Hypercholesterinämie, erhöhte ALT- und ALP-Aktivität, erniedrigtes Total-T4 (wegen der inhibitorischen Wirkung durch Kortikosteroide) und niedriges spezifisches Gewicht des Harns (<1,015) sind typische Laborbefunde bei HAC. Die spezifischen diagnostischen Tests sind Low-Dose-Dexamethason-Suppressionstest (LDDST, Goldstandard bei spontanem HAC), ACTH-Stimulationstest (Diagnose des iatrogenen HACs und Kontrolle der Therapie) und gegebenenfalls bildgebende Verfahren und Biopsie. Trilostan ist ein wirksames Präparat gegen HAC. Die Anfangsdosierung von 1-2 mg/kg am Tag ist bei den meisten Patienten wirksam, es kann jedoch in Ausnahmefällen bis zu 10 mg/kg erhöht werden.
Die Pathogenese der Alopezie X ist bisher nicht vollständig aufgeklärt. Die prädisponierten Rassen sind Zwergspitz, Chow-Chow, Siberian Husky, Alaskan Malamute und Samojede. Die symmetrische nicht-entzündliche Alopezie an Hals, kaudalen Oberschenkeln und Rumpf sind die dermatologischen Symptome, die ohne systemische Störungen vorkommen. Die Hautsymptome können sowohl vor als auch nach der Kastration vorkommen. Die Diagnose wird durch den Ausschluss anderer Erkrankungen, v.a. von Endokrinopathien, sowie eine Biopsie gestellt. Es gibt verschiede Therapiemöglichkeiten für Alopezie X.
Sie können eine symmetrische nicht-entzündliche Alopezie mit Hyperpigmentation beim Hund verursachen. Saisonale Flankenalopezie (SFA), Schablonenkrankheit (pattern baldness), Follikeldysplasie beim Dobermann, Rotweiler usw. gehören dazu. Die saisonale Flankenalopezie (SFA) ist die häufigste Krankheit dieser Kategorie. Der Haarverlust beginnt im Frühling oder im Winter und die Haare wachsen nach 3-6 Monaten wieder nach. Daher könnte ein Melatoninmangel die Ursache des Haarverlustes sein. Die prädisponierten Rassen sind z.B. Boxer, Bulldogge, Airedale Terrier, Schnauzer. Die Diagnose kann durch die Anamnese und den Ausschluss anderer Erkrankungen gestellt werden, eine Biopsie kann die Verdachtsdiagnose absichern. Da Melatonin (3-12 mg pro Hund zweimal am Tag für ca.
Die CDA kommt bei Hunden mit verdünnter Fellfarbe vor bzw. die Dysplasie der schwarzen Haare im Bereich des schwarzen Fells. Die Haare sind durch die Melaninmissbildung sehr fragil. Melaninklumpen bzw. Makromelanosome, die in den Haarschäften mittels trichoskopischer Untersuchung gefunden werden können, sind hinweisend darauf. Eine definitive Diagnose kann jedoch nur durch eine pathohistologische Untersuchung gestellt werden.
Anagenes Effluvium ist eine akute Haarzyklusstörung bzw. Telogenes Effluvium hat einen langsameren Verlauf. Mangelernährung, Stress, Trächtigkeit oder Geburt können binnen 1-2 Monaten einen Haarausfall verursachen. Diese Erkrankung ist selbstlimitierend und wenn die zugrunde liegende Ursache behoben ist, können die Haare in ca.
Eine genaue Anamnese und die klinischen Symptome sind in der Aufarbeitung von entzündlichen oder nicht entzündlichen Alopezien von besonderer Bedeutung. Da die primären Hautsymptome bei nicht-entzündlichen Alopezien durch sekundäre Infektionen überlagert werden können, sollten bei allen alopezischen Patienten Abklatschpräparate (Zytologie oder Tesafilm) zum Ausschluss von sekundären Infektionen genommen werden. Routine-Laboruntersuchungen (Blutchemie, Harnuntersuchung) sollten durchgeführt werden, speziell bei Verdacht auf Endokrinopathien auch spezifische Tests.
Zur Diagnose von Haarausfall bei Yorkshire Terriern können verschiedene Tests durchgeführt werden:
Die Therapie orientiert sich stark an der jeweiligen Ursache für den Haarausfall bei Ihrem Hund. Während bei allergischen Reaktionen häufig Kortison-Präparate eingesetzt werden, erfolgt die Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion durch die lebenslange Verabreichung von Schilddrüsenhormonen. Eine Nebennierenüberfunktion kompensiert der Tierarzt durch die Gabe von Steroid-Präparaten.
Die Behandlung von Haarausfall hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Hier sind einige gängige Behandlungen:
Neben der Behandlung der zugrunde liegenden Ursache können auch unterstützende Maßnahmen wie eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Fellpflege und Stressreduktion helfen, das Haarwachstum zu fördern.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt nicht die Beratung durch einen Tierarzt. Wenn Ihr Yorkshire Terrier unter Haarausfall leidet, suchen Sie bitte einen Tierarzt auf, um eine genaue Diagnose und eine geeignete Behandlung zu erhalten.
tags: #Yorkshire #Terrier #Haarausfall #Ursachen
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.