World of Warcraft: Wenn Sagenwesen in Azeroth wieder zum Leben erwachen

Habt ihr manchmal, wenn ihr auf euren Abenteuern in WoW ein neues Monster trefft, das Gefühl: "Hey, dich kenne ich doch, aber irgendwie habe ich dich anders in Erinnerung ... "? Das könnte daran liegen, dass viele Bewohner Azeroths den Wesen aus den unterschiedlichsten Sagenwelten unseres realen Planeten nachempfunden sind. Manchmal haben Blizzards Gamedesigner sich sehr nahe an das Original gehalten und andere Male ist die künstlerische Freiheit sprichwörtlich mit ihnen durchgegangen.

Das Ergebnis ist eine kunterbunte Spielewelt, in der Helden oft den einen oder anderen alten Bekannten wiedertreffen. Auf den folgenden Seiten stellen wir euch sowohl die realweltlichen Originale als auch ihre azeroth'schen Geschwister in alphabetischer Reihenfolge vor. In diesem Teil findet ihr alles von B wie Banshee bis M wie Minotaurus, während es nächstes Mal dann mit N wie Naga weitergeht.

Banshee

Die ersten Geschichten über Banshees stammen aus der keltischen Mythologie. Diese Geister sind fast ausnahmslos weiblich, mit typisch totenbleicher Haut und langen weißen oder schwarzen Haaren. Die Augen von Banshees sind leuchtend rot verfärbt, da sie ständig weinen - die Geisterfrauen gelten nämlich als Vorboten des Todes und entsprechend düster ist ihr Gemüt. Berühmt sind Banshees für ihren außergewöhnlichen Gesang, der irgendwo zwischen Klagen und Kreischen liegt und angeblich sofort jeden töten kann, der ihn hört. Wer nicht gleich davon stirbt, wird zumindest wahnsinnig. Interessanterweise ist der Bansheegesang ausgerechnet für jenen Menschen unhörbar, dessen baldiges Ableben die Todesbotin ankündigt.

In World of Warcraft sind Banshees ebenfalls weibliche Geister. Meist handelt es sich bei ihnen um Elfendamen, die gewaltsam ums Leben gekommen sind und die nach ihrem Tod zu einer schemenhaften Existenz verdammt wurden. Trauernd und lamentierend streifen sie durch Azeroth, teilweise nur einen Schritt vom Wahnsinn entfernt. Der Lichkönig rekrutierte viele Banshees für seine untoten Armeen und verwandelte auch die Elfe Sylvanas Windläufer zu einer. Sylvanas stand allerdings nicht besonders lange unter seiner Kontrolle und schwang sich bald zur Königin der Banshees auf.

Sylvanas Windläufer als Banshee-Königin

Basilisk

Sie sind die Könige der Schlangen und geistern bereits seit der Antike durch die Vorstellung der Menschen. Im Mittelalter wurden Basilisken häufig als Mischwesen zwischen Schlange und Hahn dargestellt, teilweise sogar mit Flügeln (in dem Fall nennt man sie Cockatrice). Allen Basilisken ist ihr versteinernder Blick gemein und als wäre das nicht genug, ist ihr Atem zudem tödlich giftig. Der allererste erwähnte Basilisk soll in Libyen gelebt haben und war nur winzige 24 Zentimeter groß. Seine geringe Körpergröße machte er mit den Fähigkeiten wett, Steine zu sprengen und Pferde samt Reitern zu Tode zu atmen.

Im Vergleich dazu sind Azeroths Basilisken wahre Giganten. Sie erinnern von der Gestalt her eher an übergewichtige und sehr schwer gepanzerte Krokodile. Wie ihre mythischen Vorbilder sind auch sie in der Lage, Lebewesen allein mit ihrem Blick zu versteinern - zumindest, wenn sie gerade nicht hungrig sind. Basilisken leben gerne in der Nähe von magischen Gesteinsformationen und sind nicht weiter gewalttätig, solange man sie in Ruhe lässt.

## Dämonen

Dämonen sind toll. Man kann sie beschwören, versuchen, sie zu kontrollieren und sich am Ende sogar von ihnen verspeisen oder versklaven lassen, je nachdem. In der christlichen Tradition gibt es die Dämonologie als Lehre von den Dämonen, damit oben Gennantes seltener vorkommt. In ihrer ursprünglichen Form galten Dämonen als Geister oder Schicksalsmächte und insbesondere Naturreligionen neigten dazu, überall launische Dämonen zu sehen, die den Menschen aber nicht zwangsläufig böse gesinnt waren. Zu den verdammenswerten Verbündeten des Teufels wurden die Dämonen erst unter christlichem Einfluss.

Dämonen kommen überall vor und scheinen keine besondere Klimazone zu bevorzugen. Anders verhält sich das in WoW. Hier sind die Dämonen keine natürlichen Bewohner der physikalischen Welten. Sie stammen aus dem Wirbelnden Nether und drangen ganz gezielt in die unterschiedlichsten Welten ein, um dort Chaos und Vernichtung zu säen. Hexenmeister können Dämonen beschwören, damit ihnen diese zu Diensten sind (juhu, so gibt es noch mehr Dämonen in Azeroth). Vom Aussehen her sind Dämonen recht stereotyp: Hörner, Hufe, mehrere Arme und Fledermausflügel?

## Drachen

Der Drache hat in der Mythologie eine lange Tradition. Während Drachen in unseren Breitengraden als feindliche und gierige Echsen dargestellt werden, gelten sie in der traditionellen chinesischen Mythologie als gutartige Gottheiten (zur besseren Unterscheidung von ihren bösen europäischen Nachbarn Lóng genannt). "Unsere" Drachen sind Mischwesen aus Reptilien und Vögeln, haben Schuppen und können Feuer speien.

In Azeroth leben sowohl gutartige als auch richtig fiese Drachen. Jeder Drache gehört hier einem eigenen Schwarm an, von denen es mehrere gibt. Drachen eines bestimmten Schwarms haben immer dieselbe Schuppenfarbe. Ursprünglich war es die Aufgabe der Drachenschwärme, über ihnen zugeteilte Aspekte Azeroths zu wachen, teilweise tun sie das auch heute noch. So sind die Bronzedrachen beispielsweise die Hüter der Zeitlinie. Die Drachen Pandarias stehen außerhalb dieses Systems.

Chinesischer Drache (Lóng)

## Dryade

Genau genommen ist die Dryade eine Untergattung der Nymphe und damit ein weiblicher Naturgeist aus der griechischen Mythologie. Diese Baumnymphen sind an ihren Baum gebunden, weshalb sie ihren Heimatwald nicht verlassen können. Es gibt sogar Dryaden, die eine so enge Bindung mit ihrem Baum eingegangen sind, dass sie sprichwörtlich mit ihm verschmolzen sind. Dryaden haben ein leichtes, friedliches Gemüt und tänzeln spielerisch durch ihr sehr langes Leben.

Alle Dryaden, die in Azeroth leben, sind Töchter des Halbgottes Cenarius. Sie sehen wie zentaurenartige Mischwesen aus Elfen und Rehen aus, und leben bevorzugt in alten Wäldern, die von ihnen beschützt werden. Die Traumläufer bevölkern Val’sharah.

A Journey To Find The Perfect Dryad Remedy - Wow Dragonfly

## Einhorn

Nichts ist edler als ein Einhorn. Diese pferdeartige Sagengestalt mit dem Spiralhorn auf der Stirn gilt seit dem Mittelalter als Symbol für alles Gute. Bereits in der Antike wurde von Einhornsichtungen berichtet - interessanterweise in Indien - und auch im Mittelalter und danach sollen Weltreisende immer wieder Einhörner getroffen haben. Davon erzählte nicht nur Marco Polo voller Stolz.

Das ging so weit, dass eine Reise von den Daheimgebliebenen nur dann als glaubwürdig erachtet wurde, wenn der Reisende zumindest ein Einhorn getroffen hatte. In World of Warcraft spielen Einhörner eine eher untergeordnete Rolle. Trotzdem gibt es einige Tiere, die von der Optik her Einhörnern gleichen. Tyrande ist eine der prominentesten Elfen in der WoW-Geschichte.

## Elfen

Sagengestalten verwenden wir Elfe der Einfachheit halber als Überbegriff für einige sehr unterschiedliche Kreaturen: Feen, Pixies, Alben, Wichtel, klassische Elfen und die menschengroßen Elben aus Mittelerde fallen alle unter diesen Begriff. Vielen Elfen ist ihre zarte Gestalt gemein. Sie sind in der Lage, Magie zu wirken und haben häufig spitze Ohren, manchmal auch libellenartige oder schmetterlinghafte Flügel. Ihnen wird im Volksglauben nachgesagt, menschliche Babys gegen ihre eigenen Wechselbälger auszutauschen.

Je nach Elfenart handelt es sich bei den Elfen mal um naturverbundene, friedfertige Wesen, andere Male um freche Plagegeister oder sogar um nächtlich umgehende Alptraumkreaturen. Gerade die Alben aus der mittelalterlichen Vorstellung sind finstere Kreaturen, die Menschen im Schlaf mit Alpträumen plagen und die eher mit Dämonen verwandt sind als mit der frechen Tinkerbell aus "Peter Pan". Vor dem Start von Shadowlands war das auch in WoW so. Die unterschiedlichsten Elfenarten zeichnen sich durch spitze Ohren, auffällige Augenbrauen und ihre ungefähr humanoide Körpergröße aus. Sie sind durch und durch magische Wesen.

Man unterscheidet Fal'dorei (Spinnenelfen), Kal'dorei (Nachtelfen), Quel'dorei (Hochelfen), Ren'dorei (Leerenelfen), Sin'dorei (Blutelfen) und Shal'dorei (Nachtgeborene). Seit Shadowlands wird die Gattung der elfenartigen Kreaturen noch durch die Nachtfae erweitert. Diese kleinen, geflügelten Wesen gleichen eher der typischen Vorstellung einer Fee oder eines Pixies. Sie sind die heiteren und verspielten Wächter des Ardenwalds.

Verschiedene Elfenarten in World of Warcraft

## Engel

Engel sind die geflügelten Boten des Himmels. Sie haben ihren eigentlichen Ursprung in den religiösen Lehren des Christentums, des Islams und des Judentums. Aber auch in älteren Religionen, wie im alten Ägypten, finden sich engelsartige Kreaturen, die hier eher Halbgötter als fromme Gotteskinder sind. Wie die Menschen wurden die christlichen Engel von Gott erschaffen, um ihm zu Diensten zu sein.

Im Gegensatz zu den Menschen sind sie jedoch brav, ordentlich und ohne Fehl (von gefallenen Engeln wie Lucifer mal abgesehen). Durch viele Erweiterungen hindurch gab es keine richtigen Engel in WoW. Am nächsten kamen ihnen noch die Val'kyr in Odyns Gefolge. Allerdings sind die Val'kyr eher geflügelte Kriegerinnen nach nordischem Vorbild als spirituelle Führer. Seit Shadowlands kennen wir nun das Volk der Kyrianer, die so engelartig sind, wie es nur geht.

## Elementare

Richtig handfeste Elementare, wie wir sie aus unserer durch WoW geprägten Vorstellung kennen, gibt es in der klassischen Mythologie nicht. Wohl aber sind Naturgeister und Elementargeister alte Bekannte. Die Vorstellung von belebten Elementen geht (wie könnte es anders sein) auf die alten Griechen zurück. Paracelsus ordnete in seiner einflussreichen Vier-Elemente-Lehre jedem Element eine Gattung von lebendigen Geistern zu. Er unterschied Wassergeister (Nymphen), Luftgeister (Sylphen), Erdgeister (Pygmäen) und Feuergeister (Salamander).

Die Elementare, die Azeroth bevölkern, gehören ebenfalls immer einem bestimmten Element an, wobei die Liste etwas länger ist und auch sonderbare Mischformen enthält. So gibt es neben den Grundelementen zum Beispiel Manaelementare, Schattenelementare oder Eiselementare. Bei Azeroths Elementaren handelt es sich um Naturgeister, die mächtig genug sind, um eine physikalische Form anzunehmen.

## Greif

Der typische Greif ist ein Mischwesen aus Löwe und Raubvogel, der die körperlichen Vorteile beider Seiten in sich vereint. Der Mythos des Greifen geht auf die Kulturen des alten Orients zurück, erst später schwappte er auf Europa über. Noch bis ins Mittelalter und darüber hinaus glaubten die Menschen, dass Greifen tatsächlich existieren.

Im Gegensatz zu Drachen oder Basilisken, die einen sehr schlechten Ruf hatten, waren Greifen gemeinhin beliebt und galten als gute, treue Wächter. Greifen sind in WoW beliebte Reittiere der Menschen und Zwerge; insbesondere für den Wildhammerclan sind sie kaum aus der Kultur wegzudenken. Greifenähnlich sind außerdem die gefiederten Hippogryphen. Hier werden nicht Löwe und Raubvogel vermischt, sondern Hirsch und Rabe.

## Harpyie

Kennt ihr die Darstellungen von wunderschönen, vollbusigen Harpyien, deren Federn gerade nur die wichtigsten Körperstellen bedecken? Da sahen die Harpyienurahninnen ganz anders aus! Noch im 17. Jahrhundert war an den Mischwesen nämlich gar nichts sexy. Stattdessen wurden sie als einfache Vögel mit weiblichen Köpfen dargestellt - ganz schön creepy. Ihren Ursprung haben die Harpyien in der griechischen Mythologie, wo sie als Töchter des Meerestitanen Thaumas galten.

Betrachtet man die Harpyien in Azeroth, dann wird schnell klar, dass sie eher mit den modernen Vogelfrauen verwandt sind, als mit den griechischen Titanentöchtern. Jedenfalls stammen die Harpyien im Spiel entweder direkt von Aviana ab oder es handelt sich bei ihnen um verfluchte Nachtelfinnen.

## Hydra

Hydras gibt es in unterschiedlichen Farben und Ausführungen. Berühmt wurde die Hydra als Monster nicht zuletzt wegen des heroischen Kampfs, den sie dem griechischen Helden Herakles in den alten Geschichten lieferte. Wenn man ihr einen Kopf abhackt, wachsen an der Stelle zwei neue nach, was einen Sieg zugegebenermaßen schwierig gestaltet - insbesondere, wenn der Held vor allem das Kopfabhacken als seine Kampfstrategie auswählt.

Dagegen ist die durchschnittliche Hydra in WoW sehr leicht zu besiegen; das Kopfnachwachsding zog bisher nur die Riesenseeschlange Serpentrix im Auge Azsharas ab, die rein optisch eine Verwandte der Hydras sein könnte. Hydras sind unterschiedlich intelligent und leben als Amphibien stets in Wassernähe, wo sie den Unvorsichtigen zum Verhängnis werden. Im Allgemeinen haben sie starke Selbstheilungskräfte und können kräftig zubeißen.

## Mantikor

Der Mantikor treibt die Sache mit den Mischwesen auf die Spitze; in ihm vereinen sich Löwe, Drache und Skorpion. Manchmal hat er dazu auch noch das Gesicht eines Menschen, was nicht zu seiner allgemeinen Attraktivität beiträgt. Geschichten über den Mantikor stammen vor allem aus persischen Sagen. Dabei versteht es sich quasi von selbst, dass dieses Monster da als Menschenfresser nicht sehr gut wegkommt. Wesentlich beliebter sind da die Wyvern, zahme Verwandte des Mantikor, wie wir sie aus Azeroth kennen.

Gezähmt sind sie wunderbare Reittiere und auch in freier Wildbahn sind sie nicht allzu gefährlich, solange man sie in Ruhe lässt.

## Minotaurus

In der griechischen Mythologie ist der Minotauros ein wahres Ungeheuer, ein böser Mensch mit einem Stierkopf. Passieren konnte dieses anatomische Wunder, als Zeus in Stierform mit der durch und durch menschlichen Europa ein Kind zeugte. Dieser Sohn war Minos und der Minotauros ist sein Enkel. Minos Frau führte nämlich die Familientradition mit den Stieren fort und wählte einen Stier als Vater ihres Sohnes - statt des armen Minos, mit dem sie ja verheiratet war (zugegeben, da hatte auch ein zorniger Gott die Finger im Spiel).

Zum Glück für alle Beteiligten kennt das Volk der friedliebenden Tauren in WoW die verstörende Entstehungsgeschichte seiner realen Vorbilder nicht. Tauren leben im Einklang mit der Natur und führen meist ein beschauliches, schamanistisches Leben.

Tauren in World of Warcraft

tags: #wow #salamander #schuppen

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