Woraus bestehen Haare und Schuppen? Eine detaillierte Analyse

Um die Gesundheit und das Aussehen unserer Haare zu verstehen, ist es wichtig, ihre Zusammensetzung und die Faktoren zu kennen, die sie beeinflussen können. Dieser Artikel beleuchtet die Bestandteile des Haares, die Ursachen von Schuppen und die Rolle von Kollagen für die Haargesundheit.

Die Zusammensetzung des Haares

Jedes einzelne Haar besteht zu rund 80 Prozent aus Keratin (Eiweißen). Wasser macht 10 bis 15 Prozent aus, der Rest sind Pigmente, Mineralien und Lipide (Fette).

Der Schaft der Haarstruktur besteht aus drei Teilen:

  • Die Cuticula: Die äußere Schicht des Schafts. Die Cuticula ist transparent und verleiht den Haaren einen besonderen Glanz. Wenn sie gesund ist, fühlt sich die Schuppenschicht glatt an.
  • Der Kortex: Als mittlere Schicht verleiht der Kortex dem Haar sein Aussehen, seine Textur und seine Elastizität. Hier befindet sich Melanin, das Pigment, das dem Haar seine Farbe verleiht. Eumelanin sorgt für die dunkle Färbung des Haares und ist für die Absorption von UV-Licht verantwortlich.
  • Das Mark: Das Mark befindet sich im innersten Teil der dicken, groben Haare. Die Wissenschaftler sind noch dabei zu untersuchen, ob das Rückenmark eine zentrale Funktion hat.

Die äußere Schicht des Haares bildet die sogenannte Cuticula oder Schuppenschicht. Sie umhüllt die Cortex (Rinde), die rund 80 Prozent des Haaranteils ausmacht.

Die Haarfarbe wird durch farbige Pigmente in den Haarfollikeln bestimmt. Sie werden durch Pigmentzellen gebildet. Diese Pigmente wandern durch feine Kanäle in die Keratin- oder Hornzellen des Haares, durchsetzen sie und bilden so die Haarfarbe. Es gibt zwei verschiedene Melanin-Typen: die größeren schwarz-braunen Eumelanin-Pigmente und die wesentlich kleineren rot-gelben Phäomelanin-Pigmente.

Im Grunde ist graues Haar gar nicht wirklich grau, sondern ein Mix aus farblosen und pigmentierten Haaren, der grau erscheint. Weißes Haar entsteht, wenn die Pigmentzelle ihre Melanin-Produktion drosseln. Pigment innerhalb der Keratinfasern der Haare. Je nach Menge sorgt es für dunklere oder hellere Haare. Im Alter nimmt die Bildung von Melaninen ab, das führt dann zu grauen bzw. weißen Haare.

Ob wir dickes oder dünnes Haar haben, liegt in unseren Genen. Als fein gilt in Europa ein Haar, das einen Durchmesser von 0,04 bis 0.06 mm hat. Normal ist ein Haar zwischen 0,06 und 0,08 mm und als dick wird es zwischen 0,08 und 0,1 mm bezeichnet. Asiatisches Haar ist im Vergleich zu europäischem Haar deutlich dicker, der Durchschnitt in Asien liegt zwischen 0,08 und 0,12 mm.

Der Haarfollikel ist das kleinste Organ im menschlichen Körper. Er ist nicht nur für das Haarwachstum verantwortlich, sondern auch an verschiedenen physiologischen Prozessen wie der Talgproduktion und der Regulierung der Hauttemperatur beteiligt. Funktion und Aufbau sind komplex und damit auch "fehleranfällig": Funktioniert das Organ nicht reibungslos, ist Haarausfall die Folge.

Die dermale Papille ist das physiologische Steuerzentrum des Haarwachstums. Sie versorgt das Haar mit Nährstoffen und Sauerstoff und verursacht das eigentliche Haarwachstum des Haares durch ständige Zellteilung. Pigmentbildende Melanozyten geben Melanin an die ebenfalls umliegenden Matrix-Keratinozyten ab, was dem jeweiligen Haar seine charakteristische Farbe

Durch komplexe molekulare Interaktionen bilden Neuro-ektodermale Melanozyten, epitheliale Keratinozyten und mesenchymale Fibroblasten eine haarproduzierende Einheit, wobei sich die drei genannten Zelltypen durch jeweilige Stammzellreservoire speisen.

Der Haarschaft ist der sichtbare Teil des Haares, der aus der Haut herausragt.

Die Epidermis ist die äußerste Schicht der Haut, in die der Haarfollikel eingebettet ist.

Die Dermis ist die mittlere Hautschicht, in der der Haarfollikel verankert ist.

Die Haarmenge ist abhängig von der Haarfarbe.

Ein einzelnes Haar kann mindestens 100 Gramm an Gewicht tragen, ohne zu reißen. Ein Haar bleibt sechs bis acht Jahre auf dem Kopf, dann fällt es aus. Das ist genetisch vorgegeben.

Die Phasen des Haarwachstums

Die Haare auf dem Kopf befinden sich in unterschiedlichen Entwicklungsphasen.

Die Haare auf dem Kopf befinden sich in unterschiedlichen Entwicklungsphasen:

  • Anagenphase: Der überwiegende Teil (rund 80 bis 90 Prozent) steckt in der Wachstumsphase (Anagenphase). Dabei bildet sich eine neue Haarwurzel und das Haar wächst. Diese Phase dauert zwischen zwei und sieben Jahre. In dieser Wachstumsphase teilen sich die Zellen in der Haarwurzel schnell. Es bilden sich neue Haare und verdrängen die vorherigen Haare aus der Wurzel.
  • Katagenphase: Danach folgt eine kurze Übergangsphase (Katagenphase) von zwei bis drei Wochen, in der die Zellproduktion im Haarfollikel vorübergehend aufhört. Der Follikel verengt sich dadurch, das Haar fällt aus. Rund ein Prozent der Follikel befinden sich in dieser Übergangsphase. Dies ist eine Übergangsphase, die das Ende des aktiven Haarwachstums signalisiert und zwischen zwei und vier Wochen dauern kann.
  • Telogenphase: In der folgenden Ruhephase (Telogenphase) regeneriert sich der Haarfollikel wieder, die Zellteilung beginnt und ein neues Haar kann entstehen. Nachdem sich das Haar vollständig von der Papille gelöst hat, tritt es in eine Ruhephase ein.
  • Exogenphase: In dieser Phase fällt das Haar aus. Sie können täglich bis zu 100 Haarsträhnen verlieren.

Pro Tag wächst das Haar zwischen 0,3 und 0,45 mm und im Monat 1 bis 1,2 cm.

Normal ist ein Haarverlust von 30 bis maximal 100 Haaren pro Tag. Gehen mehr Haare aus, kann das verschiedene Ursachen haben.

Ursachen und Behandlung von Schuppen

Schuppen können auf einer trockenen aber auch auf einer fettigen Kopfhaut entstehen, wenn die Kopfhaut kleinste abgestorbene Hautzellen zu früh und in zu großen Mengen abstößt. Die Ursachen sind unterschiedlich: Stress, falsche Ernährung, hormonelle Schwankungen, aber auch trockene Heizungsluft, häufiges Föhnen oder aggressive Reinigungsmittel können zu Schuppen führen.

Die Kopfhaut ist genauso aufgebaut wie die übrige Haut am Körper. Sie ist auch ähnlich empfindlich. Trotz der Haare kann sie einen Sonnenbrand bekommen, Kälte, Hitze und andere Einflüsse von außen können sie austrocknen und zu Juckreiz und Schuppenbildung führen.

Wie fast überall auf der Haut sitzen auch auf der Kopfhaut Talgdrüsen. Sie produzieren Fette, die die Kopfhaut und damit auch das Haar vor dem Austrocknen schützen. Durch genetische Veranlagung, Stress oder hormonelle Veränderungen gerät die Talgproduktion manchmal aus dem Gleichgewicht. Das führt dann entweder zu besonders schnell fettendem Haar oder zu einer sehr trockenen Kopfhaut.

Ja, Haarfollikel können “verstopfen”, wobei häufig die angeschlossenen Talgdrüsen betroffen sind. Symptome sind Pickel auf der Kopfhaut, Juckreiz, Schuppenbildung und ein fettiger Glanz. Regelmäßige, gründliche Reinigung mit geeigneten Produkten und gelegentliche Kopfhautpeelings mit AHA/BHA-Säuren helfen bei der Behandlung.

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Weitere Faktoren, die die Haargesundheit beeinflussen

Verschiedene Faktoren können den Zustand, die Textur und das Volumen Ihres Haares beeinflussen. Aber es gibt nicht nur Anzeichen für Haarausfall, sondern auch Anzeichen und Symptome, die Sie kennen sollten, damit Ihr Haar wächst.

Chronische Entzündungen können Haarfollikel dauerhaft schädigen und zu Narben und Haarausfall führen. Auch innere Entzündungsprozesse können Haarausfall fördern. Besonders problematisch sind Autoimmunerkrankungen (und damit häufig verbundener Kreisrunder Haarausfall), entzündliche Darmerkrankungen, Psoriasis und chronischer Stress. Gegen systemische Entzündungen hilft eine Ernährung reich an Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien und entzündungshemmenden Gewürzen wie Kurkuma. Je nach Schwere der Entzündungsreaktionen sind weitere, auch medikamentöse Ansätze erforderlich.

Ja, durch eine Kombination aus gezielter Pflege und Ernährung können Haarfollikel gestärkt werden. Die Ernährung sollte reich an Proteinen, Biotin, Eisen und Vitamin C sein. In der Pflegeroutine empfehlen sich milde, sulfatfreie Shampoos und das Vermeiden von heißem Wasser. Auch moderne regenerative Ansätze wie PRP-Behandlungen, Mesotherapie oder Low-Level-Lasertherapie zeigen vielversprechende Ergebnisse bei geschädigten Haarfollikeln und können diese kräftiger und widerstandsfähiger machen.

Sowohl heißes als auch kaltes Wasser wirken sich positiv und negativ auf das Wachstum unserer Haare aus. Heißes Wasser befreit feines Haar von Schmutz und fördert die Durchblutung der Kopfhaut. Allerdings kann heißes Wasser dem Körperhaar auch die natürlichen Öle entziehen, die dafür sorgen, dass unser Haar mit Feuchtigkeit versorgt wird. Kaltes Wasser hilft, das natürliche Öl der Haarstruktur zu bewahren und die Kopfhaut von Schmutz zu befreien, aber es kann das Volumen der Haarstruktur verringern.

Die Rolle von Kollagen für die Haargesundheit

Kollagen ist ein Strukturprotein, das etwa 30 Prozent des gesamten Proteins (Eiweiß) im menschlichen Körper ausmacht. Der Körper produziert Kollagen selbst, indem er Proteine aus der Nahrung in ihre Bestandteile zerlegt und diese neu zusammensetzt. Hauptbestandteile sind die Aminosäuren Glycin, Lysin und Prolin.

Da die körpereigene Kollagenproduktion ab dem 25. Lebensjahr abnimmt, glauben manche Menschen, sie müssten Kollagen über Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen. Sie hoffen, dadurch etwas für ihre Hautgesundheit zu tun, für schönere Haare und Nägel zu sorgen und einen Anti-Aging-Effekt zu erzielen.

Kollagen ist jedoch nichts anderes als ein Protein, das der Körper auch selbst herstellen kann. Kollagen-Pulver wird gar nicht benötigt, sofern Sie sich ausgewogen und proteinreich ernähren.

Hauptsächlich kommt Kollagen in tierischen Produkten wie Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch sowie Fisch vor.

Die meisten Kollagenprodukte werden aus der Haut und den Knochen von Rindern, Schweinen und Hühnern erzeugt, außerdem aus Fischhäuten und -schuppen. Durch biotechnologische Verfahren wie Fermentationsprozesse kann zum Beispiel aus der Tabakpflanze oder aus Hefe auch veganer Kollagenersatz gewonnen werden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt fünf Gramm Kollagen - aufgenommen über Nahrungsergänzungsmittel - pro Tag als unbedenkliche Menge an. Da es sich bei Kollagen um Eiweiß handelt, zahlt diese Menge auf den täglichen Eiweißbedarf eines Menschen ein.

Gruppe Empfohlene Proteinaufnahme
Menschen zwischen 19 und 65 Jahren 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht
Menschen ab 65 Jahren 1 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht
Sportlich sehr aktive Menschen 1,2 bis 2,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat gesundheitsbezogene Aussagen über Kollagen in Lebensmitteln bisher abgelehnt, da es noch nicht ausreichend wissenschaftliche Beweise für deren Wirksamkeit gebe.

Theoretisch kann es beim Verzehr von Kollagenprodukten zu allergischen Reaktionen oder Unverträglichkeiten kommen, insbesondere bei Fischallergikern, die Kollagen etwa aus Fischhäuten verzehren. Manche Kollagenprodukte enthalten weitere Stoffe wie Nicotinamid/Nicotinsäure (Vitamin B3), das bei überempfindlichen Menschen zu Gesichtsrötungen oder Hitzewallungen führen kann.

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