Du stehst vor der ersten Wäsche deines Wollpullovers oder deiner Stricksocken und bist dir unsicher, wie du vorgehen sollst? Mohair, Alpaka, Merino, Kaschmir oder reine Schurwolle zu waschen ist grundsätzlich etwas komplizierter als das Waschen von Kleidung aus Baumwolle und Acryl. Doch keine Sorge, wir erklären dir hier, worauf du grundsätzlich beim Wolle waschen achten solltest, damit du an deinen Wollprojekten noch lange Freude hast.
Natürliche Wolle ist nicht nur sensibel und pflegebedürftig, sondern hat auch viele Vorteile. Neben ihren offensichtlichen wärmenden und kuschelweichen Eigenschaften ist sie zum Beispiel geruchshemmend und antibakteriell. In vielen Fällen ist es also völlig ausreichend, Wolle gut auszulüften, anstatt sie zu waschen. Wenn das Lüften allein allerdings nicht genug ist, solltest du Wolle auf schonende Weise mit handwarmem Wasser und Wollwaschmittel reinigen.
Wolle gehört zu den ältesten Spinnfasern der Welt; neben Strick sind Tweet und Flanell zwei der bekannteren, aus Wollgarn hergestellten Stoffe. Neben Schafwolle wird besonders für Bekleidung eine Reihe anderer Wollarten verwendet, die materialspezifische Eigenschaften aufweisen. Hier ist ein Überblick:
Um Wolle tatsächlich richtig zu waschen und zu pflegen, solltest du ein paar Hinweise beachten. So gehst du sicher, dass die sensiblen Fasern nicht beschädigt werden. Um ein Kleidungsstück aus Wolle richtig zu pflegen, ist es wichtig, vorab das Pflegeetikett genau zu lesen. Es verrät dir, wie du das Textil optimal pflegen und was du unbedingt unterlassen solltest.
Hier ist eine detaillierte Anleitung, wie du deine Wollkleidung schonend per Hand waschen kannst:
Tipp: Wenn du gerade kein Wollwaschmittel zu Hause hast, kannst du zum Wolle waschen auch mildes Shampoo ohne Duftstoffe verwenden. Egal, ob du die Wolle per Hand oder in der Maschine wäschst, vermeide es unbedingt, ein herkömmliches Color- oder Vollwaschmittel zu verwenden. Diese Waschmittel enthalten teilweise Bleiche und spezielle Enzyme, die auf die natürlichen Wollfasern - im Gegensatz zu den pflanzlichen oder synthetischen Fasern - aggressiv reagieren und sie schlimmstenfalls sogar zerstören. Die Folgen sind, dass die Wolle aufquillt, die Form verliert, verfilzt und sich kleine Knötchen bilden - auch als Pilling bekannt.
Übrigens: das Wort „Handwäsche“ musst du nicht allzu wörtlich nehmen. Damit ist vor allem gemeint, dass die Temperatur gleichmäßig niedrig bleiben soll, wenn du Wolle waschen willst und deine Wolle in der Waschmaschine nicht geschleudert wird. Die meisten Waschmaschinen haben ein besonders schonendes Wollwasch- oder Handwasch-Programm mit einer niedrigen Temperatur ohne Schleudergang. Manch einer behauptet sogar, dass Wollwaschgänge noch schonender sind als die eigentliche Handwäsche. Achte hierbei aber darauf, die Trommel höchstens halb voll zu laden.
Wenn du nur ein einzelnes Teil waschen möchtest, ist es kosten- und energieschonender, die „traditionelle“ Handwäsche durchzuführen, die wir oben Schritt für Schritt erklärt haben.
Hier sind einige zusätzliche Tipps, um deine Wolle optimal zu pflegen:
Auf den Banderolen deiner Wolle sind wichtige Pflegehinweise angegeben, die du dir unbedingt notieren solltest, z.B. auf unseren praktischen Maschenprobe-Etiketten Grundsätzlich kannst du dir dazu Folgendes merken: Reine (Schur-)Wolle solltest du nur mit der Hand waschen, nicht in den Trockner legen, auf gar keinen Fall bleichen und - falls notwendig - nur mit geringer Hitze bügeln.
Neben Hitze vertragen die empfindlichen Wollfasern auch keine mechanische Belastung. Das heißt, du solltest die Wolle niemals auswringen, schleudern oder zum Trocknen aufhängen. Lege sie stattdessen auf einem Handtuch aus und ziehe sie vorsichtig in Form.
Schutz vor Schädlingen: Eukalyptus und Lavendel sind natürliche Abwehrmittel gegen Motten. Greife deshalb auf Wollwaschmittel mit diesen Gerüchen zurück, um deine Projekte vor ihnen zu schützen. Doch Vorsicht: ätherische Öle sind für Babykleidung nicht geeignet, weil sie sehr empfindlich darauf reagieren.
Lagerung: Wenn du deine Wollwäsche für ein paar Monate verstauen möchtest, lege sie am besten gefaltet an einen dunklen, trockenen Ort. Wenn du zum Beispiel einen Wollpullover aufhängst, riskierst du, dass er sich mit der Zeit stretcht und verformt.
Unser Top Tipp ist es, die Pflegesymbole auf deinem verwendeten Garn genau zu verstehen und zu befolgen.
Übrigens: Schurwolle, gerade wenn es sich um strapazierfähige Sockenwolle handelt, ist häufig mit "Superwash" ausgerüstet. Dabei handelt es sich um ein chemisches Verfahren, das erst die Fasern aufspaltet und sie anschließend mit einem chlorhaltigen, synthetischen Harz versiegelt. Auf diese Weise wird die Wolle sehr robust, filzfrei und pflegeleicht. Du kannst sie zur Reinigung problemlos in die Waschmaschine oder manchmal sogar in den Trockner legen.
Die Sache ist allerdings: Superwash ist für die Umwelt nicht ganz unbedenklich. Wenn du dich für eine umweltfreundliche, chlorfreie Superwash-Alternative interessierst, empfehlen wir dir Austermann Wolle, die mit dem ökologischen EXP-Verfahren ausgerüstet wurde.
Du verschenkst gerne deine selbstgestrickten oder -gehäkelten Sachen an deine Liebsten? Dann sind die Pflegeetiketten zum Beschriften genau das Richtige für dich. Du kannst alle wichtigen Pflegehinweise darauf festhalten und jeder wird direkt wissen, wie das Handarbeitsstück zu pflegen ist.
Schone deine Wolle am besten, in dem du sie grundsätzlich so wenig wie möglich wäschst. Wenn du Wolle in der Maschine schleuderst, wird sie zu sehr gestretcht und es entsteht übermäßige Reibung. Dadurch kann deine Wolle leider verfilzen, verformen oder es entsteht das gefürchtete „Pilling“ mit kleinen Wollknoten auf der Oberfläche der Kleidung. Achte daher darauf, deine Wollwäsche nur vorsichtig mit dem Wollprogramm oder per Hand zu waschen.
Nein, es ist nicht zu empfehlen, beim Wolle waschen Weichspüler zu verwenden, weil er zu aggressiv für die Wollfasern ist und sie beschädigen kann. Nutze stattdessen lieber speziell entwickeltes Wollwaschmittel wie das von Eucalan.
Wir lieben Baby- und Kinderkleidung aus Wolle, denn Wolle ist ein echtes Multitalent und einfach fantastisch! Sie ist kuschelig weich, wärmend und gleichzeitig atmungsaktiv - in Wollkleidung können sich unsere Kleinen rundum wohlfühlen. Gerade für Babys und Kinder mit empfindlicher Haut ist Wolle eine hervorragende Wahl.
Dank ihrer vielen tollen Eigenschaften kann Wolle immer und überall eingesetzt werden: tagsüber oder für die Nacht, als Unterwäsche oder für oben drüber, drinnen oder draußen, zu jeder Jahreszeit - Wolle ist das perfekte 24/7-Outfit!
Oft erreicht uns die Frage, ob man Wollkleidung waschen muss, bevor sie das erste Mal angezogen wird. Die Hersteller geben hierzu ganz klar an, dass ihre Wollartikel vor dem ersten Tragen NICHT gewaschen werden müssen. Die Produkte werden zu 100 % ökologisch hergestellt und Chemie und Schadstoffe, welche die empfindliche Baby- und Kinderhaut reizen könnten, kommen gar nicht erst zum Einsatz. Deshalb können Sie die neuen Wollsachen Ihren Kleinen bedenkenlos direkt anziehen.
Wolle ist aufgebaut wie das menschliche Haar. Häufiges Waschen kann es stark strapazieren. Wird es im nassen Zustand stark gerieben, kann Wolle aufrauen und verliert ihre Kuscheligkeit. Daher sollten Sie Wolle so wenig wie möglich waschen. Bei diesem Naturmaterial reicht es ohnehin oft aus, Kleidungsstücke nach einmaligen Tragen gut an der frischen Luft auszulüften. Ist die Wäsche trotzdem unvermeidlich, sollten Sie Wolle immer sehr achtsam und sanft waschen.
Bei Windeln raten wir generell vom Trockner ab, da diese nach dem Waschen ins Lanolinbad kommen. Wenn du eine Wollkur anmischst, muss die Emulsion stimmen. Was bedeutet das? Eine Emulsion ist eine ausgeglichene Vermischung von Öl in Wasser (oder andersherum). Dabei entsteht keine neue Verbindung. Das Öl verteilt sich nur gleichmäßig im Wasser, anstatt an der Oberfläche zu schwimmen.
Unser Ziel für die Wollkur ist, dass das Wollfett sich im Wasser verteilt, damit es sich ideal um die Wollfasern legen kann. Dafür benötigst du einen Emulgator, der aus dem großen Fettauge Abermillionen kleine macht. Spülmittel eignet sich gut dafür. Davon rührst du einige Tropfen in die Mischung. Das Spülmittel senkt die Grenzflächenspannung zwischen Öl und Wasser. Wie von Zauberhand sieht die Lösung durch die Vielzahl an minikleinen Fettaugen milchig-weiß aus. So kann das Wollfett perfekt in die Wolle einwirken.
Die Dehnbarkeit der Wollfaser verstärkt sich, wenn diese nass ist. Das heißt, wenn du ein nasses Wollstück aufhängst, zieht es sich mit dem Gewicht durch die Nässe in die Länge. Je größer das Teil, desto stärker der Effekt. Bei direktem Sonnenlicht verfilzt Wolle zwar nicht, aber das starke UV-Licht trocknet die Faser aus und macht sie spröde.
Wusstest du, dass die Römer abgestandenes Urin benutzt haben, um ihre wollenen Gewänder zu waschen? Der Ammoniak, der sich aus dem zersetzten Harnstoff bildet, verseift nämlich mit dem Wollfett. Das ist der Grund, warum Nachtwindeln mit Wolle als Nässeschutz weniger nach Ammoniak riechen. Urin und Fett haben einen reinigenden Effekt!
Kleidermotten lieben Wolle, da sie sich vom Keratin ernähren. Sie knabbern auch an pflanzlichem und synthetischem Gewebe, verdauen es allerdings nicht. Du kannst einen Mottenbefall verhindern, indem du die Wollsachen gründlich wäschst, bevor du sie im Schrank verstaust. Denn Hautschuppen oder andere organische Rückstände ziehen Motten noch zusätzlich an.
Abschließend haben wir die wichtigsten Tipps und Tricks zusammengefasst, die Sie beim Waschen und Pflegen von Wolle berücksichtigen sollten.
Mithilfe unserer Pflegetipps rund um das Thema „Wolle waschen“ werden Ihre neuen Woll-Pieces zu treuen Begleitern, die jedem Ihrer Looks eine elegante und gemütliche Note verleihen. Dank ihrer soften Haptik garantieren Wollpullis & Co.
tags: #wolle #waschen #anleitung
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