Wirkstoffe gegen Schuppen: Ursachen, Behandlung und effektive Lösungen

Schuppen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Obwohl sie meist harmlos sind, können sie lästig und unangenehm sein. Neben den üblichen Anti-Schuppen-Shampoos gibt es zahlreiche Hausmittel, von denen jedoch einige sogar schaden können. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Schuppen, stellt wirksame Behandlungen vor und gibt Tipps zur Pflege einer gesunden Kopfhaut.

Schuppen sind ein unschönes Problem, das oft auf die Kleidung rieselt.

Wie entstehen Schuppen?

Die Bildung von Schuppen ist ein natürlicher Prozess, da sich die Haut ständig erneuert, auch die Kopfhaut. Dabei wandern neue Hautzellen innerhalb eines Monats aus tieferen Hautschichten an die Hautoberfläche. Dort verhornen sie und werden - für das bloße Auge nicht wahrnehmbar - abgestoßen. Sichtbare Schuppen entstehen, wenn dieser Prozess gestört ist.

Es ist wichtig zu wissen, dass Schuppen nicht gleich Schuppen sind. Man unterscheidet zwischen trockenen und fettigen Schuppen:

  • Trockene Schuppen: Sie sind kleiner, locker und entstehen durch Austrocknung der Kopfhaut. Ursache ist meist eine trockene Kopfhaut. Sie entsteht, weil die Kopfhaut zu wenig Talg produziert oder zu wenig Feuchtigkeit speichert. Die weiß-silbrigen, feinen Hautschüppchen "rieseln" dann regelrecht vom Kopf und landen gut sichtbar im Schulterbereich auf der Kleidung. Häufiges Haarewaschen, zu heißes Föhnen, aggressive Pflege- und Stylingprodukte, aber auch Umwelteinflüsse wie Hitze, Kälte und trockene Heizungsluft tragen dazu bei, dass die Kopfhaut austrocknet.
  • Fettige Schuppen: Sie entstehen durch eine übermäßige Talgproduktion der Kopfhaut. Fettige Schuppen sind häufig etwas größer und haften als gelbliche Flocken an Kopfhaut und Haaren. Vor allem junge Menschen leiden häufig an fettiger Kopfhaut. In der Pubertät verändert sich der Hormonspiegel. Der Körper produziert vermehrt Talg, was zu fettigen Haaren und einer erhöhten Schuppenbildung führt.

Das kann man selbst unterscheiden, indem man ein paar Schuppen nimmt und diese zwischen den Fingern reibt. Wenn sich das ölig anfühlt, dann ist das eine fettige Kopfschuppung.

Juckende Kopfhaut kann ein Zeichen für Schuppen sein.

Hinzu kommt, dass sich ein bestimmter Hefepilz (Malassezia furfur) übermäßig vermehren kann. Der Pilz gehört zur natürlichen Hautflora. Fettige Kopfhaut bereitet ihm einen guten Nährboden. Dadurch kann er sich ungehindert ausbreiten, was zu starkem Juckreiz führt. Die Neigung zu fettiger Kopfhaut ist genetisch bedingt.

Schuppenflechte (Psoriasis): verstehen: Ursachen, Symptome, Diagnose & Therapie | DocTommy

Hausmittel gegen Schuppen: Was hilft wirklich?

Es gibt einige Hausmittel, die insbesondere bei trockener Kopfhaut die Schuppenbildung verringern sollen. Die Anwendung ist aber oft umständlich oder aufwändig. Zudem gibt es keine Nachweise, dass sie dauerhaft wirken. Es existieren meist nur Erfahrungswerte. Beliebt sind vor allem:

  • Aloe Vera: Spendet Feuchtigkeit und wirkt antibakteriell.
  • Olivenöl: Natürlicher Feuchtigkeitsspender bei trockener Kopfhaut, kann über Nacht einwirken, verleiht Haaren Glanz und Geschmeidigkeit.
  • Kokosöl: Natürlicher Feuchtigkeitsspender bei trockener Kopfhaut; kann wie eine Kur einmassiert und nach etwa 30 Minuten ausgewaschen werden. Nachteil: Lässt Haare fettig wirken.
  • Naturjoghurt: Wirkt beruhigend und feuchtigkeitsspendend; Joghurt wie eine Maske auf die Kopfhaut auftragen und nach zehn Minuten auswaschen.
  • Apfelessig: Als mit Wasser verdünnte Lösung aufgetragen, soll er die Talgdrüsen reinigen und den pH-Wert regulieren. Nachteil: Der Säuregehalt des Essigs kann die Kopfhaut reizen oder weiter austrocknen.
  • Backpulver: Als natürliches Peeling hilft es, vorhandene Hautschuppen zu lösen; soll entfettend und pilzhemmend wirken. Nach der Haarwäsche in die feuchte Kopfhaut einmassieren, kurz einwirken lassen und gründlich auswaschen.

Hautärzte raten von Hausmitteln eher ab, da die Dosierung nicht standardisiert ist und die Kopfhaut je nach Menge und Anwendung weiter austrocknen oder die Schutzbarriere der Haut schädigen kann. Das wiederum kann die Schuppenbildung verstärken.

Anti-Schuppen-Shampoos: Der Klassiker im Test

Viele greifen schnell zum Klassiker, dem Anti-Schuppen-Shampoo. Ob teuer oder billig: Die meisten wirken gut und pflegen das Haar. Je nach Produkt variieren die Inhaltsstoffe. Manche Hersteller setzen auf natürliche Wirkstoffe wie Weizenkeimöl. Andere verwenden chemische Wirkstoffe wie Pirocton-Olamin und Zink-Pyrithion. Sie bekämpfen bestimmte Mikroorganismen auf der Kopfhaut, etwa den Hefepilz Malassezia furfur. Hat sich dieser stark ausgebreitet, hilft ein Anti-Schuppen-Shampoo aus der Apotheke mit dem Wirkstoff Ketoconazol. Das Shampoo sollte über vier Wochen angewandt werden.

Bei Produkten aus der Apotheke reichen bis zu zwei Anwendungen pro Woche. Kommt es zu einer Besserung, kann es hin und wieder verwendet werden. Eine dauerhafte Anwendung zur Vorbeugung braucht man aber nicht.

Wirkstoffe in Anti-Schuppen-Shampoos

Anti-Schuppen-Wirkstoffe werden in Haarpflege- und Haarwaschmitteln eingesetzt, um eine übermäßige Bildung von Schuppen auf der Kopfhaut zu kontrollieren. In Shampoo-Grundlagen werden beispielsweise Clotrimazol oder Pirocton-Olamin verwendet. Diese Wirkstoffe zeigen eine wachstumshemmende Wirkung gegen Pilze und Bakterien. Diese fungistatische Wirkung spielt als Ursache der Antischuppenwirkung eine wesentliche Rolle.

Einige häufig verwendete Anti-Schuppen-Wirkstoffe sind:

  • Clotrimazol
  • Pirocton-Olamin
  • Salicylsäure

Piroctone Olamine, auch bekannt als Octopirox, ist ein Ethanolaminsalz aus der Klasse der Pyridone. Der Wirkstoff hat eine fungizide (man nennt es auch antimyzetische) und antibakterielle Wirkung. Dabei trägt es zur Schuppenreduzierung und Reinigung der Kopfhaut bei und ist daher häufig ein Bestandteil von Haarprodukten wie bspw. Das Wachstum von Bakterien, Hefen und Pilzen wird durch Piroctone Olamine gehemmt, Hautfett und Schuppen werden von der Kopfhaut gelöst sowie die Zellteilungsaktivitäten verringert. Der Wirkstoff ist im pH-Bereich 6-7 optimal wirksam und hilft auch gegen Juckreiz bedingt durch Schuppen. Es wirkt außerdem beruhigend auf die Kopfhaut. Insgesamt sorgt der Wirkstoff bei regelmäßiger Anwendung dafür, dass einem erneuten Schuppenbefall vorgebeugt werden kann und das natürliche Gleichgewicht der Kopfhaut wiederhergestellt wird. Da Piroctone Olamine ein gut hautverträglicher Wirkstoff ist, ist es für alle Haartypen geeignet. Auch eine langfristige Verwendung von Produkten mit Piroctone Olamine schädigt die Kopfhaut nicht.

Natürliche Alternativen

Einige natürliche Wirkstoffe bieten sich als Anti-Schuppen-Wirkstoffe an. Sie sind, vor allem in Kombinationen, bei Kopfschuppen-Befall in Erwägung zu ziehen.

  • Joazeiro-Extrakt: Verfügt über bestätigte Anti-Schuppen-Wirkung sowie antibiotische und antibakterielle Effizienz.
  • Usninsäure (Bartflechten-Extrakt): Hemmt die mikrobiellen Ursachen von Kopfschuppen.
  • Verochic (aus Sternanis gewonnene Shikimisäure): Wirksam gegen Bakterien und Pilze.
  • Teebaumöl: Wirkt antibakteriell, antiseptisch, keimtötend, adstringierend, fungizid, entzündungshemmend und als natürlicher Konservierungsstoff.
  • Pflanzenöle mit viel Linolsäure: Wie Sonnenblumenöl, Traubenkernöl, Olivenöl, Distelöl, Hanföl, Sojaöl, Weizenkeimöl, Nachtkerzenöl, sind für trockenes Haar, trockene Kopfhaut und trockene Kopfschuppen hilfreich.

Tipps für gesunde Kopfhaut und Haare

  • Milde, wenig tensidhaltige Haarshampoos mit feuchtigkeitsspendenden oder rückfettenden sowie pflegenden oder beruhigenden Inhaltsstoffen verwenden.
  • Haare nicht öfter als nötig waschen. Lauwarmes Wasser schont Haare und Kopfhaut. Haare immer gründlich ausspülen, Rückstände von Pflegeprodukten können die Kopfhaut belasten.
  • Weiche Bürsten verwenden; spitze Borsten reizen die Kopfhaut. Nicht zu heiß föhnen und ausreichend Abstand halten. Starke Hitze trocknet Kopfhaut und Haare aus. Keine aggressiven, zum Beispiel alkoholhaltigen, Stylingprodukte verwenden.
  • Conditioner und Kuren nicht auf der Kopf­haut anwenden - sie waschen die Anti-Schuppen-Wirk­stoffe wieder aus. Wer auf Kur und Spülung nicht verzichten will, sollte diese nur in die Längen geben.

Wann sollte man wegen Schuppen zum Arzt gehen?

Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn Juckreiz, Brennen oder Nässen auftreten. Denn auch allergische Reaktionen, Infektionen, Ekzeme oder Hauterkrankungen wie Schuppenflechte und Neurodermitis können Ursache für Schuppen sein. In solchen Fällen sind spezielle Behandlungen erforderlich.

Testergebnisse: Anti-Schuppen-Shampoos im Vergleich

Viele Shampoos helfen gut gegen lästiges Rieseln, auch für wenig Geld. An der Tabellenspitze steht oft ein Anti-Schuppen-Shampoo vom Discounter, das als einziges im Test insgesamt sehr gut abschneidet. Im Vergleich mit einem Naturkosmetik­produkt schneidet es zwar ordentlich ab - immerhin wirkt es gegen Schuppen. Im Kampf gegen das Rieseln bietet es Anhängern natürlicher Kosmetika also durch­aus eine Alternative.

Shampoo Anti-Schuppen-Wirkung Pflegewirkung Anwendung Gesamturteil
Discounter-Shampoo Sehr gut Gut Sehr gut Sehr gut
Marktführer (Head & Shoulders) Befriedigend Gut Gut Ausreichend
Naturkosmetikprodukt Befriedigend Ausreichend Ausreichend Ausreichend

tags: #Wirkstoffe #gegen #Schuppen

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen