Haarausfall Ursachen und Behandlung

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das Männer und Frauen jeden Alters betrifft. Ein täglicher Verlust von 50-100 Haaren ist normal. Von krankhaftem Haarausfall (Alopezie) sprechen Ärzte erst bei über 100 Haaren pro Tag. Der menschliche Kopf besitzt normalerweise zwischen 80.000 und 120.000 Terminalhaare [1]. Ein täglicher Verlust von 50 bis 100 Haaren ist dabei völlig normal und Teil des natürlichen Haarzyklus [2].

Es gibt unterschiedliche Arten von Haarausfall, die verschiedene Ursachen haben können. Doch bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren, ist noch normal. Erst wenn es mehr werden, spricht man in der Medizin von krankhaftem Haarausfall (Effluvium). Er sollte behandelt werden, bevor noch mehr Haare verloren gehen. Denn Haarausfall, dessen Ursache in einer anderen Krankheit, Medikamenten oder etwa Stress liegt, ist relativ gut therapierbar. Allgemein belastend am Verlust der Haare ist, dass fehlende Haare oft mit Alt sein, fehlender Dynamik und Energie gleichgesetzt werden.

Ursachen von Haarausfall

Die Ursachen für Haarausfall sind vielfältig. Zu den wichtigsten zählen die genetische Veranlagung (androgenetische Alopezie), hormonelle Veränderungen (z.B. während Schwangerschaft oder Wechseljahren), Autoimmunerkrankungen, Schilddrüsenfehlfunktionen, Medikamentennebenwirkungen und Mangelernährung.

Oft besteht eine erhöhte Empfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber männlichen Geschlechtshormonen. Dies ist die häufigste Ursache für den anlagebedingten Haarausfall [4]. Auch Eisenmangel kann ein wesentlicher Auslöser für Haarausfall sein [4].

Häufige Ursachen für Haarausfall:

  • Genetische Veranlagung (androgenetische Alopezie)
  • Hormonelle Veränderungen (Schwangerschaft, Wechseljahre)
  • Autoimmunerkrankungen
  • Schilddrüsenfehlfunktionen
  • Medikamentennebenwirkungen
  • Mangelernährung

Haarausfall bei Frauen | Was tun | Ursachen | Vorbeugung | Erklärungen | Therapie

Formen von Haarausfall

Die häufigste Form ist die androgenetische Alopezie, die bis zu 70% der Männer und 40% der Frauen betrifft [6]. Bei Männern zeigt sich diese Form typischerweise durch "Geheimratsecken" und eine Stirnglatze, während sich bei Frauen das Haar verstärkt entlang des Scheitels lichtet [3].

Eine weitere häufige Form ist die Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall), die schon im Kindes- oder jungen Erwachsenenalter auftreten kann [3]. Hierbei greift das Immunsystem die Haarfollikel an, wodurch das Haar kreisrund ausfällt.

Androgenetische Alopezie

Die androgenetische Alopezie ist die verbreitetste Form des erblich bedingten Haarausfalls. Sie betrifft bis zu 80 Prozent der Männer und etwa 40 Prozent der Frauen über 70 Jahren [3].

Bei Frauen äußert sich die androgenetische Alopezie anders als bei Männern. Statt einer vollständigen Glatzenbildung kommt es zu einer diffusen Ausdünnung des Haares, besonders entlang des Scheitels [2]. Die Haarlinie an der Stirn bleibt dabei meist erhalten.

Hormonelle Veränderungen, wie sie während der Wechseljahre auftreten, können den Haarausfall bei Frauen verstärken [5]. Ein sinkender Östrogenspiegel begünstigt dabei den Einfluss der Androgene auf die Haarfollikel. Auch Schilddrüsenerkrankungen können das Erscheinungsbild der Haare zusätzlich beeinträchtigen.

Bei Männern beginnt der Haarausfall typischerweise an den Schläfen oder über dem Scheitel und breitet sich dann Richtung Hinterkopf aus [2]. Das charakteristische Erscheinungsbild zeigt sich zunächst in der Ausbildung von Geheimratsecken, gefolgt von einer Stirnglatze. Im fortgeschrittenen Stadium bleibt oft nur noch der typische Haarkranz erhalten.

Der Verlauf ist dabei stark von genetischen Faktoren abhängig. Je früher der anlagebedingte Haarausfall einsetzt, desto schwerwiegender ist meist der weitere Verlauf [6].

Alopecia Areata

Die Alopecia areata ist eine besondere Form des Haarausfalls, bei der das körpereigene Immunsystem die Haarwurzeln angreift. Diese Autoimmunreaktion führt zu charakteristischen kreisrunden kahlen Stellen auf der Kopfhaut. Der kreisrunde Haarausfall tritt oft bereits im Kindes- und jungen Erwachsenenalter auf.

Ursachen und Symptome der Alopecia Areata

Bei dieser Form des Haarausfalls spielen genetische Faktoren eine wichtige Rolle [6]. Die Symptome entwickeln sich meist plötzlich: An einer oder mehreren Stellen der Kopfhaut fallen die Haare kreisförmig aus. Bei etwa 20% der Betroffenen zeigen sich zusätzlich Veränderungen an den Fingernägeln [6].

Die gute Nachricht: Bei etwa einem Drittel der Patienten kommt es innerhalb von sechs Monaten nach der ersten Manifestation zu einer spontanen Besserung [6]. Insgesamt sind 50-80% der Betroffenen nach einem Jahr beschwerdefrei [6].

Diffuser Haarausfall

Der diffuse Haarausfall unterscheidet sich von anderen Formen dadurch, dass die Haare gleichmäßig über den gesamten Kopf verteilt ausfallen. Hormonelle Veränderungen und Stress sind häufige Auslöser für diese Form des Haarausfalls.

Besonders nach der Geburt eines Kindes oder während der Wechseljahre kann es durch den sinkenden Östrogenspiegel zu verstärktem Haarausfall kommen [5]. Ein bedeutender Faktor ist auch die Ernährung: Eisenmangel gilt als einer der Hauptgründe für diffusen Haarausfall [4]. Die Vitamin-Versorgung spielt ebenfalls eine zentrale Rolle für gesunde Haare und eine intakte Kopfhaut.

Bestimmte Medikamente können das Haarwachstum beeinträchtigen.

Diagnose von Haarausfall

Wenn Sie über einen längeren Zeitraum verstärkten Haarausfall bemerken, sollten Sie die Ärztin oder den Arzt aufsuchen. Dies gilt insbesondere, wenn der Haarverlust plötzlich einsetzt oder sich kahle Stellen bilden. Die Diagnose von Haarausfall erfolgt durch verschiedene Untersuchungsmethoden.

Zunächst führen die Ärztin oder der Arzt ein ausführliches Gespräch, um mögliche Auslöser wie Medikamente, Erkrankungen oder Ernährungsgewohnheiten zu identifizieren. Anschließend wird die Kopfhaut gründlich untersucht, um die Art des Haarausfalls und den Zustand der Haarfollikel zu beurteilen [5].

Ein wichtiges diagnostisches Verfahren ist der Zupftest: Hierbei werden etwa 50 Haare gleichzeitig sanft gezogen. Bleiben mehr als 5 lose Haare übrig, deutet dies auf einen aktiven Haarausfall hin [3].

Für eine präzise Diagnose wird häufig ein Trichogramm erstellt, das den Anteil der Haare in verschiedenen Wachstumsphasen bestimmt. Ergänzend können Blutuntersuchungen durchgeführt werden, um mögliche Grunderkrankungen wie Schilddrüsenfehlfunktionen oder Eisenmangel zu erkennen.

Behandlung von Haarausfall

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Für die Behandlung von Haarausfall stehen verschiedene wissenschaftlich erprobte Medikamente zur Verfügung. Bewährte Wirkstoffe sind Minoxidil (80-90% Erfolgsquote) und bei Männern Finasterid. Eine frühzeitige ärztliche Diagnose ist wichtig für den Behandlungserfolg.

Für die Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung. Der Wirkstoff Minoxidil hat sich in großen Studien als effektiv erwiesen und konnte bei 80-90% der Behandelten den Haarverlust aufhalten. Bei etwa der Hälfte der Patienten konnte sogar eine sichtbare Verdichtung der Haare erzielt werden [1].

Bei Männern kommt zusätzlich das Medikament Finasterid zum Einsatz. Dieser Wirkstoff kann bei bis zu 90% der behandelten Männer den Haarverlust aufhalten und führt bei etwa 50% zu einer wahrnehmbaren Verdichtung des Haares [1]. Allerdings sollten mögliche Nebenwirkungen wie Libidoverlust oder erektile Dysfunktion beachtet werden.

Eine weitere Behandlungsoption stellt die Haartransplantation dar, die jedoch erst erfolgen sollte, wenn der Haarausfall gestoppt oder deutlich verlangsamt wurde [4].

Üblicherweise wird der kreisrunde Haarausfall mit entzündungshemmend wirkendem Kortison behandelt [3]. Die lokale Immuntherapie mit speziellen Wirkstoffen zeigt je nach Ausgangsbefund Erfolgsraten zwischen 30 und 80% [1]. Allerdings ist zu beachten, dass in bis zu 70% der Fälle auch nach erfolgreicher Therapie erneute Schübe auftreten können [6].

Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Bei Eisenmangel oder Vitamin-Defiziten steht eine ausgewogene Ernährung im Vordergrund.

Der Wirkstoff Minoxidil wird als Lösung oder Schaum direkt auf die Kopfhaut aufgetragen. Studien belegen eine beeindruckende Wirksamkeit: Bei 80-90% der Behandelten konnte das Haarwachstum stabilisiert werden.

Die Anwendung von Minoxidil erfordert Geduld und Regelmäßigkeit - der Wirkstoff muss zweimal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Bis erste Erfolge sichtbar werden, können 8-12 Monate vergehen [2]. Im ersten Jahr zeigt sich meist eine gute Wirkung, danach kann bei etwa 90% der Patienten ein Wirkungsabfall eintreten [4].

Der Arzneistoff Finasterid wird in Tablettenform eingenommen und kommt ausschließlich bei männlichen Patienten zum Einsatz.

Neben der medikamentösen Behandlung gewinnen regenerative Therapieansätze zunehmend an Bedeutung. Die PRP-Therapie (Platelet Rich Plasma) nutzt körpereigene Selbstheilungskräfte: Dabei wird blutplättchenreiches Plasma aus dem eigenen Blut gewonnen und in die Kopfhaut injiziert, um das Haarwachstum zu stimulieren [4].

Die Laserlichttherapie stellt eine weitere innovative Behandlungsoption dar. Diese Methode kann das Haarwachstum bei bestimmten Arten von Haarausfall fördern [2]. Bei der Einnahme von Finasterid können verschiedene unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Etwa 10-15% der Patienten berichten von mittleren bis starken Nebenwirkungen [4].

Eine Haartransplantation kommt als Behandlungsoption in Betracht, wenn der Haarausfall bereits gestoppt oder deutlich verlangsamt wurde [4]. Die Methode eignet sich besonders für Menschen mit kahlen Stellen durch erblich bedingten Haarausfall, bei dem die Haarwurzeln gegenüber männlichen Geschlechtshormonen überempfindlich reagieren.

Bei der vernarbenden Alopezie, bei der es zu einer dauerhaften Schädigung der Haarfollikel kommt, kann eine Haartransplantation ebenfalls sinnvoll sein. Allerdings muss der zugrundeliegende Krankheitsprozess zunächst unter Kontrolle gebracht werden.

Die modernste Technik ist die I-FUE-Methode (Follicular Unit Extraction), die besonders schonend und minimal-invasiv durchgeführt wird [4]. Bei diesem Verfahren werden einzelne Haarfollikel oder kleine Follikelgruppen von 1-2 Haaren aus gut behaarten Bereichen entnommen und in die kahlen Stellen transplantiert [2].

Die Kopfhaut wird bei dieser Methode nur minimal belastet, was zu einer schnelleren Heilung führt. Vor einer Haartransplantation muss die Ursache für den Haarausfall genau diagnostiziert werden.

Vorbeugung und Pflege

Bei einer Chemotherapie fallen die Haare beispielsweise innerhalb von 1-4 Wochen nach Behandlungsbeginn aus [5]. Eine schonende Pflege der Kopfhaut ist entscheidend, um das Haarwachstum zu unterstützen. Besonders wichtig ist es, mechanische Belastungen zu vermeiden. Zu straff gebundene Zöpfe, Dutts oder Flechtfrisuren können eine sogenannte Traktionsalopezie verursachen [4]. Schützen Sie Ihre Kopfhaut auch vor übermäßiger Hitzeeinwirkung durch Föhn oder Glätteisen.

Für die tägliche Pflege empfiehlt sich die Verwendung milder Shampoos, die speziell für empfindliche Kopfhaut entwickelt wurden. Die Wassertemperatur sollte dabei lauwarm sein, da zu heißes Wasser die Talgproduktion anregt und die Kopfhaut zusätzlich reizen kann.

Eine ausgewogene Ernährung spielt eine zentrale Rolle bei der Prävention von Haarausfall. Vitamin-Defizite und Mangelernährung können Haarausfall begünstigen.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Rosmarin das Haarwachstum fördern und den Verlust der Haare reduzieren kann. Weltweit werden bis zu 70.000 Pflanzenarten zu Heilzwecken in der traditionellen und modernen Medizin genutzt.

Allerdings wurde bisher keinem Hausmittel ein wissenschaftlich erwiesener Nutzen gegen Haarausfall als alleinige Therapie zugesprochen. Ergänzend zu einer medizinischen Behandlung können natürliche Hausmittel jedoch unterstützend wirken.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die häufigsten Ursachen für Haarausfall?

Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben. Zu den wichtigsten zählen die genetische Veranlagung (androgenetische Alopezie), hormonelle Veränderungen (z.B. während Schwangerschaft oder Wechseljahren), Autoimmunerkrankungen, Schilddrüsenfehlfunktionen, Medikamentennebenwirkungen und Mangelernährung.

Wann sollte man bei Haarausfall zum Arzt gehen?

Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn täglich mehr als 100 Haare ausfallen oder der Haarverlust plötzlich einsetzt. Auch bei der Bildung kahler Stellen sollten Sie medizinischen Rat einholen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Haarausfall?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Wissenschaftlich erprobte Medikamente wie Minoxidil (für beide Geschlechter) oder Finasterid (nur für Männer) können bei 80-90% der Behandelten den Haarverlust stoppen. Bei Mangelzuständen hilft eine gezielte Nährstoffergänzung.

Wie lange dauert es, bis Behandlungen gegen Haarausfall wirken?

Die Wirkung von Haarausfall-Behandlungen zeigt sich nicht sofort. Bei medikamentösen Therapien vergehen meist 8-12 Monate, bis erste Erfolge sichtbar werden.

Wie kann man Haarausfall vorbeugen?

Zur Vorbeugung von Haarausfall ist eine schonende Haarpflege wichtig. Vermeiden Sie mechanische Belastungen wie zu straff gebundene Frisuren.

Hinweis: Die hier bereitgestellten Informationen können einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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