Wirbel am Hinterkopf: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Viele Menschen leiden unter Beschwerden im Kopf- und Nackenbereich, die bis in Schultern und Arme ausstrahlen können. Grund dafür kann neben vielen anderen Ursachen auch der Atlas, dein oberster Halswirbel, sein.

Diese Art von Beschwerden kann durch Probleme in der Halswirbelsäule (HWS) verursacht werden. Oftmals wird das jedoch nicht ausreichend erkannt.

Halswirbelsäulen-Syndrom (HWS-Syndrom) | Häufige Ursachen - 2 einfache Übungen | Liebscher & Bracht

Was ist das HWS-Syndrom?

Der Begriff HWS-Syndrom umfasst alle Beschwerden, die im Bereich der Halswirbelsäule auftreten oder von dort ausgehen. Sprich, deren Schmerzen bis in andere Körperbereiche wie Kopf, unterer Rücken oder Arme ausstrahlen.

Die Halswirbelsäule besteht aus sieben Halswirbeln (Zervikalwirbel) zwischen Kopf und Brustwirbelsäule. Häufig wird das HWS-Syndrom durch eine akute Blockade von Wirbelgelenken hervorgerufen.

Das HWS-Syndrom hat viele Gesichter - verschiedene Symptome liegen gleichzeitig vor. Zu den häufigsten Beschwerden gehören eine versteifte Muskulatur sowie Hals- Nacken- und Kopfschmerzen mit ausstrahlenden Schmerzen in andere Körperregionen. Dabei leidet nicht jeder Betroffene zwangsläufig an allen Beschwerden.

Häufige Symptome des HWS-Syndroms

  • Nacken- und Kopfschmerzen
  • Verspannungen im Schulterbereich
  • Schwindel
  • Empfindungsstörungen wie Taubheitsgefühle
  • In einigen Fällen auch Schluckbeschwerden oder Sehstörungen

Zervikogene Kopfschmerzen

Zervikogene Kopfschmerzen werden durch eine Störung im Bereich der oberen Halswirbelsäule hervorgerufen. Der Schmerz zieht vom Hinterkopf nach vorn. Zervikogener Kopfschmerz kann von verschiedenen Symptomen begleitet sein:

  • Nackenschmerzen kommen häufig vor, aber nicht immer.
  • Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, jedoch in geringerem Ausmaß als bei Migräne
  • Diffuse Schmerzen in Schulter oder Arm
  • Selten treten Schluckstörungen, Schwindel, Tränenfluss, eine laufende Nase oder eine Schwellung im Augenbereich auf.

Ursachen des HWS-Syndroms

Die Ursachen für das Halswirbelsäulensyndrom sind sehr vielfältig. Häufig wird das HWS-Syndrom durch eine akute Blockade von Wirbelgelenken hervorgerufen.

Klassische Ursachen für eine Blockade der Halswirbelsäule können Fehlhaltung oder ein Unfall sein, aber auch eine ungewöhnliche kurzzeitige Überlastung kann zur Blockade führen. Außerdem können mit dem Alter auch Verschleißerscheinungen der Halswirbelköper häufiger in Erscheinung treten.

Eine CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion) wird in aller Regel nicht durch einen einzelnen, sondern durch mehrere Faktoren ausgelöst, die das Kausystem unterschiedlich stark belasten. Medizinisch spricht man hier von einem multifaktoriellen Geschehen. Die Belastungen können dabei in auf- sowie in absteigender Richtung auftreten.

So können Störungen der Rücken- und Nackenmuskulatur Fehlstellungen des Kiefergelenks verursachen (aufsteigende Belastung). Häufige Auslöser sind dabei angeborene oder erworbene Haltungsschwächen wie Beckenschiefstand oder Bandscheibenprobleme. Eine nicht korrekte Körperstatik führt dazu, dass sich auch das Bewegungsmuster beim Kauen verändert. Folge ist eine Fehlbelastung des Kiefergelenks.

Umgekehrt kann sich eine Erkrankung des Kauorgans aber auch auf den übrigen Organismus auswirken (absteigende Belastung). Störungen der Kiefermuskulatur können zu einer Veränderung der angrenzenden Hals- und Nackenmuskeln führen. Betroffene Patienten leiden dann vielfach an chronischen Rücken- oder Nackenschmerzen.

Diagnose des HWS-Syndroms

Zur Diagnose des HWS-Syndroms gehört zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten (Anamnese). Im Anschluss daran erfolgt für gewöhnlich die körperliche Untersuchung.

Der Mediziner testet hierbei, wie beweglich Nacken, Schultern und Arme sind und nimmt eine Etagendiagnostik, also Höheneinordnung vor. Das Anfertigen einer Röntgenaufnahme vervollständigt in der Regel die Diagnosestellung.

Aufgrund der Komplexität der Erkrankung ist hier ein interdisziplinäres Vorgehen notwendig, bei dem auf diese Erkrankung spezialisierte Kieferorthopäden oder Zahnärzte eng mit Orthopäden und bei Bedarf auch mit Ärzten und Therapeuten anderer Fachrichtungen zusammenarbeiten.

Bei CMD-Patienten bilden der Atlas und die Körperstatik den Schlüssel zum Erfolg. Der Atlas ist der erste und damit schädelnächste Wirbel, der den Kopf trägt. Bei einer geraden Wirbelsäule wird das Gewicht gleichmäßig auf beide Körperhälften verteilt. Ein verschobener Atlaswirbel bedeutet zum einen eine schiefe Auflagefläche für den Schädel, der dann nicht mehr genau senkrecht über der Halswirbelsäule liegt. Zum anderen bewirkt er eine Veränderung des Rezeptorenfeldes der kurzen Nackenmuskulatur.

Im Rahmen der orthopädischen Diagnostik werden mögliche Störungen in der Körperstatik ermittelt sowie im Rahmen einer Bewegungs- und Haltungsanalyse muskuläre Dysbalancen untersucht. In aller Regel wird dabei unter anderem auch eine 4D-Wirbelsäulenvermessung durchgeführt. Mithilfe dieses absolut röntgenstrahlungsfreien Verfahrens lassen sich die Zusammenhänge der Körperstatik schnell und exakt analysieren.

Therapie des HWS-Syndroms

Zur Behandlung selbst kommen verschiedene Methoden infrage, die sich zum Teil ergänzen und nach der Ursache des HWS-Syndroms richten.

  • Schmerzmittel mit entzündungshemmenden Substanzen wie Diclofenac oder Ibuprofen.
  • Wärme trägt zur Entspannung der Muskulatur bei, viele Betroffene empfinden diese als wohltuend und schmerzlindernd.
  • Physiotherapie dient der Stärkung der Wirbelsäulenmuskulatur.
  • Massagen helfen dabei, verspannte Muskeln zu lockern und die Durchblutung zu fördern.
  • Manuelle Therapie nutzt spezielle Grifftechniken, um Blockaden und Funktionsstörungen in der HWS zu lösen.
  • Chiropraktik fokussiert sich auf die Diagnose und Behandlung von mechanischen Störungen des Bewegungsapparates, insbesondere der Wirbelsäule.

Zur Beseitigung der ursächlichen und begleitenden Fehlfunktionen des Bewegungssystems können verschiedene Verfahren zum Einsatz kommen. Bewährt hat sich hier neben anderen manualmedizischen Verfahren unter anderem die Atlastherapie.

Aufgabe des im Bereich der CMD-Therapie erfahrenen Kieferorthopäden oder Zahnarztes ist es anschießend, den zu der neuen symmetrischen Körperstatik passenden Biss zu finden und gemeinsam mit dem Orthopäden sowie unter Umständen weiteren ärztlichen Kollegen oder Therapeuten Körper- und Bissstatik zu vereinen. Welche zahnmedizinischen Maßnahmen hier im Einzelnen notwendig sind, obliegt der Entscheidung der jeweiligen Experten.

Weitere Therapieansätze

  • Wärme & Entspannung
  • Stoßwellentherapie
  • Übungen
  • Physiotherapie & Osteopathie
  • Injektionen
  • Operation (selten)

Vorbeugung des HWS-Syndroms

Einige der Ursachen eines HWS-Syndroms liegen in der Lebensweise begründet und werden daher von jedem Menschen selbst beeinflusst. Bewegungsmangel und langes Sitzen - beides keine Seltenheit bei Büroarbeit - können Sie im Alltag durch sportliche Aktivitäten ausgleichen.

Ebenfalls wichtig zur Prophylaxe eines Halswirbelsäulensyndroms sind ein kräftiger Rücken und eine aufrechte Haltung. Um eine gesunde Körperhaltung zu erlernen und die Rückenmuskulatur zu trainieren, ist eine Rückenschule sinnvoll.

Tipps für eine gesunde Schlafumgebung

  • Am schonendsten ist das Liegen auf dem Rücken oder auf der Seite.
  • Wenn Sie Bauchschläfer sind und es sich nicht so leicht abgewöhnen können oder möchten, sollten Sie zumindest ein sehr dünnes Kopfkissen zu verwenden - oder gar keins. So bleibt die Halswirbelsäule eine annähernd gerade Verlängerung der restlichen Wirbelsäule.
  • Investieren Sie in eine hochwertige Matratze, die die Wirbelsäule und vor allem den Halswirbelbereich optimal unterstützt. Auf Höhe des Gesäßes und der Schultern sollte sie etwas nachgeben.

Es ist wichtig, der Ursache der jeweiligen Halswirbelblockade auf den Grund zu gehen. In aller Regel geht es bei Hilfe gegen eine Wirbelblockade darum, die verspannten Muskeln durch Übungen wieder zu mobilisieren und zu entspannen. Dabei können Wärme, Lockerungsübungen, Manuelle Therapie, aber auch Schmerzmittel oder Muskelrelaxanzien helfen.

Damit der muskulär-fasziale Druck vom Atlas genommen wird, solltest du regelmäßig Dehnübungen machen. Achte darauf, dass dein Kissen nicht zu hoch ist, sodass auch deine Halswirbelsäule einigermaßen gerade liegt.

Ursache Symptome Behandlung
Fehlhaltung, Unfall, Verschleiß Nacken- und Kopfschmerzen, Schwindel, Verspannungen Physiotherapie, Schmerzmittel, Wärme, Manuelle Therapie
CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion) Kopfschmerzen, Migräne, Rücken- und Nackenschmerzen, Schwindel und Tinnitus Zahnärztliche Maßnahmen, Physiotherapie, Stressmanagement

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