Wimpernverlängerung: Kosten, Risiken und Nebenwirkungen

Lange, künstliche Wimpern erfreuen sich in der Kosmetikbranche wachsender Beliebtheit. Doch bevor man mit dem Klimpern beginnen kann, ist es wichtig, sich über den Prozess, die Kosten und mögliche Risiken zu informieren.

Der Prozess der Wimpernverlängerung

Jede einzelne künstliche Wimper wird mit einem speziellen Kleber auf den eigenen Wimpern angebracht. Da allein der obere Wimpernkranz aus etwa 150 bis 250 Einzelhärchen besteht, kann eine solche Behandlung zwischen eineinhalb und drei Stunden dauern.

Materialien für Wimpernverlängerungen

Zum Verlängern oder Verdichten von Wimpern stehen verschiedene Materialien zur Verfügung:

  • Seide
  • Synthetische Fasern
  • Haare aus dem Tierreich (z.B. Nerzhaar)

Die Verwendung von echtem Nerzhaar ruft Tierschützer auf den Plan, die die Nutzung von Fell toter Tiere für die Kosmetikindustrie strikt ablehnen. Produzenten versichern jedoch, dass sie das Nerzhaar durch das Bürsten der Tiere gewinnen. Da Tierschutzgesetze in den Hauptimportländern (China und Südkorea) oft nicht existieren, ist es ratsam, vor der Behandlung nach der Herkunft der Wimpern zu fragen.

Kosten der Wimpernverlängerung

Die erste Behandlung kostet in der Regel zwischen 150 und 220 Euro. Da die Wimpern nach einigen Wochen zusammen mit den natürlichen Wimpern ausfallen, sind regelmäßige Auffülltermine notwendig, die jeweils etwa 60 Euro kosten.

Nebenwirkungen und Risiken

Das Durchhaltevermögen lohnt sich nicht immer. Es kommt vor, dass das Ergebnis gar nicht so schön ist wie erwartet, dann nämlich, wenn sich das Lid entzündet. "Es nässt, schmerzt und juckt sehr stark. Es ist sehr unangenehm und sieht dann manchmal auch noch merkwürdig aus", erklärt Professorin Christiane Bayerl. Es kann zu Kontaktallergien kommen, also Unverträglichkeitsreaktionen.

Wimpernverlängerungen werden in der Beauty-Welt immer beliebter, können aber auch mit einigen potenziell ernsthaften Gesundheitsrisiken im Bereich der Augen verbunden sein.

Häufige Nebenwirkungen:

  • Entzündungen des Lids
  • Kontaktallergien und Unverträglichkeitsreaktionen
  • Ekzeme in der Augenumgebung
  • Schwellungen am Unter- und Oberlid
  • Rötungen, Tränen, Juckreiz
  • Infektionen

Der zum Anbringen der Extensions verwendete Klebstoff kann den natürlichen Wimpernfollikel schädigen, was zu Bruch und Verlust der Wimpern führt. Ebenso können unsachgemäße Applikations- oder Entfernungstechniken zu Infektionen oder allergischen Reaktionen führen.

Die Klebstoffe, mit denen die Wimpernverlängerungen auf Ihre Wimpern geklebt werden, enthalten Chemikalien und Inhaltsstoffe (z.B. Latex), die reizend oder schädlich sein können. Sollten Sie auf eine der Chemikalien allergisch reagieren, kann es vorkommen, dass die Nebenwirkungen erst Tage später auftreten“, warnt Herr Dr. Chen.

Wimpernverlängerungen können dazu führen, dass Ihre Naturwimpern brechen oder ausdünnen. Das lässt sich weitgehend vermeiden, wenn Sie nicht an Ihren Augenlidern ziehen oder sie reiben.

Wenn sich Ihre Augen nach der Behandlung leicht gereizt anfühlen, können Sie zunächst versuchen, die Beschwerden mittels kalter Kompressen oder Allergie-Augentropfen zu lindern. Alle Symptome, die länger als 24 bis 48 Stunden andauern, sollten von einem Facharzt untersucht werden. Dies gilt vor allem bei schwerwiegenden Symptomen, wie z. B. extreme Schwellungen, Schmerzen oder Juckreiz“, empfiehlt Herr Dr. Chen.

Im schlimmsten Fall können Verletzungen der Hornhaut durch falsch platzierte oder abgebrochene Wimpern zu einer dauerhaften Verschlechterung des Sehvermögens führen.

Weitere mögliche Risiken:

  • Verlust der eigenen Wimpern durch Verletzung am Haarschaft
  • Verkalkung der Wimpernbasis
  • Hornhauterosion
  • Infektion der Hornhaut

Es ist ratsam, vor dem ersten Termin einen Allergietest durchzuführen, um das Risiko einer allergischen Reaktion zu minimieren. Dabei werden 2 bis 3 künstliche Wimpern an den äußeren Augenrand appliziert, um die Reaktion zu testen.

Symptome einer allergischen Reaktion:

  • Rötungen
  • Tränen
  • Juckreiz
  • Geschwollene Augen
  • Entzündungen am Augenlid

Alternativen zur Wimpernverlängerung

Für diejenigen, die nach einer Alternative suchen, gibt es Seren, die auf dem Lid aufgebracht werden und das Wimpernwachstum stimulieren sollen. Diese Seren enthalten oft Prostaglandin-verwandte Substanzen, die jedoch auch Nebenwirkungen haben können.

Mögliche Nebenwirkungen von Wimpernseren:

  • Rötung des Augapfels
  • Verstärkte Sichtbarkeit von Gefäßen
  • Entzündungen
  • Veränderung der Irisfarbe (in seltenen Fällen)
  • Verstärkte Pigmentierung um die Augen

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung eines Wimpernserums, das hilft, das Wachstum der natürlichen Wimpern zu stimulieren. Dieser Wimpern Booster enthält Inhaltsstoffe wie Biotin, Peptide und Panthenol, die zusammenwirken, um einzelne Wimpern zu stärken und zu pflegen, was mit der Zeit zu länger aussehenden Wimpern führt.

Dr. Tsai ergänzt: „Langzeitnutzung führt zu Wimperausfall.“Beide Optikerinnen sind sich einig, dass kleberfreie Optionen, also eine gute Mascara oder magnetische Wimpern, die bessere Wahl sind.

Wimpernverlängerung Vorher-nachher: Wir haben Wimpernextensions getestet | BEAUTY

Tabelle: Vergleich von Wimpernverlängerung und Wimpernserum

Merkmal Wimpernverlängerung Wimpernserum
Methode Anbringen künstlicher Wimpern Auftragen eines Serums zur Wachstumsförderung
Kosten 150-220 Euro (Erstbehandlung), 60 Euro (Auffüllen) Variabel, je nach Produkt
Risiken Allergien, Entzündungen, Wimpernverlust, Hornhautverletzungen Rötungen, Entzündungen, Veränderung der Irisfarbe (selten)
Dauer Mehrere Wochen (bis zum Ausfallen der Wimpern) Langfristige Anwendung für sichtbare Ergebnisse

Wichtige Hinweise für die Behandlung

  • Wählen Sie ein erfahrenes, hygienisches Kosmetikstudio mit hochwertigen Materialien.
  • Achten Sie darauf, die Augen während der Behandlung geschlossen zu halten.
  • Vermeiden Sie Wimpernverlängerungen bei Allergien gegen Augen-Make-up, Augentropfen oder Latex.
  • Brechen Sie die Behandlung bei Beschwerden wie Juckreiz oder Brennen sofort ab.

Die DOG-Expertin rät von Wimpernverlängerung und Lidstrich-Tattoo daher ab. „Vor drei weiteren kosmetischen Prozeduren an der Binde- und Hornhaut ist aus augenärztlicher Sicht sogar dringend zu warnen“, betont Messmer.

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