Wimpernserum Erfahrungen und Vergleich: Für lange, dichte Wimpern

Lange, dichte und geschwungene Wimpern ziehen die Blicke auf sich und lassen die Augen größer und wacher wirken. Anstatt auf falsche Wimpern zu setzen, bieten Wimpernseren eine Möglichkeit, die eigenen Wimpern auf natürliche Weise länger wachsen zu lassen. Doch welches Serum ist das Richtige? Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Wimpernseren, ihre Inhaltsstoffe, Wirkungsweisen und potenziellen Risiken.

Arten von Wimpernseren

Es gibt zwei Hauptarten von Wimpernseren:

  • Wimpernseren ohne Hormone: Diese Produkte setzen auf Peptide, Aminosäuren, Pflanzenextrakte und Vitamine, um die Wimpern zu pflegen, zu stärken und das natürliche Wachstum zu fördern.
  • Wimpernseren mit synthetischen Prostaglandin-Analoga (PGAs): Diese Seren enthalten hormonähnliche Substanzen, die die Wachstumsphase der Wimpern verlängern und so für längere, dichtere Wimpern sorgen. Sie sind jedoch auch mit potenziellen Risiken verbunden.

Wie wirken Wimpernseren?

Ein Wimpernserum signalisiert den Wimpern, die Anagenphase (Wachstumsphase) länger andauern zu lassen. Wie stark ein Serum diese Phase verlängert, ist individuell. Die Telogenphase (Ruhephase) kann sich bei Verwendung eines Wimpernserums zugunsten der verlängerten Wachstumsphase verkürzen, sodass die Wimpern etwas früher ausfallen als üblich.

Ein wirksames Wimpernserum kann die Wimpern tatsächlich länger und dichter aussehen lassen. Geschwungener können sie jedoch nur werden, wenn die Veranlagung dazu besteht. Bei sehr kurzen Wimpern können die zusätzlichen Millimeter eventuell eine ungeahnte Kurve hervorrufen.

Es ist wichtig, ein Wimpernserum konsequent zu verwenden, anfangs am besten täglich, damit die Wimpernhärchen tatsächlich sprießen und das Wimpernwachstum kontinuierlich angeregt wird. Auch sollte man die Dauer bis zu sichtbaren Erfolgen nicht unterschätzen. Je nach natürlicher Wimpernlänge vergehen Monate, bis die neuen, langen Härchen die alten überholen.

Anwendung von Wimpernseren

Vor der Anwendung sollte man das Make-up entfernen und ölhaltige Reiniger mit einem milden Reinigungsgel entfernen. Auch ungeschminkte Augen sollten von Sebum und Schmutz befreit werden, damit das Wimpernserum problemlos einziehen kann. Mit dem Auftragen einer Augencreme sollte man entweder eine Weile warten oder den Bereich um die Wimpern aussparen.

Man kann das klare Wimpernserum sanft einmassieren oder einfach sich selbst überlassen, bis es getrocknet ist. Verwendet man es abends, sollte man aufpassen, dass man es seitlich liegend nicht womöglich ins Kissen schmiert. Auch vor dem Schminken empfehlen wir ausreichend lange zu warten.

Wimpernbooster lassen sich auch problemlos auf den Augenbrauen auftragen, auch wenn die Hersteller es nicht als solches bewerben und ein separates Produkt für den Zweck haben. Allerdings sollte man in dem Fall besonders darauf achten, dass die Augenbrauen sauber sind, um eine Kontamination zu vermeiden. Wimpernseren sollte man ähnlich wie Mascara oder Eyeliner nicht mit anderen Personen teilen.

Man kann jederzeit mit der Anwendung aufhören. Die genährten Wimpern wachsen noch ihren ausgedehnten Wachstumszyklus (ungefähr so lang, wie man auf Erfolg warten musste), bis sich dann die Länge auf ursprünglichem Niveau wieder einpendelt.

Wimpernseren mit Prostaglandin-Analoga (PGAs)

Wimpernseren werden umgangssprachlich als »hormonhaltig« betitelt, wenn der wachstumsfördernde Inhaltsstoff zur Gruppe der synthetischen Prostaglandin-Analoga (PGAs) gehört. Bei regelmäßiger Anwendung verlängern die PGAs die Wachstumsphase der Wimpernhärchen, sodass sie später im Zyklus herausfallen. Bis dahin können sie einige Millimeter mehr als üblich wachsen und auch die Anzahl der zeitgleich vorhandenen Wimpern erhöht sich. Dadurch wirken sie nicht nur länger, sondern auch voller.

Für mehr Wimpernvolumen kann aber auch das Prostaglandin sorgen, indem es den Follikel und den Haarschaft minimal dicker macht. Denn auch die Melaninproduktion kann angeregt werden. Insbesondere für die letzte Nebenwirkung sind PGAs berüchtigt. Man sagt den Inhaltsstoffen eine Verfärbung der Haut und in einigen Fällen auch die der Iris nach. Auch hier sorgt schließlich Melanin für die Farbgebung.

Potenzielle Nebenwirkungen von PGA-Seren

  • Irritationen der Lidhaut oder des Auges (Jucken, Brennen, Tränen, Rötung)
  • Volumenverlust der Augenpartie, insbesondere des Oberlids
  • Verfärbung der Haut und der Iris
  • In seltenen Fällen: Krustenbildung, Entzündungen der Hornhaut, Wassereinlagerungen

Die EU ist aktuell sogar mitten im Bewertungsprozess, ob diese Wirkstoffe weiterhin für den Einsatz in Kosmetik zugelassen werden sollten. Um sicherzugehen, nicht zu den statisch auffälligen Anwendern zu gehören, sollte ein PGA-haltiges Wimpernserum gewissenhaft der Anleitung nach aufgetragen werden, damit es nicht ins Auge gelangt. Man sollte es zudem bei einer einzigen Verwendung täglich belassen.

Wimpernseren mit Peptiden

Als Alternative zu prostaglandin-haltigen Wimpernseren haben sich bestimmte Peptide gemausert. Es handelt sich dabei um die Bausteine von Eiweißen, die in der Kosmetik eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Peptide wirken, indem sie dem Körper signalisieren, ein Eiweiß sei beschädigt und man müsse sich um die Reparatur kümmern. Wichtig ist zu wissen, dass es sehr viele Peptide gibt, die auf unterschiedliche Weise wirken können. Die Forschung befindet sich hier noch am Anfang und es mangelt vor allem an seriösen, unabhängigen Studien. Eine Wirkung kann durchaus ausbleiben.

Ein Wimpernserum mit Peptid birgt deutlich weniger Risiken beim Wimpernwachstum als eines mit einem PGA und trumpft mit Verträglichkeit. Völlig frei von potenziellen Nebenwirkungen sind allerdings selbst sie nicht, denn auch hier können durchaus vereinzelte Irritationen auftreten. Das äußert sich beispielsweise in Rötungen, Schuppungen, Jucken oder trockenen Augen. Auch die kombinierten Inhaltsstoffe spielen natürlich eine Rolle bei der Verträglichkeit. In der Regel sollte es aber auch unproblematisch sein, ein »hormonfreies« Wimpernserum zweimal täglich anzuwenden.

Wimpernseren mit Peptiden wirken sich sichtbar auf die Wimpernlänge aus. Alle von uns getesteten Wimpernseren ohne Hormone haben ein vergleichbares Resultat erzielt. Sie unterscheiden sich vor allem in Preis, Verpackung sowie dem Gefühl auf der Haut, wobei einige etwas brannten. Sie sind eine hervorragende, potenziell sanftere Alternative zum Wimpernserum mit Prostaglandin, auch wenn das Ergebnis sichtbar kürzer ausfällt.

Mit einem Peptid-Serum kann man beim Wimpern-Wachstum sein Durchhaltevermögen prüfen, bevor man 50 Euro oder mehr für ein potenteres Serum ausgibt. Eventuell gefallen einem sehr lange Wimpern gar nicht oder stoßen an Brillengläser an.

Weitere Inhaltsstoffe in Wimpernseren

Die meisten Wimpernseren setzen zusätzlich auf unterschiedliche Pflanzenextrakte innerhalb der Rezeptur. Während man bei den meisten von einer leicht antioxidativen, schützenden Wirkung ausgehen kann, können ausgewählte durchaus auch beruhigend bis heilungsfördernd wirken. Auffällig häufig kommt der Extrakt aus Rotem Klee (Trifolium Pratense) in Wimpernseren zum Einsatz. Er kann eine stimulierende Wirkung auf Follikel haben, ist dabei jedoch nicht annähernd so potent wie zuvor erwähnte Wirkstoffe und daher eher als Goodie und nicht Alternative zu verbuchen.

Einige Extrakte gelten darüber hinaus als durchblutungsfördernd und sind ähnlich einzuordnen wie Koffein. Dazu zählen beispielsweise Extrakte der Brennnessel (Urtica Dioica), Rosmarin (Rosmarinus Officinalis), Centella Asiatica (Tigergras). Biotin im Wimpernserum ist dann doch eher der Kategorie »Marketing« zuzuordnen und bestenfalls etwas pflegend. Sicherlich ist das Vitamin für seine essenzielle Rolle bei der Neubildung von Haut- und Haarzellen bekannt. Dies bezieht sich jedoch nicht auf eine äußerliche Anwendung.

Inhaltsstoffe wie Rizinusöl zählen zu den bekanntesten Pflegeölen für Wimpern. Es handelt sich dabei jedoch um eine reine Pflegemaßnahme zum Schutz der Wimpern vor Bruch und zur Stärkung der Widerstandskraft gegenüber Reibung, beispielsweise beim Abschminken. Wenn Wimpern nach der Behandlung mit Pflanzenölen länger aussehen, dann weil sie potenziell seltener brechen oder minimal vor dem Verblassen geschützt werden. Benetzte Wimpern sehen tendenziell auch etwas dunkler aus, sodass man die sonst nahezu transparenten Spitzen etwas besser sieht, wie man es vom Effekt eines Mascaras kennt.

Allerdings ist auch Rizinusöl für die Wimpern nicht völlig bedenkenlos. Man sollte hier besonders darauf achten, die Augen täglich zu reinigen, damit das Fett die Follikel nicht verstopft. Die meisten Wimpernseren enthalten neben den verlängernden Wirkstoffen auch schützende Bestandteile, die das Irritationspotenzial senken können. Gern werden auch milde Extrakte eingesetzt.

Leider hat man hier keine Möglichkeit anhand der Liste der Inhaltsstoffe zu erkennen, ob diese Alkohol enthalten oder ein erhöhtes Allergiepotenzial aufweisen. Reagiert man auf ein Produkt, muss keinesfalls der Hauptwirkstoff die Ursache dafür sein.

Bekannte Wimpernseren im Vergleich

Hier sind einige bekannte Wimpernseren und ihre Eigenschaften:

Produkt Inhaltsstoffe Wirkung Preis (ca.)
Orphica ReaLash Eyelash Enhancer Prostaglandin-Analogon, Peptid, Extrakte Deutliches Wachstum und Volumen €50-€70
The Ordinary Lash & Brow Serum Peptide, Aminosäuren Längere, dichtere und gepflegte Wimpern €15-€25
Revitalash Advanced Eyelash Conditioner Prostaglandin, Peptid Lange, kräftige und dichte Wimpern €80-€100

Es ist wichtig zu beachten, dass die Ergebnisse und Verträglichkeit von Wimpernseren individuell variieren können. Lesen Sie vor der Anwendung die Inhaltsstoffe und Anwendungshinweise sorgfältig durch und konsultieren Sie bei Bedenken einen Arzt oder Apotheker.

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