Lange, dichte und dunkle Wimpern sind für viele ein Schönheitsideal. Kosmetische Wachstumsseren versprechen schnelle Erfolge: Einmal täglich wie Eyeliner auf den oberen Wimpernkranz gepinselt, sollen sie bereits innerhalb von vier bis sechs Wochen beachtlich nachhelfen. Woran liegt es, wenn ein Wimpernserum seine volle Wirkung nicht (mehr) entfaltet?
Kurz gesagt begann alles damit, dass man feststellte, dass viele hormonelle Medikamente angenehme Begleiterscheinungen auf das Aussehen haben. Egal ob es sich um ein Präparat für die Geburtenkontrolle, den Bluthochdruck oder den Cholesterinspiegel handelte, während der Einnahme überzeugte das Medikament nicht nur mit seiner medizinischen Wirkung. Die Patienten freuten sich über den positiven Nebeneffekt, dass Hautunreinheiten verschwanden, der Haarausfall abnahm oder die Pfunde purzelten. Diese Beobachtungen sprachen sich herum und führten zur Zweckentfremdung. Medikamente zur Linderung bestimmter Leiden wurden zu kosmetischen Zwecken verwendet, wie z.B. Augentropfen für dichtere Wimpern. Kosmetikmarken entdeckten einige der Wirkstoffe für sich und setzten sie ihren Produkten zu.
Zu verdanken ist das Wimpernwachstum dem Stoff Prostaglandin oder verwandten Substanzen. Deren Namen lauten beispielsweise Methylamido-Dihydro-Noralfaprostal (MDN), Dechloro-Dihydroxy-Difluoro-Ethylcloprostenolamid oder Isopropyl-Cloprostenate. Es ist schon eine Herausforderung, diese Fachbegriffe einfach nur fehlerfrei zu lesen oder auszusprechen. Noch schwieriger ist es, die Vorzüge und Nachteile der Inhaltsstoffe zu bewerten.
Prostaglandin und ähnliche Stoffe werden den Hormonen zugeordnet. Abhängig von ihrer Konzentration fördern oder hemmen sie das Nervensystem, auf das sie einwirken. In der Pharmazie wird diese Charakteristik z.B. genutzt, um den Augendruck bei Patienten mit Grünem Star zu senken. Doch bei damit behandelten Patientinnen und Patienten entdeckte man, quasi als Nebenwirkung, auch ein Wimpern-Plus. Worauf genau sich das zurückführen lässt, weiß man nicht. Es wird aber vermutet, dass die Wachstumsphase verlängert wird, sodass sich mehr Härchen gleichzeitig in diesem Stadium befinden und dadurch länger, dunkler und dicker nachkommen.
Die Tatsache, dass sich da was tun kann, nahmen Kosmetik-Firmen vor rund zehn Jahren jedenfalls zum Anlass, Prostaglandin-Derivate mit Zungenbrechernamen wie Norbimatoprost (früher MDN), Bimatoprost, Tafluprost oder Cloprostenol-Isopropylester auch in frei verkäuflichen Wimpernseren einzusetzen.
Experten ahnten sofort, dass die kosmetische Nutzung als hormonelles Wimpernserum kritisch zu bewerten ist. Zahlreiche Erfahrungsberichte und Studien verdeutlichen, wie begründet diese Bedenken sind. Zu den bekannten Nebenwirkungen von Wimpernpflege mit Hormonen zählen tränende, brennende und rote Augen. Vorübergehende Sehstörungen treten ebenso auf wie eine Veränderung des Fettgewebes im Anwendungsbereich. Das Auge kann dadurch insgesamt etwas absinken. Zu diesen medizinisch bedenklichen Begleiterscheinungen gesellen sich zudem optische Nachteile. Es traten z.B. auch dunkle Augenringe auf.
Gravierender und alarmierender ist ein neu entdecktes Phänomen: Prostaglandin-Derivate scheinen das Unterhautfettgewebe rund ums Auge abzubauen, sodass es nach einiger Zeit hohl wirkt und sich am Unterlid dunkle Schatten zeigen. Die einzige Lösung für das Problem: regelmäßiges Unterspritzen mit Hyaluronsäure, um die eingesunkenen Partien wieder etwas aufzupolstern.
Dass die Booster Nebenwirkungen haben können, ist schon länger bekannt. So treten bei der Hälfte aller Anwenderinnen Hautreizungen, Rötungen, Juckreiz, Trockenheit und Brennen auf, eine Verschlechterung der Sehschärfe und/ oder Kontaktlinsenunverträglichkeit. All das verschwindet meist wieder, sobald man die Seren absetzt. Doch es zeigen sich auch bleibende Effekte. So kann sich bei bis zu zehn Prozent der Nutzerinnen die Iris dunkler färben, was bei blauen, grauen oder grünen Augen dann schon ziemlich auffällt.
Diverse Produkte wurden in einigen Ländern wegen ihrer Bedenklichkeit schon vom Markt genommen. Verbraucherschützer und Mediziner raten generell dazu, um alle hormonellen Kosmetikartikel einen weiten Bogen zu schlagen. Einerseits ist der Hormonhaushalt ein ausgesprochen sensibles Gefüge, andererseits gibt es keine belastbaren Studien zu den Langzeitfolgen. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass Wimpernseren mit Prostaglandin ein recht junges Phänomen sind.
Wird ein solches Produkt abgesetzt, bildet sich die ästhetische Wirkung zurück. Wer sich durchweg lange und füllige Wimpern wünscht, muss der Augenpartie somit lebenslang Hormone zuführen.
Deutsche Behörden warnen ebenfalls vor den Wachstumsbeschleunigern, manche schon seit Jahren. So kritisieren das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Einstufung von Wimpernseren mit Prostaglandin-Derivaten als Kosmetika und empfehlen, diese vom Markt zu nehmen. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wiederum forderte 2017, dass die Booster als Funktionsarzneimittel anzusehen seien, die einer Zulassungspflicht unterliegen und in klinischen Studien getestet werden müssen. Besonders weil die Konzentration des Wirkstoffs in einigen der Seren sogar über der in verschreibungspflichtigen Augentropfen liegt.
Ein Verbot dieser Substanzen in Kosmetika konnte noch nicht durchgesetzt werden - weil ein Hersteller gegen die Forderung Widerspruch eingelegt hat, und das Verfahren bis heute vor einem Kölner Gericht läuft. Andere Länder sind da konsequenter. Die schwedische Arzneimittel-Zulassungsbehörde Swedish Medical Products Agency hat Wimpernseren mit Prostaglandin-Derivaten bereits im Herbst 2012 vom Markt verbannt. Sie warnte übrigens schon damals vor dem Verlust von Fettgewebe rund ums Auge. Die kanadische Gesundheitsbehörde verbietet laut ihrer "Cosmetic Ingredient Hotlist" seit 2015 Prostaglandine und deren Derivate als Inhaltsstoffe in Kosmetik. Und auch das australische Department of Health zog 2018 das Serum "LiLash" aus dem Verkehr, nachdem ungewöhnlich viele Anwenderinnen von geröteten, entzündeten Augen und dunklen Schatten berichteten.
Um Wachstumshormone zu identifizieren, hilft nur ein Blick in die Liste der Inhaltsstoffe. Es ist außerdem nicht immer offensichtlich, ob ein Produkt Prostaglandin enthält, da es oft unter verschiedenen Namen oder als Teil von Komplexen aufgeführt wird. Hier sind einige gängige Namen, unter denen Prostaglandin auftauchen kann:
Zunächst einmal: Der schlechte Ruf von hormonellen Wimpernseren bedeutet nicht, dass man jegliche Präparate zur Wimpernverlängerung meiden muss. Es gibt zu 100% natürliche und gleichermaßen wirksame Produkte. Mit unserem Eyelash Booster bieten wir eine komplett hormonfreie Alternative aus absolut natürlichen Inhaltsstoffen. Er enthält Koffein, was nicht nur unseren Körper wachhält. Als Wirkstoff stimuliert es nämlich auch die Haarwurzeln und fördert somit das Wachstum der Wimpern. Auch Kurkuma kennt man eher aus anderen Kontexten. Im Eyelash Booster sorgt es für dichtere Wimpern.
Wimpernseren ohne Hormone sind nicht immer so effektiv und wirksam wie die hormonhaltige Variante. Sie benötigen in der Regel mehr Zeit, bis sich sichtbare Verbesserungen feststellen lassen - dieser Zeitraum ist individuell und kann Wochen bis Monate dauern. Hormonelle Wimpernseren können eine intensivere Wirkung aufweisen, besonders in Bereichen wie Verdickung und Kräuselung. Hier können die alternativen Wirkmechanismen möglicherweise nicht dieselben Ergebnisse erzielen, wie das Pendant mit Wachstumshormonen.
Hier sind einige alternative Wirkstoffe, die klassischerweise verwendet werden:
Der feine Haarkranz rund ums Auge sieht nicht nur hübsch aus. Er schützt das Sinnesorgan vor äußeren Einflüssen. Der Körper hat deshalb selbst einen cleveren Zyklus entwickelt: Die Wurzeln bringen regelmäßig Härchen hervor, die den Platz der ausgefallenen Exemplare einnehmen. Die Lebensdauer jeder Wimper ist zwar von Natur aus begrenzt, lässt sich aber erhöhen, was sich positiv auf die Länge und die Dichte auswirkt. Wimpernhärchen lösen sich weniger schnell, wenn sie eine gesunde Struktur aufweisen und kräftig verankert sind. Eine hohe Geschmeidigkeit wirkt dem Haarbruch entgegen. Wird die Haargesundheit gefördert, kann der Wimpernkranz schon nach acht Wochen automatisch voller erscheinen.
Darüber hinaus kannst Du die Gesundheit Deiner Wimpern mit etwas Fürsorge fördern. Mascara kann z.B. zu einer unvorteilhaften Trockenheit führen, deshalb ist das sorgfältige Abschminken umso wichtiger. Fühlen sich die Augen verklebt an, neigen wir dazu, die Gesichtspartie häufig kräftig zu reiben. Besser ist es, bei Bedarf die Augenregion zu waschen und anschließend vorsichtig trocken zu tupfen. So wird nicht nur vermieden, dass sich die sensiblen Wimpernhärchen aus ihrer Verankerung lösen.
Wenn du dich für das Tragen von Augen-Make-up entscheidest, solltest du dieses vor dem Schlafengehen unbedingt entfernen. Sei beim Entfernen des Augen-Make-ups besonders sanft, um ein unnötiges Herausziehen der Wimpern zu vermeiden. Falsche Wimpern können zwar helfen, den Eindruck voller und längerer Wimpern zu erzeugen, aber sie können deine echten Wimpern schädigen. Es ist nahezu unmöglich, den Kleber von falschen Wimpern und Wimpernverlängerungen zu entfernen, ohne deine natürlichen Wimpern herauszuziehen.
Das Sinnesorgan selbst profitiert ebenfalls von der Taktik. Denn der Wimpernkranz sorgt dafür, dass winzige Fremdkörper nicht auf die Netzhaut gelangen.
Das Serum trägt man für gewöhnlich jeden Abend nach dem Abschminken auf. Und genau hier liegt der Knackpunkt! Make-up-Entferner auf Öl-Basis (erkennt man an den sichtbar getrennten Schichten) können einen Film zurücklassen, der verhindert, dass das Produkt die Wimpern erreicht.
Wichtig ist also, alle ölhaltigen Rückstände gründlich zu entfernen. Um auf Nummer sicherzugehen, nehmen Sie ein Wattestäbchen, geben etwas Mizellenwasser darauf und fahren damit vorsichtig über die Wimpern.
Um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, ist es wichtig, die Vor- und Nachteile von Wimpernseren mit und ohne Hormone abzuwägen. Die folgende Tabelle bietet einen Überblick:
| Aspekt | Wimpernseren mit Hormonen | Wimpernseren ohne Hormone |
|---|---|---|
| Wirksamkeit | In der Regel sehr effektiv, schnelle Ergebnisse | Weniger effektiv, Ergebnisse dauern länger |
| Nebenwirkungen | Potenzielle Nebenwirkungen wie Augenreizungen, Verfärbungen, Fettgewebsabbau | Geringeres Risiko von Nebenwirkungen |
| Inhaltsstoffe | Prostaglandin-Derivate | Peptide, Biotin, Panthenol, Koffein, Vitamine |
| Langzeitwirkung | Wirkung lässt nach dem Absetzen nach | Ergebnisse verblassen mit der Zeit allmählich |
| Sicherheit | Umstritten, da hormonelle Inhaltsstoffe | Sanfter zur Haut, für empfindliche Augen geeignet |
tags: #wimpernserum #wirkung #lässt #nach #ursachen
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.