Lange und voluminöse Wimpern sind ein Schönheitsideal, das viele Menschen anstreben. Wimpernseren versprechen, diesen Traum ohne Extensions oder Mascara zu verwirklichen. Doch Vorsicht ist geboten, denn nicht alle Wimpernseren sind gleich. Insbesondere Seren mit Prostaglandinen können unerwünschte Nebenwirkungen haben.
Lash-Booster und Wimpernseren sind in der Kosmetikbranche weit verbreitet. Sie werden meist mit einem kleinen Pinsel täglich auf den Rand des Augenlids aufgetragen, wo die Wimpern wachsen. Dort muss das Serum dann einige Minuten einwirken. In der Regel wird empfohlen, den Pinsel mit dem Serum gut abzustreichen, damit nicht zu viel Flüssigkeit auf das Lid gelangt.
Wimpernseren sollen das Haarwachstum um die Augenlider ankurbeln. Sie enthalten Inhaltsstoffe, die den Prostaglandinen (Gewebshormonen) ähneln und durch ihre hormonelle Wirkung neben einem verstärkten Wimpernwachstum auch zu unerwünschten Effekten führen können.
Ebenso wie die Kopfbehaarung durchläuft auch die Körperbehaarung wiederkehrende Wachstumszyklen. Wimpern wachsen in der Wachstumsphase etwa 0,15 Millimeter am Tag. Diese Phase dauert zwischen fünf und acht Wochen im Jahr an. In der restlichen Zeit ruhen sie, um anschließend auszufallen. Ein Wimpernserum, das eine künstlich hergestellte Form der Prostaglandine enthält, verlängert die natürliche Wachstumsphase der Wimpern.
Wimpernseren mit Prostaglandinen verlängern diese Wachstumsphase und ermöglichen so, dass mehr Wimpern gleichzeitig in einer Phase wachsen. Dadurch befinden sich mehr Wimpern gleichzeitig in der Wachstumsphase, wodurch der Wimpernkranz länger und dichter wird. Das Ergebnis: dichtere und längere Wimpern.
Zu verdanken ist das Wimpernwachstum dem Stoff Prostaglandin oder verwandten Substanzen. Prostaglandin und ähnliche Stoffe werden den Hormonen zugeordnet. Abhängig von ihrer Konzentration fördern oder hemmen sie das Nervensystem, auf das sie einwirken. In der Pharmazie wird diese Charakteristik z.B. genutzt, um den Augendruck bei Patienten mit Grünem Star zu senken.
Prostaglandine werden in Arzneimitteln verwendet, welche für gewöhnlich verschreibungspflichtig sind. Das ist beispielsweise bei Medikamenten zur Behandlung von Grünem Star der Fall.
Experten ahnten sofort, dass die kosmetische Nutzung als hormonelles Wimpernserum kritisch zu bewerten ist. Zahlreiche Erfahrungsberichte und Studien verdeutlichen, wie begründet diese Bedenken sind.
Laut dem Gesundheitsmagazin der AOK zählen zu unerwünschten Nebenwirkungen beispielsweise die veränderte Pigmentierung der Iris, Verfärbungen der Haut, Entzündungen, Jucken, Ausschlag, Schwellungen und mehr. Auch eine verschlechterte Sehschärfe, andere Sehstörungen sowie Kopf- und Augenschmerzen sind mögliche Folgen.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Prostaglandinen im Bereich der Augen gehören:
Etwas seltener, aber immer noch gelegentlich können auch diese Nebenwirkungen auftreten:
Auch wenn die meisten dieser Nebenwirkungen temporär sind und mit Absetzen des Produktes verschwinden, gibt es Langzeitfolgen, die dauerhafte Veränderungen einschließen. Vorübergehende Sehstörungen treten ebenso auf wie eine Veränderung des Fettgewebes im Anwendungsbereich. Das Auge kann dadurch insgesamt etwas absinken. Zu diesen medizinisch bedenklichen Begleiterscheinungen gesellen sich zudem optische Nachteile. Es traten z.B. auch dunkle Augenringe auf.
Gravierender und alarmierender ist ein neu entdecktes Phänomen: Prostaglandin-Derivate scheinen das Unterhautfettgewebe rund ums Auge abzubauen, sodass es nach einiger Zeit hohl wirkt und sich am Unterlid dunkle Schatten wie nach einer durchzechten Nacht zeigen.
Einige Nebenwirkungen bilden sich zurück, wenn das Mittel abgesetzt wird. Andere hingegen, wie Verfärbungen der Iris, können dauerhaft bestehen bleiben.
In den meisten Wimpernseren sind Prostaglandine als Verbindungen enthalten und somit nicht auf den ersten Blick sichtbar. Um Wachstumshormone zu identifizieren, hilft nur ein Blick in die Liste der Inhaltsstoffe. Es ist außerdem nicht immer offensichtlich, ob ein Produkt Prostaglandin enthält, da es oft unter verschiedenen Namen oder als Teil von Komplexen aufgeführt wird.
Die häufigsten Prostaglandin-Derivate sind hierbei:
Darüber hinaus sind Prostaglandine in Wimpernseren am häufigsten mit diesen INCI-Bezeichnungen deklariert:
Diverse Produkte wurden in einigen Ländern wegen ihrer Bedenklichkeit schon vom Markt genommen. Verbraucherschützer und Mediziner raten generell dazu, um alle hormonellen Kosmetikartikel einen weiten Bogen zu schlagen. Einerseits ist der Hormonhaushalt ein ausgesprochen sensibles Gefüge, andererseits gibt es keine belastbaren Studien zu den Langzeitfolgen.
Deutsche Behörden warnen ebenfalls vor den Wachstumsbeschleunigern, manche schon seit Jahren. So kritisieren das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Einstufung von Wimpernseren mit Prostaglandin-Derivaten als Kosmetika und empfehlen, diese vom Markt zu nehmen.
Andere Länder sind da konsequenter. Die schwedische Arzneimittel-Zulassungsbehörde Swedish Medical Products Agency hat Wimpernseren mit Prostaglandin-Derivaten bereits im Herbst 2012 vom Markt verbannt. Die kanadische Gesundheitsbehörde verbietet laut ihrer "Cosmetic Ingredient Hotlist" seit 2015 Prostaglandine und deren Derivate als Inhaltsstoffe in Kosmetik. Und auch das australische Department of Health zog 2018 das Serum "LiLash" aus dem Verkehr, nachdem ungewöhnlich viele Anwenderinnen von geröteten, entzündeten Augen und dunklen Schatten berichteten.
Zunächst einmal: Der schlechte Ruf von hormonellen Wimpernseren bedeutet nicht, dass man jegliche Präparate zur Wimpernverlängerung meiden muss. Es gibt zu 100% natürliche und gleichermaßen wirksame Produkte.
Es gibt auch Alternativen, die ganz ohne Hormone auskommen und stattdessen mit anderen Wirkstoffen das Wimpernwachstum fördern. Die genaue Wirkungsweise dieser Inhaltsstoffe kann hier variieren. Im Allgemeinen zielen die Wirkstoffe darauf ab, die Gesundheit der Wimpern zu verbessern, indem sie die Nährstoffversorgung fördern und das Haarwachstum anregen.
Hier sind einige alternative Wirkstoffe, die klassischerweise verwendet werden:
Vorteile von Wimpernseren ohne Hormone:
Nachteile von Wimpernseren ohne Hormone:
Hier sind einige hormonfreie Wimpernseren, die eine gute Alternative darstellen:
Wer sich für ein Wimpernserum mit oder ohne Hormone entscheidet, sollte sich möglichst vorher über die Inhaltsstoffe sowie die Anwendung informieren und den Nutzen gegen die möglichen Nebenwirkungen abwägen. In bestimmten Fällen gilt besondere Vorsicht beim Einsatz eines Wimpernserums, beispielsweise, wenn Sie schwanger sind, Kontaktlinsen tragen oder ein Termin beim Augenarzt bevorsteht.
Prostaglandine sind Botenstoffe, die in den Hormonhaushalt des Körpers eingreifen können - mit möglichen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und den Verlauf einer bestehenden Schwangerschaft. Um sicherzugehen, sollten Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere vorher mit Ihrem Frauenarzt besprechen, ob sie ein bestimmtes Wimpernserum bedenkenlos anwenden können.
Grundsätzlich sollten Träger von Kontaktlinsen diese vor der Anwendung eines Wimpernserums herausnehmen und sie frühestens 15 Minuten später wieder einsetzen. Es besteht die Gefahr, dass sich Inhaltsstoffe des Serums unter den Kontaktlinsen festsetzen. Das gilt insbesondere bei weichen Kontaktlinsen.
Wimpernseren, die prostaglandinähnliche Stoffe enthalten, können den Augendruck senken und dadurch die Behandlung bestimmter Augenerkrankungen beeinflussen. Wenn Sie Wimpernseren anwenden, sollten Sie dies vor jeder Untersuchung dem Augenarzt mitteilen.
Darüber hinaus kannst Du die Gesundheit Deiner Wimpern mit etwas Fürsorge fördern. Mascara kann z.B. zu einer unvorteilhaften Trockenheit führen, deshalb ist das sorgfältige Abschminken umso wichtiger. Fühlen sich die Augen verklebt an, neigen wir dazu, die Gesichtspartie häufig kräftig zu reiben. Besser ist es, bei Bedarf die Augenregion zu waschen und anschließend vorsichtig trocken zu tupfen.
Die Wahl des richtigen Wimpernserums ist entscheidend für die Gesundheit und Schönheit Ihrer Wimpern. Während hormonhaltige Seren schnellere Ergebnisse versprechen, bergen sie auch Risiken. Hormonfreie Alternativen sind sanfter und bieten eine sichere Möglichkeit, das Wimpernwachstum auf natürliche Weise zu unterstützen. Informieren Sie sich gründlich und wählen Sie ein Produkt, das Ihren Bedürfnissen und Ansprüchen gerecht wird.
| Merkmal | Wimpernseren mit Hormonen | Wimpernseren ohne Hormone |
|---|---|---|
| Wirkstoffe | Prostaglandin-Derivate | Peptide, Biotin, Panthenol, Koffein, Aminosäuren, Vitamine |
| Wirksamkeit | Schnellere und intensivere Ergebnisse | Langsamere und weniger intensive Ergebnisse |
| Nebenwirkungen | Veränderte Pigmentierung der Iris, Verfärbungen der Haut, Entzündungen, Jucken, Ausschlag, Schwellungen, Sehstörungen | Geringes Risiko von Nebenwirkungen |
| Geeignet für | Personen, die schnelle und sichtbare Ergebnisse wünschen | Personen mit empfindlichen Augen oder Bedenken hinsichtlich hormoneller Inhaltsstoffe |
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