Wimpernserum mit Hormonen: Nebenwirkungen und Risiken

Lange und voluminöse Wimpern sind ein Schönheitsideal, das viele Frauen anstreben. Lash-Booster und Wimpernseren versprechen, diesen Traum ohne künstliche Wimpern oder Extensions zu erfüllen. Doch Vorsicht ist geboten, denn einige dieser Produkte enthalten Hormone, die unerwünschte Nebenwirkungen verursachen können.

Wie wirken Wimpernseren mit Hormonen?

Die Wimpern durchlaufen, wie alle anderen Körperhaare, sich wiederholende Wachstumszyklen. Die Haare wachsen etwa fünf bis acht Wochen lang, fallen dann aus, und der Zyklus beginnt von neuem.

Wimpernseren mit Prostaglandinen verlängern diese Wachstumsphase, wodurch mehr Wimpern gleichzeitig in einer Wachstumsphase sind. Das Ergebnis sind dichtere und längere Wimpern.

Prostaglandine sind synthetische Nachbauten des Gewebshormons Prostaglandin, die auf den Körper eine ähnliche Wirkung wie das Original haben. Wirkstoffe wie Bimatoprost oder Latanoprost werden in verschreibungspflichtigen Augentropfen gegen den Grünen Star (Glaukom) eingesetzt, um den Augeninnendruck zu senken. Dabei wurde als Nebenwirkung ein Wimpern-Plus entdeckt.

Kosmetikfirmen nutzten diese Erkenntnis und setzten Prostaglandin-Derivate wie Norbimatoprost, Bimatoprost, Tafluprost oder Cloprostenol-Isopropylester in frei verkäuflichen Wimpernseren ein.

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Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

Es ist wichtig zu wissen, dass Wimpernseren mit Prostaglandinen nicht ohne Risiken sind. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:

  • Hautreizungen, Rötungen, Juckreiz, Trockenheit und Brennen
  • Veränderte Pigmentierung der Iris (insbesondere bei blauen, grauen oder grünen Augen)
  • Verfärbungen der Haut
  • Entzündungen
  • Verschlechterte Sehschärfe
  • Kopf- und Augenschmerzen
  • Kontaktlinsenunverträglichkeit
  • Verlust von Unterhautfettgewebe rund ums Auge, was zu einem hohlen Aussehen und dunklen Schatten führen kann
  • Haarausfall

Einige dieser Nebenwirkungen sind temporär und verschwinden nach dem Absetzen des Produkts. Andere, wie die Veränderung der Irisfarbe oder der Verlust von Fettgewebe, können dauerhaft sein.

Das LGL rät daher von der Verwendung derartiger Produkte ab.

Deutsche Behörden warnen ebenfalls vor den Wachstumsbeschleunigern, manche schon seit Jahren. So kritisieren das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Einstufung von Wimpernseren mit Prostaglandin-Derivaten als Kosmetika und empfehlen, diese vom Markt zu nehmen.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wiederum forderte 2017, dass die Booster als Funktionsarzneimittel anzusehen seien, die einer Zulassungspflicht unterliegen und in klinischen Studien getestet werden müssen. Besonders weil die Konzentration des Wirkstoffs in einigen der Seren sogar über der in verschreibungspflichtigen Augentropfen liegt.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Wenn Sie ein Wimpernserum verwenden möchten, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Inhaltsstoffe: Achten Sie auf die Inhaltsstoffliste und vermeiden Sie Produkte mit Prostaglandin-Derivaten (erkennbar an der Silbe "-prost" im Namen).
  • Hersteller: Wählen Sie Produkte von bekannten und vertrauenswürdigen Firmen.
  • Nebenwirkungen: Beachten Sie die möglichen Nebenwirkungen und brechen Sie die Anwendung ab, wenn Sie unerwünschte Reaktionen feststellen.
  • Alternativen: Es gibt auch hormonfreie Wimpernseren, die auf natürlichen Inhaltsstoffen wie Peptiden, Biotin oder Panthenol basieren.

Hormonfreie Alternativen

Es gibt auch Wimpernseren ohne Hormone, die eine sanftere Alternative darstellen. Diese Produkte enthalten Inhaltsstoffe wie Peptide, Biotin, Panthenol oder Pflanzenextrakte, die das Wimpernwachstum auf natürliche Weise fördern sollen.

Hier sind einige Beispiele für hormonfreie Wimpernseren:

  1. Natucain Wimpernserum: Dieses Serum setzt auf den Wirkstoff MKMS24, der aus Bambus, Thymian und Linsen-Extrakten gewonnen wird. Es ist frei von Hormonen, Silikonen, Parabenen sowie Sulfaten.
  2. Medical Beauty Cosmetics Wimpernserum: Dieser Lash-Booster ist der Testsieger 2023 bei RTL und erhielt bei Stern die Bewertung „sehr gut“.
  3. Chimoo Wimpernserum: Dieses hormonfreie Serum erzielt auf Amazon eine hohe Bewertung und soll die Wimpern und Brauen stärken und verdichten.

Auch Rizinusöl kann eine natürliche Alternative sein, um die Wimpern zu pflegen und vor Bruch zu schützen.

Die Wimpernseren im Test zeigen jedoch, dass es sich lohnen kann, der Alternative eine Chance zu geben.

Ein Wimpernserum mit Peptid birgt deutlich weniger Risiken beim Wimpernwachstum als eines mit einem PGA und trumpft mit Verträglichkeit. Völlig frei von potenziellen Nebenwirkungen sind allerdings selbst sie nicht, denn auch hier können durchaus vereinzelte Irritationen auftreten. Das äußert sich beispielsweise in Rötungen, Schuppungen, Jucken oder trockenen Augen. Auch die kombinierten Inhaltsstoffe spielen natürlich eine Rolle bei der Verträglichkeit.

In der Regel sollte es aber auch unproblematisch sein, ein »hormonfreies« Wimpernserum zweimal täglich anzuwenden.

Vergleich: Wimpernseren mit und ohne Hormone

Merkmal Wimpernseren mit Hormonen Wimpernseren ohne Hormone
Wirkstoffe Prostaglandin-Derivate (z.B. Bimatoprost) Peptide, Biotin, Panthenol, Pflanzenextrakte
Wirkung Verlängert die Wachstumsphase der Wimpern Stärkt die Wimpern und fördert das natürliche Wachstum
Nebenwirkungen Hautreizungen, veränderte Pigmentierung der Iris, Fettgewebsverlust, etc. Weniger Nebenwirkungen, gelegentlich leichte Irritationen
Ergebnisse Schnell sichtbare Ergebnisse Ergebnisse dauern länger

Fazit

Wimpernseren mit Hormonen können zwar effektiv das Wimpernwachstum anregen, sind aber auch mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Informieren Sie sich daher vor der Anwendung gründlich undwägen Sie die Vor- und Nachteile ab. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, greifen Sie zu hormonfreien Alternativen.

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