Wimpern fallen aus: Ursachen, Lösungen und was wirklich hilft

Lange, gepflegte Wimpern sind ein Schönheitsideal und schützen gleichzeitig unsere Augen vor Staub und Schweiß. Umso beunruhigender ist es, wenn die feinen Härchen vermehrt ausfallen oder nicht mehr nachwachsen. Für den Wimpernverlust gibt es verschiedene Ursachen, und es ist wichtig, diese zu kennen, um gezielt entgegenwirken zu können.

Ursachen für Wimpernausfall

Wimpernausfall ist ein Phänomen, das weit über den natürlichen Haarwachstumszyklus hinausgeht. Obwohl es normal ist, dass Wimpern ausfallen und wieder nachwachsen, kann übermäßiger Wimpernausfall ein Anzeichen für tiefer liegende Probleme sein. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

1. Hormonelle Veränderungen

Hormonelle Veränderungen im Körper können den Wimpernverlust beeinflussen. Diese Veränderungen können z.B. durch eine Schilddrüsenunterfunktion, eine Schwangerschaft, während den Wechseljahren oder durch das Absetzen der Pille bedingt sein. Dadurch kann es in seltenen Fällen dazu kommen, dass auch die zarten Wimpern beeinträchtigt werden und ausfallen. Die gute Nachricht: Der Wimpernverlust ist in der Regel nur vorübergehend.

Schilddrüse: Die Schilddrüse spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Stoffwechsels und des Hormonhaushalts im Körper.

Östrogen und Progesteron: Schwankungen im Hormonhaushalt, vor allem Menstruationszyklus, Schwangerschaft oder Menopause können Veränderungen im Wimpernwachstum verursachen.

Androgene (männliche) Hormone: Ein Überschuss an Androgenen, sowohl bei Frauen als auch bei Männern, kann zu einem Zustand namens "androgenetische Alopezie" führen, der auch Wimpernverlust umfassen kann.

2. Vitamin- oder Nährstoffmangel

Eine unausgewogene Ernährung kann sich negativ auf die Wimpernpracht auswirken. Denn die feinen Härchen benötigen Spurenelemente wie Eisen und Magnesium, die Vitamine A, B und E, sowie Biotin für ein gesundes Wachstum. Bei einer ausgewogenen, gesunden Ernährung werden dem Körper all die wichtigen Nährstoffe zugeführt.

Biotin (Vitamin H/B7): Biotin spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung von gesundem Haarwachstum. Ein Mangel an Biotin kann zu spröden Wimpern und Haarausfall führen.

Vitamin A: Vitamin A ist wichtig für die Produktion von Talg, der die Haarfollikel mit Feuchtigkeit versorgt. Ein Mangel kann zu trockenen und brüchigen Wimpern führen.

Vitamin E: Dieses Vitamin wirkt als Antioxidans und schützt die Haarfollikel vor Schäden durch freie Radikale. Ein Mangel an Vitamin E kann das Wimpernwachstum beeinträchtigen.

3. Erkrankungen der Haut und Lidrandentzündungen

Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Herpes oder Schuppenflechte nahe am Augenlid können Juckreiz verursachen. Ständiges Reiben der Augen mit den Händen führt dazu, dass die zarten Wimpern ausfallen. Auch Lidrandentzündungen, die durch Bakterien, Entzündungen oder Allergien verursacht werden, können Wimpernausfall begünstigen.

4. Falsche Anwendung der Wimpernzange

Wer seine Wimpernzange bei bereits geschminkten Wimpern anwendet, wird irgendwann merken, dass die Wimpern abbrechen oder sogar ganz ausfallen. Schließlich umhüllt die Mascara die zarten Härchen wie ein Mantel und verhärtet sie. Wird danach die Wimpernzange angelegt, strapaziert das die Härchen enorm. Die Wimpern können außerdem an der Zange hängen bleiben und ausreißen - was wirklich schmerzvoll sein kann.

5. Die falsche Wahl der Mascara

Nicht jede Mascara ist gut für die zarte Augenpartie. Viele enthalten synthetische Zusatzstoffe und Parfums, die die Haut reizen können. Außerdem benutzen wir Mascaras in der Regel zu lange. So können sich Viren und Bakterien bilden, die täglich an den Wimpernkranz gelangen und somit Entzündungen fördern.

6. Weitere Ursachen

  • Falsche Wimpern: Langanhaltende Lash Extensions sowie Wimpern zum Ankleben können die natürlichen Härchen stark strapazieren.
  • Stress: Tatsächlich kann Stress zu Wimpernausfall bzw. Haarausfall führen.
  • Medikamente: Die chronische Einnahme von Medikamenten kann als Nebenwirkung zu Haarausfall am Kopf, Körper, den Augenbrauen und Wimpern führen.
  • Narbenbildung: Nach einem Unfall oder einer Operation kann es im Augenbereich zu Narbenbildung und damit zu Wimpernverlust kommen.
  • Lidfehlstellungen: Angeborene oder erworbene Lidfehlstellungen können ebenfalls zu Wimpernverlust führen.

Was tun bei Wimpernausfall?

Die Behandlung des Wimpernausfalls hängt stark von der zugrunde liegenden Ursache ab. Es ist wichtig, einen medizinischen Experten zu konsultieren, um die Ursache zu ermitteln und einen geeigneten Behandlungsplan zu entwickeln.

1. Mangelzustände beheben

Ist die Ursache des Wimpernausfalls auf einen Mangel zurückzuführen, wie z.B. Vitaminmangel, Eisenmangel oder einseitige Ernährung, sollte dieser behoben werden.

2. Änderung der Pflegegewohnheiten

In einigen Fällen kann der Wimpernausfall auf die Verwendung von Kosmetika oder Pflegeprodukten zurückzuführen sein. Hier kann eine Umstellung auf sanftere, hypoallergene Produkte helfen.

3. Medikamentöse Behandlung

Liegt z. B. eine Infektion oder Entzündung vor, kann eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein.

4. Therapie der Grunderkrankung

Bei Wimpernausfall, der durch eine Grunderkrankung verursacht wird, steht die Behandlung dieser Erkrankung im Vordergrund.

5. Regenerative Therapien

Zusätzlich zu den oben genannten Behandlungsmöglichkeiten können auch regenerative Therapien zur Unterstützung des Wimpernwachstums eingesetzt werden. Eine solche Behandlung ist die PRP-Therapie, auch bekannt als plättchenreiches Plasma. Dieses Plasma enthält hohe Konzentrationen an Wachstumsfaktoren, die die Heilung und Regeneration der Zellen fördern.

6. Wimperntransplantation

Wimperntransplantation – Interview mit Dr. Bijan Feriduni

Wenn keine Wimpern mehr wachsen und sich die Haarwurzeln nicht mehr erholen können, ist eine Wimperntransplantation eine gute Option. Bei einer Wimperntransplantation werden Haarfollikel entnommen und an den Lidrand transplantiert, um das Wachstum neuer Wimpern zu ermöglichen.

Was Sie selbst tun können

Neben den oben genannten Behandlungsmöglichkeiten gibt es auch einige Dinge, die Sie selbst tun können, um Ihre Wimpern zu pflegen und Wimpernausfall vorzubeugen:

  • Sanfte Pflege: Die Wimpern sollten vorsichtig behandelt werden. Sanfte Reinigung und die Verwendung von feuchtigkeitsspendenden Ölen können helfen, die Wimpern zu nähren und zu stärken.
  • Vermeiden Sie aggressives Styling: Das ständige Tragen von künstlichen Wimpern oder die häufige Verwendung von Wimpernzangen kann zu Wimpernausfall führen.
  • Vermeiden Sie Giftstoffe: Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum können das Haarwachstum beeinträchtigen und zu Wimpernausfall führen.
  • Überprüfung der Lebensumstände: Stress und andere Lebensstilfaktoren können Wimpernausfall verursachen.

Hausmittel gegen Wimpernausfall

Wenn Sie feststellen, dass Ihre Wimpern ausfallen und dies nicht auf eine zugrunde liegende medizinische Ursache zurückzuführen ist, könnten einige Hausmittel helfen. Hier sind drei Hausmittel, die in einigen Fällen unterstützend wirken können:

  • Rizinusöl: Rizinusöl wird oft für das Wachstum der Wimpern verwendet, da es reich an Vitamin E und Fettsäuren ist.
  • Kokosöl: Kokosöl enthält Fettsäuren und Proteine, die die Wimpern stärken können.
  • Grüner Tee: Grüner Tee ist reich an Flavonoiden und Antioxidantien, die das Wimpernwachstum fördern können.

Wimpernseren: Helfer oder Risiko?

Wimpernseren versprechen oft lange, dichte Wimpern. Sie werden meist mit einem kleinen Pinsel täglich auf den Rand des Augenlids aufgetragen. Es gibt jedoch unterschiedliche Arten von Seren, und nicht alle sind unbedenklich.

Wimpernseren mit Hormonen

Viele Wimpernseren enthalten Inhaltsstoffe, die den Prostaglandinen (Gewebshormonen) ähneln. Diese können zwar das Wimpernwachstum anregen, aber auch unerwünschte Nebenwirkungen haben, wie z.B.:

  • Augenrötungen
  • Hornhautentzündungen oder -verletzungen
  • Augenjucken
  • gereizte, brennende, trockene oder tränende Augen
  • Augen- und Kopfschmerzen
  • Ausschlag und Dunkelfärbung der Haut um das Auge herum
  • geschwollene, juckende, gerötete Augenlider
  • allergische Bindehautentzündung oder eine Entzündung des Lidrands
  • verschlechterte Sehschärfe, verschwommenes Sehen und andere Sehstörungen
  • erhöhte Lichtempfindlichkeit

Es ist daher wichtig, sich vor der Anwendung eines Wimpernserums mit Hormonen gründlich über die möglichen Risiken und Nebenwirkungen zu informieren und gegebenenfalls einen Arzt zu konsultieren.

Wimpernseren ohne Hormone

Es gibt auch Wimpernseren, die auf natürliche Inhaltsstoffe wie Pflanzenextrakte, Öle, Vitamine und Wachse setzen. Diese Seren sind in der Regel besser verträglich und können dennoch das Wimpernwachstum unterstützen.

Ursache Mögliche Lösung
Hormonelle Störung Ärztliche Untersuchung, Wimpernserum
Vitaminmangel Ausgewogene Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel
Hauterkrankung/Lidrandentzündung Ärztliche Behandlung, hypoallergene Produkte
Falsche Anwendung der Wimpernzange Richtige Anwendung, Wimpernzange mit Gummipolster
Falsche Mascara Qualitativ hochwertige Mascara, regelmäßiger Wechsel

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