Selen ist ein essentielles Spurenelement, das eine wichtige Rolle für zahlreiche Körperfunktionen spielt. Seine Wirkung beeinflusst Muskeln, den Stoffwechsel der Schilddrüse und die Stärke des Immunsystems. Es ist Bestandteil von über 25 Selenoproteinen, darunter zentrale Enzyme für antioxidativen Schutz, die Immunfunktion sowie den Stoffwechsel der Schilddrüse, die wichtige Hormone produziert.
Ein ausgewogener Selenspiegel ist entscheidend, da sowohl ein Mangel (Selen-Defizienz) als auch eine Überdosierung (Selenose) relevante klinische Symptome verursachen können. Selen spielt vor allem eine Rolle als Antioxidans zum Zellschutz vor freien Radikalen, bei der Produktion von Schilddrüsenhormonen und im Immunsystem. Als Baustein der Aminosäure Selenocystein ist Selen ein Bestandteil vieler Enzyme.
Selen ist wichtig für viele Körperfunktionen.
Selen ist essenziell für die Gesundheit, da es als Cofaktor antioxidativer Enzyme wie Glutathionperoxidase wirkt, die vor oxidativem Stress schützen. Es spielt auch eine wichtige Rolle bei der Schilddrüsenfunktion, da es die Umwandlung von inaktiven Schilddrüsenhormonen (T4) in aktive (T3) unterstützt. Ein Mangel führt zu einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) und verlangsamt so den Stoffwechsel.
Selen ist wichtig für das Immunsystem, insbesondere für die Produktion von Antikörpern und die Aktivierung von Immunzellen. Ein Mangel an Selen kann die Gefäßgesundheit beeinträchtigen und Entzündungsreaktionen fördern, was das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann.
Ein Selenmangel tritt auf, wenn der Körper nicht ausreichend Selen über die Ernährung erhält. Die Selenkonzentrationen in Böden variieren und beeinflussen so die Selenmengen in Lebensmitteln. Tatsächlich kann unausgewogene Ernährung trotzdem zu Selenmangel führen. Besonders vegan lebende Menschen sollten auf eine ausreichende Selenversorgung achten und gezielt selenreiche Lebensmittel wie Nüsse, Kohl oder Hülsenfrüchte zu sich nehmen.
Ebenfalls mangelgefährdet sind Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, bei künstlicher Ernährung via Sonde, nach einer Magenverkleinerung und Dialysepatienten. Einige Arzneimittel stehen in Verdacht, den Selenspiegel zu verringern. Das gilt zum Beispiel für das Antiepileptikum Valproinsäure oder für das Krebsmedikament Cisplatin.
Ein Mangel an Selen beeinflusst die Aktivität bestimmter Leberenzyme und verstärkt die Schäden, die durch oxidative oder chemische Einflüsse in der Leber verursacht werden.
Die Symptome eines Selenmangels sind sehr vielfältig und können den gesamten Organismus betreffen. Selenmangel führt zu eher uneindeutigen Symptomen: brüchige Haare und Nägel, später Muskelschwäche und Infektanfälligkeit. Ein bereits vorhandener Jodmangel kann durch einen niedrigen Selenstatus verstärkt werden, was wiederum die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigt. Männer produzieren weniger Spermien.
In seltenen Fällen kann unbehandelter Selenmangel schwerwiegende Herzprobleme wie Herzinfarkt verursachen und das Schlaganfallrisiko erhöhen. Während der Schwangerschaft kann ein Mangel das Geburtsgewicht des Babys reduzieren. Die Keshan-Krankheit betrifft vor allem Frauen und Kinder und führt zu Herzproblemen. Die Kashin-Beck-Krankheit hingegen betrifft die Gelenke und das Knochenwachstum.
Brüchige Nägel können ein Symptom von Selenmangel sein.
Die Diagnose eines Selenmangels erfolgt über eine Blutuntersuchung. Über den gemessenen Selenwert kann dann ein Selenmangel erkannt werden oder eben ausgeschlossen werden. Treten die zuvor genannten Symptome auf, sollte in jedem Fall ein/e Arzt/Ärztin aufgesucht werden, der/die ein Blutbild verordnet.
Ein Selenmangel kann meist durch eine angepasste Ernährung ausgeglichen werden.
Selen ist in einer Vielzahl von Lebensmitteln enthalten. Zu den bekannten Quellen gehören Fleisch, Fisch, Eier, Kohlgemüse (wie Brokkoli und Blumenkohl), Zwiebeln, Knoblauch, Spargel, Nüsse (insbesondere Paranüsse), Pilze, Hülsenfrüchte (wie Linsen, Kichererbsen und Sojabohnen) und Haferflocken.
Tierische Lebensmittel in Europa profitieren oft davon, dass dem Tierfutter Selen zusätzlich beigemischt wird - obwohl die Böden hierzulande nicht reich an Selen sind, ist der Selengehalt in Fleisch, Käse und Eiern daher oft gut.
Selenhaltige Lebensmittel.
Zink und Selen profitieren nicht von einer gemeinsamen Einnahme. Beides sind Spurenelemente, die über die Nahrung aufgenommen werden müssen, beide sind sehr wichtig für Stoffwechselprozesse im Körper. Übrigens: Hochdosiertes Vitamin C kann die Aufnahme von Selen im Körper behindern.
Neben Selen sind auch andere Nährstoffe wichtig für gesunde Haare:
Selenmangel Symptome natürlich vorbeugen, ausgleichen und beheben mit Lebensmitteln
Wünschenswert ist laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) die Zufuhr von insgesamt einem Mikrogramm (µg) Selen pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Erwachsene sollten eine Selenaufnahme von mehr als 255 Mikrogramm pro Tag (Lebensmittel inklusive Trinkwasser und Nahrungsergänzungsmitteln) laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vermeiden. "Durch die normale Ernährung erreicht man solche kritischen Zufuhrmengen in der Regel nicht", erläutert Dr. Julia Podlogar, Apothekerin und Mitglied der Apothekerkammer Westfalen-Lippe.
Paranüsse enthalten besonders viel von dem Mineralstoff: 100 Gramm Paranüsse enthalten etwa 103 Mikrogramm (µg) Selen. Deshalb sollten sie laut BfS nur in geringen Mengen verzehrt werden. Eine Überdosierung von Selen ist bereits bei mehr als 250 Mikrogramm pro Tag möglich. Das Bundesamt für Risikobewertung nennt als gerade noch unschädliche Menge 300 Mikrogramm Selen pro Tag. Dabei ist die Aufnahme über die Nahrung bereits mitgezählt.
Wer längere Zeit zu viel Selen einnimmt, läuft Gefahr, eine Selenose zu entwickeln. Bei einer akuten Vergiftung durch Selen - aber auch bei einer dauerhaften Überdosierung (Selenose) - kann ein nach Knoblauch riechender Atem entstehen. Wie beim Mangel zeigt sich der Überschuss zunächst an Haaren und Nägeln. Außerdem treten Magen-Darm-Beschwerden auf, neurologische Veränderungen bis hin zu Herzanfällen und Nierenversagen in außergewöhnlich schweren Fällen.
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