Haarausfall bei Frauen: Ursachen, Behandlung und was wirklich hilft

Haarausfall ist ein häufiges Problem, das viele Frauen betrifft und oft mit Scham und einem Gefühl des Verlustes von Selbstwertgefühl einhergeht. Fast jede dritte Frau hat im Laufe ihres Lebens mit Haarausfall zu kämpfen. Bis zu 42% der Frauen leiden jedoch unter einer Haarausfall-Art, die viele überrascht: dem erblich bedingten Haarausfall. Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall, die unterschiedliche Ursachen haben können. Der Leidensdruck ist groß, da volles Haar als Symbol für Schönheit und Attraktivität gilt.

Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen von Haarausfall bei Frauen, die Diagnosemethoden und die verfügbaren Behandlungsoptionen, um Ihnen zu helfen, das Problem zu verstehen und wirksam anzugehen.

Arten von Haarausfall bei Frauen

Es gibt unterschiedliche Arten von Haarausfall, die verschiedene Ursachen haben können:

  • Erbliche Haarausfall (Androgenetische Alopezie): Ist die häufigste Ursache von Haarausfall - bei Männern und Frauen. Bei Frauen setzt der erblich bedingte Haarausfall meist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr und besonders häufig in den Wechseljahren ein. Die Ursache liegt in einer Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegen das körpereigene Hormon Dihydrotestosteron (DHT).
  • Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa): Gleichmäßig, über den ganzen Kopf verteilt, fallen die Haare aus. Die Ursachen sind vielfältig. Mögliche Auslöser sind zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen, bestimmte Medikamente, chronische Erkrankungen, Autoimmunkrankheiten, schwere Infekte wie eine Grippe, Mangelernährung oder eine Chemotherapie.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Dabei gehen die Haare schmerzlos und büschelweise aus. Die Krankheit kann neben dem Kopfhaar auch die übrige Körperbehaarung betreffen. Fallen die Haare komplett aus, sprechen Experten von einer Alopecia areata universalis. Alopecia areata ist eine Autoimmunkrankheit.
  • Vernarbender Haarausfall (Alopecia cicatricalis): Hierbei handelt es sich um einen meist langsam voranschreitenden Haarausfall, der zu asymmetrischen kahlen Stellen am Kopf führt. Neben dem Haarausfall kommt es zu Entzündungen und einer verstärkten Narbenbildung an den betroffenen Hautstellen.

Es gibt noch weitere, seltenere Arten von Haarausfall, wie die strahlenbedingte Alopezie (Alopecia actinica) oder die Alopecia mecanis und Alopecia traumatica, die durch permanenten Druck, Zug oder ständige Reibung an der Haarwurzel entstehen.

Ursachen von Haarausfall bei Frauen

Für diffusen Haarausfall kann es viele Gründe geben. Die Ursachen für Haarausfall bei Frauen sind vielfältig. Haarausfall tritt in unterschiedlichen Formen auf:

  • Hormonelle Veränderungen: Frauen leiden häufig auch unter Haarausfall aufgrund einer Veränderung im Hormonhaushalt. Besteht ein Ungleichgewicht zwischen weiblichem Östrogen und männlichem Testosteron, lassen die männlichen Hormone die Haarfollikel schrumpfen. Die Haarwurzel wird schwach. Bei jüngeren Frauen kann die Abnahme der Haardichte zum Beispiel auch durch ein Polyzystisches Ovar Syndrom (PCOS) bedingt sein.
  • Ernährung und Stress: Stress und Hektik bestimmen oft unseren Alltag. Zeitdruck, ständige Erreichbarkeit und viel zu volle Terminkalender führen auf Dauer bei manchen zu psychischen und physischen Beeinträchtigungen.
  • Haarausfall nach der Schwangerschaft: Zahlreiche werdende Mütter sind während ihrer Schwangerschaft mit einer dichten und glänzenden Haarpracht gesegnet. Hier hat vor allem der erhöhte Östrogenspiegel seine Finger im Spiel. Nach der Geburt sinkt der Östrogenspiegel schnell ab, gleichzeitig wechseln viele Haare in die Ruhephase.
  • Haarausfall durch Absetzen der Pille: Nicht wenige Frauen erleben Haarausfall, nachdem sie die Pille abgesetzt haben. Das ist durch hormonelle Schwankungen begründet. Nach dem Absetzen des Verhütungsmittels sinkt der Östrogenspiegel im Körper stark ab.
  • Haarausfall in den Wechseljahren: Reizbarkeit, Hitzewallungen, Schlafstörungen - in den Wechseljahren kämpfen einige Frauen mit einigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Ab etwa 47 Jahren drosseln die Eierstöcke die Produktion des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen.
  • Alternative Ursachen: Zusätzliche mögliche Gründe für den Haarverlust sind zum Beispiel entzündliche oder chronische Erkrankungen, Fehlfunktionen der Schilddrüse, manche Medikamente oder Essstörungen.

Grundsätzlich sind alle Funktionen des menschlichen Körpers auf die ausreichende Versorgung mit Nährstoffen angewiesen. Für das ausgesprochen stoffwechselaktive Haarorgan gilt das ganz besonders. Die Haarwurzel bewältigt den Haarzyklus mit seinen anspruchsvollen Teilungsvorgängen nur dann erfolgreich, wenn sie unbeeinträchtigt arbeiten und auf alle notwendigen Vitalstoffe zurückgreifen kann.

Ein normaler, gesunder Haarwuchs setzt voraus, dass die Haarwurzeln mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden. Ist diese Zufuhr gestört, können sie ausfallen. Deshalb kann auch eine ganze Reihe anderer Erkrankungen oder Störungen im Körper der Auslöser für den Verlust von Haaren sein.

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Diagnose von Haarausfall bei Frauen

Bei der Untersuchung fragen Ärztin oder Arzt ausführlich nach der Vorgeschichte der Patientin, bisherigen Untersuchungen und Therapien sowie Symptomen. Dann werden die Haare unter der Lupe betrachtet und geprüft, ob sie brüchig sind. Ein Zupftest zeigt, ob sich die Haare schnell lösen. Anschließend wird die Haarwurzel untersucht. Ein sogenanntes Trichogramm zeigt, in welcher Wachstumsphase die Haare ausfallen. Weitere Erkenntnisse kann eine computergestützte Haaranalyse liefern.

Um eine geeignete Behandlung für Dich zu finden, muss der/die Mediziner*in auf Ursachenforschung gehen. Dafür beantwortest Du einige Fragen: zum Beispiel, wie lange Du schon von dem Haarausfall betroffen bist, wie stark dieser ist oder ob Du unter großem Stress stehst. Besonders Frauen werden zudem gebeten, Auskunft über ihren Menstruationszyklus, die Nutzung von Verhütungsmitteln, Schwangerschaften oder Wechseljahre zu geben. Im Anschluss an das ausführliche Gespräch erfolgt eine körperliche Untersuchung.

Vor der Therapie eines Haarausfalls steht die richtige Diagnose. Um diese herauszufinden, gehört neben einer Anamnese und einer körperlichen Untersuchung eine Blutentnahme dazu, um beispielsweise eine Blutarmut oder hormonelle Schwankungen nachzuweisen. Weitere Untersuchungen dienen der Quantifizierung des Haarausfalls:

  • Zupftest
  • Phototrichogramm und Trichoscan
  • Mikroskopische Untersuchungen

Behandlungsmöglichkeiten von Haarausfall bei Frauen

Je früher die passende Behandlung eingeleitet wird, umso größer ist die Erfolgschance der Therapie. Die Wahl der Therapie hängt stets von der Ursache ab. Zunächst muss aber die genaue Ursache des Haarausfalls gefunden sein, erst dann erstellt der Arzt einen individuellen Therapieplan. Ist ein bestimmtes Medikament für Haarausfall verantwortlich, kann möglicherweise ein alternatives Präparat ausprobiert werden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Haarausfall bei Frauen zu behandeln:

  • Medikamente: Es gibt zwei Wirkstoffe, die dem Haarausfall wirksam entgegensteuern können. Der Blutdrucksenker Minoxidil lässt bei erblich bedingtem Haarausfall in einigen Fällen neue, kräftigere Haare nachwachsen. Allerdings kann das Medikament Nebenwirkungen wie Kreislaufbeschwerden und Haarwuchs im Gesicht verursachen. Gegen hormonbedingten Haarausfall verschreiben Dermatologinnen und Dermatologen Tabletten, die Anti-Androgene enthalten.
  • Koffein-Präparate: Bei diagnostiziertem Haarausfall können Hautärzte als Therapie die Injektion koffeinhaltiger Präparate in die Kopfhaut verschreiben.
  • Haartransplantation: Dafür werden Haare am Hinterkopf entnommen. An den kahlen Stellen setzt der Arzt Mikroschlitze und verpflanzt die Transplantate. Dabei bestimmt er auch die Dichte und Richtung, in der die Haare in Zukunft wachsen sollen. Das Ganze geschieht in Millimeterarbeit.

Es gibt wirksame Mittel gegen Haarausfall bei Frauen - im Alter ebenso wie in jungen Jahren. Für die richtige Behandlung ist die Ursache des Haarausfalls grundlegend.

Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall

Als wirksamstes Mittel bei erblich bedingtem (androgenetischem) Haarausfall bei Frauen gilt Minoxidil. Der Wirkstoff weitet die Gefäße und verbessert dadurch die Versorgung der Haarwurzeln. Ärzt können auch Tabletten mit Anti-Androgenen (wie Cyproteronacetat) verschreiben.

Behandlung von kreisrundem Haarausfall

Kortison wird als Salbe oder Creme direkt auf die kahlen Stellen am Kopf aufgetragen. Hilfe bei Haarausfall bei Frauen kann auch der Wirkstoff Dithranol leisten. Bei kreisrundem Haarausfall ist das Auslösen einer Hautreaktion an den kahlen Stellen eine Therapiemöglichkeit. Auf dieselbe Weise funktioniert die topische Immuntherapie mit Diphenylcyclopropenon (DCP) oder Quadratsäuredibutylester (SADBE; Squaric-Acid-Dibutylester).

Behandlung von diffusem Haarausfall

Diffusen Haarausfall behandelt der Arzt abhängig von seiner Ursache. Medikamente können, müssen aber nicht Teil des Behandlungsplans sein.

Weitere Tipps und Tricks

Dennoch gibt es einige Tipps und Tricks, wie Frauen dünne Haare pflegen und kaschieren können. Mittlerweile haben sich einige Friseurinnen und Friseure darauf spezialisiert. Beim Fönen - und auch bei starker Sonneneinstrahlung - ein Hitzeschutzspray auftragen. Für mehr Volumen Haarspray und Styling-Schaum für den Haaransatz verwenden.

  • Gesunde Ernährung: Wichtig ist es immer, zu kontrollieren, ob Deine Nährstoffversorgung ausreichend ist. Liegt ein Vitaminmangel oder eine zu geringe Konzentration an Spurenelementen vor, solltest Du den Nährstoffmangel ausgleichen.
  • Schonendes Styling: Vermeiden Sie Zugbelastungen durch feste Frisuren, Haarverlängerungen oder Haarteile. Eine starke Hitzeeinwirkung beim Föhnen, Glätten oder einer Dauerwelle macht das Haar trocken und spröde.
  • Gelassenheit und Geduld: Immer mehr Haare zu verlieren kann die eigene Psyche negativ beeinträchtigen. Bring für die Behandlung Geduld mit. Das Tempo des Haarwachstums gibt vor, wann Du Effekte bemerkst.
  • Milde Haarpflegeprodukte: Verwenden Sie milde Shampoos und Pflegespülungen, die speziell auf die Bedürfnisse Ihres Haars abgestimmt sind.
  • Regelmäßige Kopfhautmassage: Massieren Sie Ihre Kopfhaut regelmäßig sanft, um die Durchblutung anzuregen und die Haarfollikel zu stimulieren.

Es gibt eine Reihe von Hausmitteln, die Frauen bei der Behandlung von Haarausfall helfen können. Natürliches Henna-Pulver enthält Gerbstoffe, die die Kopfhaut straffen, das Haar kräftigen und Haarausfall reduzieren können. Basilikumblätter haben antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften.

Wichtig: Hausmittel helfen nur dann, wenn sie auch die Ursache des Haarausfalls bekämpfen.

Zusammenfassung

Haarausfall bei Frauen ist ein komplexes Problem mit vielfältigen Ursachen. Eine frühzeitige Diagnose und eine individuell abgestimmte Behandlung sind entscheidend, um den Haarverlust zu stoppen oder zu verlangsamen. Neben medikamentösen Therapien können auch eine gesunde Lebensweise, eine ausgewogene Ernährung und eine schonende Haarpflege dazu beitragen, das Haarwachstum zu fördern und das Selbstbewusstsein zu stärken.

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