Wie viele Prozent der Frauen rasieren sich? Eine statistische Analyse

Der kollektive Kahlschlag im Schambereich ist seit ein paar Jahrzehnten ein großer Trend - nicht nur in Deutschland, sondern unter anderem auch in den USA, in Südostasien und in den arabischen Ländern. Knapp 70 Prozent der Frauen entfernen regelmäßig ihre Schambehaarung, Tendenz steigend. Männer holen kräftig nach. Das belegen zahlreiche Studien und Umfragen.

Doch bereits in der Antike und im alten Ägypten rasierten sich die Frauen regelmäßig, überwiegend aus ästhetischen Gründen. Quellen belegen, dass sich die ägyptische Königin Kleopatra zum Beispiel regelmäßig einem Waxing mit Bienenwachs unterzogen haben soll. Im Laufe der Jahrhunderte war die Intimrasur dann mal weniger, mal mehr angesagt.

Eine Studie der Universität Leipzig belegte diesen Trend bereits im Jahr 2008: 314 Studentinnen und Studenten mit einem Durchschnittsalter von 23 wurden zur Entfernung von Körperhaaren befragt, das Ergebnis: 88 Prozent der Frauen und 67 Prozent der Männer rasieren sich im Intimbereich.

Aktuelle Zahlen und Studien zur Haarentfernung

Die abgebildeten Werte beziehen sich auf die folgenden Studien:

  • 2018: VuMA 2019;
  • 2019: VuMA 2020;
  • 2020: VuMA 2021;
  • 2021: VuMA 2022

Weitere Informationen zur Methodik finden Sie hier und im Berichtsband. Bei dieser Frage waren Mehrfachnennungen möglich. Aus diesem Grund kann die Summe der Prozentwerte 100% übersteigen.

Diese Frage wurde bei der Befragung in folgendem Wortlaut gestellt: "Welche Art der Haarentfernung nutzen Sie?

Das Ergebnis liest sich wie der ideale Quartalsabschlussbericht eines Rasierklingenherstellers: Stolze 66,7 Prozent der 14- bis 17-jährigen Frauen mögens "enthaart", bei den 18- bis 30-jährigen Frauen sind es sogar um die 80 Prozent.

Laut Statista gaben 2008 97 Prozent der befragten Frauen und 75 Prozent der befragten Männer an, dass sie sich unter den Achseln rasieren.

Das Entfernen von Körperhaar ist für in Deutschland lebende Frauen Teil der täglichen Körperpflege geworden: Mehr als 60 Prozent der Frauen entfernen regelmäßig die Achselhaare, 53 Prozent enthaaren regelmäßig die Beine und 43 Prozent den Intimbereich.

Im Vergleich zu 2009 enthaaren in allen Altersgruppen deutlich mehr Frauen den Genitalbereich, wobei auch ältere Frauen zunehmend die Genitalenthaarung praktizieren: So ist die stärkste Zunahme der Genitalenthaarung um 26 Prozent bei den 45- bis 54-jährigen Frauen zu verzeichnen.

Auch ein Viertel der Männer entfernt inzwischen regelmäßig die Achsel- und Intimbehaarung. "Personen mit einem höheren Bildungsabschluss entfernen sich deutlich häufiger die Intimbehaarung als Personen ohne Abitur", sagt Borkenhagen.

Die Studie von SENTOU zeigt deutlich, dass Männer hinsichtlich der Intimrasur ähnliche Präferenzen wie Frauen haben. Genauer gesagt: 63,6 Prozent der Frauen und 63,7 Prozent der Herren in Deutschland bevorzugen einen glatt rasierten Intimbereich.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 70 Prozent der Deutschen sich rasieren, um den Vorstellungen ihrer Partner:innen zu entsprechen. Wenn es um unsere intimsten Körperregionen geht, wollen wir also vor allem eines: gefallen. Und das geht sogar soweit, dass laut Report jede:r Zweite schon einmal auf Sex verzichtet hat, weil er oder sie seinen oder ihren Intimbereich nicht als schön genug empfunden hatte.

Rasieren für Anfänger🪒 - Tutorial. Rasierpickel. Tipps & Tricks.

Methoden zur Haarentfernung

Um die Schamhaare zu schneiden, zu trimmen beziehungsweise zu stylen, empfiehlt sich das Verwenden einer guten Schere, besser noch eines guten Elektro- oder Nassrasierers mit scharfen und sauberen Klingen. Denn stumpfe Rasierklingen erhöhen die Gefahr von Rasurbrand, Rasier-Pickeln und anderen Hautreizungen. Spätestens wenn Klingen sich auf der Haut rau anfühlen, wenn sie an den Körperhaaren ziehen oder die Haut nach der Rasur ungewöhnlich stark juckt, ist es Zeit für einen Klingenwechsel.

Frauen, die einen besonders glatten und haarfreien Intimbereich haben möchten, müssen sich im Allgemeinen alle ein bis zwei Tage rasieren - am besten mit einem eigenen Rasierer für den Schambereich. Vor der Rasur ist es empfehlenswert, einige Minuten zu duschen oder zu baden. Dadurch wird die Haut schön sauber - und die Haar-Follikel werden weicher: Die Haare lassen sich dann leichter schneiden.

Beim Rasieren des Intimbereichs bereiten die Schamlippen einigen Frauen Problemen. Am besten ist es, den Bereich in kurzen Zügen zu rasieren. Erst am Schambein, dann die äußeren Vulvalippen und zum Schluss einzelne Haare auf der Innenseite der äußeren Vulvalippen. Die Haut dabei straff zu ziehen, erleichtert die Rasur. Besonders schonend ist die Rasur übrigens mit dem Strich. Frauen, die besonders gründlich sein wollen, rasieren auch nochmal gegen den Strich. Aber Vorsicht, hier kann es schnell zu Reizungen kommen! Die Klingen nach jedem Zug abspülen.

Zusätzlich zum Trimmen und Rasieren gibt es eine Vielzahl von Methoden zur Haarentfernung.

  • Enthaarungscremes lösen Körperhaare an der Hautoberfläche chemisch auf.
  • Das Wachsen (Waxing) übernimmt am besten ein Fachmann in einem Salon, ganz Mutige greifen zu einem Wachs-Set für zuhause.
  • Beim Tweezing (Zupfen) wird das Haar mit einer Pinzette an der Wurzel herausgezogen.
  • Die Epilation mit einem Epilierer entfernt Haare für bis zu vier Wochen.
  • Laser- und Intense Pulsed Light Behandlungen (IPL) bieten eine vergleichsweise dauerhafte Methode zur Haarentfernung.

Intimfrisuren: Trends und Vorlieben

Flamingo, Frosch oder Schmetterling? Ob im Sitzen, Stehen oder auf einem Bein: Frauen rasieren sich untenrum auf ganz unterschiedliche Art und Weise.

Vom schmalen Landing Strip bis zum Triangle oder der kreativen Herzform: Frisuren für den Intimbereich gibt es viele. Eine davon wird allerdings kaum in Betracht gezogen - nämlich die volle Pracht an Härchen, die ganz natürlich in der Intimzone sprießt.

Einige Frauen stehen darauf, wenn die Schamhaare komplett entfernt sind. Andere Frauen wollen lediglich einen Teil der Haare loswerden. Beim Bikini-Style beispielsweise werden nur die Haare entfernt, die aus dem Bikinihöschen hervorblitzen. Und wieder andere Frauen schmücken sich im Intimbereich gern mit speziellen Mustern, vielleicht mit einem Herz, einem Pfeil oder einem Dreieck.

Welche Intimfrisur mögen Männer? 6000 Männer haben hier angegeben, welche Frisur sie am attraktivsten finden. Auf Platz 1 dieser Liste: der Hollywood Cut, bei dem alle Haare komplett entfernt werden. Diese Intimfrisur ziehen rund 45 Prozent anderen vor. Ebenfalls beliebt ist Schambehaarung mit lediglich einem Landestreifen. Und 15 Prozent der Männer mögen ein gestutztes Dreieck, den sogenannten Bikini-Cut, am liebsten.

Der Druck zur Haarlosigkeit und Body Positivity

Verbände wie Pro Familia warnen bereits davor, dass junge Menschen gar keine Alternative zur Rasur mehr kennen würden. Wenn 22,4 Prozent der Befragten angeben, sich mit Rasur "sicherer zu fühlen", oder 4,4 Prozent zugeben, dass der Kahlschnitt "erwartet" wird, dann belegt das: Es gibt ihn, den Druck zur Haarlosigkeit.

Auch Influencerin Bianca Heinicke, früher bekannt als “BibisBeautyPalace” äußerte sich zu Schambehaarung. Sie setzt sich für ein bewusstes, glückliches und erfülltes Leben ein und plädiert für Selbstakzeptanz und Selbstliebe. In einem Video sprach sie kürzlich über ihre Haltung zum Rasieren und aus welchen Gründen sie es früher getan hat - nämlich nicht für sich selbst, sondern nur für andere & durch äußeren Einflüsse, sagt sie.

Auch wenn es gerade „in“ ist, „unten ohne“ zu sein, sollte sich keine Frau dem vermeintlichen Rasur-Diktat unterwerfen. Sich von Diktaten zu befreien, hat immer auch etwas Befreiendes - gerade in Zeiten von Body Shaming. Busch oder nicht - das muss jede Frau für sich selbst entscheiden. Am wichtigsten ist, dass sie sich selbst gefällt.

Gesundheitliche Aspekte der Intimrasur

Was vielen Frauen oftmals nicht klar ist: Schamhaare sind nicht nur „Dekoration“. Vielmehr haben sie eine Funktion, sie verschaffen dem Intimbereich ein gesünderes Klima. So schützen Schamhaare die Vagina beispielsweise vor Schmutz, Fremdkörpern und auch vor Krankheitserregern wie etwa Bakterien und Viren. Ferner regulieren sie die Temperatur in der empfindlichen Intimgegend und bewahren die Haut vor zu starker Reibung, die zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr entstehen kann.

Laut Dermatologe Golüke bieten Haare unter den Achseln und im Intimbereich eine kuschelige Angriffsfläche für Bakterien. Aber: „Beim Rasieren entstehen Mikroverletzungen, die Eintrittspforten für Erreger darstellen können“, erklärt Golüke FITBOOK.

Es ist grundsätzlich nicht schädlich, seine Haare an den Beinen, im Intimbereich oder unter den Armen zu rasieren. Dabei wird jedoch die Haut gereizt.

Intimpflege und Vermeidung von Hautreizungen

Nach der Haarentfernung ist die richtige Pflege entscheidend, um einen Rasurbrand zu vermeiden. Direkt nach der Rasur sollten Reste von Rasierschaum oder Rasiergel mit kaltem Wasser abgespült werden, damit sich die Poren schließen und Bakterien keine Chance haben, über kleine Schnittstellen einzudringen.

Spezielle Pflegeprodukte wie Aloe-vera-Gel, idealerweise gekühlt, beruhigen die strapazierte Haut, verhindern Schwellungen und Rötungen und halten die enthaarten Stellen geschmeidig. Auf parfümierte Cremes oder andere stark reizende Produkte sollte man nach der Rasur unbedingt verzichten.

Um unangenehme Nebeneffekte wie Rasierpickel zu vermeiden, solltest du dabei behutsam vorgehen und die rasierte Haut sanft pflegen. Und wie immer gilt: Auch, wenn ein glatter Intimbereich im Trend liegt, solltest du dich für die Intimfrisur entscheiden, die dir am besten persönlich gefällt. Your body, your choice!

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