Viele Menschen, die unter Haarausfall leiden, fragen sich, ob das Alter bei einer Haartransplantation eine entscheidende Rolle spielt. Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht, da jeder Patient individuell betrachtet werden muss. Das Alter an sich sollte jedoch kein Ausschlusskriterium sein.
Im Laufe des Lebens verlieren viele Männer übermäßig viele Haare, was oft genetisch bedingt ist. Dieser Haarausfall beginnt meist an der Stirn und den Schläfen, wodurch sich der Haaransatz zurückbildet. Auch der obere Hinterkopf kann betroffen sein, was zu Kahlstellen führt. Im Nacken und am seitlichen Haarkranz fallen jedoch in der Regel kaum Haare aus, weshalb diese Regionen als Spenderhaare für die Transplantation dienen können.
Obwohl anlagebedingter Haarausfall bei Männern häufiger vorkommt, können auch Frauen betroffen sein.
Nicht jeder, der eine Haartransplantation wünscht, ist dafür geeignet. Entscheidend ist die Beschaffenheit des Spenderhaars, also die Anzahl der Haare im Haarkranz und im Nacken sowie der Zustand der Stellen, an denen die Haarfollikel eingesetzt werden sollen. Dies gilt sowohl für Frauen als auch für Männer und sowohl für umfassende als auch für kleinere Eingriffe.
"In manchen Fällen macht eine Haartransplantation keinen Sinn, weil kein befriedigendes Ergebnis zu erwarten ist. Das kann man als Laie oft aber nicht erkennen, es lohnt sich eigentlich immer, einen Experten aufzusuchen", sagt Neidel.
Eine Haartransplantation kann im gesamten Erwachsenenalter durchgeführt werden. Bei Menschen über 65 Jahren kann es jedoch schwieriger sein, die Haare zu transplantieren, da das Haar insgesamt lichter wird und kahle Stellen zunehmen.
Grundsätzlich darf jeder Arzt in Deutschland eine Haartransplantation durchführen. Für ein gutes Ergebnis sind jedoch genaues Arbeiten, Fachwissen, das Einhalten der Standards und Beachten der medizinischen Leitlinien sowie Erfahrung mit Haartransplantationen wichtig.
"Manche Spezialpraxen bieten Haarsprechstunden oder Voruntersuchungen zur Haartransplantation an, in denen man sich hinsichtlich Diagnose, Eignung und Vorgehen untersuchen und beraten lassen kann. Wenn dort Fachärztinnen und Fachärzte arbeiten, die sich auf Haartransplantation spezialisiert haben und diese nicht nur gelegentlich durchführen, dann ist man hier normalerweise an einer guten Adresse", erklärt der Haarchirurg Dr. Andreas Finner aus Berlin.
Es ist ratsam, darauf zu achten, dass der Behandelnde fachärztlich ausgebildet ist und über langjährige Erfahrung mit dem Verpflanzen von Haaren verfügt. Insbesondere die Fachbereiche Dermatologie und Chirurgie sind bei Haartransplantationen von Bedeutung.
Eine Haartransplantation dauert meist einige Stunden, wobei die Kopfhaut örtlich betäubt wird. Der Eingriff umfasst das Entnehmen der Haare und das anschließende Einsetzen an anderer Stelle.
Zunächst werden aus der Spenderregion dauerhaft wachsende Haarwurzeln entnommen, die weniger empfindlich auf hormonelle Veränderungen im Laufe des Lebens reagieren. Dadurch fallen die erfolgreich verpflanzten Haarwurzeln in der Regel nicht wieder aus.
Heutzutage werden nur winzige Haarfollikel-Einheiten (follicular units, FU) verpflanzt, die jeweils ein bis vier Haarwurzeln enthalten.
"Der Vorteil ist, dass die kleinen FU naturgetreu in hoher Dichte und kopfhautschonend verpflanzt werden können und bei richtiger Platzierung und flacher Ausrichtung von den Originalhaaren kaum unterscheidbar sind", sagt Finner.
Je nach Größe und Dichte der Spenderzone und der Haarlänge am Haarkranz lassen sich bis zu 4000 solcher Haareinheiten entnehmen, ohne dass es am Hinterkopf auffällt. Es sollten jedoch immer nur so viele Haarfollikel-Einheiten wie nötig entnommen werden.
"So hat man noch Spenderhaare in Reserve, falls es später im Leben andere lichte Stellen gibt", betont Finner.
Es gibt zwei Hauptmethoden, um die Haarfollikel-Einheiten (FU) zu gewinnen:
Bei der FUE-Technik löst der Chirurg einzelne Haarfollikel-Einheiten direkt aus der Kopfhaut. Der Vorteil ist, dass danach nur kleine Lücken verbleiben, die bei gleichmäßiger und nicht zu dichter Entnahme auch bei einer Kurzhaarfrisur am Hinterkopf nicht auffallen. Einziger Nachteil: Der Entnahmebereich muss rasiert werden.
Bei der FUE-Technik stanzt man mit einer Hohlnadel ein Stück Kopfhaut mit ein bis vier Haarfollikeln aus. Diese werden zunächst in eine Nährlösung gegeben und später in vorgestanzte Löcher verpflanzt.
Hier wird ein ganzer Haarstreifen mit vielen Follikeln entnommen. Aus diesem Streifen gewinnt man dann unter dem Mikroskop die einzelnen Follikel-Einheiten, die man wie bei der ersten Methode verpflanzt. Die Entnahmestelle wird gleich vernäht und überkämmt.
Da keine Rasur am Hinterkopf erforderlich ist, eignet sich diese Methode für Frauen und Männer, die ihre Haare gern etwas länger tragen. "Es verbleibt allerdings eine linienförmige Narbe, weshalb viele Patienten die punktuelle FUE-Methode bevorzugen", sagt Finner.
Bei der FUT-Technik entfernt man einen schmalen Streifen Kopfhaut samt Haarfollikeln und zerteilt diesen. Daraus werden dann Einheiten von ein bis vier Follikel präpariert und per Hohlnadel verpflanzt.
Wird die Behandlung von einem erfahrenen Haarchirurgen durchgeführt, beträgt die Anwuchsrate der transplantierten Haarfollikel mindestens 90 Prozent. Die Zufriedenheit mit dem Ergebnis hängt jedoch nicht nur von der Qualität der Behandlung ab, sondern auch von der eigenen Erwartungshaltung.
"Bei den übrigen fünf Prozent ist es meist auch nicht so, dass sie mit dem Aussehen komplett unzufrieden sind. Sie wollen eher gezielt noch etwas optimieren - das gelingt normalerweise recht gut in einem zweiten Eingriff", fasst Neidel zusammen.
Es ist wichtig, im Vorfeld eine realistische Einschätzung zum Behandlungsergebnis zu bekommen, da sowohl die Qualität als auch die Erwartungshaltung stark von der Person abhängen, die den Eingriff vornimmt.
Bei einer Transplantation werden meist mehrere tausend Haarfollikel an einer Region am Kopf entfernt und an anderen Stellen wieder eingesetzt, was für die Kopfhaut kurzfristig sehr belastend sein kann.
Krustenbildung, Schwellungen, Kribbeln, Taubheitsgefühle und Juckreiz an den betreffenden Stellen können in den ersten Tagen auftreten. "Diese Symptome gehen eigentlich immer in der ersten Woche wieder zurück. In Einzelfällen oder bei Allergikern kann es auch mal zwei bis drei Wochen dauern, aber längerfristige Probleme hat so gut wie niemand", sagt Neidel.
Außerdem kommt es zu Vernarbungen in der Kopfhaut, die jedoch so klein sind, dass man sie mit bloßem Auge nicht sieht.
"Insgesamt gilt der Eingriff als sehr unkompliziert und nebenwirkungsarm", sagt Hortling.
Um übermäßigen Haarausfall zu verlangsamen oder gar weitgehend zu stoppen, sind vor allem Medikamente geeignet. Sie sind die Haupt-Alternative zu einer Haartransplantation.
"Oft ist es so, dass wir es erst einmal mit Medikamenten versuchen. Wenn deren Wirkung nicht ausreicht oder der übermäßige Haarausfall zu weit fortgeschritten ist, dann kann eine Haartransplantation häufig gut helfen", sagt Finner. In vielen Fällen kommen auch Medikamente und Haartransplantation als Kombination zum Einsatz.
Weitere Alternativen sind:
Die Mikrohaarpigmentierung kann sowohl als komplementäre, also ergänzende Behandlung zu einer Haartransplantation als auch als alleinige Methode angewandt werden. Es ist also in den meisten Fällen eine Frage der individuellen Haarsituation und Ihrer persönlichen Erwartung, welches der beiden Verfahren zur Erfüllung Ihres Behandlungswunsches das geeignetere ist.
So kann eine Mikrohaarpigmentierung beispielsweise auch dort zum Einsatz kommen, wo eine Eigenhaartransplantation nicht in Frage kommt, bspw. wenn die Spenderfläche des Haarkranzes nicht hinreichend, qualitativ ungeeignet oder der Haarverlust bereits extrem fortgeschritten ist (Vollglatze). Hier täuscht unsere spezielle Methode unterschiedlich dichte und dicke Haarstoppeln in verschiedenen Farbnuancen vor, so dass das Gesamtbild deutlich fülliger wirkt.
Eine Mikrohaarpigmentierung kann Ihnen unabhängig von der Art des Haarausfalls helfen - also neben dem erblich bedingten auch bei diffusem, krankheitsbedingten oder kreisrunden Haarausfall - und ist die ideale Methode gerade für Patienten, bei denen eine Eigenhaartransplantation aus medizinischen Gründen nicht durchführbar ist oder nicht zum gewünschten Ergebnis führen kann.
Auch für Patienten, die schlichtweg keinen operativen Eingriff wünschen, haben wir mit der Mikrohaarpigmentierung nun eine genauso vielversprechende alternative Lösung im Programm wie für Patienten, die das Ergebnis ihrer Haartransplantation noch weiter schonend optimieren möchten.
Nach der Pigmentierung zeigt sich allenfalls eine leichte Rötung, die nach wenigen Tagen jedoch vollkommen verschwindet. Sprechen Sie mit unseren Haarspezialisten über die für Sie geeignete Behandlungsmethode und lassen Sie sich umfassend über die Vorteile und Möglichkeiten der Mikrohaarpigmentierung beraten.
Je nach Anzahl der transplantierten Haare kostet eine Haartransplantation ungefähr zwischen 3000 und 9000 Euro.
Wenn Sie unter erblich bedingtem, also genetisch bedingtem Haarausfall oder der androgenetischen Alopezie leiden, ist eine Eigenhaartransplantation die einzige Option, um lebenslang wieder volles Haar zu erhalten. Sowohl bei jüngeren Patienten als auch bei älteren Patienten ist der Eingriff möglich - vorausgesetzt der Spenderbereich verfügt über genug Haare zum verpflanzen.
Vor allem ältere Patienten machen sich oftmals Gedanken ob sie nicht zu alt für den Eingriff sind. Wenn Sie im höheren Alter unter Haarausfall leiden und genügend Spenderhaare zur Verpflanzung in die kahlen Stellen zur Verfügung stehen, ist eine Eigenhaartransplantation bei guter Gesundheit problemlos möglich.
Das Lebensjahr ist kein Ausschlusskriterium, solange die Voraussetzungen erfüllt sind. In den meisten Fällen tritt erblich bedingter Haarausfall zwischen dem 35. und 40 Lebensjahr auf. Zwar gibt es auch Betroffene, die bereits unter 25 Jahren an erblich bedingtem Haarausfall leiden.
Das ideale Alter für eine Haartransplantation gibt es schlichtweg nicht. Ein früher, aber auch ein später Eingriff ist nach eingehender Untersuchung aber problemlos möglich.
Wenn Sie die Kosten generell nicht aufbringen können, sollten Sie zugunsten Ihrer finanziellen Situation nach einer preiswerten Alternative wie einer Haartransplantation in der Türkei umsehen.
Wenn Sie sich für eine Haartransplantation entschieden haben, geht es nun darum, die beste Klinik für die Behandlung zu finden. Hier helfen Erfahrungsberichte anderer Betroffener und Vergleiche, die Sie selbst nach Einholung mehrerer Angebote anstellen.
In jungen Jahren legt man besonders großen Wert auf sein Aussehen, und dazu gehört selbstverständlich auch der Wunsch nach dichtem Haarwuchs. Es ist also nur verständlich, dass sehr viele junge Menschen bereits über eine Haartransplantation nachdenken - vor allem junge Männer, bei denen sich bereits früh Geheimratsecken oder eine Tonsur bemerkbar machen. Allerdings lässt sich bei sehr jungen Patienten nicht abschätzen, wie sich der Haarausfall in den folgenden Jahren weiterentwickelt.
Wie bereits erwähnt, ist eine Haar-OP ab dem 18. Lebensjahr möglich. Ob der Eingriff nun bereits erfolgen oder man besser noch ein paar Jahre warten sollte, muss für jeden Patienten individuell entschieden werden. Das „perfekte Akter“ für eine Haartransplantation gibt es aber nicht. Vielmehr ist der Eingriff dann am sinnvollsten, wenn sich der Haarausfall seinem Stillstand nähert. Das ist bei jedem Patienten und jeder Patientin unterschiedlich.
Wichtig für die Behandlung ist, dass der weitere Verlauf des Haarausfalls zu diesem Zeitpunkt absehbar ist.
Eine Haartransplantation ist grundsätzlich in jedem Alter möglich, wenn Ihr Gesundheitszustand es zulässt. Das Alter an sich beeinflusst die Erfolgsaussichten nicht wesentlich. Jüngere Patienten benötigen möglicherweise eine andere langfristige Planung, da ihr Haarausfall fortschreiten könnte.
Eine Haartransplantation kann verlorenes Haar ersetzen, aber sie stoppt den genetisch bedingten Haarausfall nicht.
Im Wesentlichen sind die gesundheitlichen Risiken klein, falls Sie gesund sind und keine Allergien gegen ein Lokalanästhetikum entwickelt haben.
Wichtig: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann eine ärztliche Beratung nicht ersetzen.
| Technik | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| FUE (Follicular Unit Extraction) |
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| FUT (Follicular Unit Transplantation) |
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tags: #haartransplantation #altersgrenze
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