Tina Turner war eine Ikone für Sexyness, Attraktivität und Stärke. Sie verschob die Altersmaßstäbe und zeigte wie alle populären Rollenmodelle immer ihre Verletzlichkeit, auch im Alter.
Tina Turner mit ihrer berühmten Löwenmähne (Quelle: tag24.de)
Tina Turner erklärte, dass ihre sexy Bühnenoutfits eher praktische Gründe hatten. Netzstrumpfhosen haben seltener Laufmaschen als normale Strumpfhosen. In einem kurzen Rock, der die Beine frei lässt, tanzt es sich besser, und er kaschierte ihren kurzen Oberkörper. Auf Leder sieht man weder Schweiß noch Schmutz, und Leder wirft keine Falten.
Es gab in den späteren Jahren kritische Fragen, ob sie denn noch mit 60 Jahren im Mini auf der Bühne stehen sollte? Die Kritik kümmerte sie nicht. Sie machte immer ihr eigenes Ding, der männliche Blick war nicht alles. „Mir war nicht daran gelegen, wie die Männer auf mein Aussehen reagierten“, erklärte sie, „ich spielte für die Frauen im Publikum.
Tina Turner trug immer, auch privat, Perücke. Auf der Bühne war es die typische Tina-Turner-Löwenmähne mit blonden Strähnen, die lebhaft mitschwangen, wenn sie tanzte. Die Perücken waren praktischer, als ständig das eigene widerspenstige Haar stylen zu müssen, erklärte sie.
„Da glaubte er, eine romantische Beziehung mit der glamourösen Tina und ihrer üppigen Haarpracht einzugehen, nur um dann neben der unscheinbaren und glattrasierten Anna Mae aufzuwachen“, schrieb sie, „was, wenn ihn mein wahres Ich enttäuschte?
Tina Turner ohne Perücke (Quelle: bz-berlin.de)
Zu ihrem 80. Landkreis Leer ging Tina Turner bis zum Schluss nicht ohne ihre Löwenmähnen-Perücke aus dem Haus.
Schlagersängerin Britta Berger aus Rhauderfehn ist ein großer Fan von Tina Turner. Mit deren Musik verbindet sie in erster Linie ihre Jugendzeit. „In den 1980er Jahren kannte ich alle ihre Songs. Die Lieder wurden damals in den Discos rauf und runter gespielt“, erzählt die 49-Jährige. Tina Turner habe eine der größten Stimmen aller Zeiten.
Zwei Frauen, die noch gar nicht auf der Welt waren, als Tina Turner Konzertsäle und Fußballstadien füllte, sind Josepha und Cosima Carl. Die Schwestern aus Moormerland, 1986 und 1990 geboren, sind das Indiepop-Duo Joco. „Turner blickt auf eine Karriere von knapp 60 Jahren zurück. Das ist eine wahnsinnige Leistung und zeugt von Durchhaltevermögen. Im Musikbusiness, das nach wie von Männern dominiert wird, hat sie sich durchgesetzt. Bei allem Erfolg sei Tina Turner aber auch durch tiefe Täler gegangen.
Josepha und Cosima Carl erinnern unter anderem an Tina Turners Ehe mit Ike Turner. 14 Jahre, von 1962 bis 1976 lebte sie mit dem gewalttätigen Mann unter einem Dach, 1978 wurde ihre Ehe geschieden. Auf sich allein gestellt, fing sie anschließend noch einmal von ganz vorne an. Mit dem Soloalbum „Private Dancer“ schaffte Tina Turner 1984 den Durchbruch. Die damals 45-Jährige legte anschließend eine unvergleichliche Karriere hin.
„Ich kenne kaum einen Menschen aus meiner Generation, dem Tina Turner kein Begriff ist“, sagt Angela Hemken-Kötzsch, Dozentin für Gesang im Bereich Rock und Pop an der Kreismusikschule in Leer und Sängerin. Vor allem für Frauen sei die Poplegende ein Vorbild für Selbstbestimmung, Kraft und Beharrlichkeit bei der Realisierung der eigenen Träume und Wünsche. „Ich selbst liebe an ihr den Mut zur Einzigartigkeit, ihre Authentizität und ihre große Willenskraft“, so die 53-Jährige.
„Schon in den 1980er Jahren begegnete sie mir auf meinem eigenen musikalischen Weg zur Sängerin, obgleich meine Stimme damals mit zarten 19 Jahren und als Koloratursopran eher Whitney Houston und Mariah Carey tauglich war“, erzählt Hemken-Kötzsch.
Für Sängerin Christina Liebel aus Leer ist Tina Turner eine Powerfrau und ein Beispiel dafür, dass sich das Streben nach Glück lohnt. Turner habe selbst nach vielen privaten Rückschlägen niemals aufgeben, sich treu zu bleiben. „Ich mag ihre authentische Art“, so Liebel weiter. Tina Turner habe sie bei ihrer eigenen Musik inspiriert.
Miniröcke, High Heels, tiefes Dekolleté: Mit ihrer Mode sorgte Tina Turner stets für Aufsehen. Sie kleidete sich wie ein Showgirl, tanzte über die Bühne wie ein Wirbelwind: Tina Turner war nicht nur eine Ikone der Musik, sondern auch der Mode.
Für Dijanna Mulhearn gehörte sie zu den stilprägendsten Frauen des Showbusiness. Die australische Modekennerin und Journalistin nimmt seit vielen Jahren den Stil der Stars unter die Lupe. Anfang 2023 brauchte sie das Buch "Oscars - Glamour auf dem roten Teppich" heraus. Darin erklärt sie, wie sehr auch Kleider zum Erfolg von Stars beitragen.
Tina Turner verstand die Wirkung von Mode - und nutze sie für sich. So auch Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre. Während andere Künstlerinnen wie Trophäen in schicken, adretten Kleidern vor ihren Mikrofonen standen, fegte sie mit ultrakurzen Kleidern über die Bühne. Pailletten, Fransen, Bänder - bei Tina Turner war alles in Bewegung.
Als Tina Turner sich Ende der 1970er von ihrem Mann trennte, musste sie sich als schwarze Solo-Künstlerin in einer von Weißen geprägten Musikwelt durchsetzen. Sie war geschieden und zu jener Zeit bereits um die 40. Doch sie kämpfte sich unerschrocken an die Spitze. Das machte sie zum Vorbild vieler Frauen, egal welcher Hautfarbe und welchen Alters. Mode spielte dabei eine wichtige Rolle.
In der Zeit mit Ike Turner war sie wie ein hübscher Vogel im goldenen Käfig. Ihre Kleider waren bereits kurz, doch nach der Scheidung konnte man die Befreiung von allen Zwängen buchstäblich sehen: Ihre Bühnenoutfits waren ein Hauch von nichts, aufregend, schockierend, aber ohne zu viel preiszugeben. Sie erinnerten an Showgirl-Kostüme.
Anfang der 1980er veröffentlichte sie ihr Album „Private Dancer“. Damals entwickelte sie ihren typischen Look: Powermähne, Endlosbeine, dazu die superkurzen Minis. Die Showgirl-Kostüme der Siebziger brauchte sie nicht mehr. Ihr war die Aufmerksamkeit sicher. Ihr Look war noch immer sexy, aber relaxter und lässiger.
Zu den wichtigsten Kleidern gehören wohl ein rotes Flammenkleid und ein goldenes, das mit großen Flügeln geschmückt war. Sie trug beide in der Zeit nach ihrer Scheidung. Sie zeigten die neue Tina. In ihrer Biografie schrieb sie damals, sie habe nicht nur ausgesehen, als sie wolle sie losfliegen - sie tat es auch.
Tina Turners Looks unterstrichen ihre Freiheit, nie ihre Freizügigkeit. Man nahm ihr ab, dass ihre Röcke kurz sein mussten, anders hätte sie sich nicht wie ein Wirbelwind auf der Bühne bewegen können. Alles an ihr war einzigartig: die Haare, die langen Beine, die Mode. Frauen bewunderten sie für das, was sie in ihrem Leben erreicht hatte. Man feierte sie als Ikone, nahm sie auch deshalb nie als aggressiv sexy wahr.
Sie scherte sich nicht darum, was andere von ihr dachten und kleidete sich so, wie es ihr gefiel. Unvergessen ist das silberne Versace-Kleid im Negligé-Stil, das sie in den Neunzigern trug. Es war ein Look, den damals Topmodels wie Claudia Schiffer und Naomi Campbell auf dem Laufsteg vorführten. Tina Turner war um die 60 zu jener Zeit und zeigte dennoch: Mode kennt kein Alter.
Tina Turners Stil war einzigartig. Sie hat viele Stars inspiriert, wie etwa Beyoncé, sogar Mick Jagger. Ihre Bühnenpräsenz, die Art wie sie ihren ganzen Körper in Bewegung setze, waren einzigartig.
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