Walnussblätter sind ein traditionelles Hausmittel mit vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten und werden seit Jahrhunderten in der Naturheilkunde und im Haushalt eingesetzt. Sie überzeugen nicht nur durch ihre gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe, sondern auch als natürliches Färbemittel für Textilien und Haare. Dank ihrer antibakteriellen Eigenschaften können sie bei unterschiedlichen Hautproblemen unterstützend wirken.
Da Walnussbäume in vielen Regionen wachsen, lassen sich die Blätter leicht selbst pflücken und wie Kräuter trocknen. Hier erfahren Sie, wie Sie die Blätter sammeln, anwenden und ihre vielfältigen Vorteile optimal nutzen können.
Die Blätter des Walnussbaums sind reich an wertvollen Inhaltsstoffen und weisen starke antioxidative Eigenschaften auf. Zu den wichtigsten Bestandteilen zählen Gerbstoffe, Flavonoide, ätherische Öle und Vitamin C. Diese Kombination sorgt für eine Vielzahl an positiven Wirkungen auf die Gesundheit.
Auch eine Studie aus dem Jahr 2007 hat die chemische Zusammensetzung und Wirkung von Walnussblättern untersucht. Das Ergebnis:
Traditionell werden Walnussblätter vor allem zur Behandlung verschiedener Hauterkrankungen eingesetzt. Dazu zählen Akne, Hautentzündungen, Ekzeme und eine erhöhte Schweißbildung.
Die Blätter können als Badezusatz oder in Form von Umschlägen auf die betroffenen Hautstellen gelegt werden. Neben der antibakteriellen Wirkung wird auch die antioxidative Kraft der Blätter als hilfreich bei Hautproblemen beschrieben.
Zusätzlich sollen Walnussblätter eine zusammenziehende Wirkung auf Blutgefäße und Schweißdrüsen haben. Deshalb empfiehlt die Volksmedizin ihre Anwendung auch bei Krampfadern. Es ist jedoch zu beachten, dass diese Effekte bislang nur stellenweise wissenschaftlich belegt sind. Vor allem die gefäßverengende Wirkung gilt als überwiegend anekdotisch.
Menschen, die allergisch auf Walnüsse reagieren, sollten auch bei der Verwendung von Walnussblättern vorsichtig sein und gegebenenfalls darauf verzichten. Neben den Blättern lässt sich auch Walnussöl für medizinische Zwecke einsetzen.
Eine beliebte Möglichkeit, die Wirkung der Walnussblätter zu nutzen, ist die Zubereitung von Tee. Hierfür können sowohl frische als auch getrocknete Blätter verwendet werden. Wenn Sie frische Blätter nehmen, sollten Sie die im Rezept angegebene Menge einfach verdoppeln. Der beste Sammelzeitpunkt für Walnussblätter ist der Juni, wenn die jungen Blätter den höchsten Wirkstoffgehalt aufweisen.
So bereiten Sie Walnussblättertee zu:
Walnussblätter eignen sich auch hervorragend für Teemischungen. Ihr herber Geschmack harmoniert besonders gut mit Lavendel, Zitronengras, Apfel oder Zitronenverbene.
Wer schon einmal Walnüsse geerntet hat, kennt die Verfärbungen an den Fingern: Die in den Blättern enthaltene Gerbsäure ist ein kräftiger, natürlicher Farbstoff. Zum Färben eignen sich sowohl getrocknete Walnussblätter als auch die grünen, fleischigen Schalen von Walnüssen. Wichtig ist, dass die Schalen noch grün sind, denn reife Schalen verlieren ihre färbende Eigenschaft. Mit Walnussblättern oder -schalen können Sie nicht nur Tinte herstellen, sondern auch Textilien und Haare natürlich färben.
Für eine Tintenherstellung benötigen Sie etwa 100 Gramm getrocknete Walnussblätter. Zum Haarefärben kommen - je nach Länge und gewünschter Farbintensität - 200 bis 300 Gramm Walnussblätter zum Einsatz. Zum Färben von etwa 200 Gramm Kleidung braucht es rund 500 Gramm getrocknete Blätter oder grüne Schalen. Je mehr Walnussblätter Sie verwenden, desto dunkler wird der Farbton, der von hellem Braun bis zu dunklem Schokoladenbraun reichen kann.
So stellen Sie Farbe aus Walnussblättern her:
So verwenden Sie die natürliche Farbe:
Die aus phytotherapeutischer Sicht wichtigsten Substanzen sind Gerbstoffe vom Typ der Ellagitannine, die sich mit einem Gehalt von bis zu 10 % in den Blättern finden. Außerdem spielen Flavonoide (3-4 %) eine relevante Rolle. Weitere Inhaltsstoffe unterstützen das Wirkspektrum noch zusätzlich.
Im Überblick:
Als traditionelles pflanzliches Arzneimittel werden Walnussblätter äußerlich bei leichten Hautentzündungen und bei übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrosis), vor allem an Händen und Füßen, empfohlen. Innerlich werden sie heute hauptsächlich zusammen mit weiteren Heilpflanzen, zur Stärkung der Erkältungsabwehr eingesetzt (z.B. in Imupret® N).
Die äußere Anwendung der Walnussblätter in Form von Bädern, Spülungen und Umschlägen kann den Betroffenen bei einer Vielzahl von Hautleiden Beschwerdelinderung verschaffen. Dazu zählen neben leichten Entzündungen und starker Schweißabsonderung auch oberflächliche Wunden und Geschwüre, chronische Ekzeme (Juckflechte), juckende Kopfhaut, Akne, Pilzinfektionen und Sonnenbrand.
Die Gerbstoffe in den Walnussblättern bekämpfen Erkältungserreger direkt und erschweren deren Eindringen in die Schleimhaut. Mit ihrer zusammenziehenden Wirkung sorgen sie für ein Abschwellen und eine verminderte Reizbarkeit der entzündeten Schleimhäute. Die übrigen Inhaltsstoffe ergänzen das Wirkmuster.
Aufgrund dieser antimikrobiellen sowie einer entzündungshemmenden Wirkung sind Walnussblätter ein Bestandteil der Kombination 7 heimischer Heilpflanzen in Imupret® N. Das pflanzliche Arzneimittel leistet bereits bei den ersten Anzeichen, aber auch während einer Erkältung, wertvolle Unterstützung.
Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen wurden beim Einsatz der Walnussblättern nicht beobachtet, auch keine Überempfindlichkeitsreaktionen. Beim Verzehr von Walnüssen sind dagegen allergische Reaktionen bekannt, die bei entsprechender Neigung auftreten können.
Die Arzneidroge sollte nicht auf offene Wunden oder großflächige Hautschäden aufgetragen werden.
In der Pflanzenmedizin finden neben den frischen, grünen Fruchtschalen vor allem die Blätter des Walnussbaums als Heildroge Verwendung. Sie werden im Sommer gesammelt. Die unreifen Nüsse erntet man gegen Ende Juni.
Die getrockneten Walnussblätter stehen in folgenden arzneilichen Zubereitungsformen zur Verfügung:
Die Fertigarzneimittel können in der Apotheke erworben werden. Äußerlich kommt die Verwendung der Pflanzenarznei in größeren Mengen für Umschläge oder als Badezusatz infrage.
Teeaufguss: 2 bis 4 Teelöffel (4-6 g) getrocknete Walnussblätter mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, durch ein Teesieb abseihen und abkühlen lassen. Die wässrige Abkochung kann wegen des positiven Einflusses auf die Haut auch für einen Umschlag oder auch als Badezusatz für Voll- oder Teilbäder genutzt werden.
Walnussblättertee-Umschlag: ein kleines, sauberes Baumwoll- oder Leinenhandtuch mit dem Aufguss tränken und im ausgewrungenen, feuchten Zustand auf die entzündete, ekzematöse oder schwitzende Haut legen; mit einem trockenen Tuch darüber fixieren; 2- bis 4-mal täglich für jeweils 15 bis 30 Minuten anwenden; alternativ kommt die sanfte Anwendung eines Waschlappens infrage.
Die Einnahme als Walnussblättertee wird nur in vereinzelten Quellen der Erfahrungsheilkunde empfohlen, etwa zur Behandlung von Durchfall oder bei Schleimhautreizungen im Magen-Darm-Trakt.
tags: #walnussblätter #wirkung #haare #anwendung
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.