Dein Haaransatz stört Dich? Ob beim Kaschieren grauer Haare, beim Aufpeppen der natürlichen Haarfarbe oder ganz allgemein beim Haarefärben - immer wieder kommt der Haaransatz zum Vorschein. Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl von Mitteln, mit denen man den Haaransatz innerhalb weniger Minuten oder sogar Sekunden kaschieren kann. Dafür müssen Sie nicht unbedingt zu einer zeitaufwendigen Komplett-Coloration greifen, sondern können unbesorgt bis zum nächsten Farbtermin ein wenig schummeln.
Im Folgenden finden Sie eine ausführliche Anleitung und nützliche Tipps, wie oft Sie Ihren grauen Haaransatz nachfärben sollten, um stets ein gepflegtes Aussehen zu bewahren. Wir haben für Sie mehrere Tipps zusammengestellt, die Ihnen zeigen, wie man mit dem wiederkehrenden Effekt fertig wird - mit und ohne Ansatz färben.
Haare sind Anhangsgebilde der Haut, welche sich in regelmäßigen Zyklen erneuern und nachwachsen. Nach und nach schiebt sich das Haar immer weiter aus der Haut heraus.
Haare wachsen durchschnittlich circa 12,7 mm im Monat, manche deutlich langsamer, andere dafür doppelt so schnell. Auf dem Kopf wachsen Haare durchschnittlich 1 cm pro Monat. Dieser Zyklus bzw. die Geschwindigkeit des Haarwachstums kann sich durch hormonelle Veränderungen, Umweltbedingungen oder auch Einflüsse wie Ernährung oder Stress verändern. Bei einigen Menschen wachsen die Haare schneller, bei anderen langsamer.
Graue Haare fallen ab circa 10-12 mm auf. Wachsen die Haare also durchschnittlich schnell, muss der Ansatz einmal pro Monat nachgefärbt werden. Haben Sie Ihre Haare gefärbt und damit graue Haare oder eine andere Haarfarbe abgedeckt, wird sich nach spätestens ca. zwei Wochen der Ansatz mit der ursprünglichen Haarfarbe zeigen.
Normalerweise wird empfohlen, eine permanente Coloration der Haare auf die gesamte Länge nicht häufiger als alle vier Wochen durchzuführen. Bei einem Ansatz von weniger als 1 cm lohnt es sich oft noch nicht, schon wieder eine neue Coloration aufzutragen. Dies wird beispielsweise bei Blondierungen nicht empfohlen, um Kopfhaut und Haare vor unnötigen Reizungen zu bewahren.
Halten Sie sich zum Ansatz färben an die Anleitung der jeweiligen Produkte. Dort ist genau beschrieben, welche Einwirkzeit Sie einhalten sollten und wie Sie das Mischverhältnis der Haarfarbe berechnen. Außerdem erhalten Sie Tipps, wie Sie die Coloration am besten auftragen.
Ganz egal, ob du zum Haarefärben zuletzt bei deinem/deiner Friseur*in warst, oder ob du zu den passionierten DIY-Colorist*innen zählst - deinen Ansatz-Balken kannst du in jedem Fall selbst nachfärben. Das A und O für einen harmonischen Übergang zwischen Ansatz und colorierten Haaren ist das Finden der richtigen Farbnuance und des richtigen Färbemittels. Beides sollte genau dem entsprechen, mit dem der Rest der Haare gefärbt wurde.
Folgende Regeln können dir helfen, deine perfekte Ansatz-Farbe zu finden:
Generell hast du die Wahl zwischen Coloration, Tönung und Intensivtönung. Eine Coloration öffnet die Schuppenschicht der Haare und lagert die Pigmente im Haar dauerhaft an. Sie kann deine Haare super dunkel färben, aber nur um zwei bis drei Nuancen aufhellen. Wenn du heller gehen möchtest, ist eine Blondierung nötig.
Eine Tönung kann nur dunkler färben, arbeitet dabei aber schonender als die Coloration. Denn sie öffnet die Schuppenschicht nicht und lagert die Pigmente stattdessen nur am Haar an. Die halten demnach auch nicht so lange im Haar und sind nach sechs bis acht Wochen wieder verschwunden.
Dann gibt es noch die Intensivtönung: Sie ist quasi der Kompromiss zwischen Coloration und Tönung, da sie die Schuppenschicht etwas öffnet und Pigmente eingelagert werden. Sie wäscht sich nach etwa 20 Wäschen wieder aus. Auch kann sie deinen Farbton nicht nur dunkler machen, sondern auch bis zu 1,5 Töne aufhellen.
Welches Färbemittel du letztendlich zum Färben deines Haaransatzes verwendest, hängt von der gewünschten Haarfarbe ab.
Weitere Regeln zur Farbwahl:
Möchten Sie einen grauen Ansatz färben, gelten folgende Regeln:
Generell solltest du deinen Haaren vier bis sechs Wochen Färbe-Pause gönnen. Eine Tönung ist schonender für die Haare als eine Coloration und kann nach vier Wochen wiederholt werden. Färbst du deine Haare sehr hell, solltest du auf jeden Fall acht Wochen mit dem Färben des Ansatzes warten.
Stresst dich dein nachwachsender Ansatz immer sehr schnell, es dann aber meist noch viel zu früh zum Nachfärben? Dann probiere doch in der nächsten Wartezeit ein Farb-Glossing aus. Seine schonende Formulierung kann für ein paar Tage den Übergang zwischen Ansatz und colorierten Haaren sanft ausgleichen.
Tipp: Ist Ihre natürliche Haarfarbe eher dunkel, wird nach einer Blondierung oder einer Coloration mit rötlichen Tönen nach einiger Zeit der dunkle Ansatz wieder sichtbar sein. Wenn Sie einen dunklen Haaransatz kaschieren möchten, ist dies am besten mit einer permanenten Ansatzfarbe realisierbar. Dunkle Haare lassen sich durch eine Tönung nur in begrenztem Umfang aufhellen. Auch angelagerte Pigmente können hier nur für eine mäßige Aufhellung sorgen.
Damit ein dunkler Ansatz einen Übergang mit weniger Kontrast zur Blondierung zeigt, können Sie beispielsweise das hochwirksame Magic Retouch Ansatz-Kaschierspray Hellblond von L'Oréal Paris anwenden. Wenn Sie einen hellen Ansatz kaschieren wollen, ist dies mit verschiedenen Mitteln wie einem Kaschierspray oder einer permanenten Ansatzfarbe einfach durchzuführen. Dabei müssen Sie nicht alle Haaransätze auf dem ganzen Kopf mit den Mitteln behandeln. Oft genügt es, die bei der individuellen Frisur sichtbaren Stellen zu kaschieren.
Folgende Dinge solltest du für deine Färbe-Session bereit legen:
Unser Färbe-Fahrplan verrät dir nun Schritt für Schritt, wie du deinen Ansatz selber färben kannst. Es spielt dabei keine Rolle, ob du eine Coloration, Tönung oder Intensivtönung verwendest - das Prozedere ist dabei nahezu immer das gleiche. Halte dich jeweils genau an die Packungsbeilage.
Ziehe ein ausrangiertes Oberteil an oder lege dir einen Friseurumhang um. Denn das Haarfärbemittel kann tropfen und permanente Flecken verursachen. Hast du beides nicht zur Hand, kannst du dir auch ein altes Handtuch um die Schultern legen.
Bevor du mit dem Färben beginnst, solltest du deine Haare gut durchkämmen und sicherstellen, dass sie trocken sind. Am besten sind sie ein bis zwei Tage nicht gewaschen, damit keine Rückstände von Stylingprodukten wie Haarspray oder Haarpuder vorhanden sind, die das Eindringen der Farbe behindern könnten.
Gleichzeitig bleibt so die natürliche Talgschicht der Kopfhaut erhalten, die vor Irritationen und allergischen Reaktionen schützen kann. Frisch gewaschene Haare wären zwar völlig sauber, jedoch ist dann auch der schützende Säureschutzmantel der Kopfhaut entfernt, was die Haut empfindlicher macht und dazu führen kann, dass Farbrückstände schlechter abgehen.
Ziehe anschließend mit einem Stielkamm eine horizontale Linie von Ohr zu Ohr und stecke die obere Haarpartie am Oberkopf fest. Die unteren Haare bleiben offen, damit du die Farbe gleichmäßig und kontrolliert auftragen kannst. Trage an der Stirn etwas Hautschutzcreme oder eine fettigere Körpercreme auf, um die Haut dort vor Farbflecken zu schützen. Achte dabei darauf, die Creme nicht in die Haare, sondern nur auf die Haut zu geben.
Bereite die Farbe nach Gebrauchsanweisung des Herstellers zu und ziehe die Einmalhandschuhe an. Bei den meisten Haarfarben liegen sie der Packung bei.
Trage die Farbe nun mit einem (mitgelieferten) Haarfärbe-Pinsel auf. Das geht meist besser, weil Du die Haare nach oben weghalten kannst, um die Scheitel zu ziehen. Vertikale Scheitel sind da durchaus herausfordernder und ungenauer. Färbe Partie nach Partie. Hier ist Millimeterarbeit gefragt: Trage die Farbe wenige Millimeter über die Grenze zu den bereits colorierten Haaren auf, damit keine neue Linie entsteht.
Ziehe die Farbe aber nicht weiter als nötig in die bereits gefärbten Längen, um diese nicht unnötig zu strapazieren. Das klappt am besten, wenn du die Haare straff vom Kopf weg ziehst, und die Farbe auf die gespannte Strähne aufpinselst. So vermeidest du Farbüberlagerungen, an denen die Farbe deine Haare mehr einfärben kann und so die Farbe stellenweise intensiver aussehen lässt.
Am Ende sollte die ganze Kopfhaut voller Farbe sein. Wenn du die untere Partie fertig hast, löst du die Haarklammern und arbeitest dich genauso Scheitel für Scheitel vertikal durch die Haare am Oberkopf. Falls dir das alles zu tricky ist, kannst du auch eine*n Freund*in oder deine*n Parter*in um Hilfe bitten - gerade am Hinterkopf ist der präzise Farbauftrag manchmal schwieriger.
Hast du alle Ansätze mit Farbe bedeckt, beginnt die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit. Halte dich hier bitte genau an die Angaben und stelle dir dazu am besten einen Timer. In den letzten fünf Minuten der Einwirkzeit kannst du, wenn nötig, den Rest der Farbe auf alle Haare auftragen, um ein harmonisches Finish zu erzielen.
Das solltest du aber wirklich nur bei äußerstem Bedarf tun, da die Farbmasse eine höhere Konzentration an chemischen Wirkstoffen enthält, als es die Längen eigentlich benötigen. Schonender und professioneller ist es, die Farbmasse am Ansatz mit etwas Wasser aufzuschäumen (aufemulgieren) und die so entstandene cremig-wässrige Emulsion in die Längen einzuarbeiten.
Dadurch wird die chemische Konzentration durch das Wasser reduziert, und da die Einwirkzeit ohnehin fast abgeschlossen ist, ist ein Großteil der Farbstoffe bereits ausoxidiert. Anschließend spülst du das Färbemittel gründlich mit lauwarmem, klarem Wasser aus.
Nach der Färbe-Action brauchen deine Haare eine Extraportion Pflege. Verwende dazu - falls vorhanden - das beiliegende Pflege-Fluid oder eine Kur oder Spülung aus einer entsprechenden Farbschutz-Pflegeserie.
Wenn sich der Ansatz langsam zeigt, ist die einfachste Methode, ihn einfach wieder zu färben. Wem das ständige Färben nervt, der sollte über diese Alternativen nachdenken:
Mit diesen Tipps und Tricks können Sie Ihren grauen Haaransatz optimal kaschieren und Ihre Haare gesund und gepflegt halten.
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