Immer mehr Menschen legen Wert auf natürliche Inhaltsstoffe und Nachhaltigkeit, auch bei der Haarpflege. Shampoo selber herstellen ist eine großartige Möglichkeit, um Geld zu sparen, Plastikmüll zu reduzieren und die Kontrolle über die Inhaltsstoffe zu behalten. Denn in herkömmlichen Shampoos befinden sich oftmals viele unnatürliche Stoffe, die der Gesundheit und Umwelt schaden können.
Mit nur wenigen Zutaten können Sie Ihr individuelles Shampoo selbst herstellen - flüssiges oder festes Shampoo für Ihren Haartyp! Wir stellen Ihnen die besten Rezepte vor.
Viele im Handel erhältliche Haarpflege-Produkte enthalten unnötige Zusatzstoffe und werden meistens in Kunststoffflaschen verkauft. Wenn Sie Ihr Shampoo selber machen, verzichten Sie komplett auf potenziell irritierende chemische Zusätze wie Silikone oder künstliche Duftstoffe. Das ist ideal, wenn Sie unter empfindlicher Kopfhaut leiden.
Die Pflege der Haare sollte auch wirklich Haarpflege sein. Das Wort „Shampoo“ in sich ist schon die absolute Aufforderung dazu, denn ursprünglich stammt es aus dem Indischen und bedeutet: Kopfmassage. Wer sich sein Shampoo selber macht, tut nicht nur seinem Haar und seiner Kopfhaut etwas Gutes, sondern auch der Umwelt.
Bei der Wahl der Zutaten für Ihr individuelles Shampoo sind den Möglichkeiten der Naturkosmetik keine Grenzen gesetzt und auch zu jedem Haartyp gibt es unterschiedliche Rezepte für natürliche und selbst gemachte Shampoos.
Außerdem können Sie die Formulierung auch nach Belieben variieren. Gleichzeitig sparen Sie umweltbelastendes Plastik ein und gestalten Ihren Alltag nachhaltiger.
Inhaltsverzeichnis
- Das Grundrezept für selbstgemachtes Shampoo
- Unverzichtbare Zutaten für DIY-Shampoo
- Die besten Rezepte für selbstgemachtes Shampoo
- Festes Shampoo selber machen
- Shampoo selber machen ohne Seife
- Anwendung von selbstgemachtem Shampoo
- Vorteile und Nachteile von selbstgemachtem Shampoo
- FAQ - Häufig gestellte Fragen
Das Grundrezept für selbstgemachtes Shampoo
Als Basis für Ihr selbst gemachtes Shampoo dient eine einfache Seifenlauge, die Sie mit nur zwei Zutaten schnell und einfach herstellen können. Hierfür benötigen Sie lediglich Naturseife - am besten in Bioqualität - und destilliertes Wasser. Die Seife finden Sie problemlos in Drogerien, Biomärkten oder auf Wochenmärkten.
Zutaten:
- 15 Gramm Kernseife
- 250 Milliliter Wasser
So geht’s:
- Kernseife in feine Flocken reiben oder bereits fertige Seifenflocken verwenden.
- Seifenflocken in eine Schüssel mit warmem Wasser füllen und mit dem Schneebesen verrühren, bis sich die Seifenrückstände vollkommen aufgelöst haben.
- Shampoo-Basis nach Wunsch mit weiteren Zutaten individualisieren.
Tipp: Kernseife mit einem hohen Anteil pflanzlicher Öle wirkt besonders sanft auf die Haut.
Unverzichtbare Zutaten für DIY-Shampoo
Um zu verstehen, wie sich Shampoo-Rezepturen zusammensetzen, lohnt sich ein genauerer Blick auf mögliche Inhaltsstoffe:
- Tenside: Tenside lösen Schmutz- und Fettrückstände von Haar und Kopfhaut. In natürlicher Form sind sie beispielsweise in Seifenkraut, Waschnüssen und Kokosglucosid enthalten. Ob ein Haarshampoo flüssig oder fest ist, hängt davon ab, ob Natrium- oder Kaliumsalze von Fettsäuren enthalten sind.
- Pflanzenöle: Pflanzenöle schätzen wir für ihre pflegende Wirkung. Egal ob Jojobaöl, Kokosöl oder Olivenöl - sie verleihen dem Haar Geschmeidigkeit und Glanz, glätten die Haarstruktur und wirken Frizz und Haarbruch entgegen. Sparsam dosiert verleihen Sie dem Haar ein gesundes Aussehen.
- Feuchtigkeitsspender: Trockenes Haar wirkt stumpf und glanzlos. Um Ansatz und Spitzen auf die Sprünge zu helfen und Schuppenbildung entgegenzuwirken, kommen natürliche Feuchtigkeitsspender wie Aloe Vera, Honig oder Glycerin ins Spiel.
- Ätherische Öle: Was duftet da so verführerisch? Mit ätherischen Ölen aus Lavendel, Rosmarin oder Teebaum verleihen Sie Ihrem selbstgemachten Shampoo einen ganz eigenen Wohlgeruch. Experimentieren Sie mit verschiedenen Duftrichtungen - vielleicht finden Sie Ihre persönlichen Favoriten ja in Ihrem mit Liebe kultivierten Saisongarten!
Die besten Rezepte für selbstgemachtes Shampoo
Unser Grundrezept für natürliches DIY-Shampoo haben Sie bereits kennengelernt. Nun folgt die Kür - und mit ihr eine Reihe von empfehlenswerten Rezepturen für unterschiedliche Haarbedürfnisse. Ob trockenes, glanzloses, normales oder fettiges Haar: wir stellen Ihnen unsere liebsten Kreationen für Shampoos im Detail vor.
Kräuter-Shampoo selber machen (für normales Haar)
Rosmarin-Haarwasser selber machen 🌿 Für Haarwachstum & gesunde Kopfhaut
Zutaten:
- 150 Milliliter Seifenlauge (Rezept siehe oben)
- 150 Milliliter Wasser
- Aromatische Kräuter nach Wahl wie Minze, Rosmarin, Zitronenmelisse oder getrocknete Lavendelblüten
- 10-15 Tropfen ätherisches Öl in den passenden Duftrichtungen
So geht’s:
- Die Kräuter in einen Topf geben und mit kochendem Wasser übergießen.
- Den Kräutersud rund drei Stunden ziehen lassen, anschließend durch ein Sieb abgießen und in einer Schüssel auffangen.
- Die Seifenlauge hinzugeben und den Kräuter-Seifen-Mix gründlich verrühren.
- Das ätherische Öl hinzufügen und das fertige Shampoo in eine verschließbare Flasche füllen.
Brennnessel-Shampoo selber machen (für leicht fettendes Haar und schuppige Kopfhaut)
Sie möchten Kopfhaut und Haar möglichst sanft von Fettrückständen befreien? Mit diesem Haarshampoo auf rein natürlicher Basis gelingt es.
Zutaten:
- 20 Gramm frische oder getrocknete Brennnesselblätter
- 100 Milliliter Seifenlauge (Rezept siehe oben)
- 100 Milliliter Wasser
- Ca. 3 Tropfen Teebaum- oder Lavendelöl
So geht’s:
- Brennnesselblätter kurz aufkochen und über Nacht im Wasserbad ziehen lassen.
- Den Sud in eine Schüssel sieben und die Seifenlauge hinzufügen.
- Das ätherische Öl hinzugeben, kräftig umrühren und das fertige Shampoo in eine verschließbare Flasche füllen.
Glanzshampoo mit Kokos selber machen (für feines Haar)
Sie möchten feines Haar kräftigen oder stumpfem Haar einen gesunden Glanz verleihen? Machen Sie sich die natürliche Pflegewirkung von Kokosmilch zunutze!
Zutaten:
- 100 Milliliter Kokosmilch
- 100 Milliliter Seifenlauge (Rezept siehe oben)
- Ca. 4 Tropfen ätherisches Öl, zum Beispiel Zitronen- oder Orangenöl für einen duftenden Frischekick
So geht’s:
- Kokosmilch und Seifenlauge in eine Schale geben und gründlich verquirlen.
- Das ätherische Öl hinzugeben und kräftig vermischen.
- Das fertige Shampoo in eine verschließbare Flasche füllen.
Festes Shampoo selber machen
Festes Shampoo kommt ganz ohne Umverpackung aus und eignet sich ideal für einen nachhaltigen Lifestyle. Die Herstellung ist genauso einfach wie bei flüssigem Shampoo.
Zutaten:
- 50 Gramm Sheabutter
- 100 Gramm pflanzliches Tensid
- 100 Gramm Speisestärke
- Ätherisches Öl nach Wahl
- Eine Form zum Aushärten des festen Shampoos
So geht’s:
- Tensid und Stärke in einer Schüssel verquirlen.
- Sheabutter wahlweise im Wasserbad oder in der Mikrowelle schmelzen.
- Sämtliche Zutaten zu einer geschmeidigen Masse verarbeiten, kneten und ätherisches Öl hinzufügen.
- Die Masse zum Aushärten in die Form füllen und mindestens einen Tag lang ruhen lassen.
- Shampoostück entnehmen.
Shampoo selber machen ohne Seife
Selbstverständlich können Sie Haarshampoo auch in seifenfreier Rezeptur herstellen. Beliebte Haarpflege-Trends wie die No-Poo-Methode nutzen diese Vorgehensweise, um das Haar zu schonen und sanft zu reinigen.
Mit seinem pH-Wert von 5,5 ist selbstgemachtes Shampoo auf Roggenmehl-Basis besonders bei irritierter und juckender Kopfhaut hilfreich. Anders als die zuvor vorgestellten Shampoos müssen Sie Roggenmehl-Shampoo vor jeder Haarwäsche frisch anrühren.
Zutaten:
- 4 Esslöffel Roggenmehl
- 200 - 300 Milliliter Wasser (je nach Haarlänge)
So geht’s:
- Beide Zutaten in eine Schüssel geben und klumpfrei verquirlen.
- Das Roggenshampoo sanft ins feuchte Haar einmassieren und gründlich ausspülen.
- Mögliche Reste entsorgen.
Anwendung von selbstgemachtem Shampoo
Kein Haarschopf gleicht dem nächsten - und genauso individuell ist dessen Pflege.
- Trockenes Haar: Nährende Shampoos und selteneres Waschen helfen trockenem Haar am besten, um die natürlichen Öle auf der Kopfhaut zu bewahren.
- Normales Haar: Wer normales Haar besitzt, kann auf eine ausgewogene Haarpflege und regelmäßiges Waschen setzen.
- Feines Haar: Besitzt du feines Haar, solltest du dich für mildes Shampoo entscheiden, um deine empfindliche Haarstruktur nicht zu schädigen.
Wie wendet man ein festes Shampoo richtig an?
Um das Beste aus Ihrem festen Shampoo herauszuholen und dennoch nicht zu viel Produkt zu verschwenden, ist es wichtig, dass Sie es richtig anwenden.
- Schritt: Machen Sie Ihre Haare unter der Dusche komplett nass.
- Schritt: Auch das Seifenstück muss nass sein, sodass Sie es zwischen den Handflächen aufschäumen können.
- Schritt: Legen Sie das Shampoostück nun zur Seite und schäumen Sie Ihre Haare am besten kopfüber und am Ansatz ein.
- Schritt: Ausspülen und den Vorgang wiederholen.
- Schritt: Nun wenden Sie eine Haarkur an, lassen diese gut einwirken und spülen sie anschließend gründlich aus.
- Schritt: Jetzt erst kommt die Spülung in die Längen.
- Schritt: Haare gründlich ausspülen und nach dem Duschen mit einem weichen Handtuch sanft trocknen.
- Schritt: Das Seifenstück sollte möglichst offen liegen, sodass es optimal trocknen kann.
Wie wendet man ein flüssiges Shampoo richtig an?
Das Thema Haarewaschen ist eine Sache für sich und beschäftigt vermutlich jede:n von uns: wie oft, welche Haarpflegeprodukte, welche Methode? Die Möglichkeiten sind nahezu endlos. In einem sind wir uns jedoch einig, denn an der Verwendung von Shampoo für sauberes Haar gibt es grundsätzlich nichts zu rütteln.
Aber wussten Sie, dass viele von uns einen entscheidenden Fehler beim Haarewaschen begehen? Entgegen der Annahme, dass auf Shampoo der Conditioner und dann die Haarkur folgt, wird eine Kur oder Maske vor der Spülung auf das Haar gegeben.
Außerdem kann es sinnvoll sein, die Haare kopfüber zu waschen, um die Zeitspanne zwischen den Haarwäschen zu verlängern. Auch wichtig zu erwähnen: Mehrfach shampoonieren. So wird das Haar gründlich gereinigt und statt jeden zweiten Tag muss es vielleicht erst jeden dritten gewaschen werden.
Dennoch gelten diese Punkte nicht als allgemein gültige Regeln, denn jedes Haar ist verschieden - probieren Sie aus, was für Sie am besten funktioniert.
Shampoo selber machen: Vorteile und Nachteile
Vorteile:
- Es wird weniger Plastikmüll verursacht
- Sie kennen alle enthaltenen Inhaltsstoffe
- Spaß am Selbermachen
- Optimale Abstimmung auf die Bedürfnisse Ihrer Haare
- DIY-Geschenkidee zu besonderen Anlässen
- Auf lange Sicht kostengünstiger
Nachteile:
- Entscheidende Inhaltsstoffe aus konventionellen Shampoo könnten verloren gehen
- Geringere Haltbarkeit
- Zeitaufwand durch das Beschaffen der Zutaten und den Herstellungsprozess
- Wirkung ist nicht erwiesen
- Gravierende Haarschäden lassen sich mit professionellen Haarpflegeprodukten besser beheben
FAQ - Häufig gestellte Fragen
- Wie kann man Shampoo selber herstellen?
Mit nur wenigen Zutaten mixen Sie Ihr eigenes Shampoo. Während Seifenlauge und Wasser die Basis bilden, sorgen verschiedene Extras wie ätherisches Öl, Pflanzen- und Fruchtextrakte für die gewünschte Pflegewirkung und einen angenehmen Duft.
- Wie lange hält sich selbstgemachtes Shampoo?
Selbstgemachtes Shampoo können Sie bis zu zwei Wochen lagern und verwenden. Shampoo auf Roggenmehl-Basis müssen Sie vor jeder Haarwäsche frisch anrühren.
- Kann man Haare ohne Shampoo waschen?
Auch ohne klassisches Haarshampoo auf Seifenbasis werden die Haare sauber. Verwenden Sie zur Reinigung alternativ ein Gemisch aus Roggenmehl und Wasser.
- Welches ist das beste Shampoo für die Haare?
Das beste Shampoo hängt von deinem Haartyp und deinen Pflegeansprüchen ab.
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