Wie lange haaren Katzen? Alles über den Fellwechsel bei Katzen

Katzenhaare auf dem Sofa, dem Teppich, der Kleidung - Katzenhalter kennen das Problem. Zweimal im Jahr findet bei Katzen der Fellwechsel statt. Für Katzen ist dies eine wichtige körperliche Umstellung, aber auch eine anstrengende und gefährliche Zeit.

Was ist der Fellwechsel bei Katzen?

Wie viele andere Säugetiere erneuern Katzen ständig ihr Fellkleid. Während wir Menschen etwa 100 Haare pro Tag verlieren, wirft eine Katze meist über 1.000 Haare ab. Während des Fellwechsels steigt diese Rate rapide an.

Der Fellwechsel ist ein natürlicher Prozess, bei dem sich das Fell der Katze an die Jahreszeiten anpasst. Im Herbst wird das Fell dichter und länger, um die Katze vor Kälte zu schützen. Im Frühjahr wird das Deckhaar kürzer und die Katze verliert ihre dichten Wollhaare.

Warum findet der Fellwechsel statt?

Der Beginn des Fellwechsels wird durch die Tageslichtlänge beeinflusst. Der Auslöser für diese Phase ist eine Veränderung in der Tageslichtdauer, welche der Körper registriert und darauf entsprechend reagiert. Dieses bewirkt u. a. auch, dass das Winterfell bei Katzen gebildet wird.

Der zweite Grund für den Fellwechsel sind die Außentemperaturen. Die Temperatur spielt ebenfalls eine wichtige Rolle dabei. Sie beeinflusst die Dauer des Fellwechsels bei Katzen und auch die Dichte des Pelzes.

Unterschied Sommerfell zu Winterfell

Im Herbst wird das Fell dichter und länger, um die Katze vor Kälte zu schützen. Beginnen wir mit dem Winterfell. Dieses bildet sich im Herbst, wenn die Temperaturen langsam fallen. Es ist deutlich dichter und mit einer dickeren Schicht Unterwolle ausgestattet. Die ist wichtig, hat sie doch eine isolierende Funktion.

Im Frühjahr wird das Deckhaar kürzer und die Katze verliert ihre dichten Wollhaare des Winters wieder. Wenn die Sonne wieder länger scheint und es wärmer wird, muss diese zusätzliche Masse an Haaren aber wieder runter, damit das Tier nicht überhitzt. Die zweite Runde des Fellwechsels bei Katzen setzt ein und das deutlich leichter ausfallende Sommerfell tritt in Erscheinung.

Freigänger vs. Wohnungskatzen

Wild lebende Katzen bzw. Katzen mit regelmäßigem Freigang besitzen einen deutlich ausgeprägteren Fellwechsel als Wohnungskatzen. Bei einer Freigänger-Katze dauert der Fellwechsel für gewöhnlich 6 bis 8 Wochen.

Für Wohnungskatzen spielen die Außentemperaturen kaum eine Rolle, höchstens, wenn sie gelegentliche Ausflüge auf einen Balkon unternehmen. Eine reine Hauskatze jedoch ist längst nicht so stark der natürlichen Witterung ausgesetzt. Heizung und künstliche Beleuchtung sorgen darum dafür, dass häufig gar kein richtiger Fellwechsel stattfindet. Dafür schmeißt die Mieze dauerhaft Haare ab.

Im Gegensatz zu Freigängern streifen Wohnungskatzen nicht durchs hohe Gras oder Gebüsch, wodurch die Katze eine gewisse Menge an Haaren verliert. Die künstlichen Lichtverhältnisse und die meist gleichbleibende Temperatur können dagegen dazu führen, dass deine Miez über das Jahr verteilt gleichbleibend haart. Katzen, die auf ausgedehnte Touren durch ihr Revier dagegen nicht verzichten möchten, bekommen sowohl kalte wie auch heiße Temperaturen deutlich zu spüren und reagieren darauf mit einer Anpassung ihres Fells. Ist ihnen zu kalt, ziehen sie sich schnell wieder ins Warme zurück.

Wie lange dauert der Fellwechsel bei Katzen?

Die Dauer des Fellwechsels Ihrer Katze kommt auch darauf an, ob Ihre Katze eine reine Hauskatze ist, oder auch draußen unterwegs ist. Freigänger haaren in der Regel ein bis zwei Monate, oder 6 bis 8 Wochen. Hauskatzen, die nicht in der Natur unterwegs und den Jahreszeiten ausgesetzt sind, haaren deutlich weniger und meist kürzer. Allerdings haben Hauskatzen stattdessen oft die Eigenschaft, das ganze Jahr über dafür etwas mehr zu haaren. Das liegt meist an der künstlichen Beleuchtung, weniger Tageslicht und der gleichbleibenden Temperatur in der Wohnung.

Im Frühjahr und Herbst dauert diese Übergangszeit etwa 6 bis 8 Wochen an. Auch auf die Rasse Ihrer Katze kommt es an, wie viel und wie lange sie ihre Haare verliert. Danach hat sich die Geschwindigkeit des Haarwachstums wieder eingependelt und der wahrgenommene Haarverlust hält sich, je nach Felllänge deiner Katze, wieder etwas mehr in Grenzen.

Zusammenfassend:

KatzenartDauer des Fellwechsels
Freigänger6-8 Wochen
Wohnungskatzenkürzer, aber ganzjährig

Junge Katzen und Babykatzen besitzen meist ein sehr dichtes und flauschiges Fell, welches sich mit dem Alter in Farbe, Muster und Beschaffenheit verändert. Glänzend wird das Fell der meisten Katzen oft erst mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter. Mit der Geschlechtsreife verändert sich meist zeitgleich auch das Kittenfell.

Den ersten Fellwechsel macht dein Kätzchen etwa ab einem Alter von 6 Monaten durch, wobei dies auch rassebedingt unterschiedlich sein kann. Meistens geschieht dieser Wechsel im Lebensalter zwischen 6 und 12 Monaten, kann jedoch auch rassenbedingt früher oder später anfangen. Bei einigen Rassen zeichnet sich auch erst danach das Fell-Muster aus.

Cat Facts - Folge 8: Fellwechsel bei Katzen

Symptome des Fellwechsels

Woran erkennst du den Fellwechsel deiner Katze?

  • Haarverlust
  • Katze leckt sich verstärkt
  • Erbrechen aufgrund von vermehrten Haarballen im Magen
  • temporäre Appetitlosigkeit
  • temporärer Gewichtsverlust

Stellst du darüber hinaus jedoch fest, dass deine Katze ein übermäßiger Juckreiz plagt, sie länger nicht gut isst, Gewicht verliert oder gar Krankheitssymptome wie Fieber aufweist, solltest du lieber mit ihr in die Tierarztpraxis gehen, um eine Erkrankung, eine Allergie oder einen Parasitenbefall auszuschließen.

Ist der Fellwechsel für die Katze unangenehm / juckt es?

Bei der Katze ist der Juckreiz während des Fellwechsels oft ähnlich, wie beim Hund: Die losen Haare fallen oft nicht sofort aus, sondern bleiben erstmal im Fell stecken, weil sie von den umstehenden Haaren sozusagen „gehalten“ werden. Die losen Haare piksen dadurch immer wieder die Haut - das juckt Ihre Katze! Deshalb kann es gut sein, dass sich Ihre Katze während des Fellwechsels mehr kratzt als sonst.

Das Problem beim Fellwechsel Ihrer Katze kann nichtsdestotrotz aber auch sein, dass die lockeren Haare mit den festen Haaren verfilzen. Das kann zu Entzündungen, Druckstellen oder auch Parasitenansiedelungen führen. Dies äußerst sich in sehr starkem Juckreiz.

Genauso wie beim Menschen entstehen in den tieferen Schichten der Haut immer wieder neue Zellen, die nach und nach ganz nach oben gelangen und dort auch wieder absterben. Meist entfernt Ihre Katze diese Hautzellen bei Ihrer Katzenwäsche und Sie werden sie gar nicht sehen. Wenn Sie diese Schuppen jedoch sehen, werden entweder zu viele Hautzellen abgegeben, oder sie lösen sich zu schwer ab.

Während des Fellwechsels im Frühjahr und Sommer kann auch Schuppenbildung ganz normal sein - die Haut ist gestresst und gereizt und reagiert dann manchmal eben auch anders als sonst - in dem Fall mit Schuppenbildung. Auch zu trockene Heizungsluft kann die Haut Ihres haarigen Mitbewohners trocknen und für Schuppen sorgen.

Wenn die Schuppen nach dem Fellwechsel Ihrer Katze nicht ebenso verschwinden, wie das überschüssige Fell, sollten Sie sich Rat beim Tierarzt holen. Wenn sich Ihre Katze aufgrund sehr hohen Alters oder wegen einer Krankheit nicht mehr so ausführlich putzen kann wie früher, kann dies auch ein Grund zur Schuppenbildung sein.

Wie kann ich meine Katze beim Fellwechsel unterstützen?

Auch wenn der Fellwechsel bei Katzen eigentlich ein völlig natürlicher Prozess ist, brauchen sie aufgrund von gezüchteten Eigenschaften wie beispielsweise enorm langem Haar auch wirklich unsere Unterstützung. Mit den richtigen Pflegeprodukten für Haut und Fell unterstützt du deine Katze.

Was kann ich tun, wenn meine Katze im Fellwechsel steckt? Ebenso sollten Sie Ihre Katze regelmäßig bürsten, um das viele Fell loszuwerden. Fell, das nicht mehr am Tier hängt, hängt schließlich auch nicht in Ihrer Wohnung oder am Sofa! Zudem besitzt das regelmäßige Bürsten oder Kämmen die Eigenschaften einer Massage und regt die Durchblutung an. Das kann den Fellwechsel Ihrer Katze sogar im besten Fall beschleunigen.

Unabhängig von der Länge des Fells hilft es unseren Lieblingen im Frühjahr und Herbst enorm, wenn wir ihnen bei der Fellpflege unter die Pfoten greifen. Das bedeutet, dass du am besten täglich in diesen Wochen selbst zu Kamm und Bürste greifst und fleißig das Tier striegelst - natürlich nur in Wuchsrichtung.

Die Vorteile des Bürstens:

  • Loses Fell wird entfernt
  • Vermeidet, dass die Katze viel davon verschluckt
  • Regt die Durchblutung der Haut an

Auch Futterzusätze können Ihrer Katze beim Fellwechsel zur Seite stehen. Es gibt Katzenrassen, die weniger bis kaum Fell verlieren und im Frühjahr und Herbst keinen so ausgeprägten Fellwechsel haben. Zum Beispiel gibt es die Sphynx-Katze, die überhaupt kein Fell besitzt. Auch die Siamkatze haart im Vergleich zu ihren anderen Artgenossen weniger. Sie besitzt dünnes Fell und vor allem wenig Unterfell. Dazu gesellen sich viele Rex-Rassen, wie German Rex oder Cornish Rex. Ihr Fell besteht nämlich fast ausschließlich aus Unterwolle. Ebenfalls wenige Haare verlieren zudem die Balinesenkatze, oder auch die Orientalisch Kurzhaar.

Ernährung während des Fellwechsels

Auch das Futter hat einen großen Einfluss auf den Fellwechsel bei Katzen und den damit verbundenen Zustand des Tieres. In dieser Zeit steigt der Bedarf an zahlreichen Stoffen, welche zusätzlich zugeführt werden sollten. Eine ausgewogene Katzenernährung trägt dazu bei, dass Deine Mieze ohne Probleme durch den Fellwechsel kommt.

Auch eine nährstoffreiche Ernährung ist für gesundes Fell essentiell. Hochwertige Öle, z. B. Insbesondere Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren, Proteine, Zink, Kupfer und die Vitamin A, B und E sorgen von innen heraus dafür, dass das Fell Ihrer Katze glänzt. Die Zugabe von Öl bewirkt ein wahres Wunder bei der Verdauung: Ein halber Teelöffel pro Tag ist ausreichend. Damit fällt es Deiner Katze leichter, verschluckte Haare wieder nach oben zu befördern.

Katzengras hilft ihr also dabei, nicht zu viel Fell in ihrem Magen anzusammeln. Viele Katzen fressen in dieser Zeit vermehrt Gras. Dieses hilft ihnen dabei, die Fellknäuel wieder hochwürgen zu können. Die Ergänzung hochwertiger Öle, wie →Lachsöl oder auch →Leinöl, fördert das Haarwachstum aufgrund der enthaltenen ungesättigten Fettsäuren. Zusätzlich erleichtern die Öle das Ausscheiden verschluckter Haare und davon hat deine Miez in der Zeit des Fellwechsels besonders viele.

Umgang mit Katzenhaaren in der Wohnung

Egal, wieviel man seine Katze beim Fellwechsel unterstützt - dennoch werden besonders während des Fellwechsels unzählige Katzenhaare in der Wohnung verteilt. Hier hilft nur regelmäßiges Saugen. Für viele Fellnasen ist der Staubsauger ja der geschworene Todfeind. Hilfreich kann ein spezieller Aufsatz mit rotierender Bürste sein, der die Haare vom Boden besser aufnimmt. Auch eine hohe Saugleistung ist von Vorteil.

Zudem kommen bei vielen Katzenhaltern Fusselbürsten zum Einsatz, um zum Beispiel Kleidungsstücke von Tierhaaren zu befreien. Diesbezüglich helfen auch Klebebürsten bzw. der Einsatz von Klebeband, welches um die Hand gewickelt wird. Kleine Flächen auf Sofa und Stühlen lassen sich prima mit der Fusselrolle oder etwas Klebeband vom neuen Pelzbezug befreien.

Bevor du also Massen an teuren Rollen verbrauchst, könnte vielleicht auch ein einfacher Haushaltshandschuh aus Gummi helfen. Diesen etwas anfeuchten und über die Oberflächen reiben - so lassen sich die Haare sehr gut entfernen. Achtung - versuche unbedingt das Gros der Haare von Textilien zu entfernen, bevor du sie in die Waschmaschine steckst.

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