Haartransplantation Ablauf: Ein umfassender Leitfaden

Volles Haar gilt seit jeher als Zeichen der Jugend, Gesundheit und Vitalität. Für viele Menschen ist es daher psychisch sehr belastend, wenn die Haare mit zunehmendem Alter weniger werden. Mithilfe einer Haartransplantation lassen sich bei vielen Patienten auch ohne langjährige Behandlung überzeugende Ergebnisse erzielen. Die Transplantation von Eigenhaar ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem gesunde Haare an die kahlen Stellen verpflanzt werden.

Der Ablauf einer Haartransplantation ist für Patienten transparent und klar strukturiert. In der Regel dauert der gesamte Eingriff einen Tag - abhängig von der Anzahl der zu transplantierenden Grafts. Während dieser Zeit begleiten wir Sie Schritt für Schritt: von der Vorbereitung und lokalen Betäubung über die präzise Entnahme der Haarfollikel bis hin zur sorgfältigen Einsetzung in die gewünschten Areale. Damit Sie genau wissen, was Sie erwartet, geben wir Ihnen hier einen Überblick über den typischen Ablauf einer Haartransplantation in unserer Praxis.

Der Frage nach dem „Warum“ schließt sich eine zum konkreten Ablauf der Haartransplantation an. Im Wesentlichen durchläuft der Kunde (und kein Patient, denn Haarausfall ist keine Krankheit) bei jeder Sitzung von der Vorbereitung über die eigentliche Behandlung (Entnahme & Transplantation) bis hin zur Nachsorge drei Schritte.

Für wen ist eine Haartransplantation geeignet?

Eine Haartransplantation eignet sich grundsätzlich für jeden Patienten, bei dem eine ausreichende Anzahl an gesunden Spenderhaaren vorhanden ist. Bei der Transplantation werden die verbliebenen Haare umverteilt. Für Patienten mit sehr wenig Resthaar oder sehr dünnem Haar kommt dieses Verfahren daher nur bedingt infrage. Je nach Beschaffenheit des Körperhaars können in solchen Fällen aber bspw. auch Wimpern, Bart-, Rücken-, Brust- oder Barthaare transplantiert werden.

In den meisten Fällen ist der Haarverlust genetisch bedingt. Dabei reagiert ein Teil der Haarwurzeln ab einem bestimmten Alter überempfindlich auf das Hormon Dihydrotestosteron (DHT). Dies führt zu einem Schrumpfen der betroffenen Haarfollikel und infolgedessen zum Haarausfall. Für Personen mit dieser Form des Haarausfalls stellt eine Haartransplantation meist eine gute Lösung dar.

Laut den Leitlinien des Verbands Deutscher Haarchirurgen e.V. (VDHC) eignen sich folgende Arten des Haarausfalls für eine Haartransplantation:

  • Mann: Androgenetische Alopezie (Typ 2-7 nach Norwood-Hamilton)
  • Frau: Androgenetische oder hormonelle Alopezie (weibliches Muster nach Ludwig II - III oder frontales oder männliches Muster)
  • Hereditäre Alopezieformen / Hypotrichosen
  • Narbige Alopezie (u.a.

Haartransplantation - Wie lange falle ich nach der OP aus?

Die Vorbereitung einer Haartransplantation

Eine sorgfältige Vorbereitung ist das Fundament für erfolgreiche Operationen und ärztliche Untersuchungen. Ein umfassendes Beratungsgespräch ist vor der Haartransplantation die Regel. Der eigentlichen Behandlung steht die Frage voran, ob eine Haartransplantation überhaupt infrage kommt. Zunächst muss die mögliche Ursache für den Haarausfall geklärt sein. Denn nicht immer ist eine Haarverpflanzung ratsam, so zum Beispiel bei der Diagnose „Kreisrunder Haarausfall“.

Im Rahmen des Vorgesprächs erkundigt sich der Arzt auch nach möglichen Vorerkrankungen, die die Operationstauglichkeit einschränken könnten. Das Entnahmegebiet und die zukünftige Haarlinie werden vom Chirurgen exakt geplant, damit ein natürlich wirkendes Ergebnis gewährleistet ist.

Bis zum Tag der Operation sollte der Patient die Haare möglichst lang wachsen lassen. Vor der Haartransplantation kann es erforderlich sein, bestimmte Medikamente (z. B. Blutverdünner oder blutverdünnende Schmerzmittel wie Aspirin) vorübergehend abzusetzen. Auf Rauchen und den Genuss von Alkohol sollte vor dem Eingriff verzichtet werden. Am OP-Tag empfiehlt sich der Gebrauch von lockerer Kleidung mit Knöpfen oder Reißverschluss, die nicht über den Kopf ausgezogen werden muss.

Der Ablauf am Tag der Haartransplantation

Die Haartransplantation wird in der Regel ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

  1. Am Morgen werden Sie von unserer Assistentin empfangen.
  2. Zunächst werden betroffene Teile des Kopfes (Spender- und Empfängerbereich) rasiert, das ist hygienischer und erhöht die Erfolgsrate der Haarverpflanzung (kein Verkleben, geringeres Infektionsrisiko).
  3. Sobald die örtliche Betäubung wirkt, wird mit der Entnahme der Haarfollikel (Grafts) begonnen. Mithilfe eines speziellen Instruments, das bei der FUE-Methode verwendet wird, werden die Grafts präzise und schonend aus dem Spenderbereich entnommen.
  4. Im Empfängerbereich werden kleine Mikrolöcher für die Transplantation der Grafts vorbereitet.
  5. Die Grafts werden Stück für Stück in den Empfängerbereich eingepflanzt. Dieser Schritt nimmt den größten Teil des Tages in Anspruch, je nach Größe des zu behandelnden Bereichs.
  6. Die Gesamtdauer des Eingriffs variiert je nach Anzahl der Transplantate zwischen 2 und 8 Stunden. Je nach Größe der zu behandelnden Stelle können mehrere Sitzungen erforderlich sein, bis ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht ist. Pro Sitzung werden bis zu 4.000 Grafts verpflanzt, in Einzelfällen sogar mehr.

Methoden zur Entnahme der Transplantate

Für die Entnahme der Transplantate kommen grundsätzlich 2 Methoden infrage, die FUT-Technik (Follicular Unit Transplantation) und die FUE-Technik (Follicular Unit Extraction).

  • FUT-Technik: Bei der FUT-Methode entnimmt der Arzt mithilfe eines Skalpells die gesunden Haarwurzeln auf einem kompletten Hautstreifen. Hierbei ist es wichtig, einen Bereich zu wählen, der nicht vom Haarausfall betroffenen ist, dies trifft in der Regel auf den Hinterkopf zu. Anschließend werden von dem entnommenen Hautstreifen winzige Haarwurzelgrüppchen herausgeschnitten und für die Verpflanzung präpariert. An der Schnittstelle bleibt eine Narbe zurück, die mit den umliegenden Haaren überdeckt werden kann.
  • FUE-Technik: Bei der FUE-Methode erfolgt die Entnahme direkt in Form von einzelnen Haarwurzeln. Hierzu werden feine Hohlnadeln oder Hohlbohrer verwendet. Diese so gewonnenen „Grafts” umfassen bis zu 5 Haare und können ohne weitere Unterteilung verpflanzt werden. Wesentlicher Vorteil gegenüber der FUT-Methode ist, dass am Hinterkopf keine sichtbare Narbe zurückbleibt. Allerdings müssen die Haare im Entnahmegebiet zur Gewinnung der Transplantate auf wenige Millimeter gekürzt werden.

Innovative Weiterentwicklungen der FUE-Technik

Es gibt verschiedene innovative Weiterentwicklungen der FUE-Technik:

  • Saphir-FUE Haartransplantation: Die Saphir-FUE Haartransplantation stellt eine innovative Weiterentwicklung der herkömmlichen FUE-Technik dar. Bei diesem Verfahren kommen spezielle Saphir-Klingen zum Einsatz, die aufgrund ihrer Härte und Schärfe filigranere Schnitte ermöglichen. Dies führt zu einer besonders präzisen Implantation der Haarfollikel und minimiert Schäden an benachbarten Haarwurzeln. Die Saphir-Klingen sorgen nicht nur für eine geringere Verletzungsrate der umliegenden Gewebe, sondern ermöglichen auch eine höhere Haardichte und eine natürliche Haarlinie.
  • i-FUE (Intermittent Follicular Unit Extraction): Die i-FUE, oder „Intermittent Follicular Unit Extraction“, stellt eine fortschrittliche Variante der traditionellen FUE-Methode dar. Bei dieser Technik wird eine reduzierte Verweildauer der Grafts außerhalb der Kopfhaut angestrebt, indem die Entnahme intermittierend - also mit Unterbrechungen - erfolgt. Der Haarspezialist gewinnt dabei jeweils nur eine begrenzte Anzahl an Grafts und implantiert diese sofort, was Schäden durch lange Lagerzeiten minimiert. Ein wesentlicher Vorteil ist die erhöhte Anwuchsrate der Transplantate sowie die Vitalität der Haarfollikel, was zu besseren Ergebnissen führt.

Die Nachsorge nach der Haartransplantation

Nach dem Eingriff erhalten Sie von uns detaillierte Anweisungen zur Pflege von Haaren und Kopfhaut. Nach der Haartransplantation ist der Patient sofort gesellschaftsfähig. Je nach individuellem Empfinden und Ausmaß der Behandlung muss er allerdings eine Erholungsphase von etwa 2-3 Tagen einplanen.

Erst nach Ablauf dieser Zeitspanne kann die Transplantationsstelle auch wieder mit einem milden Shampoo (z.B. Babyshampoo) gewaschen werden. Nach der Transplantation kann es zu Schwellungen und leichten Schmerzen kommen, die jedoch in der Regel schnell nachlassen. Außerdem bilden sich gegebenenfalls leichte Verkrustungen. Diese fallen im Laufe der ersten Wochen mit der Haarwäsche, die unbedingt sanft erfolgen sollte, ab.

Patienten, die regelmäßig Sport treiben, sollten diesen während der ersten Woche aussetzen, damit der Körper sich voll und ganz auf die Regeneration der Verletzungen konzentrieren kann. Danach kann ein langsamer Wiedereinstieg erfolgen und die Belastungsintensität gesteigert werden. Nach etwa 2 Wochen kann der sportlichen Betätigung wie gewohnt nachgegangen werden.

Auf Besuche in Sauna, Solarium und Schwimmbad sollte für 2 Wochen verzichtet werden. Bäder im Meerwasser sind nach etwa 4 Wochen kein Problem, bei Chlorwasser sollten Patienten noch etwas länger warten, je nach Verlauf der Wundheilung. Auch UV-Strahlung kann die traumatisierten Haarwurzeln negativ beeinflussen. Patienten sollten sich deshalb während der ersten Wochen im Schatten aufhalten oder eine Kopfbedeckung tragen.

Die Haarfollikel sind nach der Transplantation geschwächt, sodass die verpflanzten Haare zunächst direkt wieder ausfallen können. Erst nach etwa 3 bis 12 Monaten beginnen die neuen Haare dauerhaft zu wachsen. Sind diese ohne Komplikationen nachgewachsen, so können sie ganz normal behandelt und frisiert werden.

Komplikationen wie Entzündungen oder Narbenbildung im Bereich der Kopfhaut sind - bis auf die Narbe durch die Streifenentnahme bei der FUT-Methode - selten. Wundheilungsstörungen kommen dank innovativer Technik und hohen Hygienestandards nur äußerst selten vor. Da es sich bei den Transplantaten um körpereigenes Material handelt, sind Abstoßungsreaktionen nicht zu erwarten.

tags: #Haartransplantation #Ablauf

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