Mythos entlarvt: Werden Haare nach der Rasur wirklich dicker?

Die Entfernung von Körperhaar ist ein wichtiger Bestandteil unseres Schönheitsideals und eine persönliche Entscheidung. Doch rund um die Haarentfernung ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden. Einer der hartnäckigsten ist die Vorstellung, dass Haare nach der Rasur dicker, schneller oder dunkler nachwachsen. Aber stimmt das wirklich? Dieser Artikel geht den Fakten auf den Grund und räumt mit den gängigsten Irrtümern auf.

Haarentfernung: Ein Blick in die Geschichte

Haarlose Körper sind kein Trend der Neuzeit. Tatsächlich war Haarentfernung schon im 6. Jahrhundert vor Christus üblich. Funde von ersten Rasierschabern aus Stein oder Muscheln belegen dies. Im alten Ägypten war eine andere Methode verbreitet, die wir heute als "Sugaring" kennen: Die historische Enthaarungspaste "Halawa" hat eine nahezu identische Zusammensetzung wie die Zuckerpaste aus modernen Kosmetikstudios.

Die größten Mythen rund um die Haarentfernung

Viele Menschen glauben, dass die Art und Weise, wie man sich von unerwünschten Haaren befreit, das nachfolgende Haarwachstum beeinflussen kann. Doch die Wissenschaft zeigt, dass dies ein Mythos ist.

  1. Mythos Nummer 1: Rasieren regt das Haarwachstum an
  2. Falsch! Unsere Haare wachsen weder schneller noch dicker noch dunkler nach, wenn wir sie rasieren. Warum sich dieser Mythos so hartnäckig hält, hängt an der Art der Haarentfernung beim Rasieren. Normalerweise verjüngt sich ein Haar von der Wurzel aus zu seiner Spitze hin. Wenn wir es rasieren, schneiden wir es in der Mitte ab - also dort, wo es am dicksten ist. Wächst das Haar nun nach, fehlt die dünne Haarspitze. Die bekannten Stoppeln entstehen. Dem entgegenwirken kann man nur, wenn man das Haar mitsamt seiner Wurzel entfernt.

  3. Mythos Nummer 2: Haare wachsen immer gleich schnell
  4. Falsch! Tatsächlich wachsen Haare in der warmen Jahreszeit schneller als im Winter. Das liegt an der vermehrten Sonneneinstrahlung und dem Vitamin D: Es regt unser Zellwachstum an und beschleunigt das Haarwachstum (und übrigens auch das unserer Finger- und Zehennägel!). Aber nicht nur die Jahreszeiten sorgen für unterschiedliches Haarwachstum: Auch unsere Körperstellen haben Einfluss darauf. So wächst ein Barthaar z.B.

  5. Mythos Nummer 3: Jeder Mensch hat gleich viele Haare
  6. Falsch! Unsere Körperbehaarung ist so individuell wie wir selbst. Und Haare wachsen bei uns Menschen tatsächlich überall - mit Ausnahme der Handflächen und Fußsohlen. Ansonsten fällt der Haarwuchs je nach genetischer Veranlagung mal stärker, mal schwächer aus. Im Durchschnitt hat aber jeder Mensch rund fünf Millionen Haare an seinem Körper - davon etwa 100.000 auf dem Kopf.

  7. Mythos Nummer 4: Mit stumpfen Klingen schneidet man sich seltener
  8. Falsch! Leider ist eher das Gegenteil der Fall. Weil man mit einer stumpfen Klinge die Haare eher einzwickt, als sie abzuschneiden, steigt auch die Gefahr einer Verletzung oder Hautirritation. Je stumpfer die Klinge, desto mehr ist man versucht, mit Druck zu rasieren. Dabei rutscht man schnell mal ab.

  9. Mythos Nummer 5: Laser-Haarentfernung ist teuer
  10. Falsch! Zugegeben: Vergleicht man die Preise einer Laser-Behandlung mit der einer einzelnen Rasur, dann ist man versucht, beim Rasieren zu bleiben. Aber betrachten wir das Ganze realistisch, dann ist schnell klar: Dieser Denkansatz ist falsch. Während nach einer dauerhaften Haarentfernung mit dem Laser das Thema ein für alle Mal erledigt ist, brauchen wir einen Rasierer (oder auch andere Haarentfernungsmethoden) regelmäßig: unser ganzes Leben lang. Da kommt eine ordentliche Summe zusammen.

Die Wahrheit über Haarwachstum und Rasur

Das Haarwachstum wird hauptsächlich von genetischen Faktoren bestimmt und nicht davon, ob man rasiert, wachst oder epiliert. Die Haarfollikel in der Haut bestimmen die Wachstumsgeschwindigkeit und -muster der Haare, unabhängig von der Haarentfernungsmethode. Es gibt also keine Methode, die das Haarwachstum dauerhaft verändert oder beschleunigt. Viel wichtiger ist es, eine Methode zu finden, die für dich am angenehmsten und effektivsten ist.

Der Mythos, dass Haare stärker und dichter nachwachsen, wenn sie regelmäßig geschnitten oder rasiert werden, hält sich hartnäckig. Doch es stimmt nicht. Der Mensch besitzt rund 5 Millionen Haarfolikel, die auf dem ganzen Körper verteilt und schon bei der Geburt angelegt sind. Sie durchlaufen einen Zyklus aus Haarwachstum- und Haarausfall. Diese Phasen sind genetisch festgelegt und werden durch Faktoren wie Hormone, Immunreaktionen und Stoffe, die auf den lebendigen Teil des Haares einwirken, beeinflusst. Das Haar an sich besteht aus abgestorbenen Zellen, ist also tote Materie. Wird es geschnitten, erfolgt darüber kein Informationsfluss hin zur Haarwurzel. Eine regelmäßige Rasur hat also keinen Einfluss auf das Haarwachstum. Die Gene und der Hormonhaushalt dagegen schon.

Ein weiterer Mythos der Haarentfernung besagt, dass unsere Haare schneller und dicker nachwachsen, wenn wir sie rasieren. Das gilt laut der Legende vor allem für die Oberlippe und die Beinhaare. Jedoch stimmt auch diese Annahme nicht. Dennoch sind oft dunkle Stoppeln zu sehen, selbst wenn die Haare eigentlich gar nicht so dunkel sind. Dies liegt daran, dass neue Haare mehr Melanin enthalten als ältere Haare, und dass sie an der Wurzel dicker sind.

Weitere Mythen und Fakten im Überblick

Hier ist eine Tabelle, die einige der häufigsten Mythen rund um die Haarentfernung zusammenfasst und die Fakten dazu aufzeigt:

Mythos Fakt
Haare wachsen nach der Rasur schneller und dicker. Das Rasieren hat keinen Einfluss auf die Wachstumsgeschwindigkeit oder -dicke der Haare.
Sugaring ist weniger schmerzhaft als Wachsen. Die Schmerzempfindung ist individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Laser-Haarentfernung ist schmerzfrei und dauerhaft. Es kann zu Schmerzen kommen, und mehrere Sitzungen sind oft erforderlich, um dauerhafte Ergebnisse zu erzielen.
Epilieren führt zwangsläufig zu eingewachsenen Haaren. Eingewachsene Haare können bei jeder Methode der Haarentfernung auftreten, wenn die Haut nicht richtig gepflegt wird.
Enthaarungscremes sind für alle Hauttypen geeignet. Enthaarungscremes können bei sensibler Haut Reizungen und Rötungen verursachen.
Regelmäßiges Wachsen verhindert das Nachwachsen der Haare. Das Wachsen kann das Nachwachsen der Haare verlangsamen, aber es verhindert es nicht dauerhaft.

Tipps für die richtige Haarentfernung

Hier sind einige Tipps, um die besten Ergebnisse bei der Haarentfernung zu erzielen:

  • Rasieren: Um beim Rasieren optimale Ergebnisse zu erhalten, solltest du die Klinge am besten möglichst sanft über die Haut gleiten lassen. Die Idee, dass Druck zu besseren Ergebnissen führt, ist ein weiterer Mythos der Haarentfernung. Indem du die Klinge sanft, langsam und mit nur leichtem Druck über die zu enthaarende Hautstelle führst, solltest du alle Haare entfernen können.
  • Peeling: Das Peeling hilft zudem dabei, Gefahren wie eine trockene Haut oder Reizungen durch das Rasieren zu vermeiden. So verwöhnst du deine Hautzellen und sorgst für glatte, schöne Haut. Wir empfehlen dir, ein Peeling ganz einfach selbst zu machen, beispielsweise aus Honig und Meersalz.
  • Nachhaltigkeit: Für mehr Nachhaltigkeit bei der Körperpflege solltest du auf Einwegklingen und -rasierer verzichten.
  • Wuchsrichtung: Deine Beine rasierst du gegen den Strich, aber die Bikinizone lässt sich am besten in Wuchsrichtung rasieren. Auf diese Weise vermeidest du auch die oft unangenehmen eingewachsenen Haare.

Laser-Haarentfernung: Ein genauerer Blick

Für dauerhafte Haarentfernung werden spezielle Lasergeräte verwendet, die nur für diesen Einsatzzweck hergestellt und penibel kontrolliert wurden. Die Laserstrahlen treffen dabei sehr gezielt auf die Haarfollikel und dringen nicht tiefer in die Haut vor. Alle unnötigen und potenziell gefährlichen Wellenlängen des Lichts (beispielsweise UV-Licht) werden dabei herausgefiltert. Moderne Lasergenerationen können nahezu alle Haar- und Hauttypen behandeln. Der Nd:YAG-Laser zum Beispiel steuert zielgerichtet das Melanin im Haarfollikel an, ohne umliegendes Gewebe oder Pigmente zu schädigen.

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