Wenn Glatze, dann Woidke: Die SPD Brandenburg im Wahlkampfendspurt

Die Brandenburger SPD setzt im Wahlkampfendspurt auf eine ungewöhnliche Strategie: Sie wirbt mit der Glatze von Ministerpräsident Dietmar Woidke, um neue Wählerschichten zu erreichen. Unter dem Motto „Wenn Glatze, dann Woidke“ will die Partei auf die Zuspitzung AfD oder Woidke setzen.

SPD-Generalsekretär David Kolesnyk betonte, man wolle keine „rechten Glatzen“, sondern eine demokratische Alternative präsentieren. Die Kampagne zielt darauf ab, jüngere Menschen und jene, die sich bisher nicht mit politischen Inhalten beschäftigt haben, anzusprechen.

Dietmar Woidke, Ministerpräsident von Brandenburg (Quelle: MAZ)

Die Kampagne im Detail

Auf einem Bildschirm oder im Internet ist zunächst nur der obere Teil des Kopfes von Woidke mit den Worten „Wenn Glatze“ zu sehen. Dann bewegt sich das Bild von Woidke nach oben und die ganze Aufschrift „Wenn Glatze, dann Woidke“ erscheint - mit Hinweis auf die Wahl am 22. September.

Das animierte Motiv sollte auf einem Truck unter anderem durch Potsdam, Falkensee, Teltow und Kleinmachnow fahren - also im Berlin-nahen Raum. Auch im Kino, Baumarkt und im Netz wird die Kampagne zu sehen sein.

Die politische Ausgangslage

Die SPD regiert seit 1990 im Land mit wechselnden Partnern. Bei Prognosen liegt die AfD, die vom Landesverfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall beobachtet wird, seit einem Jahr stets vorne. Die Sozialdemokraten haben sich zwar ebenfalls verbessert, können aber ihren Abstand zur AfD nicht verringern - und setzen im Endspurt nun noch mehr auf Personalisierung gegen den Rechtsruck.

Woidke hatte erklärt, dass er die Landespolitik verlassen will, wenn die SPD nicht stärkste Kraft wird. Er setzt alles auf eine Karte, da nach den Wahlen in Sachsen und Thüringen, bei denen die sozialdemokratische Kanzlerpartei auf 7,3 und 6,1 Prozent abschmierte, es für Woidke noch schwieriger geworden ist.

Am 22. September 2024 wird in Brandenburg ein neuer Landtag gewählt. Abgestimmt wird mit Erst- (Wahlkreis) und Zweitstimme (Liste).

Der Landtag von Brandenburg in Potsdam (Quelle: Landtag Brandenburg)

Kritik an der Kampagne

Grünen-Spitzenkandidat Benjamin Raschke kritisiert die Kampagne als unglaubwürdig. Er wirft Woidke vor, die Bildungspolitik vernachlässigt und so den AfD-Aufstieg befördert zu haben. Auch andere Parteien sehen die Zuspitzung auf die Person Woidke kritisch.

Die Rolle der Bundespolitik

Die Union erklärt die Brandenburg-Abstimmung nun zur Schicksalswahl der Ampel-Regierung von SPD, Grünen und FDP im Bund. Vor allem die SPD, aber auch Bündnis 90/Die Grünen leiden in Brandenburg unter dem schlechten Ruf der Ampel, der sich in Brandenburg personalisiert: Sowohl Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) als auch Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) leben in Potsdam.

Während Woidke bewusst auf Distanz zu Scholz geht, auf gemeinsame Auftritte verzichtet, setzen die Grünen unbeirrt auf ihre Bundesprominenz.

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Spendenaufruf

Die SPD Brandenburg ruft zu Spenden auf, um den Wahlkampf finanziell zu unterstützen. Ihre Spende hilft, egal ob Sie 10 Euro, 50 Euro oder 100 Euro spenden können. Helfen Sie mit, für ein soziales und demokratisches Brandenburg zu werben!

Spendenkonto:

  • SPD Brandenburg
  • Konto DE61 1605 0000 3502 2379 04 bei der MBS Potsdam
  • BIC: WELADED1PMB

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