Die Stimme ist der Motor der Pop-Musik. Nicht nur, weil sie uns etwas erzählt, eine Botschaft transportiert; sondern vor allem, weil sie Gefühle übermittelt, wie es kein Instrument vermag. Die 100 Sängerinnen und Sänger auf dieser Liste können das am besten - finden wir.
In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf einige der prägendsten Sänger und Sängerinnen der 90er Jahre, deren Stimmen und Stile die Musikwelt nachhaltig beeinflusst haben. Von Rocklegenden über Soulgrößen bis hin zu Hip-Hop-Pionieren - diese Künstler haben das Jahrzehnt geprägt und unvergessliche musikalische Momente geschaffen.
Die anhaltende Wirkmacht von Farrokh Bulsaras meist im Tenor gehaltener Singstimme lässt sich am besten an einem Minutenbruchteil nach seinem zu frühen Ableben festmachen: Beim Tribute-Konzert zu seinen Ehren am 20. April 1992 unterbricht der fast ebenso begnadete George Michael seine emotionale Fassung von „Somebody To Love“, gibt zum Ende des Breaks das Mikro an die Fans ab: 72 000 Besucher singen ihm das langgestreckte letzte „love“ notensicher entgegen. Michael bezeichnete den Song später als den schwierigsten, den er je zu singen hatte und den Moment als den überwältigendsten seiner Karriere.
Mercury selbst sagte einst über seine drei Oktaven umfassende Stimme, dass sie sich aus der Energie des Publikums speist: „Je besser sie sind, desto besser bin ich“, eine Aufwärtsspirale. Zuletzt stand ihr 1981 erschienenes GREATEST HITS in den Top 40 der UK-Charts, in seiner 815. Woche. Diesen Rekorderfolg hat die Gruppe in erster Linie Mercurys Stimme zu verdanken.
2016 ging ein Forscher-Team deren Zauber nach und kam zu dem Ergebnis, dass bei Mercurys Gesang die sogenannten Untertöne aktiviert wurden, die eine Oktave unterhalb des eigentlichen Tons erklingen und durch Kehlgesang entstehen. Die Studie bewies auch, dass Mercurys Stimmbänder mit 7,04 Hz deutlich mehr Schwingungen pro Sekunde als gewöhnlich erzeugten.
Von Natur aus gesegnet, hob ihn dennoch sein Facettenreichtum von allen anderen Sangestalenten ab. Roger Daltrey nannte ihn den größten Rock’n’Roll-Stimmvirtuosen aller Zeiten: „Er konnte seinen Stil von Zeile zu Zeile wechseln.“ Mercury überzeugt im Metal, im 50s-Rock, im Funk, in der Falsett-Disco, in der Music Hall, im Musical, in der Oper. Seine Stimme trug ihn als breitbeinigen Macho-Rocker, als überkandidelten Bonvivant, als ewig suchenden Liebhaber, als König der Welt und trotz aller Verzweiflung würdevoll über deren Ende hinaus, ganz getreu der „Innuendo“-Songzeile „You can be anything you want to be, just turn yourself into anything you think that you could ever be“. Freddie Mercury war als Sänger alles, was jeder andere gerne gewesen wäre.
Es gibt Sätze, die sich ganz von selbst sagen, wenn man Aretha Franklin heißt. Sätze wie: „Sänger zu sein, ist eine natürliche Begabung.“ Bei ihr war das wohl so: eine Gabe von irgendeinem Gott oder kosmischen Wesen. Die ungeheure Kraft ihrer Stimme hat ihr den unanfechtbaren Titel als „Queen Of Soul“ eingebracht.
Diese Kraft - das ist nicht nur die Lautstärke. Das ist auch die blitzsaubere Technik, mit der sie von einem dunklen Raunen in die dünnen Lüfte eines vibrierenden Falsetts hinaufschießen kann. Die Feinheiten in der Intonierung. Ohne sie wäre keine Whitney Houston und keine Alicia Keys denkbar.
Die Art und Weise, wie sie ihre Seele nach außen, in den Hall ihrer Stimme zu stülpen schien, erzählt von einer großen, verbindenden weiblichen Superkraft. Es macht etwas mit einer Frau (vielleicht auch mit einem Mann), wenn Aretha im Refrain von „Think“ singend skandiert: „Freedom, oh freedom, give yourself freedom!“ Eine Power, die sich wie in einem Energiestrahl auf uns überträgt.
Welcher Künstler kann schon von sich behaupten, einzig und allein mit seiner Stimme einen eigenen und zugleich eigentümlichen Signature-Sound erfunden zu haben? Anstatt diese Frage nun mit einem enttäuschend schmächtigen Ergebnis zu beantworten, lohnt es sich, doch gleich der eigenen Kehle ein enthusiastisches „Ouh!“ zu entlocken. Michael Jackson zwickt sich dazu sogar noch öffentlichkeitswirksam und stimulierend in den Schritt. Hell yeah, so schreibt man Popgeschichte!
Nicht umsonst wird dieser Mann als King bezeichnet, seine Herrschertugenden werden schon früh auf die Probe gestellt: Als in den 70er-Jahren Disco geboren wird, muss Michael sich an den Erfolgen anderer Wahnsinnskünstler des legendären Motown-Labels messen. Den Erfolg der Kollegen stellt Michael Jackson trotzdem in den Schatten.
Von Natur aus scheint er das zu besitzen, wonach Jahrzehnte später in Castingshows krampfhaft gesucht wird: ein Gesamtpaket. Seine Karriere beginnt in den 60er- und 70er-Jahren kraftvoll mit Afro und paillettenbesetzter Schlaghose in Soul und Disco. Er erfindet den R’n’B der 80er, füllt in den 90er-Jahren schließlich die ganz großen Stadien mit epochalem Weltverbesserer-Pop und zarter Engelsstimme - sie wird später von Kritikern zu Unrecht als seelenloses Pop-Produkt angeprangert.
Vorwürfe des Kindesmissbrauchs, verantwortungslos aus Hotelzimmerfenstern gehaltene Babys, Tablettensucht: So düster manches Lebenskapitel des zerbrechlichen, widersprüchlichen Michael auch sein mag, sein musikalisches Schaffen wurde dadurch am Ende, auch postum, niemals in Misskredit gebracht.
| Künstler | Song | Jahr |
|---|---|---|
| Kate Yanai | Summer Dreamin' | 1994 |
| Snow | Informer | 1992 |
| Fools Garden | Lemon Tree | 1995 |
| Los Del Rio | Macarena (Bayside Boys Mix) | 1995 |
Diese Liste ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt der vielen talentierten Sänger und Sängerinnen, die die 90er Jahre musikalisch geprägt haben. Ihre Stimmen und Songs werden jedoch auch weiterhin in Erinnerung bleiben und die Musikwelt inspirieren.
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