Dünner werdendes Haar im Alter: Ursachen und Lösungen

Wenn wir älter werden, verändert sich unser Körper auf vielfältige Weise. Eine davon ist die Beschaffenheit unserer Haare. Während graue Haare ein offensichtliches Zeichen des Alterns sind, bemerken viele Menschen auch, dass ihr Haar dünner wird. In diesem Artikel werden die Ursachen für dünner werdendes Haar im Alter untersucht und verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie man dem entgegenwirken kann.

Natürlicher Alterungsprozess

Unser Haar unterliegt dem natürlichen Alterungsprozess. Ein Grund dafür sind Stoffwechselprozesse, die sich verlangsamen. Das hat Auswirkungen auf die Nährstoffversorgung und beeinflusst den ganzen Körper: Bekommt unser Haar nicht mehr ausreichend Nährstoffe, kann es nicht mehr optimal wachsen. Dieser natürliche Alterungsprozess beginnt schon früher, als man vielleicht denkt: Ab etwa 30 Jahren fallen im Durchschnitt jeden Tag zwei bis drei Haare aus, die nicht mehr nachwachsen. Anfangs ist das noch nicht sichtbar, erst ab einem Haarverlust von circa 20 Prozent, merken wir die Ausdünnung. Dieser Prozess betrifft tatsächlich jede Frau mehr oder weniger stark. Auch wenn es Frauen gibt, die selbst mit 80 noch volles Haar haben, hatten diese ein paar Jahre zuvor noch dichteres Haar.

Neben dem Haarverlust ist natürlich auch das Ergrauen ein Zeichen des Alterns. Das beginnt ebenfalls um das 30. Lebensjahr - genauso wie das Entstehen der ersten Falten. Einige, erst noch sehr wenige pigmentbildenden Melanozyten stellen dann langsam ihre Tätigkeit ein. Besonders fies ist, dass die ersten grauen Haare dicker, struppiger und gewellter sind und dadurch besonders gut an der Oberfläche sichtbar sind. Im weiteren Verlauf werden sie wieder feiner und fügen sich besser ins gesamte Haar ein. Im Schnitt sind mit bei 50 Prozent der Bevölkerung im Alter von 50 Jahren 50 Prozent der Haare ergraut. Das ist interessanterweise auch das Alter in dem Frauen in die Wechseljahre kommen.

Hormonelle Veränderungen

Haarausfall im Alter und Haarausfall in jungen Jahren haben noch einen gemeinsamen Nenner: den Östrogenspiegel. Östrogen ist quasi ein „Zauberhormon“, das neben anderen wichtigen Funktionen auch für volles Haar auf dem Kopf sorgt. Nimmt der Anteil der Östrogene ab, z. B. durch die Wechseljahre, kann das Einfluss auf das Haarwachstum haben. Ähnliches passiert auch bei postnatalem Haarausfall: Nach der Geburt fällt der Östrogenspiegel ab. Allerdings normalisiert sich der Hormonspiegel wieder und dann kommen in der Regel auch die Haare zurück. Was im Alter jedoch anders ist: Auch nach der Menopause bleibt das Östrogen-Level niedrig und singt noch weiter ab. Leider ist es also weniger eine temporäre Phase als vielmehr ein permanenter Zustand, der bis zum Lebensende bleibt.

Mit zunehmendem Alter verändern sich die Hormonspiegel im Körper. Während der Wechseljahre bei Frauen und der Andropause bei Männern nimmt die Produktion von Östrogen bzw. Testosteron ab. Diese Hormone steuern das Haarwachstum am gesamten Körper, einschließlich der Schambehaarung.

Auch bei Frauen kann es zu einem hormonellen Ungleichgewicht kommen, wenn die Bildung weiblicher Hormone nachlässt (was bereits mit Mitte Dreissig geschehen kann). Man vermutet, dass diese Androgene bei Frauen mit zunehmendem Alter zu DHT (Dihydrotestosteron) umgewandelt werden. Gleichzeitig führt DHT zu einer Abnahme der Kopfbehaarung.

Weitere Ursachen

Nährstoffmangel

Grundsätzlich kann sich eine schlechte Nährstoffversorgung auch bei jüngeren Frauen z. B. aufgrund von Medikamenten, Erkrankungen oder einer schlechten Ernährung zu wenig Nährstoffe bereitgestellt werden. Haare verraten auf diesem Weg so viel über unseren Gesundheitszustand.

Haare benötigen bestimmte Nährstoffe, die sie über die Haarwurzeln aufnehmen. Bekommen Sie zu wenig davon, werden sie möglicherweise dünn und brüchig - etwa, wenn ein Eisenmangel vorliegt. Wichtige Nährstoffgeber für die Haare sind außerdem:

  • Mineralstoffe wie Zink, Selen, Kupfer und Kalzium
  • essenzielle Fettsäuren, etwa Omega-3-Fettäuren
  • Vitamin A, C, D, E, H und B-Vitamine
  • Eiweiße

Um Ihre Haare mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen, ernähren Sie sich am besten vielseitig und ausgewogen. Falls Sie zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen möchten, sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt darüber. Überdosiert schaden Supplemente möglicherweise mehr als sie nützen. Menschen, die sich gesund und abwechslungsreich ernähren, benötigen in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel, so das Bundesinstitut für Risikobewertung.

Äußere Einflüsse

Eine Änderung der Haarstruktur im Laufe des Lebens kann mit einer Änderung all dieser Faktoren entweder einzeln oder in Kombination ausgelöst werden, wie z.B.:

  • mechanische Einflüsse (starker Zug)
  • thermische Einflüsse (heißes Föhnen, Dauerwelle oder auch der Einfluss von ultraviolettem Licht)
  • Abwesenheit innerer Erkrankungen bzw. gastro-intestinaler Störungen
  • Abwesenheit von Medikamenten, die sich negativ auf die Haarstruktur bemerkbar machen könnten

Genetische Veranlagung

Die Forschung ist hier bereits relativ weit vorausgeschritten und sowohl der Genlocus (auf welchem Chromosomen die erbliche Veranlagung verankert ist), als auch die molekulare Struktur dieses Genschalters sind weitgehend aufgeklärt. Daraus versuchen die Wissenschaftler gerade Möglichkeiten abzuleiten, wie der genetische „Lichtschalter“ für Haarausfall ein - oder ausgeschaltet werden kann.

Bei erblich bedingtem Haarverlust bieten sich medikamentöse Behandlungen an, diese schlagen jedoch nicht bei jeder Frau an. Nach ärztlicher Absprache werden in einigen Fällen Medikamente wie Finasterid, Minoxidil oder Antiandrogene eingesetzt. Auch der erbliche Haarausfall kann sich nach der Menopause von selbst einstellen, wenn die Hormonbalance sich einpendelt und Hormonschwankungen nachlassen.

Was kann man gegen dünner werdendes Haar tun?

Es gibt verschiedene Ansätze, um dünner werdendem Haar im Alter entgegenzuwirken. Hier sind einige:

Medizinische Behandlungen

  • Hormonersatztherapie: Bei manchen Frauen hilft eine Hormonersatztherapie (HRT oder Hormontherapie) generell bei Wechseljahrbeschwerden und lindert auch den Haarausfall.
  • Minoxidil: Ebenfalls möglich ist bei anhaltendem Haarausfall eine Behandlung mit dem Wirkstoff Minoxidil. Experten vermuten, dass dessen Wirkung zum Teil darauf beruht, dass er die Durchblutung der Kopfhaut verbessert. Als unerwünschte Nebenwirkung kann es jedoch an anderen Körperstellen ebenfalls zu vermehrtem Haarwuchs kommen.

Kosmetische Tricks

Die moderne Friseurkunst hat einige Tricks im Repertoire, um feines Haar zu stärken und zumindest voluminöser wirken zu lassen. Profis raten zu folgenden Maßnahmen:

  • Kurzhaarfrisuren können dünne Haare kaschieren, denn im Gegensatz zu langem Haar, gibt es keine ausgedünnten oder gar brüchige Längen.
  • Volumen für sehr feines Haar können Styling-Produkte wie Schaumfestiger und Föhnlotionen bringen. Meersalz-Sprays machen das Haar griffiger und geben ebenfalls mehr Fülle.
  • Verwenden Sie spezielle Shampoos für dünnes Haar. Diese beschweren das Haar nicht. Ziel ist, dass es luftig und locker fällt.
  • Richtiges Föhnen bringt Volumen. Dazu die Haare erst über Kopf, dann Strähne für Strähne mithilfe einer Rundbürste föhnen. Anschließend eventuell mit Haarspray fixieren.
  • Hände weg von cremigen Pflegespülungen und -kuren. Sie beschweren das Haar, so dass es schnell schlapp und kraftlos wirkt.
  • Sogenanntes Streuhaar oder Schütthaar kommt aus der Dose und kaschiert kahle Stellen oder Geheimratsecken. Es handelt sich dabei um kleine Mikrofasern, die weitestgehend an Ort und Stelle bleiben, da sie statisch aufgeladen sind. Der Effekt hält aber nur bis zur nächsten Haarwäsche.

Hausmittel

Zusätzlich zum Arztbesuch können Sie auch selbst einiges gegen dünner werdendes Haar tun. Probieren Sie beispielsweise folgende Hausmittel, um Ihre Haare zu stärken:

  • Avocado: Als Kur stärkt und pflegt sie die Haare. Lösen Sie dazu das Fruchtfleisch einer reifen Avocado mit einem Löffel heraus und mischen es mit einem Teelöffel Olivenöl. Massieren Sie sowohl den Haaransatz als auch die Längen gut ein und bedecken Sie anschließend alles mit einem Handtuch. Nach einer halben Stunde waschen Sie die Kur mit einem milden Shampoo aus.
  • Natürliche Öle: Rizinusöl enthält Vitamin E, spendet Feuchtigkeit und wirkt beruhigend. Massieren Sie einige Tropfen Rizinusöl vor der Haarwäsche in die Kopfhaut und den Haaransatz. Lassen Sie dies einige Minuten lang einwirken. Das soll auch gegen Schuppen wirken. Ebenfalls pflegt und nährt Kokosöl sowohl die Kopfhaut als auch die Haare.
  • Salbei: Um daraus praktikable Empfehlungen für Menschen abzuleiten, muss zunächst jedoch weiter geforscht werden. Möchten Sie Salbei als Hausmittel gegen dünne Haare ausprobieren, setzen Sie dafür einen Sud aus Salbeiblättern und Wasser an. Erhitzen Sie alles in einem Topf, lassen es für mehrere Minuten ziehen und seihen Sie die Kräuter anschließend ab. Den fertigen Sud können Sie als Spülung für die Haare mehrmals pro Woche verwenden.

Ernährung und Lebensstil

  • Ernährung anpassen: Um Haarausfall in den Wechseljahren zu reduzieren, ist eine Ernährung reich an den Vitaminen C, B und A sowie den Mineralstoffen Zink, Eisen, Kupfer, Magnesium oder Calcium sinnvoll.
  • Gesundes Körpergewicht: Übergewichtige Frauen mit einem Body-Mass-Index von mehr als 25 leiden statistisch gesehen öfter an Haarausfall in der Postmenopause als normalgewichtige Frauen.

Tatsächlich kann die Ernährung eine solche Auswirkung auf den Körper haben, dass Ihnen die Haare ausfallen. Eine unausgewogene Ernährung, die dem Körper nicht ausreichend Nährstoffe liefert, führt oft zu Haarverlust. Besonders Zink, Eisen und die Vitamine A und C sind wichtig für gesunde Haare und eine gesunde Kopfhaut.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu „5 am Tag“, um den Körper mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen. Das bedeutet, dass Sie täglich mindestens fünf Portionen Gemüse und Obst essen sollten. Drei davon bestehen aus Gemüse, zwei aus Obst. Als Maß dient die eigene Hand, so dass sich die Portionsgröße an Alter und Körpergröße anpasst.

Nährstoff Funktion für das Haar Lebensmittelquellen
Eisen Wichtig für den Sauerstofftransport zu den Haarwurzeln Rotes Fleisch, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse
Zink Unterstützt das Haarwachstum und die Reparatur Nüsse, Samen, Vollkornprodukte
Vitamin A Fördert die Talgproduktion für eine gesunde Kopfhaut Karotten, Süßkartoffeln, Spinat
Vitamin C Antioxidans, schützt vor Schäden durch freie Radikale Zitrusfrüchte, Paprika, Beeren
Omega-3-Fettsäuren Entzündungshemmend, fördert die Durchblutung der Kopfhaut Fetter Fisch (Lachs, Makrele), Leinsamen, Chiasamen

Pflanzliche Mittel

Gegen Haarausfall in den Wechseljahren gibt es einige pflanzliche Mittel, die betroffene Frauen ausprobieren können, zum Beispiel:

  • Antioxidantien, etwa Flavonoide in Äpfeln, Zimt, Kakao oder Trauben, können mitunter das Haarwachstum fördern.
  • Koffein soll Zellvermehrung und Haarwachstum ankurbeln.
  • Zwiebelsaft kann die Haarfollikel stimulieren und so helfen, Haarausfall in den Wechseljahren zu reduzieren.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Stellen Sie ungewöhnliche Veränderungen an Ihrem Haar fest, holen Sie sich ärztlichen Rat ein. So finden Sie die Ursache für Ihre Haarprobleme heraus und können mögliche Grunderkrankungen gleich behandeln lassen. Ihre erste Anlaufstelle ist der Hausarzt, der Sie gegebenenfalls zu einem Facharzt überweist, etwa einem Hautarzt (Dermatologen).

Plötzlicher oder großflächiger Haarverlust im Intimbereich kann auf ein zugrunde liegendes gesundheitliches Problem hinweisen. Auch Hautkrankheiten oder Autoimmunerkrankungen können das Haarwachstum beeinträchtigen.

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Es ist wichtig, die Ursachen für dünner werdendes Haar zu verstehen und die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen. Mit der richtigen Pflege, einer ausgewogenen Ernährung und gegebenenfalls medizinischer Behandlung können Sie die Gesundheit Ihrer Haare unterstützen und das Selbstbewusstsein stärken.

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