Was haben wir nicht alles versucht, um widerspenstige und brüchige Haare wiederzubeleben und sie wieder schön glänzend und geschmeidig zu machen. Haarmaske, Conditioner, Pflegeshampoo, Haarkur vor und auch nach dem Waschen … Aktuell verspricht auf dem Markt vor allem ein Wundermittel die ultimativ gepflegte Haarpracht: Haaröl.
Ein paar Tropfen genügen - schon heißt es »Goodbye, Spliss!« und spröde, strapazierte Haarnester werden zu einer weichen, kraftvollen Löwenmähne. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Wir haben 28 Haaröle getestet, um herauszufinden, ob und welche wirklich funktionieren. Unser Fazit: Haaröl kann so einiges! Zumindest in den meisten Fällen.
Haaröle erleben gerade ein großes Comeback und präsentieren sich als superschnelle, reichhaltig pflegende Alternative zu Haarkuren. Sie sind bis obenhin voll mit nährenden Wirkstoffen und spenden Feuchtigkeit bis in die Tiefe des Haares. Bei regelmäßiger Anwendung werden brüchige, strohige Haare wieder weich, Spliss wird vorgebeugt und die Mähne glänzt.
Haaröl ist für fast alle Haartypen und so gut wie jede Haarstruktur geeignet und hilft sowohl normales Haar gesund zu halten als auch geschädigtes Haar zu reparieren. Selbst bei juckender, schuppiger Kopfhaut können Haaröle eine wahre Wohltat sein. Welches Haaröl im Einzelfall am besten funktioniert, hängt stark vom jeweiligen Haartyp ab.
Ein großer Vorteil von Haarölen gegenüber Haarmasken und -kuren ist, dass sie sich als Leave-in-Pflege eignen und trotzdem intensiv wirken. Lange Einwirkzeiten sind damit passé, einfach Haare waschen, Haaröl einmassieren, los geht’s! Am besten wirkt Haaröl, wenn es direkt in die noch feuchten Haarlängen und Spitzen geknetet wird, denn so kann es durch die noch geöffnete Schuppenschicht der Haare besser einziehen.
Meist genügen selbst bei langen Haaren wenige Tropfen Haaröl, die zwischen den Handflächen verrieben und dann eingearbeitet werden. Testen Sie sich am besten langsam voran und sehen Sie, wie Ihr Haar reagiert - bei zu viel Haaröl sehen die Haare schnell fettig oder strähnig aus.
Wer sich mehr Pflege wünscht, kann Haaröl auch als Intensivkur vor dem Waschen verwenden. Dafür etwas großzügiger ins trockene Haar einarbeiten, mindestens eine halbe Stunde oder über Nacht einwirken lassen und anschließend mit Shampoo auswaschen. Bei sehr dicker, krisseliger Haarstruktur taugt Haaröl auch als Stylinghilfe und wirkt als tägliche Spitzenpflege im trockenen Haar wahre Wunder.
Anwendungstipps für Haaröl:
Das größte Problem bei einigen Haarölen: Die Haare wirken fettig und strähnig. Auf der Verpackung erkennt man Silikone an Endungen wie -icone und -iloxane. Besonders häufig vertreten sind Dimethicone, Methicone, Polysiloxane und Cyclomethicone. Generell gilt: Je weiter oben sie auf der Liste der Inhaltsstoffe stehen, desto mehr sind davon im Haaröl enthalten.
Auf immer mehr Haarpflegeprodukten wird heutzutage allerdings mit dem Verweis »Ohne Silikone« geworben. Doch sind Silikone wirklich so schlecht? Die Antwort ist nicht ganz so eindeutig, wie es die Werbebranche vermitteln will, und lautet eher: Kommt auf den Haartyp und die Haarstruktur an. Deswegen der Glanz.
Während Silikone selbst keine echte Pflegewirkung haben, lassen sie das Haar sofort gesünder und glänzender aussehen und helfen, zerzaustes oder krisseliges Haar zu entwirren. Das ist für ein Haarpflegeprodukt, das die Haare schöner machen soll, zunächst einmal etwas Gutes.
Das eigentliche Problem von Silikonen ist deren schlechte Lösbarkeit. Denn einmal auf den Haaren angekommen, wird man die Silikone nur schwer wieder los: »Wenn man jeden Tag oder bei jeder Haarwäsche silikonhaltige Produkte nutzt, kommt es zu einem Build-Up. Bei häufiger und langfristiger Benutzung silikonhaltiger Haarpflegeprodukte können diese also genau den gegenteiligen Effekt hervorrufen, den man sich eigentlich wünscht.
Komplett meiden muss man Silikone deshalb trotzdem nicht, man sollte es eben nur nicht übertreiben. Dicke, spröde, trockene Haare können sogar von den beschwerenden Silikon-Nebeneffekten profitieren. Und wie sieht es mit der Umwelt aus? »Weil Silikone so schlecht löslich sind, setzt sich fast alles im Klärschlamm, also im festen Abfall der Kläranlagen ab und ist generell schlecht abbaubar.
Silikone, die in der Umwelt landen (…) zersetzen sich unter sauren oder basischen Bedingungen ganz gut. Davon abgesehen, sind sie relativ inert. Das bedeutet, sie gehen kaum chemische Reaktionen ein, sind also auch schlecht abbaubar. Auch da gibt es gewissermaßen ein Build-Up. Es gibt allerdings wenig Hinweise darauf, dass Silikone Mikroorganismen oder Tieren, die in der Umwelt damit in Berührung kommen, schaden.
Hier stellen wir Ihnen einige der im Test überzeugenden Haaröle vor:
Einfach zu dosieren, Hollywood-tauglicher Sofort-Effekt, zuverlässiger Hitzeschutz, angenehmer Duft und günstiger Preis: Das Multi-Use Wunderöl von Garnier Fructis bietet für uns das beste Gesamtpaket unter allen Haarölen. Mega Mähne zum kleinen Preis! Easy Anwendung? Ja! Tolles Haargefühl, ganz ohne fettigen Film? Ja! Seidiger Glanz? Und wie!
Das goldgelbe Garnier Fructis Multi-Use Wunderöl mit Kokos-, Oliven-, Sonnenblumen-, Avocadoöl und Sheabutter macht seinem Namen alle Ehre und begeistert uns von der ersten Anwendung an. Ein bis zwei Pumphübe aus der 150-Milliliter-Recycling-Flasche reichen locker - selbst für langes Haar - und lassen sich super easy nach dem Waschen im feuchten Haar verteilen. Dank silikonhaltiger Rezeptur bietet das Öl einen wirksamen Hitzeschutz beim Styling mit Föhn, Lockenstab, Glätteisen & Co. Lufttrocken lassen funktioniert aber genauso gut.
Das trockene Haar sieht keine Spur fettig oder strähnig aus und fühlt sich fantastisch an. Kein »Flutschen«, kein Frizz, stattdessen spürbare Fülle, Kraft und guter Grip. Selbst eher feines, leicht strapaziertes Haar wird nicht beschwert und schlapp, scheint mit dem Öl an Volumen zu gewinnen. Das Haaröl verströmt einen dezenten Duft, der natürlich Geschmacksache ist.
Das Produkt enthält Cyclopentasiloxan und Dimethiconol, sprich Silikon, was gleichzeitig Vor- und Nachteil ist. Die enthaltenen Silikone sorgen zwar für weiches Haar und seidigen Glanz, können bei übermäßigem Gebrauch in Kombination mit anderen silikonhaltigen Pflegeprodukten (Shampoo, Conditioner, etc.), auf Dauer das Haar allerdings beschweren und gegen weitere Pflegewirkstoffe „versiegeln“. Zudem belasten sie die Umwelt.
Im Öko-Test 02/2022 erzielte das Garnier Fructis Multi-Use Wunderöl die Note »gut«. Damit liegt das Haaröl im Test vor sieben anderen Haarölen, die mit »befriedigend«, »ausreichend« und sogar »mangelhaft« bewertet wurden. Stiftung Warentest hat unseren Favoriten noch nicht getestet.
Unser Held unter den Naturkosmetik-Produkten: Das Hairlust Moisture Hero Hair Oil ist ein feuchtigkeitsspendendes Haaröl, das normales ebenso wie trockenes, krauses und frizziges Haar intensiv pflegt - und das ganz ohne Silikone oder andere bedenkliche Inhaltsstoffe.
Die feuchtigkeitsspendende, vegane Formel mit sechs pflanzlichen Ölen aus Sonnenblumenkernen, Kokosnüssen, Jojobasamen, Avocados, süßen Mandeln und Hagebuttenkernen schafft, was viele Naturöle versuchen, aber nicht so gut hinbekommen: Es pflegt intensiv, ohne die Haare fettig aussehen zu lassen. Bedenkliche Inhaltsstoffe sind keine enthalten. Mit dem Soforteffekt von silikonhaltigen Produkten sind Kämmbarkeit, Glanz und Geschmeidigkeit zwar nicht vergleichbar.
Der relativ flüssige Mix aus sechs verschiedenen Ölen plus Sheabutter und Vitamin E lässt sich gut verteilen, zieht schnell ein und sieht, anders als andere Naturöle, auch bei feinem Haar überhaupt nicht fettig aus. Dank der leichten, relativ flüssigen Konsistenz kann man das Haaröl prima nach dem Waschen als Leave-in-Produkt verwenden, ohne Angst vor einem strähnigen Finish. Dennoch sollte man das Haaröl sparsam dosieren: Zwei bis vier Tropfen mithilfe der Pipette entnehmen, zwischen den Handflächen verreiben und sanft ins feuchte Haar einkneten.
Eine proteinreiche, silikonfreie Pflege für brüchiges, feines Haar. Mit Extrakten aus Quinoa, Kichererbsen und Linsen bietet Jean & Len in seinem veganen Keratin Haaröl eine Extraportion Protein und stärkt so brüchige, feine und angegriffene Haare bis in die Spitzen: In unserem Praxistest bekommen feine Haare tatsächlich mehr Grip und fühlen sich kräftiger an, ganz ohne fettige Rückstände.
Noch mehr Pflegewirkung liefern Raps-, Jojoba-, Mandel-, Aprikosenöl sowie Vitamin E und Silicea. Echt stark im wahrsten Wortsinn finden wir das vegane Jean & Len Keratin Haaröl. Von seinem namengebenden Plus an Keratin profitieren besonders trockenes, brüchiges, feines und geschädigtes Haar, denn Proteine, wie Keratin, stärken die Struktur und helfen, die Oberfläche zu glätten.
Zur Verwendung eine sparsame Menge Haaröl aus dem Pumpspender entnehmen und in die feuchten Längen und Spritzen einmassieren. Alternativ empfiehlt der Hersteller bei feinem Haar VOR dem Waschen etwas Haaröl ins trockene Haar zu geben, einwirken zu lassen und dann wieder auszuspülen. Wir haben das Keratin Haaröl nur „ganz normal“ nach dem Waschen verwendet und waren sehr zufrieden. Nach dem Trocknen fühlen sich die Haare kräftiger, dicker und widerstandsfähiger an als vorher - kein „flutschiges Fliegen“, wie man es von Silikonen kennt, dafür mehr Grip.
Verantwortlich dafür sind die proteinhaltigen Extrakte aus Quinoa, Kichererbsen und Linsen. Für weiteren Schutz und Pflege setzt die Rezeptur auf den kräftigenden Mineralstoff Silicea und Vitamin E.
Glanz, Glätte und Schutz für strapaziertes und koloriertes Haar. Einen Instant-Boost für Glanz, Kämmbarkeit, Glätte und ein weiches, seidiges Haargefühl bietet das wohlig duftende Intense Repair Haaröl von Langhaarmädchen. Zusätzlich zu Silikonen, Vitamin E, Sonnenblumen-, Kokos- und Buritiöl enthält die Rezeptur einen UV-Filter und schützt so koloriertes Haar vor dem Verblassen.
Das goldene Langhaarmädchen Intense Repair Haaröl kombiniert Silikone, Pflanzenöle und Antioxidantien für eine Dreifachwirkung aus Glanz, Geschmeidigkeit und Schutz. Für die reichhaltige Pflege sorgen Sonnenblumen-, Kokos- und Buritiöl sowie Vitamin E. Die enthaltenen Silikone Cyclopentasiloxane und Dimethiconol helfen Frizz und Knoten zu bändigen: Sofort nach dem Auftragen aus dem Pumpspender zieht das Öl rückstandslos und fettfrei selbst in trockene Haare ein, macht sie spürbar weicher und deutlich leichter kämmbar.
Diese Zauberei geht allerdings zulasten des „Grips“. Den Duft empfinden wir als wohlig warm, mit Noten von Kokos und Vanille, vielleicht etwas parfümiert, nicht unangenehm stark, aber auf den Haaren deutlich wahrnehmbar.
Neben den oben genannten Produkten wurden noch weitere Haaröle getestet, die unterschiedliche Ergebnisse lieferten:
Haaröl lässt sich aus hochwertigen Pflanzenölen leicht selbst mischen. Aber wie? Wir erklären, wie Sie mit Ölen aus Kokos-, Jojoba-, Argannüssen und Co. Haaröle sollen die Haare intensiv pflegen und für mehr Glanz sorgen. Das funktioniert besonders gut, wenn sie individuell auf den eigenen Haartyp abgestimmt werden. Außerdem kann es auf Dauer günstiger sein, das Haaröl selber zu machen.
Sie können zum Beispiel Haaröl wie eine pflegene Kur einsetzen. Eine solche Haarkur mit Öl, das vor der Wäsche einige Zeit einwirkt, macht das Haar geschmeidig und schützt es vor der Waschprozedur. In diesem nassen Zustand brechen einzelne Schuppen leicht heraus: So wird das Haar auf Dauer glanzlos und brüchig. Die Ölkur vor der Wäsche bildet einen Schutzfilm. Eine Haarkur mit Kokosöl ist besonders effektiv. Lassen Sie das Öl hierfür am besten über Nacht einwirken. Bei feinem Haar nur wenige Tropfen, bei dickerem etwas mehr in die Haarlängen oder in die Kopfhaut einmassieren. Sind nur die Spitzen strohig, darauf beschränken.
Als erste Wahl für Ölkur rät Heike Käser zu Kokosöl. Nach der ayurvedischen Heilkunst entschlackt das Kokosöl auch die Kopfhaut und stimuliert das Haarwachstum. Auch für die Kopfhaut kann Öl eine Wohltat sein. Heike Käser empfiehlt für trockene, juckende Kopfhaut Nachtkerzen- oder Borretschsamenöl wegen der hohen Anteile der mehrfach ungesättigten Gamma-Linolensäure. Denn die spendet viel Feuchtigkeit und stärkt die natürliche Schutzbarriere der Haut.
Nach der Haarwäsche ins Haar gebracht, kann Öl für Glanz sorgen, strohige Partien geschmeidiger machen, Frizz vermindern oder Naturlocken definieren. Auch einen gewissen Schutz gegen die Hitze von Fön oder Glätteisen kann das Öl bieten. Das beugt weiterem Haarbruch vor - auch, weil der Film die nötige Feuchtigkeit im Haarinneren festhält.
Oberste Regel dabei: Vorsichtig dosieren, zunächst nur zwei bis drei Tropfen zwischen den Handflächen verreiben und in die Spitzen geben. Je kräftiger und dicker das Haar, desto mehr Öl kann es vertragen. Wer sehr trockenes, strohiges Haar hat, könnte mit dem schwereren Olivenöl zurechtkommen, gerade eine allzu voluminöse Lockenpracht lässt sich damit zähmen. Bei einer starken, störrischen Naturkrause ist sogar Sheabutter einen Versuch wert. "Die fetten nicht, wirken aber herrlich konditionierend, machen das Haar weich und vermindern ein Kräuseln. Wie ein Silikonöl, nur ohne dessen Nachteile", sagt die Expertin.
Die Schwierigkeit bei feinem Haar besteht darin, das Öl dünn genug aufs Haar zu bringen - denn pures Pflanzenöl überfrachtet es allzu schnell. Heike Käser rät für diesen Haartyp zu einem Trick: Fünf Prozent eines edlen Pflanzenöls wie Brokkolisamen-, Argan- oder Macadamianussöl werden mit einem Naturkosmetikkonformen Esteröl gemischt, beispielsweise Caprylic/Capric Triglyceride (auch als MCT-Öl oder Neutralöl im Handel). Letzteres "spreitet" sehr gut ohne zu fetten und sorgt dafür, dass sich das nährende Pflanzenöl gleichmäßig verteilt.
tags: #Öl #für #trockene #Haare #Test
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