Die besten Mittel gegen Haarausfall im Test: Was wirklich hilft

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Dabei verlieren wir täglich eine gewisse Anzahl an Haaren, was vollkommen normal ist. Doch wenn der Haarausfall überhandnimmt und die Haare zunehmend dünner werden, kann dies zu einem erheblichen emotionalen Stress führen. Das Angebot an Mitteln gegen Haarausfall ist fast unüberschaubar: Shampoos, Medikamente, Ernährung, Hausmittel, Haartransplantation. Dabei den Überblick zu behalten, kann schwierig werden.

Haarausfall – Ursachen und Behandlung | ZAVA Online-Arztpraxis

Es ist auch nicht immer ratsam, irgendwelche Wirkstoffe einzunehmen. Ob ein Haarausfall-Mittel wirksam ist, liegt maßgeblich daran, ob es an der richtigen Ursache ansetzt. Woher weiß ich, welches für mich die richtige Therapie ist? Welche Mittel wirken gegen welche Art von Haarausfall?

Ursachen von Haarausfall

Wer Haar­ausfall stoppen will, sollte zunächst die Ursache aufspüren. Neben anla­gebedingtem Haar­ausfall können auch Krankheiten, Medikamente, Hormon­schwankungen während der Wechsel­jahre, Mangel­ernährung oder Stress Auslöser sein. Diese Haar­verluste sind oft vorüber­gehend, der Haar­wuchs stellt sich irgend­wann wieder ein. Kreis­runder Haar­ausfall beruht vermutlich auf einer Auto­immunkrankheit - eine Fehlre­aktion der körper­eigenen Abwehr.

Die mit Abstand häufigste Ursache für Haarausfall ist der erblich bedingte Haarausfall, der durch eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber männlichen Geschlechtshormonen bedingt ist. Verschiedene Autoimmunerkrankungen können ebenfalls zu Haarausfall führen. Am wichtigsten ist hier der kreisrunde Haarausfall, auch Alopecia areata genannt. Man erkennt ihn an kreisrunden, komplett kahlen Stellen auf der Kopfhaut. Er kann behandelt werden oder sistiert spontan - allerdings treten häufig Rezidive auf. Diffuser Haarausfall führt zu insgesamt ausgedünntem Haar, teils lokal betont.

Haarausfall kann unterschiedliche Ursachen haben, doch in vielen Fällen führt der anlagebedingte Haarausfall zum Verlust der Haarpracht. Hierfür sind in erster Linie männliche Sexualhormone, die sogenannten Androgene, verantwortlich. Nichtsdestotrotz können natürlich nicht nur Männer, sondern auch Frauen vom genetischen Haarausfall betroffen sein.

Die männlichen Hormone, allen voran das DHT-Hormon, verkürzen unter anderem die Wachstumsphase, die Haare fallen also früher und vermehrt aus, und die Haarfollikel werden aufgrund einer unzureichenden Durchblutung überempfindlich. Bei Männern erkennt man eine ausgeprägte androgenetische Alopezie oft am berüchtigten Haarkranz. Zudem können folgende Ursachen Haarausfall auslösen:

  • hormonelle Schwankungen (Schwangerschaft, Wechseljahre, etc.)
  • Mangelernährung
  • Stress
  • überstandene Virusinfektion
  • Einnahme bestimmter Medikamente
  • Pilzinfektionen auf der Kopfhaut
  • falsche Pflege (z. B. häufiges Haare glätten oder färben)
  • chronische Erkrankungen
  • starke UV-Strahlung sowie Chlor- oder Salzwasser

Stellt ihr bei euch über einen länger anhaltenden Zeitraum einen unüblichen Haarverlust (deutlich mehr als 100 Haare pro Tag) fest, solltet ihr zuallererst euren Hausarzt oder eine Dermatologin bzw. einen Dermatologen aufsuchen. Denn die Therapieform richtet sich danach, ob es sich um einen genetischen, diffusen oder kreisrunden Haarausfall handelt. Aufgrund von unterschiedlichen Diagnoseverfahren, wie Blutuntersuchungen sowie eine Analyse der Kopfhaut, kann zum Beispiel ein Nährstoffmangel oder ein Hautpilz festgestellt und demensprechend behandelt werden.

Was tun gegen Haarausfall?

Schon kleine Maßnahmen im Alltag können der Haargesundheit zuträglich sein und das Haar kräftigen. Wird der Haarausfall stärker, können Medikamente oder spezielle Therapien helfen.

Als wichtigsten Punkt lässt sich festhalten: Ob ein Mittel gegen Haarausfall wirkt, hängt davon ab, ob die richtige Ursache gefunden wurde. Jedes Medikament und jede Therapie kann nur wirksam sein, wenn es für die vorgesehene Ursache eingesetzt wird.

Nach der Ursachenfindung kann das richtige Haarausfall Mittel ausgewählt werden. Die Behandlung Ihres Haarausfalls wird nur dann erfolgreich sein, wenn vorher eine gezielte Diagnostik durchgeführt wurde und auch die richtige Ursache therapiert wird.

Bewertung von Stiftung Warentest

Stiftung Warentest hat im September 2023 insgesamt zehn Mittel gegen Haarausfall im Hinblick auf ihre Wirksamkeit und mithilfe von Arzneimitteltester*innen beurteilt - darunter sechs rezeptfreie Arzneimittel sowie vier Präparate, die verschreibungspflichtig sind. Diese enthalten entweder Minoxidil, Finasterid, 17-alpha-Estradiol oder eine Wirkstoffkombination aus Glukokortikoiden und Östrogenen. Berücksichtigt wurden neben diversen Studien auch der aktuelle Forschungsstand sowie Literatur zum Thema Haarausfall.

Laut Stiftung Warentest helfen bei erblich bedingtem Haarausfall nur die Wirkstoffe Finasterid und Minoxidil. Während Produkte mit Finasterid verschreibungspflichtig sind, können Sie welche mit Minoxidil auch im Handel kaufen - wie die von Regaine.

Die Ergebnisse von Stiftung Warentest als haarsträubend zu bezeichnen, wäre ein bisschen zu hart ausgedrückt. Nichtsdestotrotz konnten im Test lediglich zwei Wirkstoffe - und das auch nur bedingt - bei einem anlagebedingten Haarausfall bzw. einer sogenannten androgenetischen Alopezie therapeutisch wirksam sein: Minoxidil und Finasterid.

Minoxidil

In Lösungen sowie Schaum zum Auftragen auf die betroffene Kopfhaut ist häufig Minoxidil enthalten. Mittel gegen Haarausfall mit diesem Wirkstoff sind ohne Rezept erhältlich und werden ausschließlich äußerlich auf der Haut angewendet. Sowohl bei Frauen als auch Männern kann mit Minoxidil erblich bedingter Haarausfall gestoppt werden, da der Wirkstoff bei einer regelmäßigen Anwendung die Blutgefäße auf der Kopfhaut erweitert und die Haarwurzeln wieder besser mit Blut und Nährstoffen versorgt werden. Auf diesem Wege werden vorhandene Haare gestärkt und gleichzeitig wird der Haarausfall reduziert. Doch Vorsicht: Mittel gegen Haarausfall mit Minoxidil müssen permanent angewendet werden, um den Haarausfall langfristig zu stoppen.

Finasterid

Der Wirkstoff Finasterid ist ausschließlich für Männer geeignet und soll den DHT-Spiegel senken. So werden verkrümmte Haarwurzeln wieder aktiviert und das Fortschreiten von erblich bedingtem Haarausfall verlangsamt. Um seine Wirkung zu entfalten, müssen die Tabletten täglich und langfristig eingenommen werden. Zudem sind Präparate mit Finasterid nur auf Rezept erhältlich. Bei Frauen konnte mit Finasterid keine positive Wirkung festgestellt werden, im Gegenteil: In der Schwangerschaft kann die Einnahme von Finasterid unter anderem zu Fehlbildungen beim ungeborenen Baby führen. Bei Männern kann die Einnahme hingegen Nebenwirkungen wie dem Verlust der Libido oder Depressionen hervorrufen.

Weitere bewertete Mittel

Neben Minoxidil und Finasterid hat Stiftung Warentest unter anderem Mittel gegen Haarausfall mit dem Wirkstoff 17-alpha-Estradiol (ein synthetisches Östrogen) sowie rezept­pflichtige Kombi-Präparate aus Glukokortikoiden und Östrogenen getestet. Diese wurden im Test allerdings nur mit „Wenig geeignet" beurteilt.

Shampoos gegen Haarausfall

Viele Shampoos gegen Haarausfall versprechen schnelle Hilfe. Doch ist das wirklich möglich? Es ist bedeutsam zu verstehen, dass die Wirkung begrenzt ist: Sie stärken das Haar von außen und fördern die Gesundheit der Kopfhaut. Daher sollten Sie Shampoos gegen Haarausfall nur als Teil einer umfassenden Pflege- und Gesundheitsstrategie betrachten.

Die richtige Pflege bei Haarausfall fängt beim Haarewaschen an. Wir stellen Ihnen den Testsieger für Frauen* und die besten Shampoos gegen Haarausfall vor und erklären, wie wirksam sie sind.

Hier sind einige der besten Shampoos gegen Haarausfall:

  1. Vichy Dercos: Stimulierendes Shampoo mit Aminexil gegen Haarausfall.
  2. Plantur 39: Phyto-Coffein-Shampoo stärkt mit Koffein die Haarwurzel.
  3. Alpecin Coffein-Shampoo C1: Hat präventive Wirkung.
  4. Kérastase Specifique Bain Prévention: Hilft mit Basilikumextrakt gegen Haarausfall.

Laut Stiftung Warentest helfen bei erblich bedingtem Haarausfall nur die Wirkstoffe Finasterid und Minoxidil. Während Produkte mit Finasterid verschreibungspflichtig sind, können Sie welche mit Minoxidil auch im Handel kaufen - wie die von Regaine.

Wichtige Inhaltsstoffe in Shampoos gegen Haarausfall

Wir stellen Ihnen die verschiedenen Inhaltsstoffe genauer vor, die in Shampoos gegen Haarausfall enthalten sind.

  • Minoxidil: Wirkt direkt auf die Kopfhaut, erweitert die Blutgefäße und verlängert die Wachstumsphase der Haare.
  • Koffein: Fördert die Durchblutung der Kopfhaut und stimuliert die Haarfollikel.
  • Biotin (Vitamin B7): Unterstützt die Keratinbildung und stärkt das Haar.
  • Keratin: Sorgt für Elastizität und Festigkeit des Haares, repariert geschädigtes Haar.
  • Aminexil: Verhindert die Verhärtung des Kollagens um die Haarwurzel herum.
  • Sägepalmen- und Basilikumextrakt: Hemmen die Bildung von DHT, einem Hormon, das Haarausfall fördert.
  • Taurin: Wirkt als Antioxidans und stärkt das Haar.

Weitere Mittel und Maßnahmen gegen Haarausfall

Neben Medikamenten und Shampoos gibt es noch weitere Mittel und Maßnahmen, die gegen Haarausfall helfen können:
  1. Nahrungsergänzungsmittel: Nur sinnvoll bei nachgewiesenem Nährstoffmangel.
  2. Hausmittel: Apfelessig, Brennnesselextrakt, Kokosöl, Kaffee, Bier oder Arganöl - wissenschaftlich erwiesener Nutzen gegen Haarausfall besteht nicht, können aber das Haar kräftiger und geschmeidiger machen.
  3. Kopfhautmassage: Regt die Durchblutung der Kopfhaut an.
  4. Richtige Frisur: Vermeiden Sie straffe Pferdeschwänze, Dutts oder Flechtfrisuren.
  5. Sport: Senkt den Spiegel an Stresshormonen im Blut.
  6. Gesunde Ernährung: Wichtig für die Haargesundheit.
  7. PRP-Therapie: Eigenbluttherapie.
  8. Haartransplantation: Ultima Ratio, also der letzte Ausweg.

Die Rolle von Vitaminen und Hausmitteln

Das ultimative Wundermittel gegen Haarausfall gibt es zwar leider (noch) nicht, allerdings könnt ihr eure Haare von innen heraus stärken und die Haargesundheit mit Vitaminen sowie altbewährten Hausmitteln unterstützen:

  • Biotin: Das B-Vitamin Biotin ist maßgeblich an der Herstellung des Proteins Keratin beteiligt, das wiederum den Grundbaustein unserer Haare sowie Nägel darstellt.
  • Zink: Sorgt aufgrund entzündungshemmender Eigenschaften für eine gesunde Kopfhaut und neutralisiert freie Radikale an den Haarwurzeln.
  • Eisen: Ein Eisenmangel führt nicht selten zu Haarausfall sowie glanzlosen und ungesund aussehenden Haaren. Liegt bei euch ein Eisenmangel vor, kann ein Eisenpräparat oder eisenhaltige Lebensmittel für eine Verbesserung sorgen.
  • Weitere Vitamine: Auch Nährstoffe wie Kupfer, Selen, Silizium sowie Kalzium können das Haarwachstum verbessern und die Haare kräftiger wachsen lassen.
  • Kopfmassage: Eine gut durchblutete Kopfhaut ist Voraussetzung für ein gesundes Haarwachstum und kann Haarverlust vorbeugen. Und das Beste ist: Regelmäßige Kopfmassagen fühlen sich nicht nur gut an, auch die Kopfhaut wird besser durchblutet und die Haarwurzeln werden mit mehr Sauerstoff sowie Nährstoffen versorgt, was eure Haare zum Wachsen anregt.
  • Spülung mit Apfelessig: Vielleicht kennt ihr das altbewährte Hausmittel noch von eurer Oma. Und was sollen wir sagen, Omas wissen einfach, was gut ist! Eine Haarspülung mit Apfelessig stellt den Säureschutzmantel der Haare wieder her und verschließt die obere Haarschicht. Das Ergebnis sind widerstandsfähigere und glänzende Haare.
  • Haarkur mit Rizinusöl: Rizinusöl ist ein wahrer Geheimtipp in Sachen Haarpflege, denn es regt mitunter das Haarwachstum an, stärkt Haare, Wimpern sowie Augenbrauen und sorgt für einen unvergleichlichen Feuchtigkeitskick. Für die Haar- und Hautpflege benötigt ihr jedoch nicht das herkömmliche Rizinusöl, das unter anderem als natürliches Abführmittel bekannt ist, sondern kaltgepresstes Rizinusöl.
  • Kollagen: Das Eiweiß-Protein ist mittlerweile in aller Munde und als Shampoo und Co. auf aller Kopfe. Und das zu Recht, denn Kollagen hat eine positive Wirkung auf die Haut und hilft bei diversen Gelenkproblemen. Doch das ist noch nicht alles: Auch in Sachen Haarausfall und Haargesundheit kann die Einnahme von Kollagen sinnvoll sein, da es unter anderem für die Keratin-Produktion benötigt wird und freie Radikale bekämpft. Zudem reduziert Kollagen den Abbau von Melanin, was ein frühzeitiges Ergrauen vorbeugt.

Das Wichtigste für eine erfolgversprechende Therapie gegen Haarausfall ist es, die richtige Ursache zu finden und diese spezifisch zu therapieren. Dabei kann Ihnen zum Beispiel der Hausarzt, Dermatologe oder Haarchirurg helfen.

tags: #bestes #mittel #gegen #haarausfall #test

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen