Welche Fische haben keine Schuppen?

Ja, es gibt Fische ohne Schuppen! Fast alle Fische haben Schuppen. Die Funktion der Schuppen ist bei allen Fischen dieselbe.

Die Schuppen dienen dem Schutz: Die kleinen Knochenplatten sitzen auf der Haut, schützen vor Bissen anderer Fische, verhindern, dass sich Parasiten festsetzen können und bilden eine wirksame Barriere gegen Krankheitserreger.

Die Funktion der Schuppen

Die Schuppen dienen als Schutz vor mechanischen Schäden und Krankheitserregern. Ohne Schutz würde der Kontakt zwischen einem Stein und der zarten Fischhaut bleibende Schäden hinterlassen. Über den Schuppen liegt eine dünne Schleimschicht, die auch das Eindringen von Krankheitserregern verhindert.

Wenn bei einem Fisch die Haut weder durch Schuppen noch durch Knochenplatten geschützt ist, verfügt diese oft über eine stabilere Hautstruktur und eine dickere Schleimschicht.

Alternativer Schutz bei Fischen ohne Schuppen

Fische ohne Schuppen haben stattdessen manchmal einen Knochenschild. Beim Stör und beim Stichling bildeten sich zum Beispiel aus den Schuppen Knochenplatten heraus.

So ist der Flusswels (Silurus glanis) durch eine besonders dicke und zähe Schleimschicht gegen Verletzungen und Parasiten geschützt.

Einige Fische haben keine oder kaum Schuppen, z. B. der Nacktkarpfen, ein Speisefisch, hat nur ganz wenige Schuppen.

Arten von Fischschuppen

Es gibt zwei Grundformen von Elasmoidschuppen:

  • Die stammesgeschichtlich ältere Rundschuppe - zum Beispiel bei Hering, Forelle, Hecht und Aal
  • Die Kammschuppe, zum Beispiel bei Zander und Barsch

Rundschuppen sind nahezu kreisförmig und haben einen glatten Rand. Die fester sitzenden Kammschuppen erinnern am hinteren Ende an einen kleinen Kamm.

Der Schuppenpanzer der Knorpelfische (Chondrichthyes) - zu ihnen zählen zum Beispiel Haie und Rochen und insgesamt etwa vier Prozent der heute lebenden Fischarten - besteht aus Placoidschuppen. Sie unterscheiden sich von den Elasmoidschuppen der Knochenfische.

Eine Placoidschuppe besteht aus Knochenmaterial, das durch Knochenfasern in der Lederhaut verankert ist. Bei den Haien bilden sie ein geschlossenes Exoskelett oder Außenskelett, das der Haut eine extreme Festigkeit verleiht.

Die Schuppen der Haie sehen nicht nur aus wie Zähne, sie sind sogar welche. An ihrer Oberfläche, der Krone, sind sie mit einer dem Zahnschmelz ähnlichen Substanz überzogen. Die Zahnspitzen weisen nach hinten.

Streicht man mit der Hand nach hinten über die Hai-Haut, fühlt sie sich glatt an; streicht man in Gegenrichtung, ist die Haut rau und scharf wie Schmirgelpapier. Die besondere Struktur des Schuppenzähnchen-Kleids bietet nicht nur Schutz, sondern verringert auch den Strömungswiderstand.

Koschere Aspekte von Fischen

Manche sehen Flossen und Schuppen wie ein Symbol von Kraft. Nur eine Fisch, der gegen den Strom an schwimmen kann, ist koscher. Das symbolisiert einen „koscheren“ Lebensstil.

Bei allen Anzeichen von Reinheit oder Unreinheit (koscher und nicht-koscher) ist unklar, ob das nun die Verursacher, also die Auslöser, der Kaschrut dieser Art sind oder ob das schlicht Erkennungsmerkmale sind.

Die Thora verwendet das Wort „Flosse“ und das Wort „Schuppe“ in der Einzahl. Hieraus leiten die Chachamim, die Gelehrten ab, dass selbst EINE Flosse und EINE Schuppe genügen, um einen Fisch zu zu lassen.

Schuppen sind übrigens nur koschere Erkennungsmerkmale, wenn sie von der Haut eines Fisches gesondert getrennt werden können. Manchmal sind die Schuppen nicht zu erkennen, da sie zu dünn sind. Aber wenn man den Fisch in ein Tuch einwickelt oder ihn in ein Gefäß mit Wasser steckt und Schuppen lösen sich, ist das Tier erlaubt.

Eigenartig ist es, dass die Thora zwei Angaben macht, denn jeder Fisch mit Schuppen hat auch Flossen. Das Gegenteil ist übrigens nicht wahr. Es gibt Fische, die zwar Flossen haben, aber keine Schuppen.

Laut dem Talmud haben trejfene (nicht koschere) Fische einen spitzen Kopf und kein Rückgrat. Reine Fische haben dagegen einen runden, schweren und breiten Kopf und wohl ein Rückgrat.

Weshalb die Fische beim Shabbat-Mahl unverzichtbar sind? Der Zahlenwert von Fisch ist sieben, was die Tageszahl des Shabbates ist.

Dann gibt es noch die berühmte Frage, welchen Status der Leviathan genießt. Der Leviathan-Fisch ist im Grunde genommen ein Kabbalistisches Konzept. Es bedeutet : „G“tt begleiten“.

Weshalb ein Fisch herausragend „gesegnet“ ist? Da er unter der Wasseroberfläche - unsichtbar für das menschliche Auge - lebt.

Die Schleimhaut der Fische

Schleimhaut auch Oberhaut genannt, besteht aus Schichten. Sie wird in Schleimdrüsen produziert. Gegen Außenparasiten und Krankheitserreger sind spezielle Abwehrstoffe in der Schleimschicht enthalten. (Manche Menschen reagieren allergisch auf Fischschleim.)

Durch die Schleimhaut wird auch der Reibungswiderstand im Wasser verringert. Eine unversehrte Oberhaut ist sehr wichtig. Fische deshalb nie mit trockenen Händen oder Gegenständen berühren.

Wachstum und Schuppen

Die Beschuppung wird im jugendlichen Alter der Fische angelegt. Die Schuppen wachsen im jahreszeitlichen Wechsel mit dem Fisch mit - im Sommer schneller als im Winter - und bleiben in Anordnung und Anzahl lebenslang erhalten.

Dabei bilden sich auf den Schuppen Jahresringe, die - vergleichbar mit den Jahresringen einer Baumscheibe - bei der Art- und Altersbestimmung helfen können. Verlorene Schuppen können nachgebildet werden.

Verändert sich durch den Abwuchs des Fisches die Anzahl der Schuppen? Im Sommer wachsen die Fische schneller. Im Winter langsamer. Das erkennt man auch an den Schuppen. Die Sommerzonen auf den Schuppen sind heller, die Winterzonen dunkler.

Schuppen als Glücksbringer

Schuppen vom Weihnachtskarpfen gelten mancherorts traditionell als Glücksbringer. Eine Fischschuppe, gewaschen, getrocknet, gepresst, z. B. vom Weihnachtskarpfen ist bei vielen als Glücksbringer bekannt.

Der Spiegelkarpfen und seine fehlenden Schuppen

Guter Geschmack, wenig Schuppen und ein hoher Rücken, der den Teller ausfüllt: Der Spiegelkarpfen ist seit Jahrtausenden ein beliebter Speisefisch.

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen haben nun das Geheimnis gelüftet, warum der Fisch keine Schuppen hat. Ein Spiegelkarpfen mit der typischen geringen Beschuppung.

Das Phänomen ist auf eine Genverdopplung zurückzuführen. Während eine Kopie eines für viele verschiedene Funktionen notwendigen Gens mutiert ist und somit die fehlenden Schuppen verursacht, sichert die intakte Kopie das Überleben des Fisches.

Die Forscher haben damit einen Beweis dafür gefunden, dass Reserve-Gene eine wichtige Rolle in der Evolution der Arten spielen.

Der Spiegelkarpfen ist nicht nur bei Anglern beliebt. Auch Köche schätzen ihn aufgrund seiner fast fehlenden Beschuppung sehr, die ihnen die Zubereitung deutlich erleichtert. Diese "nutzerfreundliche" Eigenschaft haben die Fische mittelalterlichen Mönchen zu verdanken, die sie in ihren Klöstern züchteten.

Ein paar Jahrhunderte später lüfteten nun Tübinger Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie das Geheimnis dieses Merkmals: Sie fanden heraus, dass eine Mutation in einem einzigen Gen die Ausbildung von Schuppen verhindern kann.

Dieses Gen kodiert für den Fibroblasten Wachstumsfaktor Rezeptor 1. Die Biologen aber erstaunte, dass der Fisch dennoch lebensfähig war: Dieser Rezeptor ist nämlich an vielen wichtigen Prozessen der Embryonalentwicklung beteiligt.

Nicolas Rohner (30), Doktorand in der Arbeitsgruppe von Christiane Nüsslein-Volhard, durchsuchte zusammen mit seinem Kollegen Matthew Harris das Erbgut des Zebrabärblings (Danio rerio) und fand die Erklärung: Die Fische haben zwei fast identische Kopien des betroffenen Gens. Eine davon ist die Version, bei der die Mutation Schuppenlosigkeit bedingt. Die andere Kopie ist nicht mutiert.

Kurz bevor der Fischembryo Schuppen bildet, schaltet sie sich allerdings ab: Nun ist lediglich noch das mutierte Gen aktiv - und der Fisch entwickelt nur wenig Schuppen.

"Teilen sich zwei Gene eine bestimmte Aufgabe, die ursprünglich nur von einem erfüllt wurde, so kann die Natur es "sich leisten", selbst wichtige Gene zu mutieren. Dadurch können ganz neue Eigenschaften im Organismus hervorgerufen werden. Dieser Mechanismus scheint eine wichtige Triebfeder für die unglaubliche Artenvielfalt zu sein, die es bei Fischen gibt", erklärt Rohner.

Auch beim Menschen kommen viele Abschnitte im Erbgut in unterschiedlicher Kopienzahl vor.

Liste einiger Fische ohne oder mit wenigen Schuppen

  • Flusswels (Silurus glanis)
  • Amerikanischer Zwergwels
  • Stichlinge
  • Koppe (nur entlang der Seitenlinie einige Schuppen)
  • Aale
  • Schleien
  • Nacktkarpfen
  • Spiegelkarpfen

Welche Fische muss man vor dem Essen von ihren Schuppen befreien? Forellen und Schleien braucht man z. B. Fische mit einem Schupper von ihren Schuppen befreien geht am leichtesten, wenn man den frisch, geschlachteten Fisch (der Bauch sollte noch nicht aufgeschnitten sein) entschuppt. Die Schleimhaut darf nicht schon eingetrocknet sein.

Anhand der Schuppenformel können Biologen die eindeutige Artbestimmung bei Fischen durchführen. Z. B. Schuppen auf der Seitenlinie sind mit einer kleinen Öffnung versehen.

Vorsicht beim Fischtransport: nie Rundbeschuppte und Kammschupperfische in einem Behälter transportieren.

In den Bachläufen unserer Heimat kann man jede Menge spannende Natur erleben. Elasmoidschuppen sind die Schuppen der Echten Knochenfische (Teleostei), zu denen unter anderem nahezu alle in den Binnengewässern Mitteleuropas lebenden Fischarten gehören.

Die kleinen Knochenplatten, die in der Haut eingebettet sind, werden von einer dünnen Hautschicht - der Oberhaut - bedeckt. Zellen in der Oberhaut produzieren Schleim, der sich auf der Epidermis absetzt. Diese Schleimschicht bietet einen zusätzlichen Schutz gegen Parasiten und Krankheitserreger.

Fische: Körper, Fortbewegung, Fortpflanzung – Biologie | Duden Learnattack

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