Der deutsche Weihnachtsmann ist eine Symbolfigur, die große Ähnlichkeit mit anderen Gabenbringern auf der ganzen Welt aufweist. Ob Väterchen Frost, Santa Claus, Père Noël, das evangelische Christkind, Sinterklaas oder der liebe Nikolaus und sein Helfer Knecht Ruprecht - jede dieser Figuren hat zu Weihnachten die Aufgabe, Geschenke zu bringen und Kinder glücklich zu machen. Kaum eine andere Figur und Legende ist bei Kindern so beliebt wie der Weihnachtsmann und seine Kollegen.
Man begegnet dem Weihnachtsmann zwischen November und Dezember. Er ist das Top-Thema im schönsten Teil des Winters. Sogar mit geschlossenen Augen ist er präsent, wenn Weihnachtsmusik aus jeder Ecke schallt.
Traditionell lässt sich der Weihnachtsmann nicht dabei erwischen, wenn er in der Nacht zum 24. oder 25. Dezember zur Bescherung heimlich die Geschenke für die Kinder unter den Weihnachtsbaum legt. Zumindest fast keiner, denn irgendwann Mitte des 19. Jahrhunderts offenbarte sich seine Logistik. Schließlich stammt aus dieser Zeit die erste bildliche Darstellung des Weihnachtsmanns. Seitdem ist bekannt, dass Santa Claus ein gütiger älterer Mann mit Bauchansatz, weißem Bart und rotem Samtmantel ist.
Auffallende Ähnlichkeit besitzt der Weihnachtsmann mit der viel älteren Figur des Nikolaus. Zwar trägt der Weihnachtsmann keine Mitra und keinen Bischofsstab wie der Nikolaus und bringt die Geschenke zu Heiligabend und nicht zum Fest des Nikolaus am 6. Dezember, aber Wissenschaftler würden sagen, der Weihnachtsmann sei lediglich eine transformierte Weihnachtssymbolik des Heiligen Nikolaus und seines heidnischen Helfers Knecht Ruprecht.
Wie mit einem Augenzwinkern bekannt ist, wohnt der Weihnachtsmann irgendwo Richtung Nordpol. Die Hinweise verdichten sich jedoch, dass er in Finnland daheim ist. Offizielle Heimatstadt des Weihnachtsmannes ist das Weihnachtsmanndorf in Rovaniemi in Lappland.
Der Weihnachtsmann vereint starke Anleihen des Heiligen Nikolaus und des Knecht Ruprecht in sich, ist aber dennoch eine eigene Figur. Eine dem heutigen Weihnachtsmann stark verwandte Darstellung findet sich erstmals in „Der Struwwelpeter“. Nicht wenige Weihnachtsexperten halten das 1823 anonym in den USA veröffentlichte Gedicht „The Night Before Christmas“ für den Gründungsmythos des modernen Weihnachtsmannes. Einige Quellen meinen, es wäre Clement Clarke Moore gewesen, andere rechnen das Gedicht Major Henry Livingston jr. zu.
So richtig echt und wiedererkennbar gezeichnet - als alten, bärtigen Mann, der von seinem Schlitten herunter die tapferen Soldaten der Unionstruppen beschenkte - hat ihn erstmals der Deutsch-Amerikaner Thomas Nast. Sein Bild vom Weihnachtsmann entstand zu Weihnachten 1863 für das Magazin „Harper‘s Weekly“.
Der Mythos, dass die Coca-Cola Company den modernen Weihnachtsmann erschaffen hat, ist falsch. Richtig ist jedoch, dass Coca-Cola dem heute gebräuchlichen Look des Weihnachtsmannes einen Popularitätsschub verpasst hat. Zunächst war es eine andere Getränkefirma, die den Weihnachtsmann als offizielle Werbefigur nutzte. Der New Yorker Getränkehersteller White Rock Beverages griff 1923 mit Hinweis auf die Zeichnungen von Nast die Symbolfigur auf.
Coca Cola hat weder das Aussehen des heutigen Weihnachtsmanns erfunden, noch war es das erste Unternehmen, das ihn zu seiner Werbefigur machte. Ohne Zweifel hat der amerikanische Getränkegigant damit die Popularität des Weihnachtsmannes weltweit enorm geprägt und gesteigert. Und ohne Zweifel führte das im Umkehrschluss ebenfalls dazu, dass die heutige „uniforme“ Gestalt und Farbkonfiguration aller Weihnachtsmänner gewissermaßen standardisiert wurde.
Der Weihnachtsmann ist heute weltweit Gabenbringer Nr. 1, doch mancherorts bringt nicht er die Weihnachtsgeschenke, sondern das Christkind. Auch diese Symbolfigur ist deutlich jünger als die des ursprünglichen Gabenbringers - des Heiligen Nikolaus. Martin Luther soll verantwortlich gewesen sein für die Ablösung des St. Nikolaus durch das Christkind und somit indirekt später ebenso durch den Weihnachtsmann. Der protestantische Kirchenreformator war bekanntlich kein Anhänger von Personenkult und Heiligenverehrung. So regte er im 16. Jahrhundert also an, die beliebte Bescherung für die Kinder im Advent vom 6. Dezember auf Heiligabend zu verlegen. Deshalb feiern wir das größere Geschenkfest jetzt direkt zum Fest der Geburt Jesu Christi.
Viele Menschen genießen zu Weihnachten gerne saisonale Köstlichkeiten. An der Spitze der Hitparade des Naschens steht dabei neben dem Lebkuchen in Deutschland der Christstollen. Besonders legendär ist seine Version des Dresdner Christstollens. Letzterer ist als Marke inzwischen - ähnlich wie Champagner - markenrechtlich streng geschützt.
Der Christstollen hat freilich nichts mit Weihnachtsbrot oder Weihnachtsmannbrot zu tun, wie es Unwissende zuweilen behaupten. Vielmehr dreht es sich bei ihm viel eher wortwörtlich um den Genuss des Leib bzw. Laib Christi. Das süße und weiß gepuderte Backwerk soll nämlich das kleine in weißes Leinen gehüllte Jesuskind versinnbildlichen.
In der DDR, wo sich das Verhältnis zwischen Kirche und sozialistischer Staatsraison bekanntlich schwierig gestaltete, sollen übereifrige Parteigetreue sogar beim Thema Weihnachtsmann für kuriose Stilblüten gesorgt haben. Für die sozialistische Planwirtschaft soll seine Figur angeblich zur „Jahresendfigur“ umgedeutet worden sein.
Dabei ist der Weihnachtsmann an und für sich ja noch nicht mal eine rein christliche Figur, weil er sowohl von christlichen als auch von weltlichen Einflüssen zehrt. Unglückliche Satire oder purer Ernst? Was immer es auch war, es bleibt scheinbar ungeklärt.
Das bekannteste Rentier aus dem Gespann vor des Weihnachtsmanns Schlitten ist Rudolph, das Rentier mit der roten Nase. Doch nimmt man es genau, müsste es sich bei Rudolph und seinen Kollegen eigentlich um Rentierweibchen handeln - mithin um Rudolphine und ihre Kolleginnen. Ebenso wie bei allen anderen Hirscharten werfen nämlich männliche Rentiere ihr Geweih jedes Jahr im Herbst nach der Paarungszeit ab. Nur die weiblichen Rentiere, die anders als andere Hirscharten ebenfalls Geweih tragen, behalten ihr Gekröse länger. Folglich leben nur weibliche Rentiere im Winter zur Weihnachtszeit noch mit Geweih auf dem Schädel. Der Herr trägt dann längst Glatze.
Die heute beliebteste Schokoladenfigur zum Weihnachtsfest ist mit Abstand der Schoko-Weihnachtsmann. Eine wahre Erfolgsgeschichte, wenn auch wiederum eine Geschichte, die es historisch noch gar nicht so lange gibt, wie man vielleicht denken könnte.
Die ersten, damals noch aus massiver Schokolade gegossenen Weihnachtsmänner, die seinerzeit freilich noch den Nikolaus darstellten, entstanden erst um 1832. Der allererste echte Schoko-Weihnachtsmann in Deutschland stammte 1866 aus Formen der Schokoladenfabrik von Hermann Walter in Berlin.
Der Weihnachtsmann tritt immer aktiver mit den Kindern in Verbindung. Rund um die Welt widmen sich fleißige Helfer des Weihnachtsmannes in den immer populärer werdenden Weihnachtspostämtern einer zunehmenden Briefflut der Kleinen. Kinder, die schreiben, bekommen heute garantiert auch eine Antwort.
| Figur | Ursprung | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Weihnachtsmann | Vereint Elemente von Nikolaus und Knecht Ruprecht | Gütiger alter Mann mit weißem Bart und rotem Mantel, bringt Geschenke am 24./25. Dezember |
| Nikolaus | Historische Figur des Bischofs Nikolaus von Myra | Trägt Mitra und Bischofsstab, bringt Geschenke am 6. Dezember |
| Knecht Ruprecht | Heidnischer Helfer des Nikolaus | Begleitet Nikolaus, bestraft unartige Kinder |
| Christkind | Von Martin Luther eingeführt | Bringt Geschenke an Heiligabend, soll die Geburt Jesu Christi feiern |
tags: #weihnachtsmann #mit #glatze #herkunft
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.