Unter dem Begriff Hautkrebs werden in der Regel der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) und der helle, nicht-melanozytäre Hautkrebs zusammengefasst. Zu Letzterem zählen das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Weißer Hautkrebs tritt häufiger auf als schwarzer. Werden Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome rechtzeitig erkannt, sind die Heilungschancen gut.
Basalzellkarzinome gehören wie die Plattenepithelkarzinome der Haut zum nicht-melanotischen (hellen, weißen) Hautkrebs. Der synonym gebrauchte Begriff Basaliom ist veraltet.
In Mitteleuropa ist das Basalzellkarzinom der häufigste bösartige Tumor überhaupt. Im Jahr 2016 erkrankten in Deutschland rund 230.000 Personen erstmalig an nicht-melanozytischem, also hellem Hautkrebs, für das Jahr 2020 rechnet das Robert Koch-Institut mit 265.000 neuen Erkrankungsfällen, davon 120.000 bei Frauen und 145.000 bei Männern.
Je früher weißer Hautkrebs erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen. Bei rechtzeitiger Behandlung lässt sich weißer Hautkrebs in 95 Prozent der Fälle wirkungsvoll entfernen.
Häufigkeit: Basaliome sind die mit Abstand häufigste Hautkrebsform. Sie machen etwa 80 Prozent der Hautkrebserkrankungen aus. Die Zahl der Neuerkrankungen pro Jahr (Jahresinzidenz) wird mit etwa 100 Neuerkrankungen pro 100.0000 Einwohnern in Deutschland angegeben. Damit liegt de Zahl der Neuerkrankungen bei etwa 80.000 pro Jahr.
Männer und Frauen sind in etwa gleichermaßen betroffen. Das durchschnittliche Alter zum Zeitpunkt der Diagnose liegt bei etwa 60 Jahren. In jüngster Zeit sind vermehrt auch jüngere Menschen betroffen.
Die Ursache fast aller Basalzellkarzinome ist eine intensive Sonnenbestrahlung über viele Jahre. Besonders häufig erkranken daher Menschen, die sich in ihrer Freizeit intensiv der UV-Strahlung aussetzen und/oder im Freien arbeiten. Es gibt aber auch eine erbliche Neigung: So haben Menschen mit einem hellen Hauttyp ein erhöhtes Risiko.
Als Hauptursache von Basaliomen gilt übermäßige Sonneneinstrahlung. Sonnenbrände erhöhen das Risiko weiter. Vor allem hellhäutige Menschen sind gefährdet. Die genetische Veranlagung für schwächere Hautpigmentierung und erhöhte Empfindlichkeit auf UV-Strahlen geht mit einem deutlich erhöhten Risiko für Basaliome einher.
Der Entstehung von Krebs gehen in der Regel etwa 20 bis 30 Jahre regelmäßige, intensive Bestrahlungen durch die Sonne voraus. Zudem schwindet mit zunehmendem Alter die Reparaturfähigkeit der Zellen, sodass sich defekte Zellen vermehren und zu hellem Hautkrebs entarten können.
Sogenannte Immunsuppressiva, also Medikamente, die das körpereigene Abwehrsystem unterdrücken, sind eine andere Wirkstoffgruppe, die bei langjähriger Einnahme weißen Haukrebs fördern kann.
Auch medizinische Behandlungsmethoden können das Risiko für weißen Hautkrebs erhöhen. Das gilt beispielsweise bei der Fototherapie gegen Schuppenflechte oder Neurodermitis.
Eine seltene Ursache von Basaliomen ist der Kontakt mit Arsen. Vereinzelt entstehen die Krebsgeschwüre auch als Folge chronischer Wunden oder im Bereich von Narben (z.B. Brandnarben, Röntgennarben).
Bei vielen beruflichen Tätigkeiten verbringen Beschäftigte viel Zeit im Freien und sind dadurch fortwährend UV-Strahlung ausgesetzt. Das betrifft insbesondere Dachdecker, Bauarbeiter, Landwirte, Gärtner, Seeleute und Briefträger. Die jährliche UV-Strahlenbelastung dieser Menschen liegt oft drei- bis fünfmal höher als die von Beschäftigten, die in Innenräumen arbeiten.
Hinweis: Dann kann es sein, dass die Krankheit als Berufskrankheit anerkannt wird.
Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, ihre Angestellten vor zu hoher UV-Strahlung durch Sonnenlicht zu schützen beziehungsweise diese durch Schutzmaßnahmen möglichst gering zu halten. Studien zeigen, dass bei Outdoor-Berufen der Sonnenschutz oft nur unzureichend ist. Für im Freien Beschäftigte gilt, dass man Hautkrebs gut vorbeugen kann, wenn entsprechende UV-Schutzmaßnahmen ein- und umgesetzt werden.
Damit Hautkrebs als Berufskrankheit anerkannt wird, muss unter anderem belegt sein, dass die Person arbeitsbedingt ein höheres Erkrankungsrisiko hat als der Rest der Bevölkerung. Wenn dies bei Ihnen zutrifft und Sie über Jahre krebserzeugenden Quellen wie UV-Strahlung im Beruf ausgesetzt waren, gibt es einen begründeten Verdacht. Ihr Arzt ist dann verpflichtet, dies an die zuständige Berufsgenossenschaft zu melden.
Am häufigsten tritt das Basalzellkarzinom auf den sogenannten Sonnenterrassen auf. Rund 80 % der Basalzellkarzinome befinden sich daher im Kopf-Hals-Bereich.
Am häufigsten zeigen sich Basaliome im Bereich der Oberlippe bis zum Haaransatz als kleine rötlich-gelbe, oft glänzende Knötchen, an deren Oberfläche kleine Blutgefäße durchscheinen. Der Rand sieht vielfach aus wie von einer Perlschnur gesäumt. Sehr häufig sind die Augenlider betroffen.
Seltener - und dann eher am Rumpf des Körpers - zeigen sich Basaliome als rote Flecken.
Auffällig ist, dass die Hautveränderungen schon nach kleinen Reizungen (z.B. Kratzen) bluten. Wachsen die anfänglich kleinen Basaliome unbehandelt weiter, können tiefe Geschwüre entstehen, die sogar Knorpel und Knochen erreichen.
Die Erscheinungsformen des Basalzellkarzinoms sind vielfältig. Am häufigsten sind hautfarbene bis rötliche knotige Tumore, die oft von einem perlschnurartigen Randsaum besetzt sind und an deren Oberfläche kleine Blutgefäße durchschimmern. Daneben existieren andere Wachstumsformen, die als rote Flecken (oft am Rumpf) oder als narbige Veränderungen erscheinen und mitunter gar nicht als Tumor erkannt werden. Fortgeschrittene Basalzellkarzinome neigen zur Bildung von Geschwüren, die durch Nässen und kleinere Blutungen auffallen.
Diese Form von Weißem Hautkrebs ist in seinem Aussehen sehr vielgestaltig. Den Beginn bilden meist nur wenige Millimeter große, glänzend durchscheinende oder wächserne Knötchen (Papeln). Zum Teil sind auch schon erste Teleangiektasien auf der Oberfläche zu erkennen. Das sind feinste, mit bloßem Auge sichtbare Blutgefäße. Durch Rasieren oder Kratzen bildet sich auf den Papeln oft eine leichte blutige Kruste.
Im Laufe von Monaten und Jahren sinkt die Oberfläche der Papel in der Mitte ein - es entsteht eine Mulde mit einem kleinen perlschnurartigen Randsaum. Das deutet darauf hin, dass der Tumor wächst. Auf dem Randsaum sieht man kleinste Blutgefäße. Typischerweise ist diese Wunde auch nach Wochen noch nicht abgeheilt: Abwechselnd heilt und blutet sie.
Dieses knotige (noduläre) Basaliom ist die häufigste Variante von Basalzellkrebs.
Basaliome sind häufig schon mit dem bloßen Auge zu erkennen. Hautärzte setzen bei der gründlichen Hautuntersuchung ein Dermatoskop oder Auflichtmikroskop ein. Das sind Lupen, die mit einer Lampe verbunden sind. Bei einem entsprechenden Verdacht wird der Arzt zudem eine kleine Probe des möglichen Basalioms entnehmen (Biopsie), um das Gewebe untersuchen zu lassen.
Wenn der Hautärztin oder dem Hautarzt bei der Inspektion der Haut verdächtige Bereiche auffallen, kann sie oder er die sogenannte Dermatoskopie (Auflichtmikroskopie) anwenden. Hierfür untersucht sie oder er die Haut unter Zuhilfenahme von Öl und polarisiertem Licht mit einem Mikroskop und kann sie bis in tiefere Schichten hinein betrachten. Hautveränderungen, insbesondere Pigmentflecken, lassen sich deutlich vergrößern. Auch die sogenannte konfokale Lasermikroskopie kann angewendet werden.
Bestätigt wird die Diagnose durch eine mikroskopische Untersuchung des veränderten Gewebes. Hierfür wird der Tumor entweder sofort vollständig entfernt und untersucht (Exzisionsbiopsie), oder es wird zunächst nur eine kleine Gewebeprobe aus dem verdächtigen Bereich gewonnen und untersucht (Inzisionsbiopsie).
Weitere bildgebende Untersuchungen wie etwa eine Computertomografie sind nur dann notwendig, wenn der Verdacht besteht, dass sich ein Basalzellkarzinom bereits in tiefere Schichten, zum Beispiel die Knochen, ausgebreitet hat.
In der Basaliom-Therapie steht Ihrem Hautarzt eine Vielzahl von Methoden zur Verfügung.
Die Standardtherapie beim Basalzellkarzinom besteht darin, den Tumor vollständig operativ zu entfernen. Der Eingriff wird in der Regel in örtlicher Betäubung vorgenommen. Dabei wird der Tumor mit einem Sicherheitsabstand von einigen Millimetern um das Geschwür herausgeschnitten.
Liegen Basaliome an ungünstigen Stellen, die einen operativen Zugang schwer oder riskant machen (etwa in Augennähe oder Hautfalten) oder ist eine Operation für den Patienten zu gefährlich (beispielsweise aufgrund von Begleiterkrankungen), gibt es einige weitere Verfahren, um das Basaliom zu behandeln:
Bei sehr großen oder an ungünstigen Stellen liegenden, schlecht zu operierenden Tumoren oder auch, wenn der allgemeine Gesundheitszustand einer Patientin oder eines Patienten eine Operation nicht zulässt, können alternative Verfahren eingesetzt werden. Bei diesen Verfahren lässt sich allerdings schlechter feststellen, ob tatsächlich das gesamte Tumorgewebe zerstört und entfernt worden ist.
Bei lokal-fortgeschrittenen Basalzellkarzinomen, die aufgrund ihrer Ausdehnung, Lage oder dem Alter bzw. Begleiterkrankungen des Patienten nicht vollständig operativ entfernt werden können, kann nach interdisziplinärer Abstimmung der behandelnden Ärztinnen und Ärzte eine Strahlentherapie durchgeführt werden. Sie ist auch dann möglich, wenn andere gewichtige Gründe gegen eine Operation sprechen. Auch mit der Strahlentherapie werden gute Heilungsraten erzielt.
Nicht bestrahlt werden dürfen Patientinnen und Patienten mit Basalzellkarzinom-Syndrom, die unter vielen Basazellkarzinomen am ganzen Körper leiden. Bei ihnen wäre nach einer Bestrahlung mit der Bildung immer neuer Tumoren im Bestrahlungsfeld zu rechnen. Auch soll bei Patientinnen und Patienten mit Syndromen und Autoimmunerkrankungen, die mit erhöhter Strahlenempfindlichkeit einhergehen, eine Strahlentherapie nicht angewandt werden.
Eine Therapie mit Imiquimodsalbe kann bei großen, oberflächlichen Basalzellkarzinomen eingesetzt werden, vor allem dann, wenn gewichtige Gründe eine Operation ausschließen. Imiquimod regt die Immunantwort auf Tumorzellen an, indem es Immunzellen aktiviert und die Bildung von Botenstoffen des Immunsystems, sogenannten Zytokinen, fördert.
Auch 5-Fluorouracil kann bei großen, oberflächlichen Basalzellkarzinomen eingesetzt werden, wenn gewichtige Gründe eine Operation ausschließen. Hierbei wird täglich über vier bis sechs Wochen eine Creme, die das Zytostatikum 5-Fluorouracil enthält, auf die Haut aufgetragen. Die Behandlung eignet sich vor allem bei flachen, großen Tumoren und beim Basalzellkarzinom-Syndrom.
Die photodynamische Therapie eignet sich vor allem bei flachen, großen Tumoren und beim Basalzellkarzinom-Syndrom, wenn eine Operation ausgeschlossen ist. Bei der PDT wird die Haut durch einen sogenannten Photosensibilisator (5-Aminolävulinsäure oder deren Methylester) für Licht sensibilisiert und anschließend mit hochenergetischem Rotlicht bestrahlt, wodurch die Tumorzellen zerstört werden.
Die Kryotherapie kommt für kleinere, oberflächliche Tumoren am Rumpf, den Armen oder Beinen infrage.
Eine Lasertherapie kann bei Basalzellkarzinomen mit niedrigem Risiko für einen ungünstigen Verlauf eingesetzt werden, wenn schwerwiegende Gründe gegen eine Operation oder lokale Therapien sprechen.
Hedgehog-Hemmer wurden zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Basalzellkarzinom entwickelt.
Patientinnen und Patienten mit vielen Basalzellkarzinomen sowie Erkrankte mit einem nicht-operablen metastasierten Basalzellkarzinom, bei denen auch eine Strahlentherapie nicht infrage kommt oder die nicht ausreichend darauf ansprechen, können von einer Therapie mit SHH-Blockern wie Sonidegib oder Vismodegib profitieren.
SHH-Blocker können darüber hinaus bei lokal fortgeschrittenen Basalzellkarzinomen als unterstützende (neoadjuvante) Therapie vor der Operation eingesetzt werden.
Wenn bei fortgeschrittenen Tumoren eine Therapie mit Hedgehog-Hemmern nicht anschlägt, kommt womöglich eine Immuntherapie mit einem sogenannten PD-1-Antikörper infrage.
Die Prognose beim Basaliom ist im Allgemeinen günstig. Rechtzeitig behandelt, können mehr als 95 Prozent der Betroffenen geheilt werden.
Auch wenn in vielen Fällen die Erkrankung mit der Operation ausgestanden ist, erkrankt fast ein Drittel der Patientinnen und Patienten später erneut an einem Basalzellkarzinom.
Außerdem ist das Rückfallrisiko bei nicht-operativen Therapieverfahren höher als bei der Operation .
Diese dient der Früherkennung von Rückfällen und Zweittumoren und sollte risikoangepasst erfolgen: Bei einem einzelnen Tumor ohne besonderes Risiko für einen Rückfall, der bei der Operation vollständig entfernt werden konnte, wird eine Kontrolluntersuchung nach sechs Monaten empfohlen, anschließend regelmäßige Kontrollen einmal pro Jahr.
Bei vielen Basalzellkarzinomen oder Tumoren mit höherem Rückfallrisiko sind regelmäßige Kontrollen alle drei Monate nötig. Wenn nach zwei Jahren kein neues Basalzellkarzinom aufgetreten ist, reichen jährliche Kontrolluntersuchungen aus.
Darüber hinaus sind alle Patientinnen und Patienten angehalten, regelmäßig die Haut selbst zu untersuchen oder von einer Partnerin oder einem Partner untersuchen zu lassen.
Um weiteren Basalzellkarzinomen vorzubeugen, kann manchen Erkrankten die Einnahme von Nicotinamid (Vitamin B3) empfohlen werden. Es verstärkt die Mechanismen zur Eigenreparatur der DNA und wirkt UV-Schäden in den Zellen entgegen.
Grundsätzlich sollten Sie zu lange direkte Sonneneinstrahlung vermeiden und sich vor jedem Aufenthalt in der Sonne ausreichend schützen. Dazu gehören Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor, Kleidung mit UV-Schutz und Kopfbedeckungen. Es ist außerdem ratsam, die Haut regelmäßig selbst auf Veränderungen zu untersuchen.
Einen guten Richtwert dafür, wie hoch die UV-Strahlung ist, bietet der UV-Index. Er gibt an, wie hoch der Tagesspitzenwert der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung in Bodennähe ist. Schutzmaßnahmen sind bereits ab mittleren UV-Werten - ab UV-Index 3 - zu ergreifen. Welcher UV-Index vorliegt, können Sie zum Beispiel der Wettervorhersage in manchen Tageszeitungen, Online-Wetterseiten oder auch Wetter-Apps entnehmen.
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