Weißfärbung der Wimpern: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Häufige Ursachen für weiße Wimpern sind vielfältig und reichen von harmlosen Pigmentstörungen bis hin zu behandlungsbedürftigen Erkrankungen. Im Folgenden werden einige der Hauptursachen und Behandlungsmöglichkeiten erläutert:

Vitiligo als Ursache für weiße Wimpern

Vitiligo ist eine erworbene und chronische Erkrankung der Haut, die zu einem stellenweisen Verlust des Hautpigments Melanin führt. Dr. Mona Großmann, Oberärztin der Dermatologie in der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen, erklärt: "Die Vitiligo ist eine häufige, erworbene und chronische Erkrankung der Haut. Sie führt zu einem stellenweisen Verlust des braunen Hautpigments Melanin." Beide Geschlechter sind gleichermaßen von der Autoimmunerkrankung betroffen, die in jedem Lebensjahr auftreten kann.

Bei Vitiligo-Patienten werden die Melanozyten, die das Pigment Melanin produzieren, vom körpereigenen Immunsystem angegriffen und zerstört. Je mehr Melanin sich in der Haut befindet, desto dunkler ist sie. Die Weißfleckenkrankheit kann komplett symptomfrei verlaufen, beruht aber auf einer Pigmentstörung. Zudem ist die Vitiligo mit einer erhöhten Rate verschiedener Autoimmunerkrankungen verbunden, wie Schilddrüsenerkrankungen und kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata). Auch eine genetische Veranlagung wird vermutet, da es zur familiären Häufung kommt.

In den befallenen Vitiligoarealen kann es zu einer Weißfärbung der Haare kommen. Wer den Verdacht einer Weißfleckenkrankheit hat, sollte einen Hautarzt aufsuchen.

Formen der Vitiligo:

  • Nicht-segmentale Vitiligo (NSV): Typischerweise sind beide Körperseiten parallel betroffen, beginnend im Gesicht (akrofaziale Vitiligo). Weitere bevorzugte Körperregionen sind die Leistenregion, die Streckseiten der Ellenbogen sowie die Vorderseite des Knies. Auch ein Schleimhautbefall ist möglich. Im weiteren Verlauf kann es zur generalisierten Vitiligo kommen, bei der mehrere Körperpartien großflächig betroffen sind, bis hin zur kompletten Depigmentierung.
  • Segmentale Vitiligo (SV): Seltener und kann auf eine Körperseite beschränkt sein. Häufig zeigt sie einen früheren Beginn als die nicht-segmentale Vitiligo. Etwa die Hälfte der Patientinnen und Patienten mit einer SV weist eine Depigmentierung der Körperbehaarung auf, die sogenannte Poliosis. In den meisten Fällen kommt es innerhalb eines Jahres zu einem Stillstand der Erkrankung.
  • Nicht-klassifizierbare Vitiligo: Formen, die sich keiner der beiden klassischen Formen zuordnen lassen, wie die follikuläre Vitiligo, die auf behaarte Hautareale begrenzt ist.

Diagnose und Behandlung:

"Insbesondere bei hellhäutigen Menschen kann das Wood-Licht zur besseren Darstellung von Vitiligoflecken angewendet werden. So deutet eine unter Wood-Licht größer erscheinende Depigmentierung auf eine sich ausbreitende Vitiligo hin", sagt die Oberärztin.

Der Befall der Körperoberfläche kann mit Hilfe verschiedener Methoden berechnet werden. Exemplarisch zu nennen ist hier beispielsweise der sogenannten Body surface area (BSA) Index. Dieser wird in Prozent anhand der Neuner-Regel angegeben. Bei dem BSA entspricht ein Prozent etwa der Hand inklusive der Finger. So kann die Ausprägung laut Leitlinie als schwer (BSA > 30 Prozent), moderat (BSA 10-30 Prozent) und mild (BSA < 10 Prozent) beschrieben werden.

Die Weißfleckenkrankheit ist behandelbar. Betroffene sollten versuchen, den (emotionalen) Stress zu reduzieren, da dies neue Schübe begünstigen kann. Auch ein guter Sonnenschutz ist wichtig, da die weiße Haut schneller zu Sonnenbrand neigt. Eine Therapieoption stellt die spezielle Phototherapie (Schmalband-UVB Bestrahlung) dar. Da es sich bei der Weißfleckenkrankheit um eine Autoimmunerkrankung handelt, können entsprechende Medikamente das Immunsystem dämpfen. So sollen Immunsuppressiva den Angriff des Immunsystems auf die Pigmentzellen verhindern oder abschwächen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Weißfleckenkrankheit nicht heilbar.

Der Einfluss der Weißfleckenkrankheit auf die Psyche ist oft schwerwiegend. Hier ist es wichtig, dass Erkrankte lernen, ihr Selbstbewusstsein wieder aufzubauen. Eine Möglichkeit ist, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Auch eine Psychotherapie kann helfen. Um die weißen Hautareale abzudecken, können Betroffene Spezial-Make-up verwenden. Bei einem Verdacht auf die Hauterkrankung sollten sich Betroffene an einen Dermatologen wenden. Dieser kann die Haut begutachten und die Erkrankung zunächst diagnostizieren, als auch etwaige Differentialdiagnosen ausschließen. Zudem können mögliche Ursachen als auch Triggerfaktoren abgeklärt werden.

Wimpernmilben als mögliche Ursache

Jeder weiß, dass Milben gerne in der Matratze leben - doch wusstest du auch, dass Augenmilben es sich gerne in unseren Wimpern gemütlich machen? Wimpernmilden, im Fachjargon auch Demodex folliculorum genannt, sind eine spezielle Milbenart, die in den menschlichen Wimpern heimisch sind. Wo es genügend Talg gibt, können sie sich ernähren - das kann also auch an anderen Stellen im Gesicht oder Körper passieren.

Statistiken zufolge hat es fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens mit Wimpernmilben zu tun. Ab dem Alter von 70 Jahren betreffen sie beispielsweise fast jeden Menschen. Wer besonders ölige Haut hat, neigt bevorzugt zu Augenmilben. Ebenso wie Menschen, die es mit der Gesichtspflege nicht so ernst nehmen oder das Abschminken vernachlässigen. Hier heißt es also, die Hygiene hochzufahren, damit sich diese Biester nicht unangenehm vermehren.

Übertragung und Risikofaktoren:

Nicht nur leben Augenmilben in den Wimpern, sie können ebenfalls von Mensch zu Mensch und sogar von Tier zu Mensch übertragen werden. Letzteres gilt vor allem dann, wenn die Haustiere im Bett des Menschen schlafen. Das ist vor allem bei Hunden der Fall.

Zu den häufigsten Risikofaktoren gehören:

  • Ein geschwächtes Immunsystem, z. B. infolge von Infektionen oder systemischen Erkrankungen.
  • Chronische Grunderkrankungen, wie Diabetes mellitus oder Autoimmunerkrankungen.
  • Andauernder Stress, der das Immunsystem negativ beeinflussen kann.
  • Einnahme immunsuppressiver Medikamente, etwa nach Organtransplantationen oder bei Autoimmuntherapien.
  • Hormonelle Veränderungen, z. B. in den Wechseljahren, während der Schwangerschaft oder bei Schilddrüsenfunktionsstörungen.
  • Hauterkrankungen, wie Rosazea, seborrhoische Dermatitis oder andere entzündliche Hautzustände.
  • Unzureichende Lid- und Gesichtshygiene, insbesondere im Bereich der Wimpernansätze.
  • Verwendung bestimmter Kosmetika oder Augenpflegeprodukte, die Poren verstopfen oder das Hautmilieu verändern.

Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Wahrscheinlichkeit einer Milbenüberpopulation erheblich an, da sich verschiedene biologische Veränderungen auf die natürliche Milbenkontrolle auswirken. Die Talgproduktion der Haut verändert sich im Alter, wodurch sich die Zusammensetzung des Hautmilieus wandelt und günstigere Bedingungen für die Milbenvermehrung entstehen. Gleichzeitig lässt die Effizienz des Immunsystems nach, was als Immunoseneszenz bezeichnet wird, und die körpereigene Fähigkeit zur Kontrolle der Milbenpopulation nimmt ab.

Symptome und Diagnose:

Obwohl diese Parasiten normalerweise harmlos sind, kann eine Überpopulation zu störenden Symptomen führen. Hier sind einige sichtbare Anzeichen, die Ihnen dabei helfen, einen möglichen Befall frühzeitig zu identifizieren:

  • Zylindrische Ablagerungen: Kleine, röhrenförmige Schuppen, die fest am Wimpernansatz haften und sich schwer entfernen lassen.
  • Verkrustungen am Lidrand: Gelblich-weiße oder graue Krusten, die sich entlang des Wimpernkranzes bilden.
  • Wimpernverlust: Ungewöhnlich starker Ausfall der Wimpern oder lichte Stellen im Wimpernkranz.
  • Brüchige Wimpern: Wimpern, die kürzer werden, abbrechen oder ihre natürliche Krümmung verlieren.
  • Gerötete Lidränder: Deutlich sichtbare Rötungen entlang der Wimpernlinie.
  • Schuppige Hautpartikel: Kleine, weißliche Hautschüppchen, die sich um die Wimpern ansammeln.

Der entscheidende Unterschied zwischen gewöhnlichen Hautschuppen und milbenbedingten Ablagerungen liegt in ihrer charakteristischen Form und Beschaffenheit. Während normale Schuppen meist flach und unregelmäßig geformt sind, weisen milbenbedingte Ablagerungen eine typische zylindrische, röhrenförmige Struktur auf, die wie kleine Manschetten um den Wimpernschaft gelegt erscheinen.

Die körperlichen Beschwerden bei einem Wimpernmilbenbefall äußern sich durch verschiedene unangenehme Empfindungen im Augenbereich. Betroffene verspüren häufig ein persistierendes Jucken oder Brennen entlang der Lidränder, das besonders am Morgen nach dem Aufwachen intensiv auftreten kann. Die Symptome verstärken sich typischerweise während der Nacht, da die Milben in der Dunkelheit aktiver werden und ihre Wanderungen zwischen den Haarfollikeln intensivieren. Viele Betroffene berichten von einem verstärkten Tränenfluss oder einem trockenen Gefühl in den Augen, begleitet von einem allgemeinen Unwohlsein im Augenbereich.

Behandlung und Prävention:

Wenn sich die Augenmilben in den Wimpern erstmal vermehrt haben, muss ein Augenarzt aufgesucht werden. Dieser verschreibt dann die entsprechenden Präparate wie Augentropfen oder Salben. Oft wird Teebaumöl hinzugezogen, um diese lästigen Biester loszuwerden, doch sollte keinesfalls auf eigene Faust gehandelt werden, da nicht jedes Öl dafür gemacht ist, am Auge aufgetragen zu werden.

Durch die folgenden Reinigungsroutinen schaffen Sie ungünstige Bedingungen für die Parasiten und fördern die natürliche Hautgesundheit:

  • Tägliche Lidreinigung: Verwenden Sie warme, feuchte Kompressen für 5-10 Minuten, um Verkrustungen zu lösen.
  • Wechsel der Bettwäsche: Tauschen Sie Kissenbezüge und Bettwäsche regelmäßig aus und waschen Sie diese idealerweise bei hohen Temperaturen.
  • Handtuchwechsel: Verwenden Sie täglich frische Handtücher und vermeiden Sie das Teilen mit anderen Personen.
  • Make-up-Hygiene: Reinigen Sie Schminkutensilien regelmäßig und ersetzen Sie alte Kosmetikprodukte.
  • Raumklima: Sorgen Sie für eine angemessene Luftfeuchtigkeit und vermeiden Sie überheizte Räume.
  • Händehygiene: Waschen Sie Ihre Hände gründlich, bevor Sie den Augenbereich berühren.

Bevor es aber überhaupt so weit kommt, sollte man viel Wert auf Hygiene legen. Vor allem, was die Wahl des Wimpernstudios angeht, denn wird erstmal unsauber gearbeitet, könnte es schon zu spät sein. Hygiene am Auge ist nämlich besonders wichtig! Deshalb sollten sich alle Make-up-Enthusiasten auch jeden Abend vor dem Zubettgehen abschminken, ansonsten wird eine erhöhte Talgproduktion unterstützt, was Augenmilben lieben. Wer Lashextensions trägt, sollte daher regelmäßig seine Wimpern mit einem entsprechenden Wimpernshampoo gründlich reinigen. Die Heimpflege ist nämlich nicht nur wichtig, damit die Extensions lange und schön erhalten bleiben, sondern auch, um Infektionen und Augenmilben keine Chance zu geben. Besonders in den Wintermonaten sollte auf das Immunsystem geachtet werden, ist dieses nämlich nicht fit, werden Krankheiten schnell begünstigt. Auch Augenmilben können sich dann rasch vermehren.

Ein Besuch beim Augenarzt wird notwendig, wenn häusliche Pflegemaßnahmen keine Besserung bringen oder sich die Beschwerden trotz konsequenter Hygiene verschlechtern. Besonders bei anhaltenden Problemen, die länger als zwei Wochen bestehen, oder bei zunehmender Intensität der Beschwerden sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Eine präzise Diagnose durch einen Spezialisten bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung und verhindert mögliche Folgeschäden. Moderne Therapiemöglichkeiten bieten heute ausgezeichnete Heilungschancen, sodass Sie bei entsprechenden Beschwerden zuversichtlich eine augenärztliche Praxis aufsuchen können.

Albinismus als Ursache für weiße Wimpern

Die Ursachen von Albinismus sind verschiedene genetische Störungen. Die betreffenden Gene weisen eine Veränderung (Mutation) auf, die auch an Nachkommen weitervererbbar ist. Der Erbgang für Albinismus ist in der Regel autosomal-rezessiv:"Autosomal" bedeutet, die für den Albinismus verantwortlichen Gene liegen auf Autosomen (= Chromosomen, die nicht zu den Geschlechtschromosomen zählen). "Rezessiv" bedeutet, die betreffenden Genmutationen treten nur dann zutage, wenn ein Kind sowohl vom Vater als auch von der Mutter diese Mutation geerbt hat.

Bekommt ein Kind dagegen von einem Elternteil eine "gesunde" Genkopie und vom zweiten Elternteil eine mutierte Genkopie, entwickelt es keinen Albinismus.Das bedeutet also, dass nicht jeder, der die Anlage für Albinismus in sich trägt, auch tatsächlich erkrankt.

Je nach Ausprägung der Krankheit unterscheiden Ärzte zwei verschiedene Formen:

  • okulokutaner Albinismus: Haare, Haut und Augen sind beteiligt.
  • okulärer Albinismus: Nur die Augen sind betroffen.

Eine weitere Unterteilung dieser Albinismus-Formen ist nach der zugrundeliegenden genetischen Ursache möglich. Die Bildung des Farbstoffs Melanin ist nämlich ein komplexer Prozess, an dem viele verschiedene Komponenten wie Zellen, Enzyme und Proteine beteiligt sind. Je nachdem, welcher Baustein in der Melanin-Produktion durch einen Gendefekt fehlerhaft ist, unterscheidet man:

Formen des okulokutanen Albinismus:

  • Okulokutaner Albinismus Typ 1 (OCA1): Beim Typ 1 sitzt die fehlerhafte Information auf einem Gen, das die Informationen für ein Enzym namens Tyrosinase enthält. Dieses Enzym ist für die Melanin-Produktion wichtig. Fehlt es komplett, kann der Körper gar kein Melanin bilden. Betroffene leiden an einem vollständig ausgeprägten Albinismus: Die Haut ist weiß, die Haare sind farblos und die Augen hellblau oder rosa. Oft kommt eine starke Sehbehinderung dazu. Ärzte sprechen dann auch vom Typ OCA1A. Bei der abgeschwächten Variante ist das Enzym vorhanden, aber nur vermindert aktiv - es wird nicht ausreichend Melanin gebildet. Die Albinismus-Symptome sind dann weniger ausgeprägt. Die Bezeichnung für diesen Subtyp lautet OCA1B.
  • Okulokutaner Albinismus Typ 2 (OCA2): Die Mutation betrifft bei dieser Form ein Gen, das die Informationen für ein bestimmtes Membranprotein (P-Protein) enthält, das für den Transport der Tyrosinase durch die Zellmembran sorgt. Dieses P-Protein wird infolge des Gendefekts nicht korrekt gebildet, was dann zum Melaninmangel führt (Albinismus Typ 2). Wie stark die Symptome bei Betroffenen ausgeprägt sind, variierit. Die Palette reicht von einer kaum sichtbaren Aufhellung der Haut und Haare bis hin zu vollständigem Albinismus. Bei manchen Betroffenen entstehen dunkle Pigmentflecken auf der hellen Haut. Manchmal werden die Haare im Zeitverlauf dunkler. Auch die Sehbehinderungen sind unterschiedlich stark ausgeprägt. OCA2 ist weltweit die häufigste Form von Albinismus.
  • Okulokutaner Albinismus Typ 3 (OCA3): Es handelt sich um eine selten vorkommende Ausprägung der Erbkrankheit. Das sogenannte TYRP1-Gen ist dabei die Ursache für den Albinismus. Auf diesem Gen sind Informationen für ein Enzym gespeichert, das eine wichtige Rolle beim Aufbau des Pigments Melanin spielt. Dieser Albinismus-Typ kommt bei Schwarzafrikanern vor. Die Betroffenen haben braune oder rotbraune Haut, braune Haare und grün-braune oder komplett braune Augen.
  • Okulokutaner Albinismus Typ 4 (OCA4): Von einer Mutation betroffen ist hierbei ein Gen, das Transportmittel für die Proteine der Melanin-bildenden Zellen herstellen lässt. Die Symptome der Betroffenen reichen von einer leichten Aufhellung von Haut und Haaren bis hin zum vollständigem Albinismus. Sehbehinderungen können vorkommen und sind unterschiedlich stark ausgeprägt.
  • Okulokutaner Albinismus Typ 5 (OCA5): Im Jahr 2013 wurde eine weitere Albinismus-Variante erstmals beschrieben: OCA5. Man entdeckte sie bei einer Familie in Pakistan, deren Mitglieder sich durch helle Haut, goldgelbes Haar und Augen-Symptome (wie Licht- und Blendempfindlichkeit) auszeichneten. Die zugrundeliegende Mutation liegt auf einem bislang unbekannten Genort auf Chromosom 4 (Chromosomenbande 4q24).
  • Okulokutaner Albinismus Typ 6 (OCA6) und Typ 7 (OCA7): Die Albinismus-Typen OCA6 und OCA7 sind ebenfalls in den vergangenen Jahren erstmals beschrieben worden. Das Ausmaß der Haut- und der Haarpigmentierung ist bei diesen Formen von Albinismus sehr heterogen. Zudem kann eine ausgeprägte Beteiligung der Augen vorliegen. Ursächlich ist eine Mutation im SLC24A5-Gen (bei OCA6) beziehungsweise C10orf11-Gen (bei OCA7). Diese Gene enthalten Informatione für Transportproteine. Diese sind an der Differenzierung der melaninbildenden Zellen beteiligt.

Formen von okulärem Albinismus:

Es gibt verschiedene Formen von okulärem Albinismus. Hierbei beschränken sich die Symptome auf die Augen: Die Regenbogenhaut ist sehr hell (hellblau oder rötlich). Zudem treten Sehstörungen auf. Haare und Haut sind normal gefärbt.

Meist ist okulärer Albinismus X-chromosomal-rezessiv vererbt, so etwa der okuläre Albinismus Typ 1 (Nettleship-Falls-Typ). Die zugrundeliegende Genmutation liegt also auf dem weiblichen Geschlechtschromosom (X-Chromosom). Weil Männer grundsätzlich nur über ein X-Chromosom verfügen, kommt die Genmutation bei ihnen immer zum Tragen.

Frauen dagegen sind in der Mehrzahl symptomfrei, weil sie ja zwei X-Chromosomen haben. Wenn nur auf einem die relevante Genmutation liegt, greift der Körper auf die "gesunde" Genkopie auf dem zweiten X-Chromosom zurück. Nur in seltenen Fällen zeigen daher auch Frauen Symptome von okulärem Albinismus, etwa wenn die "gesunde" Genkopie inaktiviert ist oder wenn beide X-Chromosomen die relevante Genmutation aufweisen.

Ganz selten ist die autosomal-rezessive Form von okulärem Albinismus.

Piebaldismus (partieller Albinismus):

Piebaldismus ist eine seltene, angeborene Pigmentstörung. Bei den Betroffenen bilden sich während der embryonalen Entwicklung an verschiedenen Hautstellen keine oder kaum Melanozyten. Dabei handelt es sich um die Zellen, die den Farbstoff Melanin bilden. Das führt zu klar abgegrenzten Stellen mit wenig oder ohne Pigment.

Die hellen, sehr lichtempfindlichen Pigmentflecken finden sich hauptsächlich an Stirn, Brustkorb, Bauch, Oberarmen und Beinen. Zudem haben die Betroffenen eine weiße Stirnlocke und manchmal auch helle oder weiße Augenbrauen und Wimpern.

Die Mutation, die dem partiellen Albinismus zugrunde liegt, wird autosomal-dominant vererbt. Es genügt also, dass man nur von einem Elternteil diese Mutation vererbt bekommt, dass diese Form von Albinismus in Erscheinung tritt.

Überblick über Albinismus-Typen
TypGenetische UrsacheSymptome
OCA1AFehlende TyrosinaseVollständiger Albinismus (weiße Haut, farblose Haare, hellblaue/rosa Augen)
OCA1BVerminderte Tyrosinase-AktivitätAbgeschwächte Albinismus-Symptome
OCA2Mutation im P-Protein-GenVariable Symptome (leichte Aufhellung bis vollständiger Albinismus)
OCA3Mutation im TYRP1-GenBraune/rotbraune Haut, braune Haare, grün-braune/braune Augen (v.a. bei Schwarzafrikanern)
OCA4Mutation im Gen für Transportmittel der Melanin-ProteineLeichte Aufhellung bis vollständiger Albinismus
Okulärer AlbinismusX-chromosomal-rezessivHelle Regenbogenhaut, Sehstörungen, normale Haut- und Haarfarbe

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