Kreisrunder Haarausfall (Alopecia Areata): Ursachen, Symptome und Behandlung

Der kreisrunde Haarausfall, auch bekannt als Alopecia Areata, ist eine Autoimmunerkrankung, die durch plötzlichen, stellenweise auftretenden Haarausfall gekennzeichnet ist. Die Erkrankung kommt bei etwa ein bis zwei von 100 Menschen vor, wobei Männer und Frauen gleichermaßen betroffen sind. Obwohl die Krankheit spontan ausheilen kann, kehrt sie oft zurück. In diesem Artikel werden die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten des kreisrunden Haarausfalls detailliert erläutert.

Was ist Alopecia Areata?

Alopecia Areata ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise die eigenen Haarfollikel angreift. Die Erkrankung manifestiert sich meist durch runde oder ovale, scharf abgegrenzte haarlose Bereiche, die sich im Laufe der Zeit vergrößern, vermehren und zusammenfließen können. Diese Stellen jucken nicht und sind nicht gerötet oder schuppig belegt. Männer und Frauen sind etwa gleichermaßen betroffen, wobei etwa 80% der Erkrankungsfälle vor dem 40. Lebensjahr auftreten.

Formen des kreisrunden Haarausfalls

  • Alopecia Areata (AA): Tritt zu 80 Prozent der Fälle im Kopfbereich auf. Bei Männern kann zusätzlich der Bartwuchs betroffen sein.
  • Alopecia Ophiasis: Kranzartiges Fehlen der Haare im Ohren- und Nackenbereich. Augenbrauen, Haare oben und seitlich am Kopf sowie die restliche Körperbehaarung sind nicht betroffen.
  • Alopecia Totalis: Fehlen der gesamten Kopfbehaarung, inklusive Augenbrauen und Wimpern. Diese Form tritt eher selten auf.
  • Alopecia Universalis: Komplette Körperbehaarung fällt aus, inklusive Augenbrauen, Wimpern und Nasenhaare.

Ursachen des kreisrunden Haarausfalls

Die genauen Ursachen der Alopecia Areata sind noch nicht vollständig geklärt. Experten vermuten, dass es sich um eine Störung des Immunsystems handelt. Dabei kommt es zu einer Autoimmunreaktion, bei der der Körper fälschlicherweise die Haarwurzeln angreift. Die Abwehrzellen greifen die Haarwurzeln an, die daraufhin ihre Arbeit einstellen und in einen Ruhezustand fallen. Dadurch tritt Haarausfall auf. Manchmal fallen auch nur pigmentierte Haare aus, während graue oder weiße Haare stehen bleiben. Es gibt mehrere Faktoren, die eine Rolle spielen können:

  • Genetische Komponente: Bei bis zu 25 Prozent der Betroffenen lässt sich eine familiäre Häufung der Erkrankung feststellen. Das Erkrankungsrisiko von Verwandten eines Betroffenen ist erhöht.
  • Psychogene Ursachen: Der kreisrunde Haarausfall kann manchmal bei starkem Stress, Prüfungen, nach Unfällen oder Trauerfällen auftreten.
  • Weitere Erkrankungen: Kreisrunder Haarausfall tritt oft zusammen mit anderen Erkrankungen auf, wie Autoimmunerkrankungen (Schilddrüsenunterfunktion, Weißfleckenkrankheit), atopische Erkrankungen (Neurodermitis, Heuschnupfen), Vitamin D-Mangel sowie psychische Erkrankungen (Depressionen, Angststörungen).
  • Corona-Infektion: In einigen Fällen kann eine Corona-Infektion eine Autoimmunerkrankung auslösen oder reaktivieren.

Bisher sind keine vermeidbaren Risikofaktoren bekannt. Die Wahrscheinlichkeit, einmal im Leben an Alopecia Areata zu erkranken, liegt bei etwa 1,7 %.

Symptome des kreisrunden Haarausfalls

Die ersten Symptome eines kreisrunden Haarausfalls sind Haarverluste an einzelnen Stellen, die zur Ausbildung eines umschriebenen kahlen Flecks führen. Dies geschieht oft relativ schnell oder in Schüben. Es kann am gesamten Kopf beginnen oder andere Körperstellen betreffen, wie Arme, Beine, Bart, Wimpern oder Augenbrauen. Bei einer Sonderform, dem Ophiasis-Typ, sind insbesondere der Nacken und die seitlichen Haaransätze betroffen.

Weitere Anzeichen können sein:

  • Haarverlust in Flecken: Münzgroße Flecken von Haarausfall sind das klassische Symptom.
  • Ausrufungszeichenhaare: Kurze, dünne Haare am Rand der kahlen Stellen.
  • Nagelveränderungen: Raue, glanzlose und undurchsichtige Nagelplatten, kleinste Einsenkungen sowie Längsstreifen auf den Nägeln.

Diagnose des kreisrunden Haarausfalls

Meist wenden sich Betroffene mit ihren Symptomen zuerst an den Hausarzt oder Dermatologen. Das typische Muster des Haarausfalls macht die Diagnose einfach. Der Arzt kann sich die Kopfhaut mit einem Dermatoskop genau anschauen, um die Poren der Haarfollikel zu erkennen, was ein Zeichen dafür ist, dass die Haare prinzipiell nachwachsen können.

Zusätzliche Diagnosemethoden:

  • Familienanamnese: Hinweise auf gehäuft vorkommenden kreisrunden Haarausfall in der Familie.
  • Blut- und Urinuntersuchung: Feststellung weiterer Ursachen, die den Haarausfall zusätzlich begünstigen.
  • Trichogramm: Ausgezupfte Haare werden unter einem Mikroskop begutachtet, um Hinweise auf verschiedene Zyklusphasen des Haars oder Schädigungen der Haarwurzeln zu erkennen.
  • Trichoscan: Eine kleine Stelle der Kopfhaut wird rasiert und drei Tage später das Wachstumsverhalten der nachwachsenden Haare analysiert.
  • Gewebeprobe: Ausschluss von Entzündungen oder Infektionen der Kopfhaut.

Behandlungsmöglichkeiten des kreisrunden Haarausfalls

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um den Verlauf des kreisrunden Haarausfalls zu verlangsamen und das Haarwachstum anzuregen. Da die genaue Ursache der Alopecia Areata nicht bekannt ist, gibt es keine ursächliche Therapie. Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und das Haarwachstum zu fördern.

Wichtig ist der frühzeitige Kontakt zu einem Haarspezialisten, der über medikamentöse und bio-regenerative Methoden beraten kann. Die Haarfollikel sind beim kreisrunden Haarausfall oft nicht unwiederbringlich zerstört, sondern nur in einem Ruhemodus und können daher reaktiviert werden.

Alopecia Update - Was hilft bei Kreisrundem Haarausfall?

Medikamentöse Therapien

  • Cortison: Lokale Anwendung von cortisonhaltigen Cremes oder Lösungen. Bei kleinen Herden kann Cortison auch in die Kopfhaut gespritzt werden. Eine systemische Therapie mit Cortison-Tabletten wird nur in schweren Fällen in Betracht gezogen.
  • Minoxidil: Eine lokale Therapie mit einer Minoxidil-Lösung wird eigentlich bei erblich bedingtem Haarausfall angewendet, kann aber auch bei Alopecia Areata unterstützend wirken.
  • Dithranol: Auch bekannt als Cignolin, wird normalerweise bei der Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt. Die Wirkungsweise ist nicht ganz klar.
  • PUVA-Behandlung: Der phototoxische Stoff Psoralen wird auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen und diese dann mit UV-A-Licht bestrahlt.
  • JAK-Inhibitoren: Der Wirkstoff Baricitinib ist das erste zugelassene Medikament zur Behandlung der Alopecia Areata bei Erwachsenen.

Bio-regenerative Methoden

  • PRP-Therapie: Dem Patienten wird Blut entnommen und speziell aufbereitet. Dadurch entstehen hochkonzentrierte Seren aus Wachstumsfaktoren, Zytokinen und Mikronährstoffen, die die Zellregeneration und -proliferation fördern.
  • Stammzellentherapie: Zellen aus dem Unterhautfettgewebe werden gewonnen. Diese enthalten Stammzellen, die Wachstumsfaktoren ausschütten können.

Weitere Behandlungsansätze

  • Homöopathie: Empfehlungen für eine gesunde Darmflora und einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt durch ausgewogene Ernährung.
  • Psychotherapie: Sofern die Alopecia Areata im offensichtlichen Zusammenhang mit einer starken psychischen Belastung steht.
  • Haarpigmentierung: Pigmente werden in die Kopfhaut eingesetzt, die das Haarbild optisch verdichten.

Hausmittel und Tipps

  • Kopfhautmassagen: Regelmäßige Kopfhautmassagen mit hochwertigen Ölen wie Kokosöl oder Arganöl können die Durchblutung fördern.
  • Stressreduktion: Stress kann ein Faktor für das Aufkommen von Alopecia Areata sein.
  • Entzündungshemmende Ernährung: Zuckerhaltige Lebensmittel, Alkohol und verarbeitete Lebensmittel können eine Entzündungsreaktion im Körper auslösen.
  • Ätherische Öle: Lavendelöl und Rosmarinöl können das Haarwachstum unterstützen.

Tabelle: Übersicht der Behandlungsmöglichkeiten

Behandlungsmethode Wirkungsweise Anwendungsgebiet Erfolgsrate
Cortison (lokal) Entzündungshemmend Kleine bis mittelgroße kahle Stellen Bis zu 50%
Cortison (systemisch) Entzündungshemmend Schwere, ausgedehnte Fälle Variabel, hohe Rückfallquote
Minoxidil Fördert die Durchblutung der Haarfollikel Unterstützend zu anderen Therapien Eingeschränkt
PRP-Therapie Fördert Zellregeneration und -proliferation Verschiedene Formen der Alopecia Areata Über 90% Besserung in kurzer Zeit
JAK-Inhibitoren Hemmen Entzündungsprozesse Erwachsene mit schwerer Alopecia Areata Wirksam, aber hohe Kosten

Es ist wichtig zu beachten, dass der Verlauf einer Alopecia Areata schwer vorherzusagen und individuell sehr unterschiedlich ist. Bei einigen Betroffenen kommt es zu einer spontanen Rückbildung, während bei anderen die Erkrankung chronisch verläuft. Eine frühzeitige Diagnose und individuelle Therapieplanung sind entscheidend für den Behandlungserfolg.

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