Von Haarausfall (Effluvium) sprechen die Ärzte, wenn mehr Haare ausfallen, als täglich nachwachsen und kahle Stellen am Kopf entstehen. Oft kreisförmig, aber auch diffus an mehreren Stellen. Fast jede dritte Frau hat im Laufe ihres Lebens mit Haarausfall zu kämpfen. Der Leidensdruck ist groß. Haarausfall betrifft rund die Hälfte aller Männer und etwa ein Viertel der Frauen im Laufe ihres Lebens.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Haarausfall behandelt wird und welche Ursachen es gibt. Wir bieten wir Ihnen moderne, individuell abgestimmte Behandlungsmethoden, um dem Haarausfall wirksam entgegenzuwirken. In unserer Praxis setzen wir u.a. den Trichoscan für individuelle Therapien ein.
Haarausfall kann verschiedene Auslöser haben, wie etwa Stress, hormonelle Störungen, Veranlagung, Medikamente aber auch chronische Erkrankungen und Infektionen oder einfach nur Nährstoffmangel. Weitere mögliche Auslöser sind hormonelle Veränderungen, Krankheiten, Infektionen, bestimmte Medikamente, Nährstoffmangel oder starker Stress. Und auch lichteres Haar ist mit zunehmendem Alter keine Seltenheit.
Dauert der Haarausfall mehrere Wochen und gehen täglich mehr als hundert Haare aus oder es entstehen haarfreie Stellen, liegt Haarausfall vor. Haare erneuern sich beim Menschen ständig. Sie hören nach einer bestimmten Zeit auf zu wachsen und fallen aus, neue Haare wachsen nach.
Haarausfall tritt in unterschiedlichen Formen auf:
Erblicher Haarausfall (Androgenetische Alopezie) ist die häufigste Ursache von Haarausfall - bei Männern und Frauen. Etwa 50 bis 70 Prozent aller Männer sind betroffen. Es zeigt sich der typische Haarausfall, beginnend an der Stirnhaargrenze (Geheimratsecken) und auf Scheitelhöhe (Tonsur). Die Haare am Hinterkopf und der unteren Schläfe sind nicht betroffen. Meist fangen die Haare zwischen dem 20. Und 30. Lebensjahr an auszufallen.
Aber nicht nur Männer sind vom androgenetische Haarausfall betroffen, auch 25 bis 40 Prozent der Frauen. Anders als beim Mann, zeigt sich der Haarausfall typischerweise am Scheitel und beginnt erst mit den Wechseljahren.
Frauen leiden häufig auch unter Haarausfall aufgrund einer Veränderung im Hormonhaushalt. Besteht ein Ungleichgewicht zwischen weiblichem Östrogen und männlichem Testosteron, lassen die männlichen Hormone die Haarfollikel schrumpfen. Die Haarwurzel wird schwach. Bei jüngeren Frauen kann die Abnahme der Haardichte zum Beispiel auch durch ein Polyzystisches Ovar Syndrom (PCOS) bedingt sein.
Kreisrunder Haarausfall - auch Alopecia areata genannt - kann in nahezu jedem Lebensalter auftreten. Dabei gehen die Haare schmerzlos und büschelweise aus. Die Krankheit kann neben dem Kopfhaar auch die übrige Körperbehaarung betreffen. Fallen die Haare komplett aus, sprechen Experten von einer Alopecia areata universalis.
Alopecia areata ist eine Autoimmunkrankheit. Durch einen Angriff des Immunsystems werden die Haare in ihrem Wachstum so stark gestört, dass sie ausfallen.
„Bei kreisrundem Haarausfall, in der Fachsprache als Alopecia areata bezeichnet, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung gegen die in der Haut liegenden Haarbestandteile. Die Ursache dafür ist noch nicht eindeutig geklärt“, sagt Prof. Dr. Michael Tronnier, Chefarzt der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Helios Klinikum Hildesheim.
Die Alopecia areata (AA) ist eine chronische, immunvermittelte Krankheit, die durch einen akut einsetzenden Haarausfall gegenzeichnet ist. Die Wahrscheinlichkeit, mindestens einmal im Leben an einer AA zu erkranken, beträgt 2 % (Lebenszeitinzidenz). Die AA betrifft die Geschlechter gleichermaßen und tritt in allen Altersgruppen und ethnischen Gruppen auf.
Bei 40 % der Patienten tritt die AA das erste Mal vor dem 20. Lebensjahr auf - bei ca. 85% zeigt sich die AA bis zum 40. Die Alopecia areata (AA) ist nach dem anlagenbedingten Haarausfall die zweithäufigste Ursache für Haarausfall.
Diffuser Haarausfall ist eine häufige Form von Haarverlust. Gleichmäßig, über den ganzen Kopf verteilt, fallen die Haare aus. Die Ursachen sind vielfältig. Mögliche Auslöser sind zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen, bestimmte Medikamente, chronische Erkrankungen, Autoimmunkrankheiten, schwere Infekte wie eine Grippe, Mangelernährung (beispielsweise Eisen, Zink, Selen, Vitmin D oder Vitamin A) oder eine Chemotherapie.
Einige Kopfhauterkrankungen können vorübergehend oder dauerhaft zu Haarverlust führen. Dazu zählen schwere Ekzeme der Kopfhaut oder Pilzerkrankungen. Auch Druck und Zug auf die Haare kann zum Ausfall führen.
Vor der Haarausfall Behandlung steht die Ursachenforschung. Dafür ergänzen wir Laboruntersuchungen um den Trichoscan wir Laboruntersuchungen um den Trichoscan. Bei der Untersuchung fragen Ärztin oder Arzt ausführlich nach der Vorgeschichte der Patientin, bisherigen Untersuchungen und Therapien sowie Symptomen. Dann werden die Haare unter der Lupe betrachtet und geprüft, ob sie brüchig sind. Ein Zupftest zeigt, ob sich die Haare schnell lösen. Anschließend wird die Haarwurzel untersucht. Ein sogenanntes Trichogramm zeigt, in welcher Wachstumsphase die Haare ausfallen. Weitere Erkenntnisse kann eine computergestützte Haaranalyse liefern.
Ergänzend ist eine ausführliche Haaranalyse bei Haarausfall möglich, bei der die aktuelle Situation festgestellt und entsprechende Therapiemaßnahmen eingeleitet werden können.
Zusätzlich zur Anamnese gibt es verschiedene Untersuchungen, die für die Diagnose von Haarausfall bzw. dessen Ursachen durchgeführt werden können, darunter:
Je früher die passende Behandlung eingeleitet wird, umso größer ist die Erfolgschance der Therapie. Zunächst muss aber die genaue Ursache des Haarausfalls gefunden sein, erst dann erstellt der Arzt einen individuellen Therapieplan. Ist ein bestimmtes Medikament für Haarausfall verantwortlich, kann möglicherweise ein alternatives Präparat ausprobiert werden.
Es gibt zwei Wirkstoffe, die dem Haarausfall wirksam entgegensteuern können. Der Blutdrucksenker Minoxidil lässt bei erblich bedingtem Haarausfall in einigen Fällen neue, kräftigere Haare nachwachsen. Allerdings kann das Medikament Nebenwirkungen wie Kreislaufbeschwerden und Haarwuchs im Gesicht verursachen. Minoxidil wird als Lösung oder als Schaum auf die Kopfhaut aufgetragen.
Koffein-Präparate: Bei diagnostiziertem Haarausfall können Hautärzte als Therapie die Injektion koffeinhaltiger Präparate in die Kopfhaut verschreiben.
Anti-Androgene: Gegen hormonbedingten Haarausfall verschreiben Dermatologinnen und Dermatologen Tabletten, die Anti-Androgene enthalten. Eine hormonelle Therapie mit Antiandrogenen bei Frauen, die unter einer hormonellen Fehlregulation leiden, ist möglich.
Für die Behandlung des androgenentischen Haarausfalls stehen für Männer zwei effektive Wirkstoffe zur Verfügung. Finestarid wird als Tablette eingenommen und hemmt die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosestpsteron.
Beide Medikamente sind sehr gut wirksam. Eine Behandlung mit Finestarid oder Minoxidil stoppt den Haarausfall bei 80 bis 90 Prozent der Patienten, bei ungefähr 50 Prozent verdichten sich die Haare wieder. Als Nebenwirkung kann sich nach der Anwendung von Minoxidil die Kopfhaut röten, schuppen und entzünden. Männer, die Finestarid einnehmen, können unter Errektionsstörungen und Abnahme der Lust auf Geschlechtsverkehr leiden. Finestarid führt gelegentlich auch zu einer Vergrößerung der Brustdrüsen (Gynäkomastie).
Auch Frauen können mit Minoxidil den Haarausfall behandeln. Finestarid ist allerdings nicht für Frauen zugelassen.
Dafür werden Haare am Hinterkopf entnommen. An den kahlen Stellen setzt der Arzt Mikroschlitze und verpflanzt die Transplantate. Dabei bestimmt er auch die Dichte und Richtung, in der die Haare in Zukunft wachsen sollen. Das Ganze geschieht in Millimeterarbeit.
Die Eigenhaartransplantation eignet sich als ergänzende Maßnahme bei fortgeschrittenem Haarausfall.
Immuntherapie bei kreisrundem Haarausfall: Beim kreisrunden Haarausfall empfiehlt es sich bei geringer Ausprägung erst einmal abzuwarten. Häufig wachsen die Haare spontan wieder nach. Zur Unterstützung können die Patienten Zink einnehmen. Zink funktioniert als Immunmodulator und die Einnahme hat keine Nebenwirkungen.
Ist der kreisrunde Haarausfall behandlungsbedürftig, ist die wirksamste Behandlung eine Immuntherapie mit Diphenylcyclopropenon oder Quadratsäure-Dibutylester. Die Medikamente werden auf die Kopfhaut aufgetragen und lösen dort eine Allergie aus. Die in der Kopfhaut vorhandenen Immunzellen (T-Lymphozyten) reagieren auf die Allergene und greifen nicht mehr die Haarfollikel an. Die Methode ist je nach Ausmaß der Erkrankung in 30 bis 80 Prozent der Fälle erfolgreich.
Alternativ kann eine Therapie mit Kortikosteroiden oder Triamcinolon-Kristallen probiert werden. Es gibt viele weitere Therapieansätze, zum Beispiel eine Reiz- oder Lasertherapie, deren Wirksamkeit aber noch nicht ausreichend bewiesen ist.
Keimvermindernde Shampoos bei entzündungsbedingtem Haarausfall: Die durch eine Staphylokkeninfektion ausgelöste Folliculitis declavans wird mit Antibiotika (zum Beispiel Clindamycin und Rifampicin) und keimvermindernden Shampoos behandelt. Die sterile Entzündung bei der Folliculitis et perifollicultits capitis abscedens et suffodiens kann mit Glukokortioiden und Isotretinoin therapiert werden. Bei Patienten, die unter Lichen ruber folloicularis leiden, können eine äußere Anwendung von Kortikosteroiden oder Einnahme von Hydroxychloroquin die Symptome lindern.
Ob Öle, Seren oder Pulver zum Einnehmen: Im Einzelhandel werben viele Produkte damit, Haarverlust "aktiv" zu bekämpfen - mit natürlichen Inhaltsstoffen wie Bambus oder Basilikum. Expertinnen und Experten zweifeln jedoch an der Aussagekraft von oft kleinen und über einen kurzen Zeitraum durchgeführten Herstellerstudien.
Auch Nahrungsergänzungsmittel versprechen mitunter eine hohe Wirksamkeit bei Haarausfall, ihre Wirksamkeit ist oft jedoch nicht belegt. Die Produkte enthalten neben Vitaminen häufig auch Spurenelemente oder Extrakte, manchmal in sehr hohen Dosen. Diese sind per se nicht schädlich, jedoch kann der Körper beispielsweise zu viel Vitamin A - dessen Tagesbedarf einige der Vitaminkapseln vollständig decken - nicht ausscheiden. Eine langfristig zu hohe Aufnahme von Vitamin A kann zu trockener Haut und Haarausfall führen.
Grundsätzlich gilt: Wer sich ausgewogen und ausreichend ernährt, muss in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel gegen Haarausfall einnehmen. Dennoch gibt es einige Tipps und Tricks, wie Frauen dünne Haare pflegen und kaschieren können. Mittlerweile haben sich einige Friseurinnen und Friseure darauf spezialisiert. Beim Fönen - und auch bei starker Sonneneinstrahlung - ein Hitzeschutzspray auftragen. Für mehr Volumen Haarspray und Styling-Schaum für den Haaransatz verwenden.
Gesunde Ernährung ist Pflicht für alle, die sich gesundes und kräftiges Haar wünschen. Auch wenn man annimmt, dass Mangelerscheinungen in Deutschland nicht vorkommen, gehören sie mit zu den häufigsten Gründen für diffusen Haarausfall. Besonders betroffen sind Personengruppen, die einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen haben, zu wenige Nährstoffe aufnehmen oder diese im Körper nicht richtig resorbieren können. Dazu gehören Vegetarier und Veganer, Schwangere, Sportler, Menschen mit Essstörungen oder bestimmten Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Man sollte deshalb auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten sowie ggf. nach ärztlicher Rücksprache bestimmte Vitamine und Spurenelemente zusätzlich substituieren. Es gibt zudem einige Nahrungsmittel, in denen natürliche Stoffe vorkommen, die den DHT-Spiegel im Körper senken und damit erblich bedingtem Haarausfall entgegenwirken können. Sie sind zum Beispiel in Bananen, Mangos, Tomaten oder Kohl enthalten.
Bei Haarausfall sollte der Patient zuerst einen Hautarzt (Dermatologen) aufsuchen. Da der Haarausfall mit einer Erkrankung oder Schädigung der Wurzeln zusammenhängt und sich die Haarwurzeln in der Kopfhaut befinden, ist ein Hautarzt der erste Ansprechpartner. Alternativ kann sich der Patient an einem Endokrinologen wenden, besonders dann, wenn eine hormonelle Ursache vermutet wird. Ein Gynäkologe kann bei Frauen helfen, wenn Hormone für den Haarausfall verantwortlich sind.
Da verschiedene Formen von Haarausfall existieren und dementsprechend auch unterschiedliche Ursachen, gibt es mehrere Spezialisten, die sich mit Haarausfall beschäftigen. Abgesehen von erblich bedingtem Haarausfall sind ausfallende Haare zunächst einmal ein Anzeichen dafür, dass dem Körper etwas fehlt oder dass etwas nicht stimmt. Neben dem Dermatologen bzw. der Dermatologin als erste Ansprechpartner kommen darüber hinaus somit auch andere Fachärzte in Frage.
Insbesondere wenn der Haarausfall auf Hormonungleichgewichte oder Stoffwechselstörungen zurückzufallen scheint, kann es sinnvoll sein, einen Endokrinologen oder Internisten aufzusuchen. Diese Spezialisten können weitere diagnostische Tests durchführen und zur ganzheitlichen Beleuchtung und Behandlung des Haarausfalls beitragen.
| Art des Haarausfalls | Häufige Ursachen | Behandlungsmethoden |
|---|---|---|
| Androgenetische Alopezie | Genetische Veranlagung, hormonelle Einflüsse | Minoxidil, Finasterid, Haartransplantation |
| Alopecia Areata | Autoimmunerkrankung | Kortikosteroide, Immuntherapie, JAK-Inhibitoren |
| Diffuser Haarausfall | Mangelernährung, Stress, Medikamente, Schilddrüsenerkrankungen | Behandlung der Grunderkrankung, Nahrungsergänzungsmittel |
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