Haare sind mehr als nur ein Schutz für unsere Kopfhaut. Sie können sogar einen Beitrag zum Umweltschutz leisten! Seit unserer Geburt wachsen unsere Haare und sind somit ein natürlicher und nachwachsender Rohstoff. Dieser wertvolle Rohstoff wird regelmäßig beim Friseur getrimmt, wodurch sich jährlich in deutschen Friseursalons beträchtliche Mengen an abgeschnittenen Haaren ansammeln.
Der Gründer des französischen Verbandes „Coiffeure Justes“ (Die fairen Friseure) hatte 2015 eine geniale Idee: Warum aus den Haarabfällen nicht etwas Neues machen?
Haare eignen sich durch ihre strukturellen Eigenschaften hervorragend als natürlicher Schadstofffilter. Haare binden Fette, eine Eigenschaft, die in der Fachsprache als „lipophil“ bezeichnet wird. Um diese Eigenschaft zu nutzen, werden aus den einzelnen Haaren große Teppiche oder Schläuche hergestellt. Wie ein Schwamm oder Filter kann das Haar nun Fette aufsaugen.
Die Haarfilter werden mittlerweile weltweit in verschiedenen Gewässern eingesetzt, um Öle, Treibstoffreste oder Sonnencreme aus dem Wasser zu filtern. Die Idee, Haare gegen die Verschmutzung der Meere einzusetzen, stammt aus Frankreich. M. Thierry Gras, der Gründer des Verbandes „Coiffeure Justes“, wollte abgeschnittene Haare als Filter verwenden, um von Öl verschmutzte Gewässer zu reinigen. Er sammelte abgeschnittene Haare aus seinem eigenen Friseursalon und füllte diese in alte Kompressionsstrümpfe.
Die französischen „faire Friseure“ (Coiffure Justes) sind Vorreiter auf diesem Gebiet und packen Haare in alte Nylonstrümpfe. Bei der Umweltkatastrophe vor der Küste Mauritius, 2019, wurde die haarige Erfindung eingesetzt. Diese Rollen, die nach Verwendung gereinigt werden, kann man bis zu acht Mal erneut in Gewässer zur Filterung nutzen.
Rund 80.000 Friseursalons in Deutschland produzieren etwa 40.000 Kubikmeter Haarabfälle pro Jahr, was in etwa einer Masse von 370.500 Kg Haar entspricht. 1 Kg Haar kann bis zu 8kg Öl aus dem Wasser filtern. 8kg Öl entsprechen 9,2 Litern (geht man von Motoröl aus).
Abgeschnittene Haare sind wertvoll und können an Organisationen gespendet werden, die sich um das Haarrecycling zugunsten der Gewässerreinigung kümmern. Fragen Sie Ihren Friseur, was mit Ihren abgeschnittenen Haaren geschieht.
Wer lange Haare abschneiden lässt, kann diese spenden, um Perücken daraus machen zu lassen. Bei kurzen Haaren oder kleinen Veränderungen beim Schnitt landen die Überbleibsel hingegen auf dem Boden des Friseursalons, werden zusammengefegt und im Müll entsorgt.
Um Haare spenden zu können, muss der Zopf mindestens 25 Zentimeter lang und nicht gefärbt sein, da die Haare sonst nicht als Perücke verarbeitet werden können.
Bei „It’s for Kids“ kann man nicht nur mit Haar- oder Geldspenden helfen, sondern auch in verschiedenen Bereichen ehrenamtlich aktiv sein oder Recycling-Produkte wie Druckerpatronen, Zahn- oder Altgold oder alte Mobiltelefone sammeln und einsenden.
Nachdem der Zopf abgeschnitten war, wird er in einem Spendenumschlag, an die Zweithaarmanufaktur geschickt. Dort werden die Haare weiter verarbeitet. „It’s for Kids“ arbeitet Hand in Hand mit der Zweithaarmanufaktur Rieswick. Das Familienunternehmen hat sich auf medizinischen Haarersatz spezialisiert und verarbeitet circa 35.000 einzelne Haare zu einer Perücke für Patient*innen, die Haare verloren oder keinen Haarwuchs haben.
Wenn der gespendete Zopf in der Manufaktur ankommt, wird er nach Farbe, Struktur und Länge bewertet, von kurzen Haaren befreit, desinfiziert und bis zur Weiterverarbeitung eingelagert. Die Herstellung einer Echthaarperücke ist reine Handarbeit und dauert circa sechs Wochen. Dementsprechend kostet diese zwischen 2.000 und 4.000 Euro.
„Einerseits erhalten wir die Haarspende, die wir für kleine Patient*innen weiter verarbeiten lassen können.
Die eigenen Haare zu spenden ist ein sehr schönes Gefühl. Teilen ist ein sehr schönes Gefühl. Abzugeben von dem, was man reichlich besitzt, ist ein sehr schönes Gefühl. Dies könnte eine Metapher für viele weitere Momente im Leben sein.
Seit wenigen Jahren gibt es auch in Deutschland Initiativen, die sich für das Haarrecycling einsetzen. Die Organisation HAIR HELP the Oceans forscht darüber hinaus in Zusammenarbeit mit der Uni Magdeburg an der Beschaffenheit der Haare. Unteranderem wird untersucht, ob Haarfilter auch Mikroplastik aus den Meeren und Gewässern filtern können.
Im Salon Creativfriseur von Stefanie Gresser in Allmersbach im Tal, bei OD Hair&Make-Up von Olga Dreher in Auenwald und im Haarstudio von Rosemarie Mayer in Aspach ist das seit Kurzem anders. Die abgeschnittenen Haare ihrer Friseurkunden helfen nun mit, Meere, Flüsse und Seen zu säubern. Sie alle sind nämlich Partnersalons der Organisation Hair Help the Oceans (auf Deutsch: Haare helfen dem Meer).
Dazu werden die Haare in alte Nylonstrümpfe gefüllt, diese zu riesigen Rollen gebunden und dann als Filter in verschmutzten Gewässern eingesetzt. Das nahm sich Hair Help the Oceans zum Vorbild. Sie sammeln nun die Haarabfälle ihrer Partnersalons und lassen diese zu entsprechenden Filtern weiterverarbeiten.
Als Partnersalon unterschreibt man einen Vertrag und zahlt einen Monatsbeitrag von 21 Euro. Darin ist die Abholung beziehungsweise der Versand der Haare inklusive, die Salons bekommen eine Urkunde sowie Flyer und Aufkleber für das Schaufenster. In 120-Liter-Papiersäcken werden in Olga Drehers Salon dann die Haare gesammelt.
Die Zusammenarbeit mit Hair Help the Oceans ist daher eine Win-win-Situation. Ihre Kunden seien davon zudem begeistert.
Mit nur ein paar Klicks kann man Umweltretter*in bzw. ein Partnersalon werden. Dafür muss man sich nur hier anmelden. Und dann muss man eigentlich nur mehr die Haare sammeln. 1x im Monat werden diese dann an die Hair Helper gesendet.
Die Kosten dafür belaufen sich auf einen monatlichen Beitrag von 21€ in Deutschland und 26€ in Österreich, die für die Logistik wie Lagerhallen, Administration und Werbemittel verwendet werden. Das Abo kann jederzeit monatlich gekündigt werden. Gewinne aus der monatlichen Pauschale werden u.a.
Ein Beitrag in der Pro-7-Fernsehsendung Galileo habe sein Übriges getan, um die Haarfilter bekannt zu machen. Olga Dreher berichtet auch von Kunden, die zusätzlich noch Geld spenden wollten.
In Friseurkreisen werde auch immer wieder thematisiert, wie die Betriebe sich in Sachen Nachhaltigkeit und Recycling verbessern können.
Möglichkeiten gibt es genügend, wenn man sich umsieht“, sagt etwa Rosemarie Mayer. Als Beispiel nennt sie die Umhänge, die in ihrem Salon zum Einsatz kommen. Diese seien aus Biomais und so kompostierbar. Stefanie Gresser setzt bereits auf 100-prozentigen Ökostrom.
Olga Dreher sammelt nicht nur die Haarschnipsel, sondern auch die Alufolien, die beim Färben zum Einsatz kommen. Hier arbeite sie mit einem Start-up-Unternehmen zusammen, berichtet die Friseurmeisterin. „Die Folien werden dort gewaschen und aufbereitet und können dann wiederverwendet werden“, erklärt sie.
Unternehmensberater für Friseur-Salons, Thomas Keitel, und Emidio Gaudioso, Friseurunternehmer aus Bückeburg, setzten sich zum Ziel diese Haarfilter made in Germany zu produzieren.
Nach diesem Erfolg und dem Engagement in der Branche, haben sich Keitel und Gaudioso dafür entschieden, Haarmatten zur Reinigung made in Germany zu produzieren. Gerade wird noch auf eine Maschine aus San Francisco gewartet und im Jänner 2022 soll es losgehen. Dann werden Matten in einer Größe von 60cm x 60cm gepresst.
Die Haarfilter können überall da zum Einsatz kommen, wo Benzin und Motoröl ausgelaufen ist, wo Motorboote ankern und tanken, genauso auch an Badestränden, uvm. Gründer und Kopf von Hair Help, Thomas Keitel sagt: „Im Optimalfall soll jede Feuerwehr solche Matten haben, dass die sofort zum Einsatz kommen. Wir werden das französische System nach Deutschland bringen.“
Aber auch jenseits von finanziellen Hilfen kann jede und jeder helfen. Sind die Haare mindestens 25 Zentimeter lang, können sie für Perücken gespendet werden. Ob beim Friseur oder selbst geschnitten, den möglichst geflochtenen Zopf einfach in einen Umschlag und an entsprechende Stellen schicken.
Auch mit dem eigenen Konsum können Vereine und Hilfsorganisationen unterstützt werden. Wer darüber einkauft, spendet mit dem Kauf einen Teil der Einkaufssumme an eine gemeinnützige Organisation nach eigener Wahl. Extrakosten für den Kunden kommen nicht dazu.
Jede und jeder kann einen Teil ihrer oder seiner Zeit für die sinnvolle Sache einsetzen und so Talente und Fähigkeiten mit Anderen teilen.
Haare können einfach im Hausmüll, also in der Restmülltonne oder in der Biotonne entsorgt werden. Diese Regelung gilt für ganz Deutschland, Sie müssen die Haarreste also nicht zu einem Müllhof oder ähnlichen Entsorgungseinrichtungen zu bringen.
Viele Menschen spülen abgeschnittene Haarspitzen oder ganze Strähnen einfach im Waschbecken runter. Besonders bei langen Haaren kann dies zu Verstopfungen der Rohre führen, was schlimmstenfalls einen Rohrbruch zur Folge haben kann.
Auch kurze Härchen können die Rohre verstopfen.
Das Runterspülen von Haaren in der Toilette ist ebenso schlecht für die Rohre und das Abwassersystem und sollte dringend vermieden werden. Nach der Rasur oder dem Trimmen können Sie Ihre Haarreste mit einem feuchten Tuch aufwischen und dieses Tuch dann im Hausmüll entsorgen.
Die Entsorgung im eigenen Kompost, der dann wiederum im Garten zum Einsatz kommen kann, ist eine gute Alternative zur herkömmlichen Entsorgung im Bio- oder Restmüll.
Dabei kommt es jedoch auf die Menge an. Die meist eher kleine Menge an Haaren, die bei einem Haarschnitt oder einer Rasur zu hause anfällt, ist im Kompost gut aufgehoben. Sie sollten dann aber darauf achten, die Haare mit dem restlichen Kompost gut zu vermischen.
Größere Mengen an Haaren, wie sie beispielsweise in einem Friseursalon anfallen, sollte man nicht im Kompost entsorgen.
Wenn Sie sich von sehr langen Kopfhaaren verabschieden möchten, können Sie diese für den guten Zweck spenden oder sogar ein paar Euro damit verdienen. Im Internet findet man verschiedene Unternehmen, die aus Ihren abgeschnittenen Langhaarfrisuren Perücken anfertigen und diese wiederum weiterverkaufen oder spenden.
Darüber sollten Sie sich jedoch bereits vor dem Abschneiden informieren, da es verschiedene Anforderungen, wie beispielsweise eine gewisse Haarlänge, für die Spende gibt.
Wir suchten gemeinsam nach einem Weg, mit den abgeschnittenen Haaren etwas Gutes zu tun und entdeckten die „Haarfilter“. Vorbildfunktion hat für uns der französische Verein „Coiffeure Justes“ (faire Friseure) aus Südfrankreich, der die Haare in alte Nylonstrümpfe füllt, diese zu Rollen bindet und dann als Filter in verschmutzten Gewässern einsetzt.
Die Saugfunktion des Haarfilters zieht das Öl aus dem Wasser, wird anschließend gereinigt und kann bis zu achtmal wiederverwendet werden.
Wir sind dabei, mit deutschen Unternehmen zusammenzuarbeiten, um diese Logistik auch in Deutschland und den angrenzenden Ländern zu etablieren und mit abgeschnittenen Haarresten natürlich und nachhaltig die Reinigung unserer Meere, Flüsse und Seen durchzuführen.
Aluminium kann endlos recycelt werden, ohne seine Eigenschaften zu verlieren. Darum leistet das Trennen von Aluminiumabfällen einen wichtigen Beitrag zu einer ressourceneffizienteren Kreislaufwirtschaft. Recyceltes Aluminium benötigt lediglich 5 % der Energiekosten als Primäraluminium, also neu gewonnenes Aluminium. Im Durchschnitt spart Alu-Recycling über 90 % CO2 im Vergleich zur Neuproduktion ein.
Konkret bedeutet das: Wir reduzieren beispielsweise den ökologischen Fußabdruck unserer Produkte durch neue Formeln oder ressourcenschonende Verpackungen. Wir verwenden wo immer möglich nachwachsende, nachhaltige Rohstoffe. Außerdem senken wir unseren CO2-Verbrauch und reduzieren unseren Wasserverbrauch sowie den Abfall.
Die abgeschnittenen Haare landen seitdem nicht mehr im Müll. Das gilt auch für die kurzen Flusen, die sich nicht für die Anfertigung von Perücken eignen: „Dafür müssen die Haare mindestens 30 Zentimeter lang sein“, erklärt Herboth, die auch ein Zweithaarstudio betreibt.
Mit ihrem Team sammelt die 51-Jährige Haare, damit daraus Filter hergestellt werden können. „Haare eignen sich dafür sehr gut, weil sie besonders gut Fett aufsaugen können“, sagt Herboth. „Dementsprechend ist es ein ganz toller Rohstoff, um Öl, Benzin und Sonnenmilchreste aus Gewässern zu saugen.“
Die abgeschnittenen Haare werden vom Team des Umweltprojekts mit Sitz in Bückeburg in alte Nylonstrümpfe gefüllt und dann zu Rollen oder Filz-Matten weiterverarbeitet. Sie werden anschließend an einem Seil befestigt und bei Bedarf zu Wasser gebracht. Zum Einsatz kommen die haarigen Filter zum Beispiel, wenn ein Öltanker ausläuft.
Wenn die haarigen Matten ihre Pflicht getan haben, können sie bis zu achtmal wiederverwendet werden.
Pro Monat kommen bei Herboth zwei Säcke mit jeweils 10 Kilogramm abgeschnittener Haare zusammen.
„Es dürfen keine Krümel von Halskrausen mehr zu finden sein“, so Herboth.
Und der Umweltschutz liege der Inhaberin am Herzen. Deshalb versuche sie alles Mögliche, um einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. „Wir Friseure arbeiten ja sehr viel mit Chemikalien und wir müssen umweltbewusster arbeiten“, sagt Herboth. „Wenn wir aus der Ressource Haar etwas machen können, sollten wir das auch tun. Und nicht einfach alles wegschmeißen.“
Auch bei der Alufolie suche das Unternehmen nach umweltschonenderen Alternativen. „Alufolie ist im Friseuralltag das Schlimmste, was wir der Umwelt antun können“, ist sich Herboth ihrer Verantwortung bewusst. Mit Backpapier und Zeitungspapier habe man bereits experimentiert: Damit ließen sich jedoch keine guten Strähnchen machen. Deshalb arbeitet Herboth nun mit einer Firma zusammen, die spezielle Alufolien verkauft. Nach der Verwendung werden sie gereinigt und so wiederverwendbar gemacht.
Bei den Handtüchern hat das Unternehmen eine nachhaltige Alternative gefunden. „Das wird aus Erdöl gemacht, hat eine unglaublich gute Saugkraft und wird direkt danach weggeschmissen“, sagt Herboth.
Die Idee der Haarfilter stammt ursprünglich aus Südfrankreich. Dort entwickelte der Friseur Thierry Gras 2015 das umweltfreundliche Haar-Recycling und gründete den Verein „Coiffeures Justes“ - auf Deutsch „faire Friseure“ -, der auch Vorbild für „Hair help the ocean“ ist.
Haare machen einen großen Teil des Friseurmülls aus, nur wenige lassen sich zu Perücken verarbeiten. Sie werden trotz ihrer Eigenschaft, Fette aufzunehmen, in die Tonne gedrückt, während riesige Mengen Öl die Weltmeere belasten, Flora und Fauna zerstören.
Säcke bestellen: Für einen Jahresbeitrag von 25 Euro werden Salons Mitglied bei Coiffeurs Justes und bestellen Haarsäcke à einen Euro. Haare sammeln: In den Papiersäcken wird das Schnitthaar gesammelt und nach Frankreich gesendet oder in eigens aufgestellten Containern deponiert.
Einsatz der Rollen: Die Filterketten werden weltweit in verschmutzten Gewässern ausgelegt, in Meeren, Häfen oder Becken. Diesen Weg wollen wir weitergehen und auch zukünftige Friseur- und Kundengenerationensensibilisieren.
Ein Kilo Haare filtern circa acht Liter Öl. Und ist die Rolle voll, wird sie gereinigt und kann bis zu acht Mal wiederverwendet werden. Selbst dann können die Haare noch als Dämmstoff im Bauwesen eingesetzt werden.
Noch wird dieses Potenzial in Europa allerdings kaum genutzt. Doch Thierry Gras ist voller Zuversicht: 100 Tonnen Haare wurden bisher gesammelt und rund 4.700 Friseursalons sind an diesem Projekt beteiligt; in Frankreich, aber auch in Belgien, in der Schweiz, Luxemburg, Deutschland und in weiteren europäischen Ländern.
Die engagierte Friseurin Indra Fürstenberg arbeitet mit der Initiative Cut Climate Change zusammen, die ihren Salon mit drei Angestellten und sieben Bedienplätzen klimapositiv bewertet. Außerdem schickt sie Schnitthaare zur Wiederverwertung nach Frankreich zu Coiffeurs Justes.
Man kann viele Dinge im Kleinen machen und manche etwas größer. So bin ich zum Beispiel auf einen wiederverwendbaren Müllbeutel gestoßen, den wir bei uns im Salon ausschließlich nutzen.
Viele sind ja schon gleich raus, weil sie Angst vor Mehrarbeit haben, die nicht bezahlt wird. Aber sowohl bei meinem Einsatz für Cut Climate Change als auch für Coiffeurs Justes wird der Arbeitsablauf überhaupt nicht gestört. Klar kann ich mich selber in den Wald stellen und bei Ausgleichspflanzungen mitmachen, muss ich aber nicht. Ich mache alles wie vorher auch; ich musste mir auch nichts Neues aneignen oder Seminare besuchen. Und ob ich Schnitthaare in den Eimer kippe oder für Coiffeurs Justes in eine Papiertüte, ist völlig egal und erhöht letztlich mein Arbeitsaufkommen nicht.
Im Durchschnitt füllen wir einen Sack mit 3,8 Litern Haare in ein bis zwei Wochen. Das hängt von den Dienstleistungen ab, ob Spitzenschneiden, Neuschnitt etc. Um unseren CO2-Abdruck nicht zu vergrößern, versenden wir nicht sackweise, sondern im Paket mit fünf Säcken. Versand, Jahresbeitrag und Papiersäcke kosten mich hochgerechnet im Jahr ca.
Wir haben Kunden, die bringen sogar von zu Hause Haare mit, die sie dort ihren Kleinstkindern abgeschnitten haben. Das ist eine super Sache, an der der Kunde aktiv teilnimmt. Ohne die Kunden könnten wirs ja gar nicht machen. Sie sind maßgeblich daran beteiligt, dass es überhaupt funktioniert. Die Vorstellung, dass ihre Haare irgendwelche Öle aus dem Meer ziehen, finden sie mega und gehen hier mit dem Gefühl raus, nachhaltig an etwas Gutem mitzuwirken.
Diese Geschichten haben einen enormen Marketingeffekt. Die Leute finden es toll, wenn man im Kleinen, beim Friseur, wo man das ja gar nicht erwartet, etwas schafft. Weder die Kunden noch viele Kollegen können sich tatsächlich vorstellen, wie einfach das ist. Und das macht es doch aus. Diese Projekte führen übrigens auch zu einem neuen Zusammenhalt unter den teilnehmenden Kollegen. Das tut unserer Branche enorm gut!
Auf Dauer wäre es natürlich sinnvoll, ein solches System wie Coiffeurs Justes Sammlung, Versand und Recycling von Haaren in Deutschland aufzubauen, anstatt das Schnitthaar nach Frankreich zu transportieren. Auch wir haben hier angrenzende Küsten und ganz viele andere Einsatzmöglichkeiten.
Die Zeit vor und nach Weihnachten ist auch eine Zeit der Nächstenliebe. Ob mit Spendengalas im Fernsehen, Straßensammlungen oder digitalen Werbeanzeigen, überall werben Hilfsorganisationen um Geldspenden.
Rund 300 Millionen alte Handys, Tablets und Laptops liegen laut einer Studie ungenutzt in deutschen Schubladen. Damit lagern unzählige Rohstoffe in den Haushalten, denn Edelmetalle wie Kupfer, Nickel und Gold sind in den Geräten verbaut.
Bei einer Vollblutspende wird etwa ein halber Liter Blut entnommen und haltbar gemacht. Ob nach Unfällen oder Operationen, das gespendete Blut kann Leben retten.
Bei Optikern, Apotheken oder auch in Kirchen gibt es Sammelboxen für alte Brillen. In manchen Orten sammeln gemeinnützige Organisationen Kartonagen, Kataloge und weggeworfene Bücher für einen guten Zweck, denn Wertstoffhändler zahlen Geld für große Mengen an abgegebenen Papier. Die Erlöse der Altpapiersammlungen fließen dann in gemeinnützige Projekte.
Auch gestempelte Postwertzeichen können Gutes tun, ob vom Umschlag ausgerissen oder aus der Briefmarkensammlung. So sammeln etwa die Stiftungen Bethel seit Jahrzehnten Briefmarken. Die dort angestellten Menschen mit Behinderung sichten die Marken und bereiten sie für den Wiederverkauf an Sammler und Händler vor. Der Erlös fließt in die Arbeit der Stiftungen Bethel.
Das Spenden von Altkleidern und anderen Sachgegenständen ist ein Spenden-Klassiker. Kleiderkammern, Sozialkaufhäuser oder andere Einrichtungen vor Ort nehmen die Spenden gerne entgegen.
Unsere Hauptfiliale in der Niederzwönitzer Straße in Zwönitz wurde als Hairstylist for the Future Salon für unser nachhaltiges Engagement ausgezeichnet. Hairstylists for the Future ist nicht nur wichtig für die Zukunft unseres Planeten, sondern auch ein Differenzierungsmerkmal für uns als Salon.
Haare aller Art sollten entweder im Bio- oder Restmüll entsorgt werden. Eine Alternative ist die Entsorgung im Kompost. Sie sollten vermeiden, dass Härchen oder ganze Strähnen in den Abfluss gelangen, da dies Verstopfungen der Rohre zur Folge haben kann.
Abgeschnittene Haare sind wertvoll und können auf vielfältige Weise wiederverwendet werden, sei es durch Spenden für Perücken oder durch die Herstellung von Haarfiltern zur Reinigung von Gewässern. Engagieren Sie sich für eine nachhaltigere Zukunft, indem Sie Ihre Haare sinnvoll verwerten!
| Organisation | Zweck | Beitrag/Kosten |
|---|---|---|
| Coiffeure Justes | Haarfilter zur Gewässerreinigung | Jahresbeitrag 25 Euro |
| Hair Help the Oceans | Haarfilter zur Gewässerreinigung | Monatsbeitrag 21 Euro (Deutschland), 26 Euro (Österreich) |
| It’s for Kids | Haarspenden für Perücken | keine |
tags: #was #tun #mit #gebrauchten #perücken #spenden
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